Archiv für November, 2008

Social Networking a la Mexicana

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Ich verbrachte die vergangenen anderthalb Wochen in Mexiko und durfte wieder einmal die nationalen Unterschiede in Sachen Netzwerken erleben. Mit wie vielen meiner ehemaligen Mitschüler habe ich noch Kontakt? Mit einem guten Dutzend vielleicht. Bei den Alumnis sind es einige mehr. Bei meinen Kontakten in Xing sind bestimmt nicht alle wirklich strapazierbar.

Wie kommt es also, dass im Gegensatz dazu in Mexiko jeder (und zwar jeder) ein soziales Netzwerk hat, das so viel umfangreicher ist und so viel besser funktioniert – und vor allem: das keiner Unterstützung von Social-Networking-Plattformen bedarf? Dazu ein paar Beobachtungen:

1. Die Familien sind meist größer, und damit stehen auf jeden Fall schon mal zusätzliche Multiplikatoren zur Verfügung. Dazu kommen noch die Freunde der Töchter und die Freundinnen der Söhne – und voilà: Die Gruppe der Community-Mitglieder ist vervielfacht.

2. Das Wir-Gefühl an den Schulen ist ausgeprägter. Man geht auf eine Schule, nicht auf irgendeine, sondern auf seine Schule, auf die beste. Das schweißt zusammen, auch noch Jahrzehnte nach dem Schulabschluss. Jeder Mitschüler hat wieder einige Geschwister,  und das Netzwerk wächst.

3. Das Hochschulleben ist geselliger: An den Universitäten finden sich Gruppen von Studenten aus denselben Bundesstaaten, in Studentenwohnheimen rund um den Campus Tag und Nacht herrscht ein aktives Studentenleben, wie wir es allenfalls von US-Teenagerkomödien aus dem Fernsehen kennen. Klar, dass die Kontakte, die hier entstehen, von langer Dauer sind. Die Universitäten unterstützen den Zusammenhalt der ehemaligen Studenten zusätzlich durch ihre umfangreichen Alumniaktivitäten.

So, und wie sieht nun Social Networking in der Praxis aus? Ich reise mit meiner Familie nach Monterrey und finde dort wegen einer Messe kein Hotelzimmer. Kein Problem für meinen Freund Juan, den ich vor 17 Jahren kennen gelernt habe: Er ruft kurz seine Schwester an, die im Hotel Intercontinental arbeitet, und binnen Minuten haben wir eine kleine Suite, zum Freundschaftspreis versteht sich. Zahnweh in Cuernavaca – die Empfehlung der Nachbarin (es ist der Neffe ihres Mannes) ersetzt die Suche in den gelben Seiten. Meine Schwägerin soll einige Wochen an der Grenze zu Texas arbeiten – kein Problem, da kann sie bei der Schwester einer Schulfreundin einziehen, die seit einigen Jahren im selben Ort wohnt. Übrigens hätte sich ihr eine vergleichbare Lösung vermutlich für jede andere mexikanische Stadt auch ergeben. Tipps, wo man einen attraktiven Arbeitsplatz findet, kommen fast ausschließlich aus dem Bekanntenkreis, nicht von der Arbeitsagentur oder aus Stellenanzeigen. Um an die Informationen über das PR-Budget zu kommen, welches ein Ministerium gerade ausschreibt, kümmert sich mein Freund Jaime, dessen Schwägerin den Staatssekretär ganz gut kennt. Über meine gut vernetzten Freunde und Verwandten kenne ich auf diese Weise also inzwischen eine erstaunliche Menge von Unternehmern, Politikern und Künstlern – relativ gesehen weit mehr als hier in Deutschland.

Natürlich sind auch die digital natives und immigrants in Mexiko zusätzlich digital vernetzt. Facebook, Hotmail, Hi5, LinkedIn, selbst Xing unterstützen das Networking. Twitter, so mein Eindruck, ist zurzeit noch weniger verbreitet als in Deutschland. iPhone und Blackberry zum mobilen Networking sind vergleichbar preisgünstig und gehören bei Freaks und Geschäftsleuten zur Grundausstattung. Die Anzahl der Telefonate, die meine Schwägerin über ihr Handy führt, übersteigt die von mir um einen deutlich zweistelligen Faktor.

Mir scheint, dass wir in Sachen Networking von den Mexikanern noch einiges lernen können. Dass zum Beispiel eine Riesenmenge von virtuellen Freunden und Kontakten in Social Networks noch nichts aussagt über die Qualität tatsächlichen persönlichen Infrastruktur. Die Bereitschaft (weiter) zu helfen ist ausgeprägter als bei uns und daher haben auch Kontakte zweiten oder dritten Grades noch eine höhere  Bedeutung. Die Social Networks sind daher viel mehr ein Abbild der realen Kontakt als eine Plattform, um sich eine Community mit neuen “Freunden” aufzubauen. Mir ist jedenfalls nie bange, wenn ich in Mexiko einen Kontakt knüpfen möchte – spätestens der Schwager oder dessen Freund oder dessen Cousine kennt da doch  bestimmt jemanden …

