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Expertenrunde zu Social Media Newsrooms

Immer mehr Unternehmen erkennen die Möglichkeiten, die sich aus dem Einsatz von Social Media für Kommunikation, Marketing und Kundenservice ergeben. Eine geeignete Plattform für die 2.0-Aktivitäten sind Social Media Newsrooms. Wie diese idealtypisch aussehen, habe ich diskutiert zusammen mit David Nelles von der Virtual Identity AG, dem Consultant und Coach Jan-Hendrik Senf,  dem Kommunikationsberater und Reputation Manager Klaus Eck, Thomas Pfeiffer (Online-Konzeptioner, 2. Vorsitzender des Twittwoch e.V. und Webevangelisten.de-Blogger) und Bernhard Jodeleit von fischerAppelt, relations. Einberufen wurde die Expertenrunde von der Münchner Softwareschmiede myON-ID Media, die unter anderem den Sympra-Newsroom programmiert hat.

In der Serie „Experten erklären den Social Media Newsroom“ gehen wir auf Fragen ein wie „Was ist ein Social Media Newsroom und wie funktioniert er?“ oder „Wodurch unterscheidet sich der Social Media Newsroom von einem Blog?“. Wir sprechen aber auch darüber, für welche Unternehmen der Einsatz eines Social Media Newsrooms sinnvoll ist und wie dieser mit der klassischen PR zusammen wirkt.

Die Serie mit den Expertenbeiträgen findet man im Blog von myON-ID.

Zum ersten Mal auf einer LAN-Party – und dann gleich eine mit LTE

Auch mit fortgeschrittenem Alter gibt es immer noch eine Menge Dinge, die ich noch nie gemacht habe, zum Beispiel eine LAN-Party besuchen. Da kam mir die Einladung unseres Kunden Alcatel-Lucent gerade recht: Am vergangenen Wochenende fand die erste LTE&LAN-Party auf dem Campus des Unternehmens statt und ich sollte darüber berichten.

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LAN-Partys, das sind diese Events, bei denen sich einige Hundert junge Menschen mit ihren PCs in einer Turnhalle einschließen, sich von Pizza und Cola ernähren und sich nach 48 Stunden Dauergedaddel mit schwarzen Ringen unter den Augen und ihrem PC unterm Arm wieder auf den Heimweg machen. Warum man sich zum Computerspielen real treffen muss, wenn das Ganze doch sowieso virtuell und über das Web vonstatten gehen kann, hatte ich mich schon immer gefragt. Also, ab nach Zuffenhausen!

Gaming gehört zu den Anwendungen, die zu dazu beitragen, dass die Telekommunikationsinfrastruktur immer schneller und leistungsfähiger ausgebaut werden muss. Anspruchsvolle Grafik und komplexe Spielverläufe erfordern hohe Bandbreiten und kurze Reaktionszeiten des Netzes. Bislang waren fürs Spielen immer Kabel notwendig, künftig werden auch in Mobilfunknetzen Autorennen, Fußballspiele oder Verfolgungsjagden überall am Notebook möglich sein. Dafür soll LTE (Long Term Evolution) sorgen, die 4. Generation (4G) von Mobilfunksystemen, eine Weiterentwicklung der UMTS- und HSDPA-Technologie. Sie ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s im Downlink (Daten aus dem Web übertragen) und bis zu 50 Mbit/s im Uplink (Daten über das Web zum Server übertragen). Die sogenannte Latenzzeit, also die Wartezeit bis eine Aktion im Netz ausgeführt wird, beträgt gerade einmal 10 Millisekunden – im Vergleich zu 60 Millisekunden im derzeitigen Mobilfunknetz. Dies ist gerade für Gamer wichtig, denn die Positionsdaten müssen zwischen den Spielpartnern sehr schnell ausgetauscht werden, damit diese genau wissen, wo sich wer gerade bewegt. Die hohen Bandbreiten sind nötig, damit Bewegungen ruckelfrei und die virtuellen Welten mit vielen Details dargestellt werden können. Die Besonderheit der LAN-Party bei Alcatel-Lucent war also, dass zehn der Notebooks mit LTE-Modems ausgestattet waren, also via Mobilfunk in das Spielgeschehen eingebunden waren.

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Der große Konferenzzentrum im Alcatel-Lucent-Headquarter war so möbliert, wie man es von LAN-Partys her kennt: lange Tischreihen, an denen die Teilnehmer vor ihren mitgebrachten PCs, Laptops und Monitoren saßen. So, wie jeder Radfahrer sein spezielles Bike hat, jeder Kegler seine Schuhe und jeder Minigolfspieler seine persönlichen Schläger, so bringt auch hier jeder Gamer sein ganz besonderes Equipment mit: Der eine schwört auf seinen PC mit gewaltigem Towergehäuse, der andere nutzt eine Tastatur, die ungefähr doppelt so viele Tasten hat wie meine, der nächste bringt einen Riesenmonitor mit, wieder ein anderer kann am Besten mit einem Röhrenbildschirm. Die Gamermaus, das habe ich auch gelernt, ist grifffest durch gummibeschichtete Kanten, extrem genau, hat mehrere Umschalter für die Bewegungsgeschwindigkeit und lässt sich durch Einsetzen von Gewichten ganz den individuellen Bedürfnissen anpassen.

