Archiv für Mai, 2009

Sympra goes 3D

Nachdem ich vor anderthalb Jahren meinen Ausflug nach Second Life doch recht schnell beendet hatte, waren 3D-Welten eigentlich kein Thema mehr für mich. Die SL-Aktivitäten von Baden-Württemberg habe ich nur noch am Rande verfolgt und ich kannte niemanden, der im 3D-Web richtig aktiv war. Bis uns Prof. Sonja Salmen von der Hochschule Heilbronn ansprach und fragte, ob wir nicht einen Vortrag in Twinity halten wollten. Twinity ist eine virtuelle Welt, in der die Innenstadt von Berlin dreidimensional nachempfunden ist. Im Gegensatz zu Second Life sehen die Avatare (einigermaßen) wie ihre Besitzer aus, tragen also Anzug oder T-Shirt und verfügen weder über Flügel noch über andere allzu extravagante Outfits und Accessoires.



Der Studiengang Electronic Business der Hochschule Heilbronn veranstaltet in der 3D-Welt Twinity die Vortragsreihe „Von der Praxis für die Hochschule” zu aktuellen Themengebieten des E-Business: „Die neuartige Vermittlung von Lehrinhalten ermöglicht es, mit einem vorgefertigten Avatar in einem virtuellen Konferenzraum aktiv an Vorträgen teilzunehmen, d.h. Sie können mit dem Referenten und den anderen Teilnehmern interagieren und beispielsweise Fragen stellen sowie Erfahrungen und Meinungen austauschen“, kündigt Prof. Salmen ihr Bildungsprodukt an.

Mein Kollege Bernhard Jodeleit und ich bereiteten also die Vorlesung Social Media im Wahlkampf vor. Als erstes mussten wir unsere Avatare bauen und uns dazu frontal und im Profil fotografieren lassen. Den Avatar kann man anschließend seinem realen Ich sehr ähnlich gestalten, in dem man die Parameter für Gewicht, Größe, Gesichtsform, Augen usw. passend einstellt. Das Ergebnis sieht – ein bisschen Phantasie braucht’s dazu – ganz realistisch aus. Der Vortrag ist eine Kombination aus PowerPoint und Audiofile, den wir zu den Charts erstellt haben; beides bereitete der Systemadministrator der Hochschule für Twinity auf. Auch den Hörsaal „brandete“ er mit Sympra-Logo und -Plakaten, was sehr schön und einladend aussah.

Am Donnerstagabend um 19.00 Uhr sollte nun die Vorlesung beginnen – zum Glück mit dem akademischen Viertel, wie sich schnell herausstellen sollte. Trotz ordentlicher Bandbreite, schnellem PCs und einem Dryrun am Vortag schaffte ich es nicht sofort, mich in die 3D-Welt zu begeben. Erst musste ich ein Bugfix-Patch herunterladen, dann folgte Systemkomplettabsturz, dann landete ich zwar direkt vor den Hackeschen Höfen, gelangte von dort aber partout nicht zum Hörsaal der Hochschule Heilbronn. Zwei Anläufe mehr – parallel Telefonkonferenz mit Prof. Salmen in Heilbronn und Bernhard Jodeleit im Homeoffice – und ich war im Hörsaal, musste mit einem ungewollten ständigen Perspektivenwechsel kämpfen; das lag wohl an der mangelnden Bandbreite. Als ich schließlich Minuten später meinen Avatar am Pult stehen hatte, war der erste Part meines Vortrags schon vorüber; Kollege Jodeleits Avatar sprang freundlicherweise ein und gestikulierte eifrig zu meinen Worten und meinen Charts.

