Archiv für die Kateogorie ‘ Allgemeines ’

Torjäger und Torhüter in der Kommunikation – Die Social Communication Scorecard

Wer sind die wichtigen Spieler beim Fußball? Der Stürmer, der die Tore schießt? Der Torwart, der die Tore verhindert? Oder vielleicht doch jemand ganz anderes?

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Ähnliche Fragen stellen sich in Kommunikationsabteilungen von Unternehmen oder in Kommunikationsagenturen. Die Unternehmenskommunikation oder auch Agenturen fertigen ein Produkt an: Kommunikation. Und meistens wird die Qualität der Kommunikation nur am Ende festgestellt. Wie oft ist unsere Presseinformation abgedruckt worden? Wie viele Menschen haben das Event besucht? Oder: Welche Umsatzsteigerung haben wir durch unsere kommunikativen Anstrengungen erzielt? Was aber bislang nicht oder kaum untersucht war, ist der Weg hin zur Kommunikationsleistung. Wie sehen die Austauschbeziehungen innerhalb einer Abteilung oder eines Unternehmens aus? Findet genügend Austausch statt – oder gar zu viel? Wenn im Vorfeld – also bei der Entstehung der Kommunikationsleistung – Missstände nicht erkannt werden, kann auch das Endprodukt nicht optimal sein. Wie soll ein Entscheidungsträger optimal entscheiden, wenn er gar nicht alle relevanten Informationen erhält? Wie kann ein Unternehmen in einer Krise schnell reagieren, wenn die wichtigen Informationen über zu viele Stationen wandern müssen, um am richtigen Punkt anzukommen? Wer sind überhaupt die Menschen, die als Meinungsführer innerhalb der Abteilung fungieren? Sind das immer nur die Chefs? Wohl eher nicht. Die Frage lautet also: Wer sind die wichtigen Akteure in Kommunikationsabteilungen? Und was sind die Indikatoren dafür, dass man wichtig ist? Hierarchie?

Die Dissertation „Analyse und Bewertung von Kommunikationsleistungen – Die Social Communication Scorecard als Instrument zur Erfassung und Beurteilung interpersonaler Netzwerke in Kommunikationsabteilungen“ entwickelt daher einen Ansatz, mit dem die oben genannten Fragen beantwortet werden können. Dazu werden folgende Aspekte bearbeitet:

- Was muss (Unternehmens-) Kommunikation überhaupt leisten? Was sind Aufgaben und Ziele?

- Gibt es Ansätze und Methoden, die das Potenzial haben, die Black Box „Kommunikationsabteilung” zu öffnen und den Entstehungsprozess von Kommunikationsleistungen sicht- und messbar zu machen?

- Wenn nicht: Wie kann man eine Abteilung oder ein ganzes Unternehmen beschreiben? Und welche Messmethoden gibt es für die interpersonalen Beziehungen in solchen Gebilden?

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Da es für die Messung von interpersonaler Kommunikation bislang kaum Ideen gab, entwickelt die Arbeit einen neuen Ansatz („Social Communication Scorecard”), der es zum einen ermöglicht, interpersonale Kommunikationsbeziehungen sichtbar zu machen. Dazu beschreibt die Arbeit die Unternehmenskommunikation als ein Netzwerk aus einzelnen Akteuren. Für die Analyse wird daher die soziale Netzwerkanalyse als Instrument herangezogen. Dadurch ermöglicht die „Social Communication Scorecard” die Bewertung der Beschaffenheit des betrachteten Objekts! Sie liefert Indikatoren für die Definition von „Wichtigkeit” einzelner Personen und gleichzeitig auch Messgrößen zur Bestimmung dieser Ausprägungen.

Wer ist also nun der wichtigste Spieler beim Fußball? Die Antwort ist ein klares „Es kommt drauf an!” Diese Antwort gilt auch für Kommunikation. Natürlich ist derjenige wichtig, der Kommunikationsbeziehungen zu externen Stakeholdern unterhält (Boundary Spanner). Mindestens genauso wichtig ist aber auch derjenige, der intern den Informationsfluss am Laufen hält (Bridge) oder aber auch derjenige, der andere vom Informationsfluss abschneiden kann (Gatekeeper). Und ebenfalls wichtig ist die Information, ob es isolierte Personen im Unternehmen gibt – grundsätzlich oder aber auch bei bestimmten Themen! Erst wenn man weiß, wer auf den oben beschrieben Positionen sitzt, kann man anfangen darüber nachzudenken, ob das auch die passende Person ist. Ist ein Boundary Spanner beispielsweise fachlich überhaupt in der Lage, sich mit Journalisten auseinanderzusetzen? Ist es ratsam, dass manche Positionen vom Informationsfluss abgeschnitten sein können, wenn nur eine Person (Gatekeeper) ausfällt, z. B. krankheitsbedingt.

