Archiv für März, 2012

Das Ende der hübschen gelben Häuschen?

IStock 000002038444Small-200x300 in Das Ende der hübschen gelben Häuschen?Im März 1992 erschien dieser Artikel in der Zeitschrift BZB Sachmagazin, einem der vielen Magazine zum Thema Bürokommunikation, an das sich heute kaum noch jemand erinnert. Unser Kunde Standard Elektrik Lorenz AG (heute Alcatel-Lucent Deutschland AG) beauftragte uns damit, mögliche Nutzer von Mobiltelefonie über die Vorzüge der D-Netze zu informieren. Heute klingt die Story, die ich zusammen mit meinem Kollegen Thomas Pleil geschrieben habe, schon sehr nostalgisch; mancher Leser weiß vermutlich nicht einmal, dass Telefonzellen früher postgelb lackiert waren.
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Was Sie über die neuen Netze wissen müssen

Mobile Kommunikationsmittel sind zwar noch längst nicht in allen Autos, wohl aber in aller Munde. Dies liegt natürlich besonders an den hohen Erwartungen an die neuen digitalen Telefonnetze D1 und D2, die von der Telekom und ihrem privaten Konkurrenten Mannesmann Mobilfunk (Anm.: heute Vodafone) kräftig geschürt werden. Zugegebenermaßen: nicht ohne Grund. Denn die neuen Netze können mit einer besseren Übertragungsqualität, Internationalität und niedrigen Preisen und Gebühren aufwarten. Noch aber hat auch das C-Netz einige Vorteile.

Bevor 1986 das C-Netz für die mobile Kommunikation von der Deutschen Bundespost eröffnet wurde, war es ein Privileg weniger, ein Telefon im Auto zu besitzen. Dies änderte sich bald, die Zahl der Teilnehmer stieg rasant. Heute gibt es mehr als 550.000 Besitzer von Funktelefonen. Neue Technologien ermöglichten es, dass dieser Dienst stark ausgeweitet werden konnte. Die dadurch erreichten hohen Stückzahlen bei den Endgeräten ließen die Preise sinken. Ein mobiles Telefon für das C-Netz kostet derzeit zwischen 3.500 und 6.000 Mark. Und der Wunsch der Teilnehmer, ständig erreichbar zu sein, hält an. Die Telekom vergrößerte daher im letzten Jahr erneut die Netzkapazität von 600.000 auf 800.000 Teilnehmer.

Die Vorteile des C-Netzes sind vielfältig: So kann von fast allen Standorten in der Bundesrepublik jede beliebige Telefonnummer angewählt werden. Die Nutzer sind unter der bundesweit einheitlichen Vorwahl 0161 zu erreichen. Dabei ist unerheblich, wo sich der Teilnehmer gerade aufhält. Ein weiterer Vorteil ist das Telefonieren mit der Berechtigungs- bzw. Telekarte. Auf ihr sind die Funktelefonnummern und ein Kontrollcode gespeichert. Dadurch kann jedes fremde Mobiltelefon auf eigene Kosten benutzt werden. Ein wichtiges Argument, denn noch rasen die Gebühreneinheiten im Acht-Sekunden-Takt durch. Die monatlichen Grundgebühren hat die Telekom jedoch vor einem Jahr von 120 auf 75 Mark gesenkt.

Künftig zwei digitale Mobilfunknetze

Alcatel in Das Ende der hübschen gelben Häuschen?Trotz Kapazitätsausweitung beim C-Netz: Weil immer mehr mobil erreichbar sein wollen, stößt das Netz sehr bald an seine (nun nicht mehr veränderbaren) Grenzen. Am 1. Juli letzten Jahres nahmen (auch) deshalb die beiden D-Netze ihren Probebetrieb auf, in Kürze werden sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Zwei Betreiber, die Deutsche Bundespost Telekom und das private Konsortium Mannesmann Mobilfunk, bieten mobiles Telefonieren in ihren digitalen Netzen an. Während bisher im C-Netz Fernsprechen und mit Hilfe eines Modems auch Faxen bedingt möglich war, sind in den späteren Ausbaustufen der D-Netze eine Reihe von weiteren Diensten für die Datenkommunikation vorgesehen. Das „mobile Büro“ soll durch Übertragungsmöglichkeiten großer Datenmengen, durch Zugang zu Btx und Teletex bald noch leistungsfähiger werden. Zunächst bieten die digitalen Netze jedoch dieselben Dienste wie das C-Netz an, die Sprachqualität ist allerdings bedeutend besser.