Ab da lief alles stabil und begann, spannend zu werden. Im Hörsaal saßen und stand knapp 30 Avatare, hinter jedem eine reale Person am PC oder Laptop. Die Avatare Bernhard und Veit erzählten, was man bei Twitter beachten muss und welche Rolle Netzwerke wie Facebook in Wahlkämpfen spielen; Studierende, Professoren und andere Bewohner des virtuellen Berlin horchten aufmerksam zu. Nach dem Vortrag gab es eine Diskussionsrunde. Die Zuhörer stellten uns über ein Chat-Tool Fragen, die wir schriftlich beantworteten, was als gefüllte Sprechblasen über den Avataren erschien. Da es immer einen kleinen Zeitverzug zwischen der Aktion und dem Ergebnis gibt, kam ich ganz schön ins Schwitzen: eine sinnvolle Antwort eingeben, parallel dazu den Avatar animieren, dabei das Geschehen im Hörsaal beobachten und immer hoffen, dass die Breitbandverbindung hält!

Rund anderthalb Stunden dauerte der offizielle Teil der Veranstaltung. Anschließend waren Referenten und Gäste zum Chillen in der Lounge auf dem Dachgarten eingeladen. Dancefloormusik, Drinks, entspannte Atmosphäre – fast wie bei einer echten Party. Avatar Veit spielte virtuos auf der Luftgitarre und tanzte – offenbar nicht für alle Zuschauer sichtbar – sehr engagiert „Funky Chicken“ und „Staturday Night“; ein paar Dutzend andere Tanzarten wären auch zur Verfügung gestanden.

Nach diesem Erlebnis weiß ich: Das 3D-Internet kommt! Noch sind es einige technische Probleme, die zu beheben sind. So braucht es auf jeden Fall einen guten Gaming-PC und eine ordentlichen Bandbreite à la VDSL. Die virtuellen Städte sind in manchen Straßen perfekt nachgebaut, andere Gebiete sehen noch ziemlich roh aus; auch hier müssen die Betreiber nachbessern. Das Interessante an dem Vortrag war aber, dass man tatsächlich den Eindruck hatte, man befinde sich im Hörsaal. Auch wenn nur Avatare im Publikum saßen, so war doch klar, dass man indirekt vor realen Personen referiert, mit ihnen interagiert („Veit, geh mir mal aus der Sicht!“), ihre Fragen beantwortet. Man spricht von Immersion, dem intensiven Eintauchen in diese künstliche Welt. Durch die anspruchsvolle virtuelle Umgebung nimmt man in diesem Bewusstseinszustand seine eigene Person kaum mehr wahr, fühlt sich als Teil der Community im Twinity-Hörsaal.

Uns hat das Experiment nicht nur viel Spaß bereitet, sondern auch gezeigt, dass sich das 3D-Web sehr gut zum Beispiel für den Bildungsbereich anbietet. Auch für Marketing- und PR-Aktivitäten bietet 3D interessante Ansatzpunkte. Nachdem die Second-Life-Euphorie abgeebbt ist, kommen wir nun in den Bereich der sinnvollen und gewinnbringenden Anwendungen. Statt von Website zu Website zu klicken, teleportiere ich mich künftig von eine Straße zu einer anderen, von der Boutique in die Kneipe, vom Hörsaal ins Kino. 3D dürfte die nächste Webrevolution sein – wir sind dabei!

Who sets the agenda?

Kommsthiernichtrein Schiffner Photocase6be867kp1 in Who sets the agenda?Why should journalism be any different from the way television programmes are aired nowadays? With Twitter and other social media channels people have not only found their voice, they have also learnt how to form an opinion and then put it out there onto the airwaves. This is true of television and now this is increasingly true of print journalism. With the rise of the global economic downturn, the world of journalism and the public sphere is being liberated. If a newspaper cannot afford to be printed, then it is forced to move online, if the medium shifts from print to electronic then social media comes to the fore with blogs and twitter possibilities for readers – the public will answer back and they will answer back loudly, clearly and with an eloquence that is unprecedented – it seems that this shift will enable us to move out of the time capsule where the public agenda was set by journalists and editors. Of course, once these people are online, they can find out hordes of information. Links onto other sites will guide them quickly and efficiently and with practice many will train themselves to discern the “truth” without the engaging smile of a politician trying to convince them of the opposite.

