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Footprint erweitert

Als wir vor sieben Jahren den Agenturverbund Public Relations Network (PRN) mitgegründet hatten, ging es vor allem darum, sich mit Agenturpartnern in den wichtigsten europäischen Ländern zusammenzutun, um gemeinsame grenzüberschreitende PR-Aktivitäten zu starten. Die PR-Unterstützung von Kärcher in Frankreich, die Organisation einer Pressekonferenz anlässlich der 3. Tomaten-Konferenz des Saatgutherstellers Syngenta mit Journalisten aus elf Ländern und europaweite Pressearbeit für italienische Automobilzulieferer boten Stoff für erste PRN-Success-Storys.

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Da aber der Aktionskreis vieler unserer Kunden weit über Europa hinausgeht, drängten innerhalb des Networks insbesondere wir darauf, auch Partner außerhalb Europas zu suchen und zu finden. Da wir generell neue Mitglieder nur auf Empfehlung anderer Mitgliedsagenturen aufnehmen, ist die Suche nach geeigneten neuen Partnern zuweilen recht aufwändig. Inzwischen haben wir ein Netzwerk aufgebaut, dem inhabergeführte Public-Relations-Agenturen in 26 Ländern angehörten. Dieses haben wir in den vergangenen Wochen erweitert.

  • In Kanada ist TACT Intelligence-Conseil PRN-Mitglied geworden; die Agentur mit Büros in Montreal und Québec bietet PR- und vor allem auch Public-Affairs-Dienstleistungen an.
  • Presma PR ist eine der ersten Public-Relations-Agenturen in Marokko; sie hat ihren Sitz in Casablanca und hat schon eine PRN-Mitgliederversammlung ausgerichtet – im Januar in Marrakesch.
  • Über unseren mexikanischen Partner Alterpraxis kam der Kontakt zu AVANT GARDE RP zustande. Diese Agentur kommt ursprünglich aus Caracas, Venezuela, ist seit Ende 2012 aber auch in Bogotá, Kolumbien, und Lima, Peru, vertreten. Mit den Kollegen haben wir bereits erfolgreich bei der Medienarbeit für den „empowering people. Award“ der Siemens Stiftung zusammengearbeitet.
  • Ganz neu in unserer Runde ist Agentur Clea PR, mit 150 Mitarbeitern eine der größten PR-Agenturen in Indien. Ihre thematischen Schwerpunkte sind IT, Immobilien und Finanzen.

 

Besonderheit unseres Networks ist der persönliche, zum Teil freundschaftliche Kontakt zwischen den Agenturvertretern. Dieses Vertrauensverhältnis bauen wir auf, indem wir uns zwei Mal im Jahr treffen (das nächsten Mal Anfang Juli in London), uns austauschen und gemeinsame Projekte planen. Auch Hospitanzen in Partneragenturen gehören dazu; so arbeitet meine Kollegin Ines Kübler im Mai eine Woche lang im Team von Wirtén in Malmö mit.

PRN-Agenturen findet man in Australien, Brasilien, Belgien, China, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Indien, Israel, Italien, Kanada, Kolumbien, Marokko, Mexiko, Österreich, Peru, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Spanien, Südafrika, der Ukraine, den USA und Venezuela.

Unseren Flyer „A world of exposure – Sympra on an international stage” senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu. Anruf oder Mail genügt.

 

Bild: iStockphoto/Hanquan Chen

Absagekultur

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Wir erhalten eine vielversprechende Initiativbewerbung. Erfahrener PR-Professional, passende Vita, nach Elternzeit auf der Suche nach einem Wiedereinstieg, gern 50 Prozent. Wir laden ein, führen ein interessantes Gespräch. Weil wir uns den Bewerber gut für Sympra vorstellen können, kommt es zu einem zweiten Gespräch. Wir sind uns sympathisch, Themen passen, ökonomische Rahmenbedingungen ebenfalls. Wir sprechen schon über Details wie „wo werde ich sitzen?“, „kann ich statt am 1. am 3. mit der Arbeit beginnen?“ und „ich würde gern mittwochs kochen“. Wir vereinbaren, für beide Seiten noch einmal eine Woche Bedenkzeit. Auf Wunsch des Bewerbers verlängern wir die Frist für ihn um eine weitere Woche. Er will uns dann definitiv Bescheid geben. Wir hören nie mehr etwas von ihm.