Im Interview: Timo Heuer, Digital Native

Timo-heuer-160x300 in Im Interview: Timo Heuer, Digital Native

Digital Natives stehen, auch wenn der Begriff umstritten ist, für eine neue Generation von Internetnutzern, die große Teile ihres Tages online verbringt. Eine Generation, die im Web alles sucht, findet und organisiert – sowohl Kontaktaufnahme als auch Beziehungspflege, sowohl Karriereplanung als auch firmenübergreifendes Wissensmanagement (mehr dazu im Interview mit IBM-Chef Martin Jetter und USU-Vorstand Gerald Lamatsch im von Sympra erstellten doit-Magazin), sowohl Unterhaltung als auch Kreativität. Klar, dass diese Generation zum einen kritisch beäugt, zum anderen gehegt und gepflegt wird. Bei DNAdigital diskutieren beispielsweise Top-Entscheider mit Digital Natives, Thema: Enterprise 2.0, frei übersetzt: Kommunikation im Unternehmen der Zukunft. Für mich ist klar: Auch Journalismus und Public Relations sollten sich rechtzeitig der Frage stellen, welche Generation hier nachwächst, welche neuen Formen der Kommunikation und Kooperation künftig angesagt sind. Einer, der mit gerade einmal 17 Jahren auf eine beeindruckende Reputation und Vernetzung als Digital Native zurückblicken kann, ist Timo Heuer. Kennengelernt habe ich ihn durchs Bloggen, zunächst nur online und neulich auch persönlich, wenn auch ganz à la Web 2.0: Wir konnten uns spontan in Hannover zum Branchentalk einfinden, nachdem Timo durch meinen Tweet

“Im ICE Stuttgart – Hannover – Sitze am Boden auf meiner brand eins. Reservieren ist fuer Schwächlinge”

(mehr zu Twitter) auf meine bevorstehende Ankunft am Bahnhof Messe/Laatzen aufmerksam geworden war. Ich freue mich, dass er bereit war, einige Fragen zu beantworten. Wie stellt sich der journalistische und persönliche Alltag, die Zukunft und die Zusammenarbeit mit PR-Menschen aus Sicht eines Digital Native dar? Hier unser kurzer Dialog zum Thema: Mehr

International Public Relations: Confirming stereotypes or meeting new worlds?

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As a Brit working in a German environment I had a certain amount of adjusting to do here – there are the PR rules, for example, dealing with journalists is different here as opposed to in the UK, and then there are huge differences in client and agency-internal relationships, which are primarily underlined by the language. In German there are two forms of the word “you” – the politer “Sie” form and the “I’m on your level” “Du” form – this defines and maintains certain relationships – a complication that we do not have in the English language.

After working in Germany and in the PR industry for over 15 years, I have pretty much got to used to working here and so, it was with much excitement that we at Sympra co-founded the Public Relations Network (PRN) in 2005. I had visions of stuffy conference rooms filled with gesticulating Italians, highly-efficient and impatient Germans, and the late-comers from all over Europe! I am not going to say that I was completely wrong but I will say this – public relations is different in countries all over the world but public relations experts are surprisingly similar!

I must add here that one of our preconditions for joining the PRN is a strong vetting service that we carry out – obviously when selecting agencies we need ones that work in similar fields so our customers can rely on experts in the chosen country as well as the pricing being similar to ours (so we don’t have to reanimate our clients after showing them cost proposals), but our “personal” vetting service is in place so we can guarantee that we, and more importantly, our clients can work with these people – the world is smaller than we think, and people actually more similar than we can imagine!

So, now we have our Network – a hand-picked, and it really is hand-picked, selection of incredibly personable communication experts around the globe. International public relations may seem an impossible and insurmountable task at the beginning but if you are on a wavelength with your partners, then it is easier than you think. To our customers in Germany: The same rule applies as with drafting a national PR strategy – know roughly what you want to achieve, listen to the advice given by the experts of that country as they know their press and their market and then, simply lean back and enjoy being called “you”!

Vom Twittern – oder: vom Zuhören

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Selbst die Fehlermeldungen von Twitter haben einen besonderen Charme

Wer sich mit Social Networking und Social Media auseinandersetzt, der muss häufiger erklären, was es so auf sich hat mit diesen neuen Netzwerken, Diensten, Verhaltensweisen im Netz. Wikipedia, Youtube und Flickr gehören zu den leichteren Übungen – auch weniger onlineaffine Menschen haben von diesen Social Media Sites bereits gehört oder nutzen sie sogar regelmäßig.

Ganz anders bei Twitter (Wikipedia-Definition). Hier hört der Spaß bei vielen meiner Gesprächspartner auf. Kopfschütteln ist die Reaktion. Was will man auch anderes erwarten, wenn man Unbeteiligten erklärt, dass sich bei Twitter erwachsene Menschen gegenseitig Hunderte, gar Tausende 140-Zeichen-Botschaften in kürzester Zeit senden, und das auch noch großteils öffentlich? Was um alles in der Welt das soll, wer dazu Zeit und Muße hat?