And if the agenda is actually set by the public what are the consequences of this? Will the ramifications on the way politics is practiced also change immensely? Will politicians actually hear what people have to say (because they are saying it again and again) and be forced to act upon the issues raised by the masses? Can they act on our concerns? Do they know how? It seems that this two way communication possibility in journalism is bringing us to the brink of an agenda-setting revolution. By accident, people may actually have the voice that has been denied over the centuries. A coincidence of timelines: an economic downturn forcing some newspapers to be present online only and the rise of social media enabling opinions to be put out there may just be the start of a new type of enfranchising democracy.

But we obviously have to ask ourselves: Is this what we really want? To be taken out of our comfort zone of non-information where the blankets are woolly and where we don’t have a bad conscience about not acting because, well, no one listens anyway? The point is – if we have a voice, then do we not have to make a decision about whether to use it? And if we don’t use it, can we still live with ourselves? Is it not simply easier for us to just read our newspaper and watch the national news every day and have our agenda set for us? Have it filtered for us by journalists? If it isn’t set for us how will we possibly ever have an overview of the agenda…there are so many hundreds of issues, in our fast-paced world where we have to look out for Number One, will we not confuse and trip ourselves up whilst trying to empower ourselves?

And how about those that are disempowered by this digital divide? My father-in-law, who is 86, has asked me several times where the “play” button is on the computer? The internet is a Pandora’s Box for him…something he never ever wants to open as it reminds him of where he is not: In a world that is fast, furious and without any kind of boundaries. If you snooze you lose and if you can’t use the internet, well then can you make an informed decision at all? I suppose that would be a job for unemployed journalists, they could always turn into professional bloggers and, in essence, do the same job as before!

[Foto: Schiffner | photocase.com]

To pay or not to pay

339550 R By Christian-evertsbusch Pixeliode-300x271 in To pay or not to pay Deutsche Verlage wissen es genau: Paid Content hat keine Zukunft. Das ist die Quintessenz einer Veranstaltung der dpa-Tochter news aktuell am 12. Mai in Berlin. Demnach sehen deutsche Verlage bezahlte Inhalte nicht als Modell, um im Internet Geld zu verdienen. Einen Tag vorher nimmt der Newsletter der „werben & verkaufen“ Absichtserklärungen von News Corp und des Wall Street Journal zum Anlass ein „Ende der Gratiskultur“ zu vermelden. Was jetzt? Und worum geht’s eigentlich?

In den letzten Jahren hat sich das Internet gerade bei jungen Lesern zum Leitmedium entwickelt. Jugendliche und junge Erwachsene lesen immer weniger gedruckte Zeitungen, beziehen Informationen hauptsächlich aus dem Internet. Werbegelder wandern von print zu online und die Abonnentenzahlen der Printmedien sinken. Das ist ein weltweiter Trend, der unterschiedlich starkt ausgeprägt ist. In den USA sind bereits einige Zeitungen eingestellt worden oder erscheinen nur noch online, in Deutschland geht diese Entwicklung langsamer und zeitverzögert voran – aber sie ist da. Und macht den Verlagen Angst. Denn Inhalte im Internet, zum Beispiel Nachrichten jeder Art, sind – meist – kostenlos. Versuche, das zu ändern, sind wiederholt gescheitert. Die New York Times stellte beispielsweise im Jahr 2007 ein zwei Jahre dauerndes Modell ein, bei dem Artikel von Kolumnisten und archivierte Beiträge in einem Abo-Modell bezahlt wurden. Die Abonnentenziele wurden wohl erreicht, die Einnahmen waren dennoch wohl zu gering, verglichen mit denen, die durch Werbung erzielt wurden.