Ich versuche mich in einem Autorennen an einem mit LTE-Modem ausgestatteten Notebook. Wie ich mitbekomme, spielt mit mir Michael, eine Tischreihe vor mir, und ein weiterer Spieler, den ich im Raum nicht ausmachen kann. Ich bin überhaupt nicht rennerfahren und so ist Michael schon im Ziel, als ich noch im ersten Drittel der Strecke von Leitplanke zu Leitplanke schlittere. Meine drei Finger bewegen sich wahrscheinlich nicht halb so schnell auf den Cursortasten wie die von Michael. Im vierten Rennen lande ich auf Platz zwei, denn Michael schaut parallel zum Rennen ein Video in HD-Qualität an. Neben mir beschäftigt sich eine junge Dame gerade damit, zusammen mit einigen phantastischen Wesen eine Stadt aufzubauen, gleichzeitig die benötigten Ressourcen zu beschaffen, gleichzeitig Dinge zu verkaufen und gleichzeitig das Land gegen unflätige Angreifer zu verteidigen. Das geht alles arg schnell, der Bildschirm zeigt nicht nur die Landschaft aus unterschiedlichen Perspektiven, sondern auch ein ganzes Dashboard an Diagrammen, Anzeigen und Statusanzeigen, die sich, wenigstens gefühlt, ununterbrochen verändern. Die Dame spielt aber seelenruhig; ich mutmaße, dass sie über ihren Kopfhörer entweder sanfte Klänge oder das furchtbare Säbelrasseln der Angreifer hört. Ach ja: Einen Kopfhörer haben sie fast alle auf – entweder um Musik zu hören oder um den Mitspielern im eigenen Team, dem Clan, Anweisungen zu geben oder vielleicht auch nur, um die heftige Musik im Raum etwas zu dämpfen.

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Faszinierend ist die gute Stimmung bei allen fast 40 Gamern. René erklärt mir, wie toll das gemeinsame Spielerlebnis in der Gruppe ist, wie schön, sich mit Freunden und Gleichgesinnten zu treffen und im sportlichen Wettkampf gegeneinander anzutreten. Ich glaube ihm das und kann mir vorstellen, dass es wirklich viel Spaß macht, 30 Stunden mit kurzen Unterbrechungen mit- und gegeneinander zu spielen, zwischendurch was zu essen (der Veranstalter hat dafür gesorgt, dass es nicht nur Pizza gibt) und zu trinken (Cola war schon nach kurzer Zeit alle), oder auch mal im Ruheraum nebenan eine Weile zu schlafen.

Die Spieler sind alle mindestens 18 Jahre alt, was für manche Spiele auch dringend erforderlich ist. Jüngere Spieler oder die Kinder von älteren Spielern haben im Vorraum die Möglichkeit, sich als Guitar Hero zu versuchen oder mithilfe der Wii zu kegeln und zu golfen.

Sicher: Nicht jedes Computerspiel gehört in die Kategorie „besonders wertvoll“, und als Erziehungsberechtigter betrachtet man einige Spiele kritischer als dies der eine oder andere Gamer tut. Ich habe bei meinem Partybesuch aber gelernt, dass es auch eine Menge richtig toller, zum Teil sehr komplexer und anspruchsvoller Spiele gibt; Spiele, die man zusammen mit Menschen spielt, die man soeben zum ersten Mal live getroffen hat und mit denen man nun ein Team bildet. Die Funktionalität und Optik der Spiele sind faszinierend, zum Teil haben sie fast Spielfilmqualität.

Für unseren Kunden Alcatel-Lucent ist die Veranstaltung ebenfalls eine interessante Erfahrung, denn die Ingenieure, die die Infrastruktur für die Party aufgebaut haben, können demonstrieren, dass das LTE-Mobilfunknetz den hohen Anforderungen der Spieler standhält. Damit sind die Grundlagen dafür gelegt, dass Onlinegames künftig nicht mehr an den großen PC zu Hause (oder im Büro) gebunden sind. Notebooks, Smartphones und Tablet-PCs sind das Gamerequipment von morgen.

Read the story on Alcatel-Lucent’s corporate blog: http://bit.ly/bg1nk9

MIKI – ein neues Format für das Social Web

Vor ein paar Wochen traf ich Marc Frey, Vorstand der IntelliMedia AG, der mir sein neuestes Baby vorstellte: MIKI. Am Ehesten ließe sich dieses beschreiben als eine Kombination aus Slideshare-Präsentation und YouTube-Video, zu bewegen per Wischen, wie man es vom iPhone her kennt, und integrierbar in Websites, Blogs und andere Web-2.0-Plattformen.