Ich gebe zu: ich.
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Kundenbefragung bei Sympra

Nicht bloß aufgrund unserer bevorstehenden Zertifizierung haben wir im Jahr 2008 eine Kundenbefragung durchgeführt – soll heißen: nicht gezwungenermaßen, sondern weil es uns wirklich interessiert, was unsere Kunden von uns und unseren Leistungen denken.

(Anweisung der Regie: mit erhobenem Zeigefinger wedeln.) Eines vorweg: Da die Anzahl der beantworteten Bögen nicht ausreicht, um die Ergebnisse repräsentativ zu nennen, haben wir eine Sammlung von Einzelmeinungen vorliegen und dürfen die Resultate „nur“ qualitativ auswerten bzw. als Meinungstendenzen betrachten.

Die Ergebnisse waren für uns spannend, zufriedenstellend und haben uns an der einen oder anderen Stelle auch nachdenklich gemacht. Beispielsweise sind wir wirklich (wirklich!) gut bei allem, womit man kein Geld verdienen kann: Wir sind „freundlich und zuvorkommend“, haben Bestnoten für unser „sympathisches Auftreten“ und sind prima „erreichbar“. Die gute Nachricht für’s Sympra-Controlling: Keine Angst, wir können dafür zwar kein Geld verlangen, aber es kostet auch nix extra.

Was uns ein kleines bisschen geschmerzt hat, ist, dass wir bei der „Textkompetenz“ nicht von allen Befragten Bestnoten bekommen haben. Man könnte jetzt sagen: Streber! Was wollt Ihr denn noch mehr – die Ergebnisse sind doch besser als „gut“! Na ja, schon, aber nicht flächendeckend „Sehr gut“. Und gerade hier ist unser Ehrgeiz eben besonders groß, denn wir verstehen uns als journalistische PR-Agentur (nicht wenige Kunden haben uns schon über den „Erkenntnisfortschritt“ von Texten reden hören). Ein Ansporn also, in Zukunft jede noch so Pulitzerpreis-un-verdächtige Pressemeldung zu einer Standorterweiterung oder einem Produkt (zumindest im ersten Entwurf Icon Wink in Kundenbefragung bei Sympra so zu schreiben, dass sie irgendwie doch knallt (also Nachrichtenwert bekommt).

Immerhin: unsere Ansprechpartner würden Sympra großflächig weiterempfehlen. Damit bestätigt sich für uns, was wir in der Vergangenheit schon häufig bei Anfragen von neuen Kunden erfahren haben: Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste PR (Äh, Chef, hätte ich das jetzt nicht sagen sollen?).

Schön fanden wir übrigens, dass uns ein Marktforschungs-Fachmann unter den Befragten den Bogen gleich mit Verbesserungsvorschlägen zurück geschickt hat. Für die nächste Befragung werden wir das natürlich berücksichtigen (attestiertermaßen „lernfähig“ sind wir nämlich auch).

Beruf, Familie – Ehrenamt?

Ehrenamtliches Engagement ist für viele Menschen ein erstrebenswertes Ziel – mit Hindernissen. Denn oft ist der Terminkalender zu voll, sind die beruflichen und privaten Aufgaben so umfangreich, dass ein ein kontinuierliches Engagement in einem Verein oder Verband nicht in Frage zu kommen scheint.

Daher fand ich die Idee von Stuttgart Connection spontan überzeugend: Die gemeinnützige Initiative verbindet Menschen und Initiativen, die Unterstützung brauchen, mit Personen, die sich in ihrer Freizeit für die Gesellschaft engagieren möchten. Kultur, Ökologie, Soziales – die Brandbreite ist groß, zudem werden Dauer und Umfang des ehrenamtlichen Engagements individuell festgelegt.

Auch Berufstätige mit vollem Kalender erhalten so die Möglichkeit, etwas für die Gesellschaft zu tun – eine hervorragende Idee, die ich künftig unterstütze, indem ich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Stuttgart Connection übernehme. Nächste Veranstaltung ist eine Podiumsdiskussion zur Vereinsgründung von Stuttgart Connection am 24. November 2008, Details dazu im Pressebreich und auf der Website des Vereins.

Ursprünglich geht Stuttgart Connection übrigens auf eine Xing-Gruppe zurück, die heute mehr als 2.300 Mitglieder hat. Etwa ein Zehntel davon sind tatsächlich aktiv, der neue Stuttgart Connection e.V.  hat bislang nur wenige Gründungsmitglieder. Das sollte sich ändern!

Herzlich willkommen im Sympra-Blog!

Wir starten heute unser Blog, das Sympra Public Relations Blog! An dieser Stelle gibt’s ab jetzt Wissenswertes aus Public Relations, Social Media und Web x.0, Corporate Publishing und internationaler PR. Wir posten Interessantes aus den Themengebieten unserer Kunden – Telekommunikation, IT, Forschung, Wissenschaft, Automotive, Logistik – und geben Ihnen Einblicke in den Arbeitsalltag von Sympra.

Viel Spaß beim Lesen! Lassen Sie uns wissen, wie’s Ihnen gefällt. Teilen Sie uns Ihre Meinung zu einzelnen Artikeln mit. Auf Ihr Feedback per Kommentar, per Mail, per Telefon oder persönlich freuen wir uns!