In diese Kerbe hat Uwe Vorkötter, Noch-Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, bei der Veranstaltung in Berlin geschlagen: „Mit Paid Content Geld zu verdienen, war vor einigen Jahren ein schöner Traum. Jetzt stellen sich einige hin und sagen, wir wollen diesen Traum nochmal träumen. Auch die werden wieder aufwachen und merken, dass es nicht funktioniert”. Der Schlüssel zum Erfolg für die Verlage ist ihm zufolge, das Nutzen von Synergien, also das „Austauschen von Inhalten“ da „wo sich Identitäten verschiedener Titel nicht berühren“. Frank Thomsen, Chefredakteur von stern.de sieht’s ähnlich und hält ein „Kartell für Paid Content“ gar für „Selbstmord“. „Nur wenn wir guten Journalismus machen, werden wir überhaupt die Chance haben, gekauft zu werden“. Mehr dazu.

Was veranlasst das Wall Street Journal, es dennoch wieder mit einem Bezahlmodell zu versuchen? Warum widerspricht der Chefredakteur von InternetWorldBusiness, Dominik Grollmann in seiner täglichen Kolumne der geballten Meinungsmacht von FR, stern.de und Zeit-Magazin? Was lässt die w&v glauben, dass Bezahlmodelle im Kommen sind? Vielleicht würden manche sagen, es ist schiere Verzweiflung, andere vielleicht, fehlende Kreativität – vielleicht ist die Antwort aber auch irgendwo denjenigen, die jetzt Paid Content am Kommen sehen und der dezidierten Skepsis der Chefredakteure.

Die Bereitschaft für Dienste im Web zu zahlen, steigt. Überall da, wo ein besonderer Zusatznutzen geboten wird. Gerade erst hat die Online-Community Xing eine starke Zunahme der zahlenden Mitglieder vermeldet. Für Musik- und Software-Downloads zahlen Menschen ebenfalls wie selbstverständlich. Dominik Grollmann führt noch weitere Dienste auf, und empfiehlt Verlagen, über solche Dienstleistungen nach zudenken. Dass User aber für News zahlen, bezweifelt er, da die zu sehr daran gewöhnt seien, dass die kostenlos sind.

Doch je mehr hochwertige Inhalte für das Web produziert werden, je mehr hier Qualität zu finden ist, desto mehr könnte die Bereitschaft steigen, auch für solche Online-Artikel zu zahlen. Immerhin akzeptieren Leser heute schon, dass der Zugriff auf Archivartikel bei den großen Tages- und Wirtschaftszeitungen Geld kostet. Guter Journalismus muss auch zukünftig honoriert werden. Warum sollte ein Mix aus Premium-Informationen und Basis-News langfristig nicht funktionieren. Nischen-Anbieter wie der Branchendienst. www.ibusiness.de machen es vor. Vielleicht funktioniert Paid Content ja doch?

Ein kleines Update:
Mittlerweile mehren sich die Stimmen aus Verlagshäusern, die sich offen oder indirekt pro Bezahlmodelle für Premium-Content im Internet aussprechen. So hält WAZ-Chef Bodo Hombach eine Diskussion über Bezahlmodelle im Internet in Deutschland für “überfällig”

Poken-Verlosung!

Buy Indiv Pokens in Poken-Verlosung!Große Freude bei Sympra: Unsere Pokens sind angekommen. Sie wissen, wovon die Rede ist? Glückwunsch, dann gehören Sie zur Web-2.0-Elite. Für alle anderen Leser zunächst eine kurze Erläuterung. Bei einem Poken handelt es sich um eine kleine, spielerisch gestaltete Figur mit USB-Anschluss. Treffen sich zwei Poken-Nutzer unterwegs, so können sie die beiden Figuren zum kontaktlosen Visitenkartentausch benutzen. Eine kurze Berührung der beiden Handflächen, und schon wandern Kontaktdaten und insbesondere die Vernetzungslinks für alle einschlägigen Social Networks von einem Poken zum anderen. Im Büro oder zu Hause schließt man sein Poken dann an einen PC an und kann sich unmittelbar mit der unterwegs getroffenen Kontaktperson vernetzen.

