Archiv für Dezember, 2008

Weihnachten bei Sympra

Letzten Freitag hatten wir Sympraner unsere alljährliche Weihnachtsfeier. Da wir nie wissen, was uns erwartet, stieg die gesammelte Mannschaft gespannt in die öffentlichen Verkehrsmittel (wir wussten nur, dass die Endhaltestelle Schreiberstraße ist) und haben dabei ganz nebenbei erfahren, wer noch nie eine Mehrfahrtenkarte gelöst hat. Icon Wink in Weihnachten bei Sympra  An der Endhaltestelle angekommen, erreichten wir nach kurzem Fußmarsch die Buchbinderei Schuster. Dort wurden uns die verschiedenen Druckverfahren erläutert und wir konnten anschließend bei einem Gläschen Sekt die Binde- und Prägemaschinen sowie die Stadtansichten begutachten.

Als Weihnachtsgeschenke wurden uns ganz “un-webzweinullig” sehr schöne rote Blankobücher (die haben wir uns schon lange gewünscht) mit eingeprägten Initialen überreicht. Von der Buchbinderei ging es zu Fuß weiter zu einem kleinen italienischen Restaurant, wo wir bis in die späten Stunden gemütlich bei gutem Essen, Wein und angeregten Diskussionen zusammen saßen. Unseren Geschäftsführern und Frau Fink (die Organisatorin im Hintergrund) vielen Dank für das schöne Fest!

Das gesamte Sympra-Team wünscht allen Blog-Lesern schöne Feiertage und einen guten Start für 2009!

Twitter detailliert erklärt

Immer wieder schreibe ich an dieser Stelle über “Microblogging-Dienste wie Twitter”. Mario Sixtus hat Twitter in einer aktuellen Folge des “elektrischen Reporters” derart gut erklärt, dass ich an dieser Stelle einfach einmal auf seinen Beitrag verweisen möchte. Twitter für Menschen, die Twitter noch nicht kennen.


Elektrischer Reporter – Microblogging: Leben in 140 Zeichen

Xing gibt Gas

Nach dem beschlossenen Wechsel in der Chefetage geht es bei Xing jetzt rasch weiter mit den Veränderungen: Durch die Übernahme der New Yorker Firma socialmedian soll das Hamburger Social Network zurück an die Speerspitze im Bereich Web 2.0 finden. Künftig sollen die Mitglieder von Xing die Möglichkeit haben, relevante “Business-News” aus externen Quellen miteinander auszutauschen. Xing ist dann nicht nur Social-Networking-Plattform, sondern auch eine Aggregationsplattform für Neuigkeiten aller Art und Social Media wie beispielsweise Friendfeed.

Warum? Abgesehen von der rudimentären Funktion “Neues aus meinem Netzwerk” hatte Xing den in den letzten beiden Jahren rasant an Bedeutung gewinnenden Trend zu Microblogging, Social Bookmarking und Social News nicht verfolgt. Gemeint ist damit der intensive Austausch der Netzwerk-Mitglieder über rudimentäre “Status-Messages” und das Editieren der eigenen Interessen hinaus. Also der Trend, für den die im Moment explosiv wachsenden und erfolgreichen Dienste wie Twitter, Friendfeed etc. stehen: Informationsaustausch via RSS, der Blogbeiträge, Verweise auf interessanten Content an anderer Stelle (Social Bookmarking) und unterschiedliche weitere Medien (Bilder, Videos) umfasst.

Sicherlich wird Xing durch den Kauf und die Übernahme des socialmedian-CEO als Vice President Applications Platforms deutlich aufholen. Immerhin kann socialmedian schon heute wichtige Plattformen wie Digg, Delicious, Twitter, Flickr, YouTube, Google Reader integrieren. Erste Kommentare heute morgen in Blogs und Kommentaren sind in der Regel positiv bis euphorisch. Dennoch ist die Frage aus meiner Sicht, ob die Positionierung von Xing als eher konservatives Social Network, in dem man eben nicht alle Social-Media-Aktivitäten teilt, in dem es eben etwas ruhiger zugeht, nicht schon so weit fortgeschritten ist, dass die Einführung von Social News und Social-Media-Aggregation etwas spät kommt. Die Konkurrenz is sowohl qualitativ als auch quantitativ beachtlich; wer sich aktiv im Web 2.0 bewegt und dort gut vernetzt ist, der stöhnt schon seit einiger Zeit über die tägliche Content-Flut. Lifestreaming und Microblogging stehen just in diesen Tagen an der Schwelle zum Mainstream, und Xing zögerte hier bislang – bewusst, wie ich dachte – an der Seitenlinie.