Auf der Website www.my-miki.de geht’s los! Für private Zwecke ist die Registrierung kostenfrei, für kommerzielle Anwendungen fallen Kosten an. Die Plattform bietet ein umfangreiches Layoutprogramm, mit dessen Hilfe ich die einzelnen Seiten meines MIKIs gestalten kann. Hierzu kann ich Bilder, Grafiken, selbst Videos importieren, Textfelder einbauen, Hintergründe basteln. Auf jeder Seite links oben fixiert erscheint das Unternehmenslogo oder eine andere Wort-Bild-Marke. MIKIs können beliebig viele Seiten umfassen, die miteinander verkettet sind. Attraktiv ist die Möglichkeit, auf den Seiten anklickbare Links zu Websites, Mailadressen oder Webshops einzubauen. Letzteres bietet sich zum Beispiel an, wenn Kleidung oder Accessoires eines abgebildeten Models per Mausklick bestellt werden sollen.

Die MIKIs werden auf Websites eingebettet – physikalisch liegen sie auf dem MIKI-Server,  vergleichbar mit den Videos auf dem YouTube-Server. Dies hat den großen Vorteil, dass der MIKI-Autor oder -Gestalter stets Herr der Inhalte bleibt, sein MIKI also zentral ändern kann; jede Korrektur oder Aktualisierung ist in allen einbetteten MIKIs im Web sofort wirksam. So läuft man nicht Gefahr, dass Seiten verfälscht oder aus dem Gesamtzusammenhang gerissen werden.

Neben dem Einbetten von MIKIs ist eine sehr interessante Möglichkeit, einzelne Seiten aus anderen MIKIs in ein eigenes MIKI zu verlinken. Überträgt man diese Funktion auf YouTube, dann wäre das so, als könnte ich mir aus unterschiedlichen Filmen Szenen nach Belieben zu einem eigenen Video “remixen”. Trotzdem behält der Urheber des ursprünglichen MIKI die volle Kontrolle. Somit ist das MIKI ein echtes Content-Mashup. Mit dieser Funktionen lassen sich übrigens gerade für Marken attraktive Plattform-Projekte in Richtung “Brand Communities” realisieren.

„MIKIs sind eine interessante Form, um z. B. auch Inhalte von Printmedien ansprechend und eigenständig im Web zu präsentieren und über Social Media zu verteilen. Das horizontal angelegte Format kommt bei Designern und Grafikern gut an“, erklärt Marc Frey. „MIKIs müssen dabei keineswegs Printprodukte substituieren oder sich von ihnen ableiten. So gibt es immer mehr Nutzer, die mit dem MIKI ganze Webseiten erstellen, ja sogar Landingpages.“ Weiterer Pluspunkt: Alle MIKIs stehen auch auf www.my-miki.de zum Anschauen bereit, mit Möglichkeit zum Bewerten und Empfehlen sowie mit einem Counter, der die Anzahl der Zugriffe anzeigt.

Meine Kollegen und ich waren spontan begeistert von MIKI, und wir haben die ersten eigenen erstellt. Um einen Eindruck zu bekommen, wie das Ganze funktionieren, empfehle ich die Lektüre unseres MIKIs über internationale Öffentlichkeitsarbeit, der auf einem von unserer Grafikerin Ulla Sachs gestalteten Flyer basiert:

Schön sind auch die MIKIs zum CWF 2009 und zur re-publica 2010.

Ich glaube, dass dieses neuartige Format eine Menge Potenzial für die Darstellung und Verbreitung von Inhalten im Web bietet, und empfehle, sich die MIKIs mal genauer anzuschauen. Für Fragen stehen wir bei Sympra gern zur Verfügung. Und natürlich auch, wenn es darum geht, einen MIKI zu gestalten. Anruf (0711/ 947670) oder Mail genügt!

Ciber lavanderia

Cyberlavanderia in

Eigentlich eine gute Idee, was sich der Betreiber des Waschsalons (”lavanderia”) in Tapachula, Chiapas, Mexiko, einfallen ließ: Wer warten muss, bis seine Wäsche fertig ist, kann ja eine Weile surfen. Überhaupt steht das Internet hier hoch im Kurs, wie ich über Pfingsten erneut erleben konnte: Nachbarschaftsläden, Eisdielen, einfache Hotels – alle bieten sie Internetzugang an, meist kostenlos. Sogar am Flughafen konnte ich für umme surfen. Und um mich herum ohne Ausnahme Menschen mit iPhone, Blackberry oder zwei (!) Handys. In Facebook ist so ziemlich jeder; kaum eine Anzeige ohne Hinweise auf den Twitteraccount des Inserenten.

Apropos Twitter: Wir wurden vom Tropensturm Agatha heftig erwischt, der insbesondere in Guatemala starke Verwüstungen angerichtet hat. Wie die Lage in der Region war und welche Straßen noch passierbar waren und welche nicht mehr, erfuhr ich über Tweets mit #Agatha. Auch die offiziellen Meldungen der Sicherheitsbehörden und Aufrufe zum Blutspenden wurden getwittert; die Sondersendungen im Fernsehen beriefen sich ebenfalls auf Twitter.