So spielerisch und absolut nicht business-like die Umsetzung in diesem Fall auch ist – die kontaktlose Visitenkarte dürfte noch eine große Zukunft haben. Schließlich haben Papierkärtchen abgesehen von symbolischen Wert nur Nachteile. Sie können unterwegs zur Neige gehen, sind generell nie da, wenn man sie braucht, und müssen nach der Rückkehr von einer Messe oder Veranstaltung mühevoll erfasst oder einem mehr oder weniger zuverlässigen Visitenkartenscanner zugeführt werden. Daher ist es naheliegend, dass Anwendungen wie Poken die Zukunft gehört. Wie genau die Lösung, die sich durchsetzt, am Ende aussieht, steht noch in den Sternen. Schon heute gibt es allerdings eine Reihe interessanter Alternativen wie beispielsweise Bump für das iPhone. Das Video erläutert, wie der Visitenkartenaustausch mit Bump funktioniert:

Fest steht indessen: Der Hype rund um die Pokens und das Poken, der in den vergangenen Wochen ausgebrochen ist, war beispiellos. Insofern hat das Schweizer Unternehmen Poken S.A. der Idee der kontaktlosen Visitenkarte auf jeden Fall in einem Maße Gehör verschafft, das bisher einmalig ist.

Wir finden die Idee auch toll, und daher haben wir uns entschlossen – auf eigene Kosten und ohne ein Kooperationspartner von Poken zu sein – acht unserer zwölf heute eingegangenen Pokens zu verlosen. Jeder kann mitmachen. Die Teilnahme erfolgt auf folgende Art und Weise:

a) Wer ein Poken gewinnen möchte, der möge bevorzugt auf seinem eigenen Blog begründen:
„Warum brauche ich ein Poken, was bringt es, warum werden sich Poken(s) (nicht) durchsetzen?“ – Von dem entsprechenden Posting aus bitte hierher verlinken, Trackbacks gehen in die Verlosung ein! – Wir werden von dieser Stelle aus auf die Antwort-Postings verlinken!
b) Wer kein Blog hat, der darf auch via Kommentarfunktion unter diesem Posting teilnehmen. Bevorzugt natürlich per Video.

Teilnahmeschluss: Freitag, 16 Uhr. Mitarbeiter von Sympra und Anhang sind ausgeschlossen. Der Rechtsweg sowieso!

Nachklapp vom Montag, 18. Mai 2009: Die Verlosung ist beendet, die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Vielen Dank für’s Mitmachen!

http://fehlermeldungen.pons.eu/?p=155

Fragen stellen und News posten bei Xing

Es tut sich was bei Xing: Das Business-Netzwerk hat heute Vormittag auf Basis des Opensocial-Framework ohne großes Aufsehen zwei neue Applikationen gestartet, mit denen Mitglieder verstärkt interagieren können. Zum einen die Xing-News: Hier werden Nachrichten angezeigt, die im persönlichen Kontaktnetz auf Xing von anderen Nutzern als lesenswert eingestellt wurden. Zum anderen die Anwendung “Xing-Mitglieder fragen”: Hier ist es möglich, andere Xing-Mitglieder nach ihrer Meinung oder ihrem Fachwissen zu fragen. Beide Anwendungen müssen zunächst manuell vom Mitglied aktiviert werden. Im Anschluss erscheint auf dem eigenen Profil eine neue Registerkarte “Applikationen” (siehe hier Profil des Autoren dieser Zeilen). Aktivität in den Anwendungen wird allen persönlichen Kontankten dann im Bereich “Neues aus meinem Netzwerk” angezeigt. Dies ist etwa der Fall, wenn ein Mitglied eine Frage stellt oder beantwortet. Genau hieraus ergeben sich die Potenziale der neuen Anwendungen im Bereich Viralität.