Spannend, spannend – was sich hier andeutet, ist eine deutliche Repositionierung. Sicherlich ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Verweildauer des durchschnittlichen Xing-Nutzers auf den Seiten des Netzwerks deutlich steigen wird, wenn – womit bald zu rechnen ist – Xing-Profile um via RSS aggregierten externen Content erweitert werden. Andererseits: Mancher Xing-Nutzer, der mit Social Media und Lifestreaming bisher so gar nichts zu tun hatte, wird vielleicht auch einen Kulturschock erleben, wenn er plötzlich mit den Feeds seiner Geschäftspartner und Kollegen konfrontiert wird. Ich könnte mir vorstellen, dass sich nach Integration der Funktionen von socialmedian bei den Xing-Mitgliedern zwei unterschiedliche Gruppen herausbilden werden. Die einen werden die neuen Möglichkeiten nutzen, die anderen nicht.

Persönliche Anmerkung: Ich aggregiere meine Social-Media-Aktivitäten derzeit bei Friendfeed, habe aber beispielsweise sehr rasch wieder damit aufgehört, diverse andere Verbindungen zu nutzen, etwa zwischen Twitter und Plaxo. Nicht jede RSS-Schnittstelle, die technisch machbar ist, macht im Business auch Sinn! Jeder, der sich bisher nicht mit Social Media beschäftigt hat, hat jetzt durch die anstehende Einführung entsprechender Technologien bei Xing einen großen Anreiz dazu.

Büroräume im Wandel – hat das traditionelle Office ausgedient?

Einzelbuero-300x214 in Büroräume im Wandel – hat das traditionelle Office ausgedient?Wer sich täglich mit Kommunikation beschäftigt, sollte auch darüber nachdenken, ob sich im Zuge der veränderten Arbeitswelten nicht auch die räumlichen Bedingungen der Arbeitsplätze verändern müssten. Wenn dem so wäre, hätte dann die gute alte Bürozelle, deren Ende ja schon so häufig prognostiziert wurde, tatsächlich ausgedient? Wilhelm Bauer vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart ist sich sicher, dass dies so kommen wird. Die neuen modernen Bürowelten, die dann unsere Arbeitsplätze bestimmen werden, beschreibt er so: „Wir werden nicht mehr an singulären Bildschirmen, sondern in vernetzten Multimediaumgebungen arbeiten. Große Projektionsflächen werden die Besprechungsräume prägen. Die Mitarbeiter können sich auch durch Telepräsenz hinzuschalten und interaktiv alle Informationen bearbeiten.“

Die Zukunft wird demnach neuen, wandelbaren Büros gehören, in denen die Mitarbeiter als flexible Büronomaden von Tisch zu Tisch pendeln und nur für einen bestimmten Zeitraum in einem Team zusammenarbeiten. Die kleine Bürozelle, die in Deutschland noch immer einen überdurchschnittlich hohen Anteil von 70 % an den Büroarbeitsplätzen hat (ca. 30 % in USA, ca. 20 % in Großbritannien), ist für diese hybriden Arbeitswelten nicht mehr kompatibel. Außerdem stellt Wilhelm Bauer heraus: „Trotz eines nachgewiesenen Zusammenhangs zwischen Wohlfühlen und Motivation dienen Büros mehr denn je der Interaktion und nicht dem Rückzug. Es wäre falsch, Wohlfühlen allein auf die Raumform des Zellenbüros zu reduzieren.“ Der Rückzugsort des allseitig umschlossenen Büroraums wird sich in offene, nur durch Glaswände akustisch getrennte Raumbereiche verwandeln. Über den dadurch erzielten visuellen Kontakt wird das Gefühl der Teamzugehörigkeit unterstützt und der Teamgeist gestärkt.