Ein potenzieller Kunde bittet um einen Termin. Ein bekanntes mittelständische Unternehmen möchte seine PR-Aktivitäten in zehn definierten Ländern verstärken. Er kam auf uns, weil wir in diesen Ländern mit Partneragenturen vertreten sind. Wir unterhalten uns intensiv über die Besonderheiten von Pressearbeit in Frankreich und Social Media in Brasilien. Der Interessent hat Vorstellungen, was er in den Landesgesellschaften verändern will, und weiß, dass er dazu externe Unterstützung braucht. Wir erklären ihm, dass er dafür auch Budget bereitstellen muss. Dies sei kein Problem, meint er und übergibt uns ein Wunschzettel mit Leistungen, die wir von unseren Partneragenturen kalkulieren lassen mögen. Das machen wir gern, kostet uns allerdings viele Stunden. Wir tragen Preise zusammen, erstellen ein auf das Unternehmen zugeschnittenes Gesamtpaket, schicken es dem potenziellen Kunden zu – und hören nie mehr etwas von ihm. Mails bleiben unbeantwortet, Anrufe können nicht durchgestellt werden („… ist gerade in einer Besprechung“).

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Ich habe gar kein Problem, wenn sich jemand gegen ein Angebot von uns entscheidet – sei es ein Stellenangebot oder ein Angebot für eine unserer Dienstleistungen. Ich akzeptiere auch, wenn der Umfang eines Wunschzettels nicht zu den finanziellen Möglichkeiten passt. Oder wenn ein anderer Arbeitgeber womöglich noch attraktiver ist als Sympra.

Aber ich erwarte eine Nachricht, einen Anruf, ein Mail. Nicht einmal eine Erklärung, aber wenigstens eine Absage!

Nachdem die o. g. Beispiele keine Einzelfälle sind, frage ich mich: Bin ich altmodisch? Habe ich einen Trend verpasst? Oder hatte ich es nur mit Menschen zu tun, die nicht mehr wissen, was sich gehört?

Marrakesch

English version available here.

Letzte Woche nahm ich zusammen mit meiner Kollegin Vineeta Manglani an der Mitgliederversammlung unseres internationalen Agenturverbunds Public Relations Network (PRN) teil. Diesmal waren wir zu Gast bei unseren marokkanischen Kollegen von der Agentur Presma. Das Treffen fand in Marrakesch statt.

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Die Mitgliederversammlung

Eine Besonderheit unseres Networks sind die Mitgliederversammlungen, die alle sechs Monate stattfinden, jeweils von einem anderen Agenturpartner ausgerichtet. Dieses persönliche Kennenlernen, der Austausch über Arbeitsweisen und nationale Ausprägungen von Öffentlichkeitsarbeit, das Diskutieren von Problemstellungen, die Präsentation von Success Stories – und nicht zu vergessen – der Afterwork-Part sind unendlich wertvoll. Wir erfahren so viel über die Möglichkeiten (und Restriktionen) Prnetwork Logo in auf den verschiedenen Märkten und bekommen vor allem auch ein Gefühl dafür, wie unsere Partner “ticken”. Über Mails und Telefonkonferenzen ließe sich dies nur schwer vermitteln. An unserem ersten Meeting 2013 nahmen Vertreter von zwölf Agenturen teil; die Kollegen aus Kolumbien und Kanada hatten sich über Skype zugeschaltet. Auf der Agenda standen die Vorstandswahlen (ich wurde wiedergewählt; zusätzlich haben wir Richard Moss von der UK-Agentur Proof und Belinda Chan aus Hongkong aufgenommen). Nachdem wir mit Jorge Acosta einen Boardmember haben, der die Region Amerika für das Network erschließen soll, hat Belinda Chan die gleiche Aufgabe für die Region Asien-Pazifik übernommen.