Revolutionär sind die heutigen News von Xing zwar nicht. Allerdings unterstreichen die Innovationen, dass Xing künftig wichtiger für Marketing und PR wird. Umso mehr, weil künftig auch Drittanbieter Applikationen auf und für Xing entwickeln können. Auch diese haben dann dort die Chance, sich viral auszubreiten. Genau diesen Ausbreitungsweg hat Xing übrigens auch für “Mitglieder fragen” und “News” gewählt.

Die Macht des Bildes in der PR – Obama bei Flickr

Theofficialwhitehousephotostream2-150x150 in Die Macht des Bildes in der PR - Obama bei Flickr

Pünklich zu seinen 100 Tagen im Amt wurde Anfang diesen Monats Bilder von Barack Obama auf Flickr online gestellt. Auf über 300 Fotos können wir das Arbeits- und Privatleben des Präsidenten online nachvollziehen. Ein Bild zeigt ihn bei einem Meeting im Flugzeug, ein anderes beim Besuch der blauen Moschee oder beim Basketball.

Bei Imagebuilding-Prozessen sind Bilder ein zentrales Element, darüber sind sich auch Obama und seine Medienberater im Klaren. Die Bilder zeigen ein sehr ausgewogenes Bild vom derzeitigen amerikanischen Präsidenten. Meist wird er umringt von Beratern dargestellt, der Präsident im Meeting und in Verhandlungen als Person von großem Einfluss, wie sich das für einen Präsidenten gehört. Aber auch ein nachdenklicher Obama wird der Öffentlichkeit präsentiert, einer der Verantwortung trägt und sich dessen bewusst ist. Immer wieder wird die Fotoreihe auch aufgelockert durch die Person Obama als Privatmann. Als Sportler, Familienvater und Ehemann wird er auf den Bildern allen Ansprüchen an einen amerikanischen Vorzeigepräsidenten gerecht.

Alles in allem sehr gelungen, um Vertrauen und Sympathie, beim (amerikanischen) Betrachter zu wecken. Was man auch an den vielen positiven Kommentaren ablesen kann. In Deutschland dagegen ist man bisher noch nicht so weit in die Social-Media-Welt vorgedrungen. Bevor beispielsweise ein Merkel-Stream Erfolg haben könnte, sehe ich gewisse kulturelle Hürden zu überwinden. Zwar ist unsere Bundeskanzlerin ohne Frage eine Person des öffentlichen Interesses, trotzdem steht in Deutschland doch immer noch die Politik im Mittelpunkt und weniger deren Erscheinungsbild bzw. Frau Merkels Privatleben. (Weswegen Frau Merkel ihren Wohnsitz auch in Berlin Mitte hat und nicht im Bundeskanzleramt)

Die deutschen Social-Media Nutzer sind daher vermutlich eher an den Ergebnissen von Merkels Handeln interessiert und weniger an deren bloßer bildlicher Dokumentation. Zumindest eine Kombination aus Bildern und Hintergrundinformationen erscheint deshalb sinnvoll für eine deutsche Merkel-Flickr-Version.

Wer sich selbst ein Bild machen will, der findet den „Official White House Photostream“ hier.

Bürgerbeteiligung 2.0

Logo in Bürgerbeteiligung 2.0Heute fand im Literaturhaus im Rahmen von Kreativraum und in Zusammenarbeit zwischen der MFG Baden-Württemberg und Sympra Die Blaue Stunde zur Demokratie 2.0 statt. MFG-Geschäftsführer Klaus Haasis informierte über europäische Bürgerkommunikation mit innovativen Medientechnologien; Andreas Huber vom InnovatorsClub und Herausgeber des Buches “Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik” und mein Kollege Bernhard Jodeleit, Sympra-Social-Media-Experte, diskutierten über Bürgerkommunikation im Web 2.0.