Die Identifikation und Beurteilung des Netzwerks Unternehmenskommunikation mit der „Social Communication Scorecard“ eröffnet damit eine neue Dimension der Evaluation von Kommunikation, indem der Entstehungsprozess der kommunikativen Leistung beleuchtet wird. Darüber hinaus lässt sich das Instrument auch als Planungstool einsetzen, dass wichtige (Kommunikations-)Positionen bereits in der Strategiephase auf dem Radar hat.

8 Fragen zum Jahresende

  1. Elfyourself in Warum beginnen manche Unternehmen Mitte Dezember, eine Public-Relations-Agentur fürs Folgejahr zu suchen?
  2. Wer benutzt eigentlich noch diese großen A0-Jahresplaner, die man ab November in den Fachzeitschriften findet – im Schnitt 1 Planer pro Ausgabe. (Ich habe inzwischen gut drei Dutzend davon gesammelt).
  3. Was bringt eine Weihnachtskarte ohne Absender, auf der ich die Unterschrift partout nicht entziffern kann?
  4. Warum geben sich so viele Unternehmen und Organisationen so wenig Mühe mit ihren Weihnachtskarten? Ich meine: Ein gemailter Zweizeiler mit Bild von einem Christbaum oder einem Gletscher im Anhang verteilt a) an einen anonymen Verteiler (“Sehr geehrte Damen und Herren …”) oder b) an einen ca. 150 Mailadressen umfassenden Verteiler (aus Transparenzgründen alle Adressen ins An:-Feld kopiert) ist wirklich nicht das Gelbe vom Ei.
  5. Was sollen eigentlich die Statusmeldungen auf XING “Ich wünsche meinen Geschäftspartnern ein erfolgreiches neues Jahr” oder auf Facebook “Nur noch fünf Tage bis Weihnachten und ich wünsche ein frohes Fest”?
  6. Wie viel Prozent der weltweiten Bandbreite gehen in den Tagen vor Weihnachten wohl drauf, damit minutenlange YouTube-Videos und soundunterlegte PPS-Dateien Freunde rund um die Welt erfreuen? Wie viele Gbit/s davon braucht die Übertragung der Fotos von Kindern in Engelskostümen mit 300 dpi im Format 21 x 29 cm?
  7. Wie viele Stunden Arbeitszeit werden in einer Volkswirtschaft für das Kreieren und Versenden eigener digitaler Weihnachtskarten (z. B. Nikolausmütze auf das Portraitbild der Website gebastelt) investiert?
  8. Warum gehen die letzten handgeschriebenen Weihnachtskarten am 23. aus dem Haus, wenn doch die meisten Empfänger bereits ab 20. nicht mehr arbeiten? Und vor dem 9. Januar auch nicht wieder mit der Arbeit beginnen?

Theorie vs. jahrelange Erfahrung

Muss man Grunig/Hunt kennen, um gute PR machen zu können? Ein interessante Frage, die gerade bei Sympra intern diskutiert wird. Die einen bezeichnen die beiden Kommunikationsforscher als „Godfathers of PR“, die andern geben kleinlaut zu, diese nicht einmal zu kennen. Klar ist auf beiden Seiten, dass Kommunikationsarbeit nur erfolgreich sein kann, wenn sie strategisch und zielgerichtet erfolgt. Einfach mal machen und gucken, was passiert, verschlingt unnötig Zeit und Geld. Sicherlich wiegen aber auch 20 Jahre praktischer Erfahrung locker so manches Gramm Theorie auf. Zum Glück sind wir in der bequemen Situation, dass sich bei uns sowohl das kommunikationswissenschaftliche Hintergrundwissen als auch die weitreichende PR-Praxis in der Agentur bestens ergänzen. Und es schadet nie, ab und an mal wieder über den eigenen Tellerrand zu blicken und zu prüfen, ob die tägliche Arbeit eigentlich noch mit dem erlernten übereinstimmt.