Entscheidender Vorteil der neuen Netze ist ihre Verfügbarkeit in ganz Europa. 24 Betreiber aus 17 Ländern haben sich hier auf den gemeinsamen technischen Standard GSM geeinigt. War mobiles Telefonieren bislang auf ein Land beschränkt, kann man künftig von Finnland bis Portugal und von Frankreich bis Griechenland vom selben Mobiltelefon aus kommunizieren. Auch von den osteuropäischen Ländern, die Mobilfunknetze aufbauen wollen, ist zu erwarten, dass sie sich dem GSM-Standard anschließen. Insgesamt haben schon jetzt mehr als 40 Staaten weltweit beschlossen, ebenfalls den GSM-Standard einzuführen.

Digitale Technik, die einen einfacheren Geräteaufbau ermöglicht, und Stückzahlen in Millionenhöhe sind Grundlage für die Schätzung, dass bis in drei bis vier Jahren Funktelefone zum Preis eines guten Autoradios angeboten werden. Bis zum Jahr 1995 soll sich die Zahl der Mobilfunk-Teilnehmer in Europa auf über zwölf Millionen vervierfachen. Drei bis vier Millionen mobile Telefone wird es dann allein in Deutschland geben.

Was kommt danach?

Und schon plant man für übermorgen. Vor wenigen Tagen hat der Bundespostminister bekanntgegeben, dass ein drittes Netz, das E1-Netz, entwickelt werden soll. Denn: Auch die Kapazität der D-Netze wird einmal erschöpft sein. Entwickelt sich digitales Telefonieren zu einem echten Massendienst, muss bald die neue PCN-Technologie (Anm.: PCN hieß später UMTS) zur Verfügung stehen. Im E1-Netz wird man mit höheren Frequenzen arbeiten. Dies macht allerdings kleinere Funkzellen notwendig, um genügend Teilnehmer unterbringen zu können. Insgesamt wird es aber beim GSM-Standard bleiben.

Sicher wird das mobile Telefon in den nächsten Jahren noch überwiegend geschäftlich genutzt werden – allerdings nicht nur vom Chef, sondern von allen Mitarbeitern, die viel unterwegs sind. Bis Ende des Jahrzehnts dürfte das Telefon jedoch zur Standardausstattung jedes neuen Autos gehören. Womöglich hat bis dahin sogar jeder Fußgänger sein Handtelefon in der Manteltasche. Für die hübschen kleinen gelben Häuschen wäre dies wohl das Ende. Schade oder?

20-Jahre-Sympra 110217 Rz Regular K1 in Das Ende der hübschen gelben Häuschen?Nachklapp: Die tatsächliche Entwicklung des Mobilfunks in Deutschland und anderen Ländern übertraf schließlich die optimistischsten Schätzungen der Experten. Bereits Ende 1995 telefonierten 3.764.000 Menschen mobil. Die Endgeräte lösten sich auch schnell vom Auto – das „Handy“ begann seinen Siegeszug. Heute bestehen in Deutschland mehr als 107 Millionen Mobifunkverträge, 1,3 pro Einwohner.

10 Mythen des Enterprise Facebook

Der Erfolg von Twitter und in den letzten Monaten vor allem Facebook hat dazu geführt, dass bei vielen CIOs genau dieses Thema nun auf der Agenda steht. In diesem Beitrag soll es dabei nicht um die Facebook-Fanpage fürs Unternehmen gehen, sondern darum, wie das Prinzip “Facebook” im Unternehmen angewendet werden kann. Die Diskussion rund um “Enterprise Facebook” wird dabei oft sehr emotional geführt. Dies ist Grund genug, die Argumentationen in Form von “10 Mythen” einmal näher zu untersuchen.

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Mythos #1 – Wozu ein Enterprise Facebook? Wir haben doch E-Mail!