Geht man davon aus, dass für das Büro der Zukunft vor allem dessen Flexibilität zählt, werden sich in den kommenden Jahren entscheidende Veränderungen ergeben. Ich denke, dass dies sicher nicht alle Branchen in gleichem Maße betrifft, doch gerade auch für den Bereich „Kommunikation“ wird diese Raumfrage und die Möglichkeit des Rückzugs in die eigene Zelle von zentraler Bedeutung sein. Und noch etwas kommt hinzu: parallel zur Grundrissfigur muss freilich auch die IT-Ausstattung eines Büros mit den Veränderungen Schritt halten: „Um Wissen überall zu jeder Zeit zur Verfügung zu stellen“, so Bauer, „brauchen wir Displays an möglichst vielen Orten, fest eingebaute und mobile.“ Schließlich zählt der möglichst schnelle Gedankenaustausch innerhalb eines Teams zu den wichtigsten Zielen der neuen Bürowelten. Unter diesen veränderten technischen und räumlichen Vorzeichen wird sich der Büroarbeitsplatz auf einen spürbaren Wandel einstellen müssen. Klar ist, dass es hierbei insbesondere darum geht, die Mitarbeiter durch ihr neues Arbeitsumfeld zu motivieren – oder noch besser, für sie ein „Reizklima für Höchstleistungen“ zu schaffen.

Quelle: KAP #2, Zeitschrift des KAP, Forum für Architektur, Technologie und Design; Köln 2008, S. 30 ff

I twitter therefore I am?

Photocase6qf78a8y1-300x289 in I twitter therefore I am?Facebook status messages, twitter et al have been playing a huge role in our society for some time now. At our last PRN meeting all the agencies confirmed the significant increase in online social media PR that they were doing. Not really a surprising development. A few years ago, I had lost all contact with most of my old school and uni friends – had no idea what was happening in their lives – were they married, were they divorced, were they still alive even? Now, Facebook not only allows access to their lives and core data: married, 2 children, interested in dogs, cats and the state of the world, but I’m also provided with information such as “I got into a scrap with the taxi driver last night” and “I had a wild time and spent the whole night suffering on for it” – really who cares? In the past year we have gone from absolutely no information to far too much information and more interestingly, information that is completely irrelevant and that no-one is even interested in. In a world of advertising and fierce marketing have we come to the point where we continually have to market ourselves? If we aren’t on Facebook, we have no face, we don’t exist? If we don’t continually write status messages, we have no status?

Sitting at the airport with a colleague a few weeks ago, he logged onto Twitter and read the following feed from a friend: “I’m sitting at the station in Berlin” – oh this begs, begs, begs the question “who really, really cares?”. Had he written “I’m sitting in Berlin and am surrounded by people who are bumping into me and are inconsiderate” or “The sun is shining and I feel positive”, I can do something with this information, I feel an emotion but what can I do with I’m sitting at the station – sorry, not interesting unless I am planning on picking him up. I wonder – is this one newsbyte the most he can say about himself? If that’s the most he has to say to put himself out there, let’s hope he doesn’t work in any kind of creative industry.

Is this what communication nowadays has come down to? Feeds that no-one is interested in – one way pieces of irrelevant communication? And if so, what are we supposed to do with this information? Can we possibly find it interesting because it shows a person’s attitude to everyday events – are we supposed to look behind the feed “I’m sitting at the station in Berlin” and meant to read “I’m busy and important because I am jetting around the country?” In effect, we have to “look behind” the twitter if we want a dialogue or conversation to go further – is this really communication now – one-liners that everyone ignores. Have we become a one-byte society? Do we have to put ourselves out there to show we exist – I twitter therefore I am?

Google Zeitgeist: Die Deutschen suchen “ebay”

Screen Google Zeitgeist-150x150 in Google Zeitgeist: Die Deutschen suchen ebay

Screenshot Google Zeitgeist

Unter dem Namen “Google Zeitgeist” gibt Google regelmäßig Listen heraus, welche Suchbegriffe besonders beliebt sind. Jetzt zum Ende des Jahres veröffentlicht der Suchmaschinenriese eine Übersicht für 30 Staaten. Darunter natürlich auch Deutschland. Die beliebtesten Suchbegriffe hierzulande sind “ebay”, “youtube” und “wetter”.

Eigentlich seltsam, dass bekannte Web-Portale gesucht werden. Aber viele Nutzer (nicht nur in Deutschland) nutzen Google nicht nur zur Suche, sondern auch zur Navigation: Statt die URL direkt in die Adresszeile einzugeben, geben sie den Namen der Website in Google ein und landen dann per Mausklick über die Trefferliste auf der Seite.

Interessant ist außerdem, dass zu den Suchbegriffen mit am schnellsten wachsender Popularität viele soziale Netzwerke gehören. Spitzenreiter: “Wer kenn wen”, eine deutsche Online-Community, die statt mit Pseudonymen oder Künstlernamen nur echte bürgerliche Namen erlaubt. Weltweit gesehen liegt “Wer kennt wen” übrigens auf einem sehr beachtlichen achten Rang in dieser Kategorie! Kleine Überraschung in der Rubrik “meistgesuchte Personen”: Nicht der designierte US-Präsident Barack Obama führt die Liste an, sondern Pop-Sternchen Britney Spears.