Und parallel dazu: die Tweets zum #ESC. Dem konnte hier jedoch niemand so recht etwas abgewinnen …

E-Learning meets 3D – die Videos

Zu unserem Projekt “Weiterbildung in Second Life”, das wir in Zusammenarbeit mit der Hochschule Heilbronn und der MFG Baden-Württemberg durchführen, gibt es jetzt zwei Videos, erstellt von den Studierenden des Studienganges Electronic Business. Die nächsten Vorlesungen finden am 1. und 8. Juni statt. Informationen unter http://forschungsprojekt2010.hs-heilbronn.de.

Schwarm, twittere uns ein Lexikon!

Vor ein paar Wochen haben wir an dieser Stelle über die Crowdsourcing-Plattform Aardvard („Erdferkel“) berichtet, die hilft, Fragen zu x-beliebigen Themen von der Webcommunity beantworten zu lassen. Nun ist uns Twick.it aufgefallen, auch eine Schwarmintelligenzplattform, die Elemente von Wikipedia und Twitter verknüpft. Wie das geht, dazu haben wir den Twick.it-Gründer Sean Kollak befragt.

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Die Twick.it-Macher Markus Möller und Sean Kollak.

Sean, Twick.it ist eine „Mitmach-Enzyklopädie“ wie Wikipedia. Was unterscheidet die beiden Konzepte voneinander?
Viel. Der wichtigste Unterschied ist die Begrenzung der Erklärung bei Twick.it auf 140 Zeichen. Außerdem arbeiten bei Wikipedia mehrere Redakteure gemeinsam an der Verbesserung eines Artikels. Das führt nicht nur zu sehr langen Artikeln, sondern auch oft zu Streit, dem so genannten Edit War. Bei Twick.it kann jeder zu jedem Thema eine Erklärung erstellen. Die Masse der Nutzer entscheidet über die beste Erklärung. Es gibt also verschiedene Erklärungsansätze zu einem Thema. Um unnötige Löschdiskussionen auszuschließen, gibt es bei Twick.it keine Admins und nur die Nutzer bestimmen, was relevant ist.  Es muss auch nicht alles nach einem neutralen Gesichtspunkt formuliert werden oder durch Referenzen in klassischen Medien nachgewiesen werden. Gerne darf auch auf Blogs und andere ungewöhnliche Quellen verlinkt werden. Außerdem gibt es keine Hyperlinks, die von Autoren angelegt werden, sondern semantische Verknüpfungen , die von der Erklärmaschine automatisch generiert werden. Schließlich kann der Leser mit dem Twick.it Tool Tipp zu jedem Wort eine Erklärung anzeigen lassen.

Warum sind Twick.it und ähnliche Plattformen so erfolgreich?
Weil die Nutzer sich selbst einbringen können. Viele Menschen verspüren den Wunsch, Spuren im Netz zu hinterlassen. Dahinter stecken sicher nicht nur altruistische Motive, wie Wissen teilen, sondern auch der Wunsch, eine Reputation aufzubauen. Schließlich bieten Twick.it und andere Plattformen Möglichkeiten, mein Hobby und meine Interessen mit der ganzen Welt zu teilen. Und es basiert auf freiwilliger Basis: Jeder bringt nur so viel in das Projekt ein, wie er will. Jede kleine Erklärung und jede Bewertung ist ein wichtiger Bestandteil eines Wissens-Puzzles, das mit der Zeit gigantisch groß wird.

Werden die einzelnen Beiträge noch einmal von Euch gelesen, bevor sie online gehen?
Nein. Jeder Beitrag ist sofort online, wenn er keine Wörter enthält, die auf der schwarzen Liste stehen.

Kann das gutgehen?
Ja. Denn Twick.it basiert auf dem Prinzip der Selbstregulierung Jeder Nutzer kann mit einem Klick Missbrauch melden. Es ist zwar einfach, Mist zu schreiben, aber es ist noch einfacher, ihn wieder rauszuschmeißen bzw. abzuwerten. Trolle haben also wenig Spaß an Twick.it.

Gibt es Fälle von Beleidigungen oder ähnlichem?
Nein. Wir sind überrascht, wie positiv und konstruktiv die Plattform genutzt wird. Auch die Qualität der Erklärungen ist erstaunlich hoch. Der Grund liegt vermutlich darin, dass sich Nutzer bei uns anmelden müssen. Nur wer angemeldet ist, kann auf der Plattform aktiv werden und Erklärungen formulieren oder bewerten. Ein weiterer Grund ist, dass es bei uns keine Diskussionsseiten und keine Administratoren gibt. Es geht einzig und allein um die Themen und deren möglichst präzise Erklärung. Außerdem kann niemand sehen, von wem er positiv oder negativ bewertet wurde. So kann auch keiner beleidigt sein.

Kann so etwas bei der Menge an Einträgen überhaupt kontrolliert werden?
Ja. Viele Augen sehen viel. Eine der Twick.it-Seiten, die am häufigsten aufgerufen wird, ist eine Auflistung der letzten 50 Erklärungen.  Diese Liste kann nur über die Pinnwand erreicht werden. Wir sehen daran, dass viele Nutzer Neueinträge kontrollieren. Außerdem kann jeder Nutzer RSS-Feeds zu seinen Lieblingsthemen abonnieren und sich so auf dem Laufenden halten.

