Sympra goes 3D
Nachdem ich vor anderthalb Jahren meinen Ausflug nach Second Life doch recht schnell beendet hatte, waren 3D-Welten eigentlich kein Thema mehr für mich. Die SL-Aktivitäten von Baden-Württemberg habe ich nur noch am Rande verfolgt und ich kannte niemanden, der im 3D-Web richtig aktiv war. Bis uns Prof. Sonja Salmen von der Hochschule Heilbronn ansprach und fragte, ob wir nicht einen Vortrag in Twinity halten wollten. Twinity ist eine virtuelle Welt, in der die Innenstadt von Berlin dreidimensional nachempfunden ist. Im Gegensatz zu Second Life sehen die Avatare (einigermaßen) wie ihre Besitzer aus, tragen also Anzug oder T-Shirt und verfügen weder über Flügel noch über andere allzu extravagante Outfits und Accessoires.
Der Studiengang Electronic Business der Hochschule Heilbronn veranstaltet in der 3D-Welt Twinity die Vortragsreihe „Von der Praxis für die Hochschule” zu aktuellen Themengebieten des E-Business: „Die neuartige Vermittlung von Lehrinhalten ermöglicht es, mit einem vorgefertigten Avatar in einem virtuellen Konferenzraum aktiv an Vorträgen teilzunehmen, d.h. Sie können mit dem Referenten und den anderen Teilnehmern interagieren und beispielsweise Fragen stellen sowie Erfahrungen und Meinungen austauschen“, kündigt Prof. Salmen ihr Bildungsprodukt an.
Mein Kollege Bernhard Jodeleit und ich bereiteten also die Vorlesung Social Media im Wahlkampf vor. Als erstes mussten wir unsere Avatare bauen und uns dazu frontal und im Profil fotografieren lassen. Den Avatar kann man anschließend seinem realen Ich sehr ähnlich gestalten, in dem man die Parameter für Gewicht, Größe, Gesichtsform, Augen usw. passend einstellt. Das Ergebnis sieht – ein bisschen Phantasie braucht’s dazu – ganz realistisch aus. Der Vortrag ist eine Kombination aus PowerPoint und Audiofile, den wir zu den Charts erstellt haben; beides bereitete der Systemadministrator der Hochschule für Twinity auf. Auch den Hörsaal „brandete“ er mit Sympra-Logo und -Plakaten, was sehr schön und einladend aussah.
Am Donnerstagabend um 19.00 Uhr sollte nun die Vorlesung beginnen – zum Glück mit dem akademischen Viertel, wie sich schnell herausstellen sollte. Trotz ordentlicher Bandbreite, schnellem PCs und einem Dryrun am Vortag schaffte ich es nicht sofort, mich in die 3D-Welt zu begeben. Erst musste ich ein Bugfix-Patch herunterladen, dann folgte Systemkomplettabsturz, dann landete ich zwar direkt vor den Hackeschen Höfen, gelangte von dort aber partout nicht zum Hörsaal der Hochschule Heilbronn. Zwei Anläufe mehr – parallel Telefonkonferenz mit Prof. Salmen in Heilbronn und Bernhard Jodeleit im Homeoffice – und ich war im Hörsaal, musste mit einem ungewollten ständigen Perspektivenwechsel kämpfen; das lag wohl an der mangelnden Bandbreite. Als ich schließlich Minuten später meinen Avatar am Pult stehen hatte, war der erste Part meines Vortrags schon vorüber; Kollege Jodeleits Avatar sprang freundlicherweise ein und gestikulierte eifrig zu meinen Worten und meinen Charts.
Ab da lief alles stabil und begann, spannend zu werden. Im Hörsaal saßen und stand knapp 30 Avatare, hinter jedem eine reale Person am PC oder Laptop. Die Avatare Bernhard und Veit erzählten, was man bei Twitter beachten muss und welche Rolle Netzwerke wie Facebook in Wahlkämpfen spielen; Studierende, Professoren und andere Bewohner des virtuellen Berlin horchten aufmerksam zu. Nach dem Vortrag gab es eine Diskussionsrunde. Die Zuhörer stellten uns über ein Chat-Tool Fragen, die wir schriftlich beantworteten, was als gefüllte Sprechblasen über den Avataren erschien. Da es immer einen kleinen Zeitverzug zwischen der Aktion und dem Ergebnis gibt, kam ich ganz schön ins Schwitzen: eine sinnvolle Antwort eingeben, parallel dazu den Avatar animieren, dabei das Geschehen im Hörsaal beobachten und immer hoffen, dass die Breitbandverbindung hält!
