Archiv für Mai, 2011

Wie ist die Schwerkraft eigentlich aufgebaut?

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Grenoble. Ein Ort in Südostfrankreich, den mancher mit der Winterolympiade 1968 oder dem jährlich stattfindenden Jazzfestival in Verbindung bringt. In der größten Hochgebirgsstadt der Alpen sind aber auch eine der weltweit besten Business Schools, die Grenoble École de Management, und bedeutende Großforschungseinrichtungen wie das Institut Laue-Langevin (ILL), das sich der wissenschaftlichen Neutronenforschung verschrieben hat, beheimatet. Das ILL betreibt seit mehreren Jahrzehnten Grundlagenforschung und ist eine europäische Erfolgsgeschichte. Hierhin führte mich oder eher führte ich vor kurzem eine Pressereise.

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Peter Geltenbort vom ILL

Rückblende: Am 22. Januar 1963 begründen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle mit der Unterzeichnung des Elysee-Vertrags die französisch-deutsche Zusammenarbeit. Ein Aspekt des Vertrages ist die Kooperation bei Wissenschaft und Forschung. Heute gilt das deutsch-französische Tandem als Motor der EU-Forschung. Die Gründung des ILL im Januar 1967 war eines der ersten konkreten Resultate der Zusammenarbeit. 1973 schloss sich Großbritannien den beiden Gründungsmitgliedern an. Die drei Gründerstaaten besitzen und finanzieren das Institut zu gleichen Teilen.

Der Gebäudekomplex des Instituts atmet den Baustil der sechziger Jahre und einige grundlegende Bauteile des Hochflussreaktors stammen noch aus dieser Zeit, wie gusseiserne Plaketten mit Firmennamen belegen. Der Reaktor selbst wurde zwischen 1993 und 1995 überholt und erzeugt den höchsten Neutronenfluss der Welt mit einer thermischen Leistung von 58 Megawatt. Die Mitarbeiter im ILL sind im besten Sinne europäisch und zeigen mit ihrer freundlichen offenen und mehrsprachigen Art wie Europa erfolgreich zusammenwächst. Der hochgewachsene deutschstämmige Abteilungsleiter referiert auf Englisch über das Institut, der englische Vize-Direktor begrüßt uns mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht, die aus Italien stammende Mitarbeiterin der Presseabteilung erklärt mit leicht französischem Akzent auf Englisch wie das ILL vor Erdbeben gesichert ist. Und der deutsche Direktor bleibt nicht nur dank seines prägnanten Namens Richard Wagner präsent, sondern auch wegen seiner kenntnisreichen und spannenden Ausführungen über die Forschungen an seinem Institut.

Very-Cold-neutrons-150x150 in Wie ist die Schwerkraft eigentlich aufgebaut?Richtig beeindruckend wird der Rundgang durch das ILL, wenn man durch die Druckschleuse die kuppelgekrönte 60 Meter hohe Halle mit dem Reaktor betritt. Von außen wirkt das Gebäude unscheinbar, seine Größe ist schwer zu ermessen. Innen aber ruht mein Blick auf einem riesenhaft wirkenden Kran, der zum Beispiel schwere Betonplatten innerhalb der Halle transportiert. Der Raum selbst ist voller Instrumente und Forschungsgerätschaften, Wissenschaftler im Arbeitsmantel eilen an uns vorbei. Da zum Zeitpunkt des Besuchs der Neutronenstrahl nicht in Betrieb war – er funktioniert im Dauerbetrieb während Zyklen von je 50 Tagen – konnten wir einen Blick in das Abklingbecken werfen und das bläuliche Leuchten des Tscherenkov-Lichts sehen.

Die Gründungsidee des ILL war es, eine starke Neutronenquelle für die zivile Grundlagenforschung zu schaffen. Das ist gelungen, denn seit nunmehr vierzig Jahren, befindet sich in den Räumlichkeiten des ILL die weltweit stärkste mit einer Leistung von 58 Megawatt. Sie wird ständig auf den neuesten Stand der Forschung und Sicherheitstechnik gebracht. Das ILL versteht sich als Service-Institut, das seinen Hochflussreaktor der wissenschaftlichen Gemeinschaft weltweit zu Forschungszwecken zur Verfügung stellt. Mehrere Tausend Forschungsvorschläge gehen jährlich beim ILL ein. Wissenschaftliche Komitees prüfen und wählen daraus diejenigen aus, die sie für am sinnvollsten halten. 2.000 Wissenschaftler führen jährlich über 1.200 Experimente durch. Experimente, die nicht nur für die Grundlagenforschung wichtig sind, sondern oft auch für die industrielle oder die therapeutische Anwendung.

Zu den aktuellen Forschungsergebnissen am ILL gehören unter anderem:

  • ein neues Radioisotop zur verbesserten Krebstherapie, das zielgerichteter wirkt und geringere Kollateralschäden in gesundem Gewebe verursacht
  • die Schwerkraft-Resonanz-Spektroskopie, die helfen kann, die grundlegende Struktur  der Schwerkraft zu entschlüsseln
  • neueste Erkenntnisse zur Funktionsweise der Frostschutzproteine in Fischen der Arktis.