Gibt es besonders verwunderliche Einträge?
Einige, aber nicht viele. Da beschreibt einer „Fliege“ so: „Bsssssssssss“. Oder „Jesus“ als „historischen Schuhdesigner – Marke Jesuslatschen“ – ein Klassiker und eine Anspielung auf den Film „Das Leben des Brian“. Solche Beschreibungen werden natürlich nie an erster Stelle im Ranking erscheinen, aber sie vervollständingen das Bild. Anders gesagt: Um Sinn definieren zu können, muss man auch wissen, was Unsinn ist. Ganz stark ist Twick.it übrigens bei Fachbegriffen aus dem Marketing, regionalen Begriffen und Neudeutsch. In welcher Enzyklopädie findet man schon eine kurze, knackige Erklärung für Hübbelbummler, Landpomeranze, Lustorgel, weißwählen oder Morgenlatte?

Und wie finanziert sich denn Euer Projekt?
Gar nicht. Markus und ich sehen das einfach als ein teures Hobby an. Wenn wir weiter wie bisher wachsen, wird aber eher früher als später der Punkt kommen, an dem wir auf diese Frage auch eine Antwort präsentieren müssen. Twick.it öffnet uns im Moment viele Türen, bringt uns mit vielen Menschen zusammen, hat neue Freundschaften entstehen lassen. Das sind Dinge, die man nicht bezahlen kann.

Ich stelle mir vor, dass der Betrieb von Twick.it recht arbeitsaufwendig ist. Wie viel Zeit verbringt Ihr mit dem Auf- und Ausbau des Online-Lexikons?
Jede freie Minute. Aber wenn man Spaß an einer Sache hat, ist das nicht weiter tragisch. Twick.it ist mein Baby und ich will, dass es groß und stark wird. Genau wie bei meinen „richtigen“ Kindern, frage ich mich immer, wie ich es zum jetzigen Zeitpunkt am besten fördern kann. Das Problem ist, dass die ToDo-Liste jeden Tag länger wird und wir uns auf die wichtigsten Baustellen konzentrieren müssen. Immerhin machen Markus und ich bisher alles allein: Programmierung, Support, Kommunikation, Ideenmanagement…

Was habt Ihr als nächstes vor? Wie sieht die Zukunft für Twick.it aus?
Das hängt davon ab, ob es uns gelingt, eine kritische Masse an Nutzern anzusprechen und eine kleine Community zu schaffen. Falls das klappt – und im Augenblick sieht es ganz gut aus – dann wird Twick.it in naher Zukunft auch in anderen Sprachen online gehen. Darüber hinaus werden wir schon bald eine mobile Website für Smartphones rausbringen. Davon erhoffen wir uns noch mal einen tüchtigen Schub. Das Erfolgsprinzip ist ganz einfach: Je mehr Erklärungen wir sammeln, desto größer ist die Relevanz – auch bei Suchmaschinen – und desto mehr Leute machen mit. Wir hoffen auch, dass immer mehr externe Webseiten unseren Tool Tipp als externes Glossar nutzen. Damit bekommt der Leser die Erklärung auf den Bildschirm – ohne die aktuelle Website verlassen zu müssen.

Zum Abschluss: Wie kamt Ihr eigentlich auf die Idee, das Projekt zu starten?
Wir haben schon länger nach einer Möglichkeit gesucht, eine Web 2.0-Anwendung zu realisieren. Der entscheidende Impuls kam jedoch – wie so oft – ganz zufällig. Durch die Mail von einem Kollegen. Eigentlich war es nur eine Schnapsidee: Kann man die Usability von Twitter mit der enzyklopädischen Struktur von Wikipedia vereinen? Je mehr wir darüber nachdachten, umso mehr Potenzial haben wir darin entdeckt. Also haben wir recherchiert, ob nicht schon jemand die gleiche Idee hatte. Da dies nicht der Fall war, haben wir sofort losgelegt.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg, Sean!

Am Besten gleich selber mal ausprobieren: www.twick.it.

Frag’ das Erdferkel!

Wenn ich morgens – egal ob um 6.00 oder 9.30 Uhr – meinen Rechner hochgefahren habe und Twitter oder Tweetdeck öffne, sehe ich täglich weit über ein Dutzend Tweets à la „Guten Morgen, liebe Twitterer!“ oder „Hallo Welt – bin da!“. Twitter kennt ja viele Spielregeln und jeder Zwitscherer hat so seine ganz eigenen Nutzungsgewohnheiten. Ich habe mich aber doch immer wieder gefragt, ob hinter diesen Guten-Morgen-Meldungen mehr steckt: Vielleicht der Geheimcode einer Twitter-Subcommunity? Oder eine Netiquette, die ich seit Jahren missachte?