Kurzer Blick zu unseren deutschsprachigen Nachbarn in Österreich und der Schweiz: Das Suchverhalten ist ähnlich. Dort stehen ebenfalls Suchbegriffe wie “youtube” oder “google” hoch im Kurs. “Obama” schafft es bei den Eidgenossen zur meistgesuchten Person. Die Österreicher wiederum scheinen auch besonders an Britney interessiert zu sein, geben sich aber bei den schnellst wachsenden Suchbegriffen naturwissenschaftlich interessiert: Der Favorit heißt hier “Teilchenbeschleuniger”.

Internationale Ausstellung der Mund- und Fußmalenden Künstler

Mfk Es K-300x225 in Internationale Ausstellung der Mund- und Fußmalenden Künstler

Dass die Vereinigung der mund- und fußmalenden Künstler (VDMFK) viel mehr ist, als nur “die mit den Karten” bewies die Internationale Kunstausstellung der Mund- und Fußmaler in Esslingen. Vom 13. bis 15. November 2008 wurden im Einkaufszentrum DAS ES! rund 35 Werke von Künstlern mit Handicap ausgestellt. Außerdem waren zwei Mundmaler vor Ort, denen man beim Malen über die Schulter blicken konnte.

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Social Web Breakfast: Twitter zum Frühstück

Screen Twitter-150x150 in Social Web Breakfast: Twitter zum Frühstück

Suche auf der Twitter-Seite nach Socialbreakfast

Wohl kaum ein anderer Dienst beschäftigt die PR-Welt im Moment derart wie das Micro-Blogging-Tool Twitter. Zumindest konnte man an diesem Dezember-Morgen in Frankfurt diesen Eindruck gewinnen: Die Initiative Social Web World hatte zu einem Social Web Breakfast eingeladen. Und über 30 Interessierte sind gekommen. Die meisten davon PR-Leute, darunter viele passionierte Twitterer, passive (?!) Twitterer und ganz Mutige, die in der Runde erzählen, sie hätten noch nie getwittert.

Thema der Veranstaltung: Twitter & Co. im Einsatz der Unternehmenskommunikation – extern wie intern. Für das Impulsreferat sorgte Carmen Hillebrand. Schnell entwickelte sich eine rege Diskussion, in der bald klar wurde, dass alle ein bisschen (und manche mehr) wissen, aber keiner Antworten auf alle Fragen zu Twitter hat.

Intern macht vor allem der schnelle Wissensaustausch Sinn. Ganz wichtig ist es aber, vorher zu definieren über welche Themen getwittert werden soll. Gegebenfalls müssen Gruppen definiert werden. Ein wildes Drauflos-Zwitschern bringt nichts. Das bestätigen zwei Mitarbeiter der Daimler AG, wo Yammer, eine Lösung für firmeninternes Micro-Blogging im Einsatz ist. Das Projekt drohe einzuschlafen. Schuld daran sind nicht zuletzt Sicherheitsbedenken; denn schließlich läuft die Yammer-Kommunikation über einen externen Server in den USA. Nicht auszudenken, wenn diese Server gehackt werden. Inzwischen gibt es aber bereits Open-Source-Alternativen wie Identi.ca die auf eigenen Servern betreiben werden können.

Viel schillernder erscheint der Einsatz von Twitter für die externe Kommunikation. Twitter kann Sinn machen, um mit Redaktionen und Multiplikatoren in Kontakt zu treten. Dabei gelten die gleichen Spielregeln wie in Weblogs: Garantien und Kontrolle gibt’s keine. Man kann Kritik am Unternehmen oder Produkt nicht verbieten. Vielmehr müssen sich twitternde Unternehmen im Vorfeld überlegen, wie sie mit Gegenwind umgehen: Die Segel streichen und oder Fahrt aufnehmen und die direkte Ansprache suchen. Im Falle des Pharmaherstellers Johnson & Johnson wäre vermutlich der Dialog der bessere Weg gewesen. Denn erst der Rückzieher machte die Geschichte um eine missglückte Werbekampagne richtig publik.

Tenor der anwesenden Twitterer: Unternehmen sollten Micro-Blogging weniger als zusätzliches Medium sehen, um Informationen zu verbreiten, sondern vielmehr, um in Dialog mit Kunden und Öffentlichkeit zu treten. Da das spontan erfolgen muss, bleibt keine Zeit für Freigabeschleifen wie in der klassischen PR. Welcher Mitarbeiter (oder welche Agentur) den Twitter-Account betreut, muss daher wohlüberlegt sein.