Die E-Mail ist eine der bedeutendsten Erfindungen den 20. Jahrhunderts. Sie hat weltweite Kommunikation auf eine nie dagewesene Weise beschleunigt und das zu vergleichbar geringen Transaktionskosten. Sie ist aus unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Aufgrund ihrer Einfachheit und Verbreitung ist die E-Mail aber auch eines der am meisten missbrauchten Medien. Wer von Ihnen, liebe Leser, hat sich noch nicht über massenhaft eingehende E-Mails, die über Verteilerlisten, cc: Kopien oder auch nur “Zur Info” eingehen, geärgert? Falls dies bei Ihnen nicht der Fall ist, dann lesen Sie bitte nicht weiter. Es wäre reine Zeitverschwendung. Ihre Organisation ist vielleicht noch nicht reif fürs Enterprise Facebook. Geht es Ihnen und Ihren Kollegen jedoch wie so vielen und leiden Sie unter zu viel nicht relevanter E-Mail? Dann sollten Sie diesem Produktivitätskiller unbedingt den Kampf ansagen. Es muss nicht gleich “Zero E-Mail” sein, wie es der Social Media Visionär Luis Suarez von IBM oder der CEO von Atos Origin Thierry Breton propagieren. Vielmehr geht es darum, die E-Mail wieder ähnlich zum klassischen Brief für den persönlichen und ggf. vertraulichen Gedankenaustausch zu nutzen. Für die Kommunikation im Team ist Social Software besser geeignet als E-Mail.

Mythos #2 – Facebook ist nichts für den firmeninternen Einsatz!

Es gibt in der Tat einige Unternehmen, die mangels intern verfügbarer Plattformen Facebook nicht nur in der Außenkommunikation nutzen, sondern auch verborgene Facebook-Seiten für den internen Austausch einsetzen. Dies kann sicherlich sehr praktisch sein. Spätestens, wenn es um den Austausch vertraulicher Informationen z.B. zu Kunden und Strategien geht, sollten aus Gründen von Datenschutz und Datensicherheit unternehmensinterne Lösungen bzw. Cloud-Angebote aus dem Inland in Betracht gezogen werden. Wichtig ist dabei neben der Umsetzung wichtiger Grundprinzipien wie dem einfachen Teilen von Informationen, dem stets aktuellen Strom der Aktivitäten und dem Folgen von Personen und Themen vor allem auch die nahtlose Integration in die Sicherheitsinfrastruktur des Unternehmens, d.h. insbesondere die Anbindung an das zentrale Nutzerverzeichnis eines Unternehmens.

Mythos #3 – Enterprise Facebook? Bloße Zeitverschwendung.

Alles schön und gut, meinen die Kritiker, aber letztlich sei Facebook doch nur reine Zeitverschwendung, zumindest wenn man sich ansieht, was dort so an Belanglosigkeiten ausgetauscht wird. Die Angst vor der Zeitverschwendung im eigenen Unternehmen sitzt tief. Hier kann ich nur beipflichten, so etwas können wir in unseren Unternehmen nicht gebrauchen. Vermutlich sollten wir aufgrund der oftmals sinnlosen Meeting-Marathons in vielen Unternehmen die Besprechungsräume und wegen des Smalltalks auch die Kaffeeküchen drastisch reduzieren.

Beim näheren Hinsehen ergibt sich dann oftmals ein ganz anderes Bild! Der Blick in die im praktischen Einsatz befindlichen Microblogs und Aktivitätsströme von Social Media Systemen zeigt eines ganz klar: Hier wird nicht wertvolle Arbeitszeit mit Belanglosigkeiten vertrieben, sondern hart gearbeitet. Die Anwender finden immer mehr nutzbringende Einsatzmöglichkeiten, von der Projekt- und Vertriebskommunikation bis zum Innovationsaustausch. Erste wissenschaftliche Studien am Beispiel von Communote dokumentieren den ernsthaften Gehalt dieser neuen Kommunikationsform.

Mythos #4 – Das ist nur was für große Unternehmen!