Die Macherin

Fawzia Talout Meknassi ist die Chefin unserer Partneragentur in Marokko. Dieser Satz birgt gleich zwei Eigentümlichkeiten: 1. PR-Agenturen sind in diesem Land noch eine absolute Seltenheit und das Thema Öffentlichkeitsarbeit steckt hier in einem ganz frühen Entwicklungsstadium. 2. Eine Frau als Unternehmerin ist mindestens genauso selten anzutreffen. Fawzia hat Volkswirtschaftslehre, Journalismus und Global Leadership studiert, spricht perfekt Französisch, Arabisch und Englisch. Sie hat als Redakteurin für Magazine wie Marie Claire, Paris, Cosmopolitan N. Y., Al Ahram Egypte gearbeitet und 1991 die erste marokkanische Frauenzeitschrift, Magfarah.com, gegründet.  Die Redaktion von Marie Claire hat sie 1995 zu einer der 100 fortschrittlichsten Frauen der Welt gekürt, 2005 wurde sie sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Ihre Power stellte sie auch eindrucksvoll unter Beweis, als sie für mich auf dem Bazar ein Silbertablett von 100 Euro auf 20 Euro herunterhandelte.

Die Pressekonferenz

Dass eine der wenigen Public-Relations-Agenturen des Landes auch noch Mitglied in einem internationalen Verbund wird – das war für Fawzia Grund genug, eine Pressekonferenz einzuberufen. Hierzulande hätte sich vielleicht gerade noch ein Branchenmagazin für solch ein Thema interessiert – anders in Marokko: Neun Journalisten kamen, darunter vertreten die Pendants zu Handelsblatt und dpa. Angesetzt war die PK auf Samstag, elf Uhr, wofür wir unsere Mitgliederversammlung unterbrechen wollten. Der erste Journalist war schon um halb zehn da, ging dann aber nach fünfzehn Minuten, weil er kein Englisch verstand. Gegen elf Uhr kamen fünf weitere Journalisten, und wir standen gern Rede und Antwort, unser Network betreffend. Interessant für mich war, dass die Pressevertreter entweder nur Französisch oder nur Arabisch sprachen. Für Fawzia war es daher recht mühsam, Fragen, die auf Arabisch gestellt wurden, ins Französische (für die anderen Journalisten) und ins Englische (für die PRN-Mitglieder) zu übersetzen, um anschließend mit den auf Englisch gegebenen Antworten gleich zu verfahren. Während wir über PR in unseren Ländern berichteten, standen die ersten Journalisten schon wieder auf und gingen, woraufhin zwei Redakteure neu zur Gruppe stießen. Für ein Radiointerview musste die Pressekonferenz sogar kurz unterbrochen werden. Zum Schluss machte einer der Journalisten ein Gruppenbild (s. u.) mit einigen Agenturvertretern, aber auch mit seinen Kollegen aus den anderen Redaktionen. Die Berichterstattung in den Medien über unser Treffen war umfangreich und sehr positiv.

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Die Stadt

Der Name Marrakesch stand für mich schon immer für eine Stadt, die ich mit den Märchen aus 1001 Nacht in Verbindung gebracht habe. Meine vage Vorstellung sollte sich bestätigen. Zwar verbrachten wir nur zwei Tage in der Stadt, davon den Großteil in einem modernen Stadtteil mit breiten Straßen, vielen deutschen Luxusautos, schicken Bars, einem Louis-Vuitton-Shop. Der Ausflug in die Altstadt mit dem berühmten Djeamaa el Fna (Platz der Gehängten) war wirklich der Besuch einer anderen Welt und einer anderen Zeit. Vermutlich hat sich hier seit Jahrhunderten nichts verändert: Schlangenbeschwörer blasen auf ihren Flöten, Artisten bauen Menschenpyramiden, Zahnausreißer zeigen besonders schöne extrahierte Kauwerkzeuge,  dazwischen verkaufen fliegende Händler getrocknetes Obst, Seifen und allerlei Wundermittel. Im angrenzenden Bazar gibt es so ziemlich jedes Konsumgut, jeder Preis ist verhandelbar. Wir feierten den Abschluss unseres Meetings mit einem gemeinsamen Abendessen in einem Riad, den traditionellen um einen Innenhof herumgebauten Stadtpalästen. Der Weg dorthin führte durch ein wahres Labyrinth aus engen Gässchen. Den richtigen Rückweg zu finden war, obwohl es an diesem Abend keinen Alkohol gab, etwas schwieriger – aber das wäre schon wieder ein Posting für sich.

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Danke, Mike Schnoor!

