iPhone-Apps: Marketing aus dem Baukasten?

Mehr als 100.000 iPhone-Apps sind schon verfügbar (Foto: mindonfire | flickr)

Seit Anfang November 2009 arbeite ich bei Sympra an meiner Diplomarbeit „Unternehmenskommunikation auf mobilen Endgeräten (im speziellen iPhone) im Zeitalter des Web 2.0“. Dabei möchte ich unter Anderem herausfinden, unter welchen Umständen iPhone-Apps Unternehmen tatsächlich Vorteile im Bereich Marketing und PR verschaffen können.

Was sind überhaupt diese „Apps“? Kleine Applikationen, Programme, die entweder kostenlos oder gegen eine Gebühr auf dem Gerät installiert werden und dem Nutzer dann Zusatzfunktionen bieten.

Ein neuer Vertriebsweg für Software entsteht, und die Dynamik ist wirklich beeindruckend, wie einige Zahlen belegen: Mehr als zwei Milliarden Mal haben Nutzer bereits Applikationen für das iPhone aus dem App Store von Apple heruntergeladen. Mittlerweile existieren dort mehr als 100.000 Apps. Täglich werden rund 6,6 Millionen Apps heruntergeladen.

Diese Zahlen versprechen ein enormes Potenzial. Dennoch nutzen die wenigsten Unternehmen bislang Apps als neuen Kommunikationskanal. Zu teuer die Entwicklung, zu groß die Herausforderungen beim Bekanntmachen der App, zu groß das insgesamt einzukalkulierende Risiko.

Eine Lösung für kleine Unternehmen könnten Baukastensysteme sein. Bei meiner Recherche bin ich auf ein solches gestoßen: http://swebapps.com ist eine Online-Plattform zur Entwicklung eigener Apps mit wenigen Klicks. Kostengünstig kann ein Unternehmen seine eigene Anwendung  innerhalb weniger Minuten erstellen. Wie das geht, zeigt das Video:

SwebApps 2.0 from Magaly Chocano on Vimeo.

Auf der Plattform sind zahlreiche Funktionen abrufbar. Interaktiver Rückkanal, Einbindung von Twitter – alles kein Problem. Doch was das Baukastensystem nicht liefert, ist die passende Strategie.

Dabei ist gerade die besonders wichtig. Während Baukasten-Apps für Großunternehmen uninteressant sind, fehlt bei den in Frage kommenden kleinen und mittleren Firmen häufig das Know-how in Sachen Mobile Marketing. Beratungsbedarf gibt es insbesondere in Sachen

  • Nutzer-Demografie und Affinität der Zielgruppen:
    Besteht eine gewisse Deckungsgleichheit zwischen den typischen iPhone-Nutzern und den anzusprechenden potenziellen Kunden?
  • emotionale Strahlkraft der Marke oder Einzigartigkeit/Nutzerwert der App:
    Eine iPhone-Applikation, die lediglich die im Web verfügbaren Informationen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung wiederkäut dürfte nicht attraktiv genug sein, um auch nur den Hauch einer Chance im Dschungel der Vielfalt haben, die in Apples App-Store herrscht
  • Einbindung in einen PR-/Marketing-Mix:
    Eine App allein wird nicht viel bewegen, wenn sie nicht von begleitenden Maßnahmen gestützt wird. Social Media Relations und Aktivitäten in Social Networks sind beispielsweise dazu geeignet, iPhone-Apps erfolgreich zu machen.

Nicht unwahrscheinlich, dass das Angebot an vorgefertigten Modulen für Apps künftig weiter wächst. Ich sehe hier einen ähnlichen Markt wie für Content-Management-Systeme wie Joomla. Auch sie ermöglichen ein komfortables Veröffentlichen von Inhalten – befreien den Websitebetreiber allerdings genauso wenig von der Notwendigkeit, Strategie und Konzept zu erstellen.

(Foto: mindonfire | flickr, Lizenz)

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Über den Verfasser

Dimitri Rybak
studiert an der Hochschule Heilbronn im Studiengang Electronic Business und schreibt gerade seine Diplomarbeit zum Thema: „Unternehmenskommunikation auf mobilen Endgeräten (im speziellen iPhone) im Zeitalter des Web 2.0“.



2 Kommentare


  1. Kannst du mir vielleicht verraten welche Quellen du fuer deine Marktanalyse zu Rate gezogen hast? Ich schreibe gerade meine Masterarbeit ueber eine Ipad App und ich bin noch nicht wirklich ueber deutsche Literatur gestossen, die mir bei meiner Recherche hilfreich sein kann.


  2. Super Arbeit … klasse Thema.
    Wir machen derzeit mit http://www.appack.de genauso eine Plattform.
    Würde mich gerne mit Dir zu dem Thema austauschen.
    LG aus Mannheim Stefan

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