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Ich gebe es zu – ich musste auch erst noch mal kurz googeln, was es noch mal war, das Grunig und Hunt formulierten. Auch wenn ich zu der Generation von Studenten gehöre, die von den beiden Kommunikationswissenschaftlern geprägt wurde und sie immer und immer wieder in Seminararbeiten zitierte. Für alle, die sich auch nicht mehr ganz sicher sind: Mit ihren vier Modellen zeigten Grunig und Hunt 1984 die Weiterentwicklung der PR in der historischen Abfolge auf. Das vierte Modell ist am zutreffendsten mit dem Stichwort „Dialog“ umschrieben und damit aktueller denn je. Die besten Ergebnisse werden außerdem laut Grunig und Hunt in einer Win-Win-Situation erzielt, also wenn beide Seiten, Sender und Empfänger, einen Nutzen davon haben. Eine schöne Erfahrung, die Praktiker und Theoretiker gewiss vereint.

Mit Wiki und Blog: Sympra ist seit 2007 Enterprise 2.0!

Fotolia 30398186 XS in Vor ein paar Tagen rief mich der Redakteur Oliver Hein-Behrens an, der für den PRREPORT einen Beitrag über Social Media im Unternehmen, und da insbesondere auch in Public-Relations-Agenturen, recherchierte. Von Prof. Dr. Thomas Pleil von der Hochschule Darmstadt wusste er, dass wir bei Sympra seit einiger Zeit 2.0-Plattformen für die interne Kommunikation im Einsatz haben.

Als ich die Informationen für seine Recherche zusammensuchte, war ich an ein paar Stellen selbst überrascht. Zum Beispiel darüber, dass wir bereits seit mehr als vier Jahren einen Wiki als Wissensdatenbank nutzen. Im „symWIKI“ haben wir alle Informationen archiviert, die die Kollegen für ihre tägliche Arbeit benötigen: von den Unternehmensleitlinien, über Workflows, Adressen von Lieferanten und Partnern (inkl. Bewertungen), Eventlocations, Anleitungen für Serienbriefe, aber auch Best Practises, Ideen, Konzepte, Checklisten … – aktuell sind dies rund 500 Artikel. Die Artikel werden – tatsächlich! – von allen Mitarbeitern erstellt, gepflegt und aktualisiert. Da wir konkurrierende Informationsmedien (Ordner, Dokumente irgendwo auf dem Server, Zettelkästen etc.) abgeschafft haben, stehen alle relevanten Information im Wiki. Zudem hatten unsere Assistentinnen die Anweisung bei Fragen – sie erhielten von ihren Kollegen täglich viele Fragen! – mit dem Hinweis „Schau in den Wiki“ zu beantworten. Das war am Anfang lästig, heute beginnt die Recherche in der Regel im Wiki.

Unser interner Blog dient als Schwarzes Brett und informiert über Aktuelles aus dem Agenturgeschehen, von Kunden und Lieferanten und Wissenswertes aus der Branche, über Veranstaltungen etc. Auch auf neue, wichtige Artikel im Wiki wird im Blog hingewiesen. Alle Mitarbeiter dürfen bzw. sollen bloggen bzw. kommentieren. Wer eine Veranstaltung besucht hat, muss darüber zum Wissenstransfer ein Posting verfassen. Da nicht immer alle Mitarbeiter im Büro sind, dient der Blog als Informationsplattform, aber auch als Wissensdatenbank.

Für die – eher informelle – Kommunikation zwischen den Sympra-Kollegen nutzen wir zwei „geheime“ Facebook-Gruppen. Eine weitere Facebook-Gruppe setzen wir für die Kommunikation mit unseren internationalen Partneragenturen ein. Google+ haben wir als Plattform für das Management eines Kundenprojekts getestet, haben dann aber auf Google-Docs umgeschwenkt; Google+ war schlichtweg nicht die Plattform, die bei allen Projektbeteiligten stets im Blickfeld war.

Wiki und Blog sind längst selbstverständliche Werkzeuge für Wissensmanagement und interne Information. Die Zeiten, in denen wir wichtige Daten irgendwo in einem Pfad auf dem Server abgelegt haben und alles Mögliche per Mail „an alle“ geschickt haben, sind schon ewig her. Da hat es mich dann doch verwundert, dass Oliver Hein-Behrens am Ende schreibt: „Noch sind Agenturen wie Sympra … beim Thema Social Intranet Ausnahmen in der deutschen PR-Landschaft.“

Der Beitrag „Konversation ohne Vorzimmer“ von Oliver Hein-Behrens ist in der Dezember-Ausgabe des PRREPORT erschienen.