Rund anderthalb Stunden dauerte der offizielle Teil der Veranstaltung. Anschließend waren Referenten und Gäste zum Chillen in der Lounge auf dem Dachgarten eingeladen. Dancefloormusik, Drinks, entspannte Atmosphäre – fast wie bei einer echten Party. Avatar Veit spielte virtuos auf der Luftgitarre und tanzte – offenbar nicht für alle Zuschauer sichtbar – sehr engagiert „Funky Chicken“ und „Staturday Night“; ein paar Dutzend andere Tanzarten wären auch zur Verfügung gestanden.
Nach diesem Erlebnis weiß ich: Das 3D-Internet kommt! Noch sind es einige technische Probleme, die zu beheben sind. So braucht es auf jeden Fall einen guten Gaming-PC und eine ordentlichen Bandbreite à la VDSL. Die virtuellen Städte sind in manchen Straßen perfekt nachgebaut, andere Gebiete sehen noch ziemlich roh aus; auch hier müssen die Betreiber nachbessern. Das Interessante an dem Vortrag war aber, dass man tatsächlich den Eindruck hatte, man befinde sich im Hörsaal. Auch wenn nur Avatare im Publikum saßen, so war doch klar, dass man indirekt vor realen Personen referiert, mit ihnen interagiert („Veit, geh mir mal aus der Sicht!“), ihre Fragen beantwortet. Man spricht von Immersion, dem intensiven Eintauchen in diese künstliche Welt. Durch die anspruchsvolle virtuelle Umgebung nimmt man in diesem Bewusstseinszustand seine eigene Person kaum mehr wahr, fühlt sich als Teil der Community im Twinity-Hörsaal.
Uns hat das Experiment nicht nur viel Spaß bereitet, sondern auch gezeigt, dass sich das 3D-Web sehr gut zum Beispiel für den Bildungsbereich anbietet. Auch für Marketing- und PR-Aktivitäten bietet 3D interessante Ansatzpunkte. Nachdem die Second-Life-Euphorie abgeebbt ist, kommen wir nun in den Bereich der sinnvollen und gewinnbringenden Anwendungen. Statt von Website zu Website zu klicken, teleportiere ich mich künftig von eine Straße zu einer anderen, von der Boutique in die Kneipe, vom Hörsaal ins Kino. 3D dürfte die nächste Webrevolution sein – wir sind dabei!
Why should journalism be any different from the way television programmes are aired nowadays? With Twitter and other social media channels people have not only found their voice, they have also learnt how to form an opinion and then put it out there onto the airwaves. This is true of television and now this is increasingly true of print journalism. With the rise of the global economic downturn, the world of journalism and the public sphere is being liberated. If a newspaper cannot afford to be printed, then it is forced to move online, if the medium shifts from print to electronic then social media comes to the fore with blogs and twitter possibilities for readers – the public will answer back and they will answer back loudly, clearly and with an eloquence that is unprecedented – it seems that this shift will enable us to move out of the time capsule where the public agenda was set by journalists and editors. Of course, once these people are online, they can find out hordes of information. Links onto other sites will guide them quickly and efficiently and with practice many will train themselves to discern the “truth” without the engaging smile of a politician trying to convince them of the opposite.
Große Freude bei Sympra: Unsere Pokens sind angekommen. Sie wissen, wovon die Rede ist? Glückwunsch, dann gehören Sie zur Web-2.0-Elite. Für alle anderen Leser zunächst eine kurze Erläuterung. Bei einem Poken handelt es sich um eine kleine, spielerisch gestaltete Figur mit USB-Anschluss. Treffen sich zwei Poken-Nutzer unterwegs, so können sie die beiden Figuren zum kontaktlosen Visitenkartentausch benutzen. Eine kurze Berührung der beiden Handflächen, und schon wandern Kontaktdaten und insbesondere die Vernetzungslinks für alle einschlägigen Social Networks von einem Poken zum anderen. Im Büro oder zu Hause schließt man sein Poken dann an einen PC an und kann sich unmittelbar mit der unterwegs getroffenen Kontaktperson vernetzen.
Heute fand im Literaturhaus im Rahmen von Kreativraum und in Zusammenarbeit zwischen der MFG Baden-Württemberg und Sympra Die Blaue Stunde zur Demokratie 2.0 statt. MFG-Geschäftsführer Klaus Haasis informierte über europäische Bürgerkommunikation mit innovativen Medientechnologien; Andreas Huber vom InnovatorsClub und Herausgeber des Buches “Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik” und mein Kollege Bernhard Jodeleit, Sympra-Social-Media-Experte, diskutierten über Bürgerkommunikation im Web 2.0.