Zwischenablage01 in Mike Schnoor, Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. und engagierter Blogger, hat gestern seine 25 deutschen PR-Blog-Favoriten veröffentlicht. Wir freuen uns, Teil dieser Auflistung zu sein und fühlen uns inmitten vieler geschätzter PR-Kollegen pudelwohl. Herzlichen Dank an Mike Schnoor für sein Interesse und die Empfehlung. Angespornt durch dieses positive Feedback starten wir ins Jahr 2013 und legen auch in Zukunft großen Wert darauf spannenden Content zu liefern.

Am 15. Januar geht es übrigens weiter mit einem Beitrag von Dustin Pawlitzek, der für seine Bachelor-Thesis zur Geschlechtergerechtigkeit im deutschen Berufsfeld PR unter anderem Vineeta Manglani, Unitdirector bei Sympra, interviewte.

Bild: Mike Schnoor

Urheberrechtsfalle

Vorab: Ich bin selber schuld. (Hätte ich den Vertrag damals aufmerksamer gelesen und befolgt, wären mir Ärger und Geld erspart geblieben.)

Für einen Kunden produzierten wir einen Newsletter, sechs Seiten, Aufmacher, einige Fotos. Da der Kunde vor kurzem umgezogen war, wollte er gerne ein Foto seines Bürohauses abdrucken. Und weil dieses jüngst renovierte Gebäude bereits von einem Fotografen abgelichtet wurde, schien es ja das Einfachste, von diesem ein schönes Bild zu erwerben. Wir nahmen Kontakt auf, erhielten einige Fotos zur Auswahl, entschieden uns für ein Motiv, das einspaltig abgedruckt werden sollte. Der Preis dafür war hoch, dennoch empfahlen wir dem Kunden, das Foto zu nehmen. Postwendend erhielten wir ein vierseitiges Dokument mit den Nutzungsbedingungen und den AGBs.

Wir verwendeten das Foto, druckten 1.000 Exemplare des Newsletters, schickten dem Fotografen wie vereinbart zwei Belege nach Berlin. Zwei Tage später erreichte uns ein schroffes Mail: Was uns denn einfiele, das Bild statt wie vereinbart in der Größe 5 x 5 cm im Format 6 x 8 cm zu veröffentlichen und – noch viel schlimmer – den Namen des Fotografen zwar zu erwähnen, doch nicht ganz eindeutig dem Bild zugeordnet zu haben. Stimmt: Wir hatten darauf nicht ausreichend genau geachtet, vor allem nicht gelesen, welche rechtlichen Schritte sich der Fotograf für solche Fälle vertraglich vorbehalten hatte.

Zwei Tage später erhielten wir eine Rechnung über eine – ich nenne es mal – Vertragsstrafe, die das Projekt um das 2,7-Fache verteuert hatte. Ein freundlich gemeinter und auf Konsens ausgelegter Anruf meiner Kollegin beim Fotografen endete eher unerfreulich und mit dem Hinweis, dass es sich der Fotograf zur Aufgabe gemacht habe, Agenturen zu erziehen. Blieb uns also nichts anderes übrig, als die Rechnung zu bezahlen.

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Der Fotograf hatte nicht ganz genau gemessen: Das Bild war nur 7,8 cm hoch.

Ich habe den Fotografen gegooglet und – neben Copyright-Hinweisen mit seinem Namen – ein paar aufschlussreiche Diskussionen auf Bewertungsplattformen wie Qype gefunden, wo über das Geschäftsgebaren des Herrn ebenfalls intensiv diskutiert wurde. Ich habe mich inzwischen mit einem seiner Kunden ausgetauscht, der mir seinen Fall geschildert hat: Ähnliche Ausgangslage, doch bei ihm ging es gar um 10.000 EUR, die nach Abmahnungen, Einsatz von Anwälten etc. auf 6.000 EUR reduziert werden konnten, zuzüglich einer Zusage für zwei Folgeaufträge. Ein befreundeter Fotograf, den ich um Rat fragte, kennt den Kollegen, und weiß eine ähnliche Story zu erzählen, die gerade vor Gericht verhandelt wird.