Ein Plädoyer für “Public Relations” – oder: Warum Sympra nicht eine PR-Agentur ist

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1. Auf die Frage: „Was machst Du so?“ hatte ich früher meist geantwortet: „Ich habe eine PR-Agentur.“ Darunter konnten sich die meisten zwar nichts Konkretes vorstellen, aber so in etwa wussten sie dann doch Bescheid: Das ist so etwas wie eine Werbeagentur, weniger mit Anzeigen und Plakate, mehr mit Zeitungsartikeln und so. In vielen Fällen genügte es mir, dass man mich beruflich somit einigermaßen einordnen konnte.

2. Moritz Hunzinger ist ein PR-Berater. Dieter Thomas Heck wollte seine Gattin erwürgen – war aber wohl nur ein PR-Gag für die Vermarktung seiner Memoiren. Beim PR-Bild-Award gibt’s auch mal ein schönes Portraitbild vom Regierungssprecher und ein Foto von einem Balkon an der Chinesischen Mauer. “Liszt war ein geniales PR-Genie” (Pianistin Hélène Grimaud zum 200. Geburtstag von Franz Liszt).

3. Ein Anruf erreicht mich im Büro: „Guten Tag! (…) Ich bringe ein neues Produkt auf den Markt und komme zu Ihnen, weil ich PR dafür brauche.“ Im Klartext bedeutet diese Anfrage: Ich brauche Unterstützung bei der Pressearbeit. Genau genommen bei der Produktpressearbeit. Aufgabe der PR ist hier Verkaufsförderung, soll die Werbung ergänzen (oder gar ersetzen), fast ausschließlich marktorientiert. Legitim.

4. Im Strategieworkshop unseres Agenturverbands GPRA e. V. machen wir uns Gedanken, ob die GPRA umfirmieren soll. Die beiden mittleren Buchstaben im Akronym stehen für „Public Relations“ und einige Agenturkollegen fühlen sich damit nicht mehr so richtig wohl. Ihr Tätigkeitsspektrum sei viel umfassender geworden, sie böten umfassende Kommunikation, Events, Public Affairs und das sei doch weit mehr als Pressearbeit. Wir diskutieren über die Vertrauenskrise in der Öffentlichkeit, die durch großes Misstrauen gegenüber politischen Autoritäten, staatlichen Organisationen und Unternehmen gekennzeichnet ist. Eine große Rolle spielt der Wandel des Mediensystems, vor allem die Krise der klassischen Medien und der Bedeutungsgewinn von Social Media. In dieser Situation wollen wir unsere Kernkompetenzen stärker nutzen: Wir sind doch die Experten für den Aufbau und Erhalt von Vertrauen sowie für Meinungsbildung und Dialog mit Stakeholdern – Public Relations pur! Es bleibt bei „GPRA“.

5. „Public Relations [sind] das bewusste und legitime Bemühen um Verständnis sowie um Aufbau und Pflege von Vertrauen in der Öffentlichkeit auf der Grundlage systematischer Erforschung“ definiert die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG).

Auch wenn “PR” nur die Abkürzung für “Public Relations” ist: Ich fühle im allgemeinen Sprachgebrauch einen großen Unterschied zwischen den beiden Begriffen. „PR“ reduziert unsere Disziplin nur zu oft auf Pressearbeit und Event, gern laut und am besten kurzfristig wirksam. „Public Relations” steht für mehr: für Aufklärung, für langfristig angelegtes Informieren und Aufbauen von Vertrauen, für Interessensausgleich, vor allem für Dialog. Pressearbeit gehört dazu, Kommunikation über soziale Medien, aber auch Hintergrundgespräche, runde Tische und Diskussionen mit Befürwortern und Gegner. Public Relations sind nach meinem Empfinden leiser als PR, brauchen mehr Zeit und wirken nachhaltiger. Sympra ist ganz klar eine Public-Relations-Agentur.

Empfinde nur ich diesen semantischen Unterschied? Ihre/Euere Meinung würde mich interessieren.

Wie ist die Schwerkraft eigentlich aufgebaut?