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Doch das steht im Einzelnen auf einem anderen Blatt bzw. auf der Webseite des Instituts Laue-Langevin.

Von Lagerfeuern und Lotsen

PR-REPORT-Konferenz zu neuen Kanälen, neuen Regeln, neuen Strategien am 5. Mai 2011 in Berlin

Hatten wir nicht alle gehofft, dass diese Diskussion schon seit Jahren beendet sei? Ein Relikt aus der grauen Urzeit der Public Relations? Und plötzlich begegnet sie uns auf einem Kongress mit dem zukunftsweisenden Titel „PR nach der Ära der klassischen Medien“: „PR und Journalismus haben nichts miteinander zu tun!“ postulierte Kuno Haberbusch, beim NDR zuständig für investigative politische Dokumentationen und Reportagen und 2001 Mitgründer des Vereins Netzwerk Recherche. „PR-Leute wissen zwar ganz genau, wie Journalismus funktioniert, aber sie sind deshalb noch lang keine Journalisten und sollten sich auch nicht so nennen!“

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Natürlich gaben diese Thesen ausreichend Stoff für den gewünschten Streit, denn sein Diskussionspartner war Frank Behrendt, Vorstand der PR-Agentur fischerAppelt und studierter Journalist. Und er hielt sich wacker: „Die Journalisten wären ohne uns PR-Leute ganz schön aufgeschmissen, denn wo kämen denn sonst die Informationen her? Glücklicherweise ist die PR erwachsen und professionell geworden. Und sie ist ein offensichtlich attraktives Berufsfeld, denn die Journalisten kommen ja zu uns, weil die Verlage ihre Stellen einsparen oder sie kein Geld mehr verdienen.“

Ein launiges Intermezzo bei einer auch sonst gelungenen Premiere. Das Branchenmagazin PR REPORT und unser Verband, die GPRA, hatten gemeinsam zu diesem Kongress eingeladen und etwa 100 Teilnehmer waren dieser Einladung gefolgt. Sie hörten eine recht umfassende Bestandsaufnahme gleich im Eröffnungsvortrag. Dieter Schweer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI, zeichnete ein düsteres Bild der deutschen Befindlichkeit: „Das Vertrauen der Bürger in Staat und Unternehmen bröckelt. Das Gefühl der Ohnmacht, die Angst vor dem Ungewissen führt zur Tendenz der individuellen Informationsbeschaffung und -bewertung.“ Für ihn ist dies auch ganz klar ein Grund für die Krise der klassischen Medien: „Die Bürger vertrauen nur sich selbst.“

Die Informationsfülle im Internet führe aber gleichzeitig zu einer Komplexität, die möglicherweise das Individuum überfordere. „Nein“, sagt Kay Oberbeck, Direktor Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Google, „das ‚Mehr an Information’ ist gut, weil Freiheit und Auswahl von Information dem Einzelnen mehr Macht gibt“ – zumindest theoretisch, wenn nämlich alle den gleichen Informationsstand besäßen. „Ein Teil unserer politischen Bewegung“, davon ist er überzeugt, „ist der Entwicklung der Kommunikationstechnik geschuldet.“

„Wohl wahr“, sagt Dr. Alexander Güttler, Präsident der GPRA, „die Emanzipation der Bürgergesellschaft wäre ohne den technologischen Wandel kaum denkbar.“ Meinungsbildung fände an vielen Orten und auf viel mehr Plattformen statt als früher. „Und für uns PR-Leute bedeutet das, dass wir uns auch an diesen ganz verschiedenen ‚Lagerfeuern’ einfinden müssen, wo die Leute zusammensitzen und diskutieren.“ Folglich ist Public Relations, darin waren sich alle Referenten einig, nicht mehr Verlautbarung, sondern vor allem Zuhören und Dialog. Güttler geht noch einen Schritt weiter. Die PR-Profession sei ideal dafür geeignet, hier auch eine Lotsenfunktion zu übernehmen. „Wer wenn nicht wir kann den Unternehmen und Institutionen sagen, wo es mit der Kommunikation künftig langgeht.“

Konsequenterweise hat die GPRA in ihrer Mitgliederversammlung, die am Folgetag ebenfalls in Berlin stattfand, genau diese Lotsenfunktion an der Seite des Kunden in der Neufassung der Grundsätze für die Mitgliedsagenturen festgeschrieben.

(Foto: © Jens Jeske / www.jens-jeske.de)

Open Innovation by 3D Collaboration

Am 3. Mai 2011 startet die Weiterbildung zum Thema Open Innovation in der virtuellen Welt Second Life. Sympra ist Partner der Veranstaltungsreihe, die vom Studiengang Electronic Business der Hochschule Heilbronn und der MFG Baden-Württemberg organisiert wird. Um was es geht, erfährt man in diesem Video:

Weitere Informationen gibt es auf der Website zum Forschungsprojekt.