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Ich wollte es genau wissen. Dazu habe ich mich des Dienstes Aardvark bedient. Dieser verbindet Freunde miteinander, um ungelöste Fragen schnell zu klären. Ich gebe meine Frage ein – vorsichtshalber auf Englisch: „Why do people twitter ‘Good morning, dear Twitter community!’ when they start their day? Does this make any sense?“ Diese Frage schickt Aardvark nun an die Community, genauer gesagt: an ausgewählte Menschen, die sich hier mit einem Expertenprofil registriert haben. Sie haben z. B. angegeben, dass sie sich zum Thema „Twitter“ auskennen und dass sie gern bis zu dreimal am Tag für Antworten auf Aardvark-Fragen zur Verfügung stehen. Klassisches Crowdsourcing also.

Aardvark recherchiert nicht in Datenbanken von Suchmaschinen, sondern befragt Personen, die sich als Experten bei Aardvard registriert haben. (Ich bin dort übrigens auch zu ein paar Themen „Experte“ und wurde auch schon um Tipps gebeten.) Aardvark kann via E-Mail, Instant Messenger, Twitter und über das iPhone genutzt werden, sowie über die Website vark.com. Im Februar 2010 hat Google das Unternehmen übernommen, seither kann man auch sein Google Profil in Aardvark einbinden.

Die Antworten kommen in der Regel innerhalb von 5 Minuten, bei mir ging’s noch schneller. Ross aus New York schreibt mir nach knapp zwei Minuten:

There are several kinds of twitter people. One group uses it for business… and then there are the people who have verbal diarrhoea who think everyone wants to read what they have to write. It’s those people that typically say things like “Good morning twitter.”

Zwei Minuten erreicht mich eine Mail von Martin aus Manchester:

That’s the way they choose to use Twitter. Not the way I’d do it but you don’t have to follow them if they annoy you by doing it Icon Smile in

Beneidenswert, was Lee ebenfalls aus New York, eine Minute später dazu weiß:

I’ve never seen anyone do that

Zwei weitere Minuten später Brian aus Dedham:

There is a community of Twitter users. For some, it is as important as their real life communities. For them, it is like walking into the office and saying good morning to everyone.

Und schließlich noch Anne aus München:

Tja, dann wissen die “Follower”, dass derjenige jetzt auch da ist und man kann ihn direkt mit privaten Nachrichten und ähnlichem bombardieren… So seh ich das. Ich mach es selber aber nicht und halte es auch für relativ überflüssig.

Nach acht Minuten habe ich also Gewissheit:

a) Crowdsouring funktioniert! Das Erdferkel (engl. aardvark) hat ganz Arbeit geleistet.

b) Die Guten-Morgen-Tweets sind wohl tatsächlich weitgehend sinnfrei. Wenigstens wussten die Aardvark-Experten auch nicht mehr als ich. Beruhigend.

Wer es selber mal ausprobieren will: www.vark.com. Registrieren und fragen. Oder antworten. Beides macht Spaß und ist hilfreich.

Nachtrag: Gerade habe ich diesen Beitrag fertig gestellt, da treffe ich auf http://twick.it, eine Art Kombination aus Wiki und Twitter. Das nächste Crowdsourcing-Tool …

(Bild: www.zoo.saarbruecken.de)

DRPR stellt Vorschlag zur Richtlinie Online-PR vier Wochen öffentlich zur Diskussion

Für vier Wochen stellt der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) seinen Vorschlag zur Richtlinie zur Online-PR im Internet unter der Adresse http://drpr-onlinerichtlinie.posterous.com öffentlich zur Diskussion. „Während die bisherigen Richtlinien im Wesentlichen in Expertenkreisen erarbeitet wurden, wollen wir hier den öffentlichen Dialog, insbesondere mit der Internetszene suchen. So können wir einerseits etwas dazu lernen und andererseits auch Unterstützer für mehr Transparenz und Absenderklarheit im Web gewinnen“, erläutert Ratspräsident Richard Gaul das Vorgehen.

Vier Wochen lang wird der Rat Anregungen und Vorschläge sammeln und sich auch der Diskussion im Internet stellen. Die Erkenntnisse werden dann von einem Redaktionsteam in eine Endfassung eingebaut. Diese wird wiederum on- und offline veröffentlicht und dann für die Spruchpraxis des DRPR bindend sein.

Der DRPR wird getragen von allen wesentlichen Organisationen der PR-Branche, dem BdP, der GPRA (in der Sympra Mitglied ist), der DPRG und der degepol. Der DRPR ist ein Organ der freiwilligen Selbstkontrolle und arbeitet nach den bestehenden Codizes wie dem Code d’Athène und Code de Lisbonne. Für spezielle Themen erarbeitet der Rat einzelne Richtlinien, um so einen besseren Leitfaden für die eigene Spruchpraxis zu haben und gleichzeitig für die interessierte Öffentlichkeit, Unternehmen und Agenturen transparent zu sein. Die Richtlinie zu PR in digitalen Medien und Netzwerken ist die siebte Richtlinie des DRPR.