Online-PR: Web meets Reality

Google-maps-300x200 in Online-PR: Web meets RealityDass Social Media und Social Networking unsere Kommunikation schon heute grundlegend verändern, dass Online-PR und im gleichen Zug persönliche Netzwerke immer wichtiger werden, daran glaubt, wie Studien belegen, längst ein großer Teil der Kommunikationsexperten in ganz Europa. Mir persönlich macht es Spaß, immer ein wenig weiter in die Zukunft zu denken, auch über Trends zu diskutieren, die sich erst langsam abzeichnen. Geobasierte und nähebasierte mobile Dienste sind für mich das Paradebeispiel solcher vor einigen Jahren kurz gehypten und seitdem völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Technologien, die auch für Public Relations noch große Bedeutung entfalten werden.

Ich gehe von zwei wesentlichen Entwicklungen aus, die unseren Alltag und unsere Kommunikation verändern und bereichern werden:

1. Social Networking wird mobil

Schon heute existieren geobasierte soziale Netze wie brightkite oder nähebasierte wie aka-aki.

- Bei geobasierten Netzen fließt der aktuelle Aufenthaltsort, ermittelt via GPS oder Mobilfunkortung, in den Dienst und die Interaktion zwischen den Nutzern ein. Motto: Mein Social Network sagt mir “Sie sind in München? Ihr Ex-Kollege auch, wollen Sie ihn fragen, ob er Zeit für ein Mittagessen hat?”
- Bei nähebasierten Diensten spielt lediglich der Abstand zwischen zwei Nutzern eine Rolle, Motto: “Die Dame am Nebentisch verkauft ihr Mofa, Sie suchen doch ein Mofa.”

Sowohl nähebasierte als auch geobasierte Dienste scheitern bislang an der kritischen Masse interessierter Nutzer. Da dies zum einen aufgrund bislang fehlender Voraussetzungen (Hardware, Tarife) nicht verwundert und zum anderen Social Networking und Kontaktbörsen ergiebige und monetär vielversprechende Märkte sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich diese mobil nutzbaren Formen von Social Networks durchsetzen werden.

2. Social Media werden mobil

Das Hochladen von Fotos direkt vom Handy ins Web, die Zuordnung dieser Fotos zu bestimmten Orten dank GPS-Geotagging oder der Abruf des nächsten Restaurants samt Nutzer-Rezensionen sind erst der Anfang. Zudem werden Nutzer künftig immer häufiger bereits vom Handy aus ihre Meinung zu einer Dienstleistung, einem Unternehmen, einem öffentlichen Platz zum Ausdruck bringen können. Oder zu einem Menschen – bei aka-aki kann man anderen Mitgliedern, die man unterwegs trifft, einen „Sticker“, also einen Tag, zuweisen. Das Web 2.0 mit all seiner Dynamik wird geobasiert.

Fazit: Online-PR muss auch geobasierte Dienste berücksichtigen

Bestimmte reale Orte werden in Zukunft eine bestimmte digitale Reputation aufweisen, die man unterwegs sowohl abfragen kann („Gehe ich in dieses Restaurant hier?“) als auch beeinflussen darf („Mir hat’s hier nicht geschmeckt, und das soll ruhig jeder wissen.“) – Nutzer können bereits heute in sozialen Netzen wie beispielsweise brighkite öffentliche Notizen digital an jeden beliebigen Ort auf dem Globus heften. Bisher interessieren diese Notizen nur niemand.

Das wird sich ändern. In drei Jahren wird das Thema Mobile Social Media Relations in der Online-PR eine ernstzunehmende Bedeutung einnehmen. Um es mit Verlaub und Jean-Remy von Matt zu sagen: Die digitalen Klowände des Internet kann jetzt jeder nach Lust und Laune mitten auf die Friedrichstraße, Berlin, mitten in Ihre – ja, Ihre – Unternehmenszentrale oder irgendwo sonst mitten in die Landschaft stellen. Dahin eben, wo er gerade will. Ich find’ das toll und freue mich auf die kommunikative Herausforderung.

Weiterführende Links:

qype – eine Community mit geobasiert abrufbaren Rezensionen
aka-aki – ein nähebasiertes Social Network (Details dazu in meinem persönlichen Blog)
brightkite – ein geobasiertes Social Network