Ich arbeite seit über 20 Jahren mit vielen, zum Teil international renommierten Fotografen zusammen. Bislang hatten wir noch nie ein Problem mit Urheberrechten. Die meisten unserer Partner sind hier realitätsnah großzügig und haben Verständnis dafür, dass man ein Bild, das für die Wiedergabe im Format 5 x 5 cm vorgesehen war, beim Abdruck auch mal einen Zentimeter größer gerät. Anders könnten wir im Bereich Corporate Publishing auch gar nicht arbeiten.

Dennoch haben wir alle aus diesem Fall gelernt und werden künftig noch sensibler mit dem Thema Urheberrecht umgehen – und versuchen, Lieferanten zu meiden, die ihr Geschäftsmodell auf Abmahnen und Bestrafen aufbauen.

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Was sollte man bei diesem Thema besonders beachten? Auf Ihre Meinung bin ich gespannt!

Bild: Veit Mathauer/Sympra GmbH (GPRA), Stuttgart, www.sympra.de

Staufen darf nicht zerbrechen!

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Am 6. und 7. Oktober nahm ich an der Jahrestagung des Arbeitskreis Baufachpresse in Freiburg teil. Wie bei jeder dieser Veranstaltungen standen auch diesmal wieder Exkursionen auf dem Programm.

Am Freitag ging’s zunächst nach Colmar, um bei Liebherr die Produktion von Raupenbaggern zu besichtigen. Sehr imposant, wie hier 100 Tonnen schwere Bagger zusammengebaut werden. Das hat eher mit Anlagenbau zu tun und ist meilenweit z. B. von der Bandfertigung in der Automobilindustrie entfernt.

Anschließend besuchten wir das kleine mittelalterliche Städchen Staufen im Südschwarzwald, das traurige Bekanntheit für seine Risse erreicht hat. Was war geschehen? Um das Rathaus der Stadt mit umweltfreundlicher Erdwärme zu heizen, wurden Bohrungen bis zu 140 Meter Tiefe durchgeführt. Das Ergebnis: Im Herbst 2007 traten an den Gebäuden der Staufener Altstadt Risse auf. Grundwasser war mit starkem Druck in die darüberliegende Gips-Keuper-Schicht eingedrungen und hatte eine fatale chemische Reaktion ausgelöst. Es entstand eine unterirdische Quellung, die in Hebungsrissen offen zu Tage tritt. Das Unglück schreitet fort. Die Risse klaffen immer weiter und werden zahlreicher. Inzwischen sind 260 Häuser betroffen. Der Bürgermeister führte uns durch Gebäude, deren Wände sich zum Teil bis zu 50 cm gehoben haben und die wir nur mit Bauhelm betreten durften. Der Hebungsvorgang hält weiter an, die Hebungsgeschwindigkeit beträgt noch ca. 4 mm im Monat. Der geschätzte Gebäudeschaden liegt bei ca. 50 Millionen Euro. Ein Drittel davon übernimmt das Land Baden-Württemberg, ein Drittel kommt aus dem Säckel der baden-württembergischen Kommunen, ein noch offenes Drittel mit Raum für kreative Ideen (z. B. durch die Aktivitäten einer Stiftung) – so sieht der Finanzierungsplan zur Sanierung der Risseschäden aus. Die Katastrophe, aber auch die Solidarität unter den Bewohnern des Städtchens haben bei den Mitglieder der Baufachpresse tiefe Eindrücke hinterlassen.

 

Wir gründen Zukunft

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist ein Schritt, dessen Tragweite man vielleicht erst im Laufe der Zeit so richtig ermessen kann. (Als wir 1992 Sympra gegründet haben, waren wir optimistisch, aber – aus heutiger Sicht – auch recht blauäugig. Ja, 20 Jahre später haben wir’s zu einer erfolgreichen Agentur gebracht, sind aber auch um einige Erfahrungen reicher.) Heute gibt es Beratung und mannigfache Unterstützung für Gründer. Und das ist gut so, denn je besser vorbereitet man in die Selbstständigkeit startet, desto stabiler können die eigene Existenz aufgebaut und damit verbunden weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftlich sinnvoll also.