Bei Ihnen findet der Austausch wichtiger Informationen schnell und einfach in der morgendlichen Kaffeerunde statt, bei der alle Kollegen dabei sind? Ich gebe zu, dass ist nicht nur angenehm, sondern kann auch sehr effizient sein. Doch was tun wir, wenn nicht mehr alle an den einen Tisch passen, wichtige Kollegen immer öfter vor-Ort beim Kunden sind oder standortübergreifend gearbeitet werden muss? Spätestens beim Bezug der zweiten Büroetage, dem Aufbau der ersten kleinen Niederlassung andernorts oder gar am Auslandsstandort reicht der Flurfunk nicht mehr weit. Man muss heutzutage noch lange kein großes Unternehmen sein, um die Herausforderungen der verteilten Kommunikation wie die Großen bewältigen zu müssen. Die gute Nachricht: Dank immer ausgereifterer Cloud-Angebote aus dem deutschsprachigen Raum kann auch jedes kleine und mittelständische Unternehmen zu günstigen Tarifen neue Kommunikationslösungen “aus der Steckdose” nutzen. Die Erfolgsmessung von Social Software bis hin zu Return-on-investment wird so zu einem guten Argument.

Mythos #5 – Facebook ist doch nur was für “Digital Natives”.

Allenthalben wird argumentiert, dass der Einsatz von Web 2.0 im Unternehmen vor allem auch attraktive Bedingungen für die neue Generation an Mitarbeitern, die Digital Natives, schaffen soll. Diese sind mit StudiVZ und Facebook aufgewachsen und werden auch mit dem Enterprise Facebook wahre Wunder bewirken. Doch Halt: Sind es nicht die Leistungsträger in unseren Unternehmen, die mit ihrer Lebens- und Arbeitserfahrung die Basis für die wirkliche Wertschöpfung bilden? Der Umgang mit Medien ist nicht angeboren. Von wem lernt der Mitarbeiternachwuchs, wie mit der richtigen Kommunikation die richtigen Entscheidungen herbeigeführt und umgesetzt werden? Wer gibt sein Wissen weiter, um Firmenwachstum zu ermöglichen? Es ist also selbstverständlich, dass die neuen Medien im Unternehmen für alle Mitarbeiter da sind, für die Kommunikation ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist – vom Digital Native bis zum erfahrenen Experten. Die immer einfachere Nutzbarkeit dieser Werkzeuge hilft gerade den weniger computer-affinen Kollegen beim schnellen Einstieg.

Mythos #6 – Facebook ist aber doch nichts für Manager!

Enterprise-Facebook in 10 Mythen des Enterprise FacebookDer amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Henry Mintzberg hat einmal gesagt: „Manager verbringen 80 Prozent ihrer Zeit mit verbaler Kommunikation, sie sind Kommunikationsarbeiter.“ Mit der zunehmenden räumlichen und zeitlichen Verteilung von Teams steigen die Anforderungen an die Führungskommunikation. Die Medienkompetenz unserer Manager wird zunehmend zu einer Schlüsselkompetenz und damit maßgeblich für den Unternehmenserfolg. Tim Miksa spricht dabei von digitaler Empathie als Voraussetzung für erfolgreiches “Leadership 2.0″. Das Enterprise Facebook eröffnet Führungskräften, vom Top-Manager bis zum Teamleiter, einen effizienten Kommunikationskanal, der Bereichs- und Hierarchiegrenzen überspannt. Hier können nicht nur Hintergründe im Sinne eines Executive Blogs vermittelt werden, sondern auch gezielt operative Führungskommunikationen in Teams erfolgen.

Peter Drucker sagte einmal “Listening (the first competence of leadership) is not a skill, it is a discipline. All you have to do is keep your mouth shut.”. Dieser Ausspruch steht hier nur scheinbar im Widerspruch. Ein Enterprise Facebook ist gerade auch ein “Hörrohr”, mit dem Führungskräfte ganz tief in ihre Organisationen hineinhören können. Es ermöglicht beispielsweise, Stimmungslagen zu erkennen, aufkommende Diskussionen aufzugreifen oder auch Talente zu erkennen, die sich nie getraut hätten in ein Vorstandsbüro zu treten oder eine E-Mail an die Geschäftsleitung zu schreiben.

Mythos #7 – Vertrauliche Informationen haben hier nichts zu suchen!