Der Deutsche Rat für Public Relations wurde 1987 als Organ der freiwilligen Selbstkontrolle der in Deutschland tätigen PR-Fachleute gegründet. Seine Träger sind die Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V. (DPRG), die Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. (GPRA), der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) und die Deutsche Gesellschaft für Politikberatung (degepol). Der DRPR hat kommunikatives Fehlverhalten gegenüber der Öffentlichkeit zu ahnden und ist darin eine dem  Deutschen Presserat und dem Deutschen Werberat vergleichbare Institution. Wie die anderen Räte spricht er öffentliche Rügen und Mahnungen aus, erlässt Verhaltensrichtlinien und nimmt zu kommunikativen Fehlentwicklungen in der Öffentlichkeit Stellung.

Sympra-Geschäftsführer Helmut v. Stackelberg ist Mitglied im DRPR.

3D reloaded: Forschungsprojekt mit der Hochschule Heilbronn und der MFG Baden-Württemberg

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Der erste Second-Life-Hype ist zwar vorbei. Den 3D-Welten steht aber noch eine große Zukunft bevor – davon bin ich überzeugt, spätestens seit meiner ersten Vorlesung in der 3D-Welt Twinity. Daher wollen wir erneut ein 3D-Projekt mit der Hochschule Heilbronn angehen, diesmal unterstützt durch die MFG Baden-Württemberg. Ziel einer Seminarreihe ist es, die Möglichkeiten zur Weiterbildung anhand verschiedener Lern- und Trainingsszenarien  für  Fach- und Führungskräften auf der virtuellen 3D-Internet-Plattform Second Life zu testen. Gleichzeitig wollen die Partner aufzeigen, wie Veranstaltungen im Web durch PR- und Social-Media-Aktivitäten bekannt gemacht werden können. Thematisch geht es in der virtuellen Weiterbildungsreihe um „Einsatzpotenziale von Social Media sowie 3D-Internet für Marketing, PR und Vertrieb “. Prof. Dr. Sonja Salmen vom Studiengang Electronic Business von der Hochschule Heilbronn will mit dem Projekt ihre Studierenden auf die neue innovative selbstgesteuerte Lern- und Trainingsszenarien aufmerksam zu machen und erste Erfahrungen zu sammeln.

Das Projekt soll Antworten auf folgende Forschungsfragen geben:

  • Lassen sich Interessenten für die Teilnahme an einer virtuellen Weiterbildung im 3D-Internet durch Web 2.0- und 3.0-Techniken generieren?
  • Führen Social Marketing Maßnahmen zu einer Teilnahme von mittelständischen Unternehmen an den Veranstaltungen? Wenn ja, welche?
  • Stellen innovative virtuelle Lern- und Trainingsszenarien einen Anreiz dar, 3D-Welten wie Second Life kennenlernen zu wollen?
  • Wie wird die virtuelle Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte als Personalentwicklungsinstrument von den teilnehmenden Unternehmen eingeschätzt?

Stattfinden werden die Seminare im MFG Innovation Park, den die MFG Baden-Württemberg im Rahmen des Virtual Worlds Lab seit Frühjahr 2007 betreibt. Die MFG verfolgt damit das Ziel, praxisnahe und -relevante Themen aus dem Bereich Virtuelle Welten frühzeitig wissenschaftlich zu bearbeiten, die Kommerzialisierungspotenziale der Hochschulen zu realisieren und den Wissenstransfer sowohl zwischen den involvierten wissenschaftlichen Disziplinen als auch in die Politik und Wirtschaft sicher zu stellen.

Bis Mitte Mai werden die Studierenden ein crossmediales Kommunikationskonzept für die virtuelle Weiterbildungsreihe entwickeln und umsetzen. Hier können sie von unseren Erfahrungen bei der Öffentlichkeitsarbeit für Veranstaltungen wie DemokratieZweiNull und den KNOW HOW Bildungskongress profitieren. Die Seminarreihe startet am 11. Mai 2010 um 18.00, wenn ich in dem von der Arbeitsgruppe gestalteten 3D-Classroom über Einsatzmöglichkeiten von Social-Media-Marketing im Mittelstand referiere. Interessenten können bei den Vorlesungen gerne dabei sein; Informationen dazu senden wir zu – bitte hier anfordern.

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Sind wir reif?

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Eine junge Zeitung, die ihre Konkurrenz nicht länger in anderen Tageszeitungen sieht, sondern in den immer erfolgreicheren Online-Angeboten. Eine kritische Zielgruppe, die mehr Zeit im Netz verbringt, als in jedem anderen Medium. Eine authentische Kampagne, die ein großes Kulturphänomen aufgreift: unser alltägliches Verhalten im Umgang mit einem Medium, ohne das wir alle nicht mehr leben können. Es geht um die WELT KOMPAKT. Die Sympra-Partneragentur DORTEN hat hierfür eine sehr bemerkenswerte Strategie und Kampagne entwickelt. Dazu ein kurzes Interview mit DORTEN-Geschäftsführer Christian Schwarm.