Das Land Baden-Württemberg hat für 2012 eine Veranstaltungsreihe unter Beteiligung der Kommunen und Kreise zum Thema „Wir feiern in die Zukunft rein“ ins Leben gerufen. Der Landkreis Böblingen beteiligt sich daran mit einem Gründertag am 29. September 2012. „Um zukunftsweisende, wirtschaftsrelevante Fragestellungen bewältigen zu können, bedarf es verstärkt der umfassenden Innovation“, so der Landrat Roland Bernhard. „Mit einem Gründertag wollen wir alle unterstützen, die eine Betriebsgründung oder eine Unternehmensnachfolge für zukünftige Innovationen planen.“ Auf dem Programm stehen mehrere Workshops zu rechtlichen Fragen, Finanzierung, Förderungsmöglichkeiten, Business-Plan, Marketing und anderen Themen. Auf dem Podium diskutieren Eberhard Armbruster (IBM), Oliver Bausch (levigo systems), der Designer Roman Klis, Oliver Nick (NICK Wärmepumpen und Elektrotechnik), Michael Tillmann (Kreissparkasse Böblingen) und Dr. Lothar Ulsamer (Daimler AG).

Ich werde einen Workshop zum Thema Personal Branding 2.0 leiten und mich mit Gründern darüber unterhalten, wie sie Blog, XING, Facebook und Twitter dazu nutzen können, um sich als Marke zu etablieren.

Informationen zum Gründertag gibt es unter www.wir-gruenden-zukunft.de; Anmeldung ist ab sofort möglich.

Praktikant Tim

20-Jahre-Sympra 110217 Rz Regular-e1342435394295 in Wir haben eigentlich immer eine Praktikantin oder einen Praktikanten im Team. Manchmal auch zwei. Selten drei. Sie sind hier, um zu lernen, um Einblicke in den Agenturalltag zu bekommen und in Projekten mitzuarbeiten, was für den Auszubildenden und die Agentur immer das Beste ist. Wir nehmen Praktika ernst und haben uns vor einigen Jahren als „Fair Company“ registriert (die Anforderungen an ein „faires Unternehmen“ erfüllen wir bereits seit 1992).

Dutzende von Praktis haben wir ausgebildet, manche sind geblieben und haben Karriere bei Sympra gemacht, zu sehr vielen haben wir auch nach Jahren noch engen Kontakt, mit einigen arbeiten wir zusammen, ein paar sind verschollen. So auch Tim (Name geändert). Sein Praktikum war kurz, ging aber in die Sympra-Annalen ein.

Er hatte sich Ende der Neunziger bei uns beworben, seine Unterlagen waren gut und wir haben ihn zum Kennenlerngespräch eingeladen. Ein sympathischer netter Student mit Vordiplom, proper gekleidet mit Krawatte, eloquent, interessiert, hatte sich gut auf den Termin vorbereitet. Unsere teils schwierig zu bearbeitenden Themen haben ihn nicht abgeschreckt. Sein Wunschzeitraum für ein dreimonatiges Praktikum passte exakt zu unseren Vorstellungen. Ja, und dann haben wir etwas gemacht, was wir davor noch nie gemacht haben – und später nie mehr: Wir haben ihm im Vorstellungsgespräch eine Zusage erteilt.

Vorher-Nachher Klein in Das war im April und im Juli hatte Tim seinen ersten Arbeitstag. Er kam in T-Shirt und ziemlich abgerissenen Jeans. Ok. Er hatte seine dunkles Haar in den vergangenen Monaten wachsen lassen und sonnengelb färben lassen. Gewöhnungsbedürftig. Er stellte sich seinen Kollegen vor mit „Ich bin der Tim und wer bist Du?“. Hat nicht allen gefallen. Das Schlimmste aber: Er hat gemuffelt. Streng gemuffelt.

Ich mach’s kurz: Tim war der einzige Praktikant in all den Jahren, dessen Praktikum wir abbrechen mussten. Sein Verhalten war einfach nicht okay, die Ergebnisse seiner Arbeit mittelmäßig, sein olfaktorisches Problem hat er auch nach einem vertraulichen Gespräch nicht in den Griff bekommen. Aufgrund seines Erscheinungsbildes konnten wir ihn in nur zu wenigen Außenterminen mitnehmen.

Lessons learnt:

1. Nie mehr während eines Bewerbungsgesprächs eine Zu- oder Absage erteilen.
2. Rechtzeitig die Reißleine ziehen, wenn’s halt partout nicht passt.