Auch wenn es hier um die Potenziale effizienter Weitergabe von Informationen und Wissen geht: Was Führungskräfte und Mitarbeiter zu besprechen haben ist oft vertraulich und einem bestimmten Personenkreis vorbehalten. Bei Facebook im Internet haben solche Informationen datenschutzrechtlichen Gründen korrekterweise wenig zu suchen bzw. man sollte sich über die potenziellen Gefahren und Sicherheitsmechanismen bei Facebook genau im Klaren sein. Im Umkehrschluss wird die sichere Ausgestaltung von Zugang und inhaltlichem Zugriffsschutz zu einer Kernanforderung an Enterprise Facebook Lösungen. Berechtigungen sollten einfach und wirkungsvoll so vergeben werden können, dass Privatsphäre, Vertrautheit und die Einhaltung von Vertraulichkeitsvereinbarungen genauso einfach ist wie der freie Austausch von Informationen im Team und firmenweit.

Mythos #8 – Enterprise Facebook widerspricht dem Datenschutz!

In Facebook-artigen Systemen werden zwangsläufig große Mengen personenbezogener Daten gesammelt, speziell zu Interessen, Arbeitsthemen, Kommunikationspartner und -häufigkeit und Zeit. Kritiker sehen hier einen Konflikt mit geltendem Datenschutzrecht, speziell in Deutschland. Dabei steht gerade der Personenbezug bei der aktiven geschäftlichen Kommunikation im berechtigen Interesse aller Benutzer. Unvorstellbar ist der Austausch von Ideen zwischen Kollegen oder auch mit dem CEO – unter dem verordneten Deckmantel der Anonymität. Der Datenschutz sollte an dieser Stelle nicht instrumentalisiert, sondern als Leitlinie für eine rechtlich und ethisch vertretbare Ausgestaltung herangezogen werden. Dazu gehört die Einbindung des betrieblichen Datenschutzbeauftragten und des Betriebsrats ebenso wie die Festlegung interner Regelungen zum Informations- und Datenschutz, für sicheren Systembetrieb, die Vereinbarung und verständliche Vermittlung von Social Media Guidelines i.S.v. Medienkompetenz ebenso wie die Etablierung einer Führungs- und Kommunikationskultur im Unternehmen, die bereits auf der Werteebene einen Missbrauch ausschließen sollten.

Mythos #9 – Es muss genauso sein wie Facebook!

Wenn schon ein Facebook, dann aber auch genauso wie das Vorbild im Internet: Dies ist eine oft geäußerte Anforderung. Es ist richtig, die großen Anbieter von Online-Diensten wie z. B. Google, Facebook und Twitter bestimmen Trends und geben Quasi-Standards vor, an denen heute auch Business-Software nicht mehr vorbeikommt. Bei aller Euphorie für die Vorbilder sollte aber nicht vergessen werden, dass der Einsatzzweck im Unternehmen letztlich doch ein spezifischer ist. Es steht eben weniger die Unterhaltung im Mittelpunkt, sondern die effiziente Kommunikation, Informationsweitergabe und auch das Wiederauffinden bestimmter wesentlicher Botschaften – unter Beachtung notwendiger betrieblicher Anforderungen wie z. B. Vertraulichkeit, Struktur, Corporate Design und Integration in vorhandene Systeme. Dies verlangt nach unternehmenstauglichen Angeboten, ggf. auch nach kundenindividueller Betreuung.

Mythos #10 – Am Ende doch nur noch mehr Informationsflut

Wen die ersten neun Gegenargumente noch nicht abgeschreckt haben, der bekommt das stärkste zuguterletzt. Potenziert Facebook jetzt nicht auch noch im Unternehmen die Informationsflut und bringt das Fass endgültig zum Überlaufen? Wenn alle Mitarbeiter fröhlich Informationen teilen und diskutieren, dann entsteht ein nicht mehr enden wollender Strom von Nachrichten. Wer soll das alles lesen? Die Antwort ist einfach: Keiner. Genauer: Keiner wird das jemals alles lesen. Es ist Teil der notwendigen Medienkompetenz in unserem Informationszeitalter, sich mit der Fokussierung auf die eigenen Aufgaben und Ziele in der täglichen Arbeit auch auf die damit verbunden Themen, Personen und Informationsquellen zu konzentrieren. Anstelle täglich hunderte E-Mails nach wesentlichen Nachrichten abzugrasen werden wir uns künftig personalisiert über die relevanten Themen für unsere Arbeit informieren können. Das Follow-Prinzip für Themen, Tags und Personen ist dafür ein bereits heute nutzbarer erster Ansatz, dem weitere folgen werden.