Collaboration und Crowd Sourcing – zwei Erfolgsfaktoren in der virtuellen und in der realen Welt. Darauf ging Klaus Haasis in seiner Einleitung ein. So entstünden z. B. Zukunftsfelder wie Gaming durch die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen, ihre Akteure vernetzt, technologisch verwoben über Web-2.0-Technologien. Collaboration ist auch bei der Veranstaltungsreihe Kreativraum selbst angesagt: Das neue Format wurde begleitend zu fmx/09, Trickfilmfestival und anderen Medienveranstaltungen gemeinsam von der Landeshauptstadt Stuttgart, der Wirtschaftsregion Stuttgart und der MFG Baden-Württemberg organisiert. Wo bisher die jeweiligen Institutionen ihre Grenzen gesehen haben (die Stadt-Wirtschaftsförderung an den Stadtgrenzen, die WRS in der Region und die MFG mit ihrem Landesblick wiederum vor allem im IT-Fokus), werden diese Grenzen jetzt sinnvollerweise unbedeutend. Damit spielen nicht mehr die politischen Positionen die Hauptrolle, sondern die Vernetzung in den Marktfeldern, die das beste Mittel gegen Krisen ist.

Kreativraum in Bürgerbeteiligung 2.0

Andreas Huber, Bernhard Jodeleit, Klaus Haasis (v.l.)

Bernhard Jodeleit stellte anschließend Social-Media-Kanäle und -Plattformen vor, die sich speziell dafür eignen, damit sich Bürger an politischen Entscheidungen beteiligen. Blogs und Social Networks zum Beispiel, die über Twitter & Co. bekannt gemacht werden. Sein Hinweis: Die Kommunikation muss dialogisch angelegt sein, authentisch, und konzeptionell in eine Gesamtstrategie eingebettet. (Dass dies Zeit oder Geld bzw. Zelt und Geld kostet, wissen wir ja aus eigenen Projekten, wie z. B.  unsere Veranstaltung DemokratieZweiNull – Wahlkampf im Web.)

Aktuelle Beispiele der Bürgerbeteiligung im Web 2.0 stellte Andreas Huber vor. Er vertrat den Innovators Club , der sich 2005 auf Initiative des Deutschen Städte- und Gemeindebundes mit dem Ziel gegründet hat, innovative Praktiker aus dem kommunalen Umfeld mit Vertretern der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik zusammenzubringen. Huber berichtete darüber, wie sich mithilfe von Web 2.0 Bürger an den kommunalen Haushaltsplanungen der Städte Köln und Hamburg beteiligen konnten. In den “Unortkataster” der Stadt Köln können die Bürger Kritik und Verbesserungsvorschläge für einzelne Stadtbereiche direkt vermerken und diskutieren. Ähnlich funktioniert das englische Projekt FixMyStreet, bei dem Schlaglöcher und andere Missstände im öffentlichen Bereich in Landkarten eingetragen werden, um die Kommunalverwaltung zum Handeln zu animieren. Ein anderes Beispiel war die Diskussion über die Gestaltung eines Gebiets an der ehemaligen Berliner Mauer, die teils im Web, teils real mit einer großen Gruppe interessierter Bürger geführt wurde.

Eine engagierte Diskussion folgte. Hier ging’s dann auch noch um ganz andere Dinge rund ums Social Web – Fakes, Digital Divide, Spam, Datenmüll.

Klar wurde an diesem Abend: Bei der Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungsprozessen stehen wir noch am Anfang und dürfen noch auf vieles gespannt sein. Ganz entscheidend für den Erfolg vom Mitmach-Web in der Politik, und da waren sich alle die Referenten einig, ist ein Umdenken der Vertreter in Politik, Parteien und öffentlicher Verwaltung. Sie müssen die neuen Instrumente kennen und sie schätzen und sich auf ganz neue, dialogische Kommunikationsformen einlassen. Technisch sind wir hier schon sehr weit …

Wer sich für das Thema Bürgerbeteiligung 2.0 interessiert, dem sei das Buch “Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik” von Franz-Reinhard Habbel und Andreas Huber (Hrsg.) empfohlen. Oder ein Anruf bei Sympra.