Christian, bislang fiel DORTEN gerade nicht mit klassischen Werbekampagnen auf. Wie passt das zu Eurer Positionierung?
Wer wirklich frei und medienunabhängig denkt, darf die klassischen Kanäle natürlich nicht ausschließen. Unsere Kunden schätzen uns gerade dafür, dass wir das Marketing-Spielfeld maximieren und in den meisten Fällen ungewöhnliche Wege mit ihnen gehen. Aber selbst diese sind ja kein Selbstzweck. Es ist unser wichtigster Anspruch, dass wir zunächst immer die richtige Strategie und die beste Idee entwickeln und erst dann nach den angemessenen Kanälen und Medien schauen. Genau so sind wir auch in diesem Fall vorgegangen: Wir halten es für die richtige Strategie, diese Zeitung Menschen nahezubringen, die vielleicht gar keine Tageszeitung mehr lesen. Und wir glauben fest daran, dass wir in dieser Kampagne ein interessantes Kulturphänomen bespielen oder sogar “besprechen”, welches noch nicht ausreichend beachtet wird. Dieses Phänomen – nämlich unser sich andauernd veränderndes, manchmal sogar unbewusstes Verhalten im Umgang mit dem Internet – ist in diesem Fall das Kommunikationsformat, nicht die daraus resultierenden Anzeigen, Plakate oder TV-Spots. Unser (übrigens sehr ehrgeiziges) Ziel ist es, mit dieser Kampagne eine hoffentlich kontroverse Diskussion über unsere Medienmarotten und über unsere Medienkompetenz auszulösen: Wir alle lieben das Internet, aber sind wir ihm wirklich schon gewachsen? Beherrschen wir noch das Medium oder das Medium längst uns? Um aber in unserer Gesellschaft einen solchen Dialog anzustoßen, braucht es sicher eine treffsichere Flanke. Und die kommt in diesem Fall auch über ganz klassische Kanäle.

Was unterscheidet diese Kampagne Eurer Ansicht nach von herkömmlicher Werbung?
Am Ende hoffentlich die Wirkung … schließlich geht es unterm Strich darum, Menschen für dieses neue Zeitungskonzept zu begeistern und als Leser zu gewinnen. In der Machart sind wir uns treu geblieben und konnten zum Beispiel den jungen Künstler und Fotografen Sascha Weidner für eine Zusammenarbeit gewinnen. Die meisten Motive stammen aus seinem umfangreichen Bilderfundus. Sascha fotografiert seit Jahren sein Umfeld, seine ungestellte Realität. Genau das hat uns an seinen Fotos gereizt. Den größten Teil des Grundlagenmaterials für die Kino- und TV-Spots haben wir bei Youtube gefunden und dann den entsprechenden Macher kontaktiert. Unsere Sprecherin ist selbst Teil unserer Zielgruppe und steht hinter dem, was sie da erzählt. Und sogar die Musik für die Radiospots stammt von zwei jungen ausländischen Künstlern und eben nicht von irgendwelchen Reklamekomponisten. Darüber hinaus ist es ganz und gar nicht selbstverständlich, dass ein Kunde den Mut hat, in einer Kampagne nicht von sich selbst oder seinem Produkt zu sprechen, sondern stattdessen gesellschaftliche Verhaltensänderungen beschreibt. Diese fast schon journalistische Vogelperspektive macht die Kampagne für uns zu etwas Besonderem. Übrigens trägt die Redaktion der WELT KOMPAKT das einhundertprozentig mit. Es werden viele Artikel in der Zeitung erscheinen, die unser aller Internet-Verhalten zum Inhalt haben werden und dieses – wie auch die Kampagne – liebevoll, mit großem Augenzwinkern aber eben nicht unkritisch begleiten.

Von Dorten stammt auch der neue Kampagnen-Claim der WELT KOMPAKT: “Kurz. Anders. Gedruckt.” Ist es überhaupt sinnvoll, einer internet-orientierten Zielgruppe noch bedrucktes Papier verkaufen zu wollen?
Ich glaube definitiv nicht daran, dass das Internet alle Tageszeitungen verdrängen oder gar überflüssig machen wird. Allerdings: unser Medienkonsum verändert sich mit einem unglaublichen Tempo und jede Tageszeitung sollte sich heute ein paar ganz grundsätzliche Fragen stellen, zum Beispiel, ob sie noch in das Leben ihrer Wunschleser passt – inhaltlich wie funktionell. Die WELT KOMPAKT hat sich in den letzten Jahren antizyklisch, also gegen den schwierigen Tageszeitungsmarkt toll entwickelt und scheint daher vieles richtig zu machen. Unser Kampagnenclaim soll genau das transportieren: Diese Zeitung informiert ihre Leser schnell und übersichtlich, sie präsentiert andere, viel jüngere Inhalte, aber sie ist und bleibt nach wie vor eine Zeitung und steht selbstbewusst zu sich selbst. Eben kurz, anders, gedruckt.

Vielen Dank!

Nachklapp am Freitag, 27.11.2009, 11.10:  Einen interessanten Beitrag zur Kampagne bringt heute der PR REPORT: http://prreport.de/aktuell/aktuell/news-public/article/955-welt-kompakt-noch-lange-nicht-reif/


Weltkompakt Freunde in

Weltkompakt Mama in