Fazit:

Die Argumente gegen ein Enterprise Facebook sind so vielfältig wie nachvollziehbar. Allen wohnt ein Körnchen Wahrheit inne. Die Reflexion dieser Themen sollte der richtigen Ausgestaltung des Einsatzes von Social Media im Unternehmen dienen. Am Ende gibt es nur eine Möglichkeit herauszufinden, wie groß der Nutzen eines Enterprise Facebook ist: das eigene Erleben. Es gibt viele Möglichkeiten, gerade auch für Unternehmen.

Bild: Thinkstock / iStockphoto

Checkliste für Messeutensilien

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Beim Aussortieren des Messekoffers stieß ich auf eine Mappe, in der sich die beste Checkliste aller Zeiten befand.

Anlässlich des Firmenjubiläums wollen wir diese gerne teilen:

Checkliste in Checkliste für Messeutensilien

Die Liste hat schon lange ausgedient, Messestände bauen wir längst keine mehr selber. Wie es aber so ist, hat sie sich hartnäckig im Koffer gehalten. Meine Favoriten auf der Liste sind definitiv: Wecker, Leerkassette und Zündhölzer. Haben Sie auch Favoriten? Oder haben wir was vergessen, was Sie immer mit auf Messen genommen haben? Hier darf gerne kommentiert werden.

Ich in Springe und das Blut oder: Mögliche Folgen eines Putztraumas

Zahnfleisch-iStock 000010909378Small2 in Ich in Springe und das Blut oder: Mögliche Folgen eines Putztraumas.
Einer unserer frühen Kunden war ein Anbieter von Lasersystemen für Zahnärzte. Er stellt diese Maschinen nicht selber her, sondern bezog sie von einem Lieferanten in Slowenien oder in der Slowakei – weiß ich nicht mehr genau – klebte sein Firmenlogo drauf und verscherbelte sie an innovative Dentisten der Republik. Davon gab’s Mitte der Neunziger Jahre offenbar noch nicht so sehr viele. Ein Blech mit einem Laserstrahl zu durchtrennen war nichts Besonderes; ein Lippenbändchen hingegen schon.

Da kam er folgerichtig zu Sympra, die wir uns schon seinerzeit das Erklären erklärungsbedürftiger Themen und deren Promotion in den Medien auf die Fahnen geschrieben hatten. Sein konkretes Ansinnen war das Erstellenlassen eines Beitrags über einen seiner Kunden, einen Zahnarzt im niedersächsischen Springe, der frühzeitig die Segnungen des Er:YAG/Nd:YAG-Laser zu schätzen (und zu monetarisieren) wusste. Anwenderreportagen waren früher sehr begehrter Input, den Agenturen an Fachredaktion liefern durften; heute ist dieses Format bei Redakteuren und Lesern nicht mehr ganz so beliebt.

Ich durfte mich dieses Kunden annehmen, wobei ich vorausschicken muss, dass mir medizinische Themen eher weniger liegen. Blut, subkutane Injektionen, Liveberichte aus dem OP sind nicht so meines und können tatsächlich schlimmstenfalls zu kurzen Unterbrechungen meiner Präsenz führen. Im Falle der Laserreportage sollte es ja aber um Technik gehen, um Physik, Mechanik und so – genau mein Thema!

20-Jahre-Sympra 110217 Rz Regular K1 in Ich in Springe und das Blut oder: Mögliche Folgen eines PutztraumasIch fahre also nach Hannover, von dort ins benachbarte Springe. In Marktplatznähe finde ich die Zahnarztpraxis, wo ich schon erwartet werde. Es ist Mittag und der sehr nette Dentist lädt mich gleich zum Mittagessen ein. Es gibt Grünkohl mit Pinkel. Gut genährt starten wir mit dem Briefing – und zwar in der Praxis: 20 Minuten erläutert mir der Herr Dr., warum er in die Lasertechnologie investiert hat, wie er damit bestehende und neue Patienten behandelt und sein Leistungsspektrum erweitert hat. Dann geht es ans Eingemachte: Er erklärt mir die Einsatzszenarien des Laserstrahls anhand von rund 200 Dias, die er von seinen Patienten während der Behandlung geschossen hat. Detailaufnahmen von entzündetem Weichgewebe (Gingiva). Detintubuli, die durch Schmelzabtrag aufgrund einen Putztraumas freigelegt wurden (jemand hatte sich täglich mehr als zehn Mal die Zähne geputzt und sich die Zahnoberfläche regelrecht weggebürstet.). Eitergefüllte Aphthen im hinteren Mundbereich, die in kleinen Stücken weggelasert wurden. Und Schlimmeres.