Nun, es war tatsächlich der einzige Ausfall mit einem Praktikanten. Im Fall von Tim haben wir drei Theorien, wie es dazu kam: Er hat sich im Bewerbungsgespräch verstellt (dann: Respekt!), oder er hat in den drei Monaten eine Persönlichkeitsveränderung durchgemacht, oder – und das halten wir nach wie vor für die realistischste Version: Der Tim im Bewerbungsgespräch war nicht der Tim, der bei uns praktiziert hat. Ein Indiz für die dritte Variante ist auch, dass Tim nicht mehr auffindbar ist; nicht auf XING, nicht auf LinkedIn, nicht sonst wo. Ob wir also nur Opfer eines Lausbubenstreichs geworden sind? Wir werden es nie erfahren.

PS. Interessant zu wissen wäre, ob diese Geschichte womöglich schon einmal erzählt wurde, aus anderer Perspektive, nämlich aus der von Tim und seinem Bruder oder Freund …

Bild: Andrey Matyuk / iStockphoto

FarFromHomePage setzt auf Crowdpower

Neulich haben wir hier über das Crowdfunding-Projekt emphas.is berichtet; jetzt gibt es Neues aus dem Bereich der Schwarmfinanzierung: Eine der größten internationalen Plattformen ist indiegogo.com. Dort hat jeder die Möglichkeit, für sein individuelles Projekt eine eigene Unterseite anzulegen, mit Bildern, Text und einem PayPal-Konto zu versehen, und dann kann es auch schon losgehen mit der Projektfinanzierung. Seit 2008 konnten auf diese Weise mehr als 45.000 Projekte erfolgreich realisiert werden.

Das Berliner Start-up FarFromHomePage geht mit seiner Idee ebenfalls diesen Weg auf der Plattform indiegogo.com. Hier präsentieren die beiden Firmengründer Manuel Scheidegger und Janosch Asen ihr Online-Tool für das Creative Browsing – eine Art iMovie für Web-Content. Eine tolle Sache: Im Prinzip können alle Dinge, die man als User im Internet findet – Videos, Blogbeiträge, Facebook- oder Twitter-Aktivitäten, Bilder …  neu zusammengefügt, nach Wunsch angeordnet und ergänzt werden. Ähnlich wie bei einer Software für die Filmbearbeitung, schneidet der Anwender genau die Fundstücke aus dem Internet aus, die für ihn selbst relevant sind, und baut mit diesen eine kleines „eigenes“ Web auf. Die individuelle Gestaltung wird durch Kommentare oder Effekte ergänzt. Das Besondere: Die zusammenmontierten Inhalte sind nicht statisch, sondern jederzeit zum Surfen verfügbar.

Bis zum 8. September 2012 läuft das Projekt auf der Finanzierungsplattform, dann entscheidet sich, ob das FarFromHomePage-Team Erfolg hatte und eine finale Version des Creative-Browsing Tools mithilfe von Investoren seinen Weg in den breiten Markt findet.

Alumni-Club gegründet

Alumni-Club-e1340704014406 in Dass so manche PR-Karriere bei Sympra begann oder dass unsere Agentur wenigstens eine Station auf dem Weg zu einem (weiteren) interessanten Job war – darüber sind wir ziemlich stolz. Unser Jubiläum haben wir daher zum Anlass genommen zu recherchieren, was aus den ehemaligen Kollegen geworden ist. Mit vielen stehen wir ja ohnehin in Kontakt; zu anderen ist die Verbindung irgendwann mal abgebrochen. Dank Google und sozialer Netze konnten wir viele Alumni ausfindig machen. Bei manchen war die Suche aber schwieriger: Nach Heirat (oder Scheidung) hatten sich Namen geändert, bei anderen waren wir uns nicht sicher, ob sie sich tatsächlich so verändert haben, wie es das XING-Bild suggerierte, wenige haben sich aus der Branche verabschiedet. Am Ende war unsere Erfolgsquote mit geschätzten 85 Prozent doch recht hoch und selbst Schnupperpraktikanten konnten wir ausfindig machen. Am 29. Juni 2012 haben wir zum Alumni-Festle in unseren Garten eingeladen: zum Wiedersehen und Kennenlernen, zum Update, zum Austausch von Erinnerungen. Wir sind schon schwer gespannt!

Auf  XING haben wir unserem Alumni-Club eine Plattform gegeben. Beitritt erwünscht.

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