Ich schaue mir die Dias an der Wand an, aber eigentlich eher daran vorbei. Schreibe nur noch stichwortartig mit. Es nimmt kein Ende. Ich spüre Grünkohl und Pinkel. Denke an die fünf Stunden Rückreise. Schwöre mir, in meinem Leben mich nie mehr auf einen Zahnarztstuhl zu setzen. Versuche, die Diaschau zu verkürzen, indem ich anmerke, ich hätte das Thema soweit durchdrungen. Der Termin scheint kein Ende zu nehmen …

Wochen später erscheint mein umfangreicher Fachartikel im „Dental Magazin“, wunderbar bebildert mit klinischen Fotos aus Springe. Kunde ist glücklich, der Laser-Zahnarzt ebenso. Und ich habe erstaunliches Wissen angeeignet, mit dem ich bei meiner Zahnärztin auftrumpfen konnte. Zudem dürfte ich bei Sympra der Einzige sein, der spontan weiß, wie man das Wort „Aphthe“ richtig schreibt.

Nachklapp: Es sollte mein einziger Beitrag bleiben, bei dem es um blutige Themen geht. Mit dem Wachstum von Sympra fanden sich in den Jahren danach immer wieder Kollegen, die sich gerne mit solchen und anderen Themen beschäftigen. Ich war und bin ihnen dankbar.

Bild: watanyou intachai / iStockphoto

Sympra wird 20.

20-Jahre-Sympra 110217 Rz Regular K in Sympra wird 20.Sind 20 Jahre ein stattliches Alter? Im Vergleich zu den Jubiläen, die Automobilhersteller und -zulieferer jüngst feiern konnten, bestimmt nicht. Betrachtet man die vielen Veränderungen in der Public-Relations-Branche und die teilweise kurzen Lebenszyklen von Geschäftsmodellen, Kooperationen und Unternehmungen, sind wir schon ein bisschen stolz, dass wir auf zwei Jahrzehnte erfolgreichen Arbeitens zurückblicken dürfen.

Einiges hat sich getan seit 1992. Haben wir uns zu Beginn vor allem mit dem Erstellen von Beiträgen für die Fachpresse beschäftigt, stehen heute Public-Relations-Beratung, das Arbeiten mit Medien unterschiedlichster Art (print, online, TV …, 1.0., 2.0, 3D) und Corporate Publishing im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Unsere Reichweite haben wir – dank unserer Mitgliedschaft im internationalen Agenturverbund PRN – auf alle wesentlichen Märkte auf fünf Kontinenten erhöht. Wir sind inzwischen fast 20 Mitarbeiter.

Wir wollen unseren Geburtstag zum Anlass nehmen zurückzublicken. Und zwar auf die ausgefallenen Ereignisse der letzten zwei Dekaden, auf Skurriles, Unglaubliches, Amüsantes, was wir mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern – jeweils tatsächliche und potenzielle – erlebt haben. Einige Begebenheiten haben sich in unser Gedächtnis für alle Zeiten eingebrannt, manche Anekdoten erzählen wir regelmäßig im Kollegenkreis (die langjährigen Mitarbeiter können sie inzwischen auch auswendig …). Wenige waren symprakulturprägend.

In den kommenden Wochen und Monaten erzählen wir an dieser Stelle von diesen Ereignissen und Erfahrungen aus 20 Jahren Agenturalltag. Und wir versprechen: Alle Storys haben sich genau so zugetragen. Wir übertreiben nicht. Wir fügen keine Pointen hinzu. Es ist die ganze Wahrheit.

Stay tuned! Und schon jetzt viel Freude beim Lesen!