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Grenoble. Ein Ort in Südostfrankreich, den mancher mit der Winterolympiade 1968 oder dem jährlich stattfindenden Jazzfestival in Verbindung bringt. In der größten Hochgebirgsstadt der Alpen sind aber auch eine der weltweit besten Business Schools, die Grenoble École de Management, und bedeutende Großforschungseinrichtungen wie das Institut Laue-Langevin (ILL), das sich der wissenschaftlichen Neutronenforschung verschrieben hat, beheimatet. Das ILL betreibt seit mehreren Jahrzehnten Grundlagenforschung und ist eine europäische Erfolgsgeschichte. Hierhin führte mich oder eher führte ich vor kurzem eine Pressereise.

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Peter Geltenbort vom ILL

Rückblende: Am 22. Januar 1963 begründen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle mit der Unterzeichnung des Elysee-Vertrags die französisch-deutsche Zusammenarbeit. Ein Aspekt des Vertrages ist die Kooperation bei Wissenschaft und Forschung. Heute gilt das deutsch-französische Tandem als Motor der EU-Forschung. Die Gründung des ILL im Januar 1967 war eines der ersten konkreten Resultate der Zusammenarbeit. 1973 schloss sich Großbritannien den beiden Gründungsmitgliedern an. Die drei Gründerstaaten besitzen und finanzieren das Institut zu gleichen Teilen.

Der Gebäudekomplex des Instituts atmet den Baustil der sechziger Jahre und einige grundlegende Bauteile des Hochflussreaktors stammen noch aus dieser Zeit, wie gusseiserne Plaketten mit Firmennamen belegen. Der Reaktor selbst wurde zwischen 1993 und 1995 überholt und erzeugt den höchsten Neutronenfluss der Welt mit einer thermischen Leistung von 58 Megawatt. Die Mitarbeiter im ILL sind im besten Sinne europäisch und zeigen mit ihrer freundlichen offenen und mehrsprachigen Art wie Europa erfolgreich zusammenwächst. Der hochgewachsene deutschstämmige Abteilungsleiter referiert auf Englisch über das Institut, der englische Vize-Direktor begrüßt uns mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht, die aus Italien stammende Mitarbeiterin der Presseabteilung erklärt mit leicht französischem Akzent auf Englisch wie das ILL vor Erdbeben gesichert ist. Und der deutsche Direktor bleibt nicht nur dank seines prägnanten Namens Richard Wagner präsent, sondern auch wegen seiner kenntnisreichen und spannenden Ausführungen über die Forschungen an seinem Institut.

Very-Cold-neutrons-150x150 in Richtig beeindruckend wird der Rundgang durch das ILL, wenn man durch die Druckschleuse die kuppelgekrönte 60 Meter hohe Halle mit dem Reaktor betritt. Von außen wirkt das Gebäude unscheinbar, seine Größe ist schwer zu ermessen. Innen aber ruht mein Blick auf einem riesenhaft wirkenden Kran, der zum Beispiel schwere Betonplatten innerhalb der Halle transportiert. Der Raum selbst ist voller Instrumente und Forschungsgerätschaften, Wissenschaftler im Arbeitsmantel eilen an uns vorbei. Da zum Zeitpunkt des Besuchs der Neutronenstrahl nicht in Betrieb war – er funktioniert im Dauerbetrieb während Zyklen von je 50 Tagen – konnten wir einen Blick in das Abklingbecken werfen und das bläuliche Leuchten des Tscherenkov-Lichts sehen.

Die Gründungsidee des ILL war es, eine starke Neutronenquelle für die zivile Grundlagenforschung zu schaffen. Das ist gelungen, denn seit nunmehr vierzig Jahren, befindet sich in den Räumlichkeiten des ILL die weltweit stärkste mit einer Leistung von 58 Megawatt. Sie wird ständig auf den neuesten Stand der Forschung und Sicherheitstechnik gebracht. Das ILL versteht sich als Service-Institut, das seinen Hochflussreaktor der wissenschaftlichen Gemeinschaft weltweit zu Forschungszwecken zur Verfügung stellt. Mehrere Tausend Forschungsvorschläge gehen jährlich beim ILL ein. Wissenschaftliche Komitees prüfen und wählen daraus diejenigen aus, die sie für am sinnvollsten halten. 2.000 Wissenschaftler führen jährlich über 1.200 Experimente durch. Experimente, die nicht nur für die Grundlagenforschung wichtig sind, sondern oft auch für die industrielle oder die therapeutische Anwendung.

Zu den aktuellen Forschungsergebnissen am ILL gehören unter anderem:

  • ein neues Radioisotop zur verbesserten Krebstherapie, das zielgerichteter wirkt und geringere Kollateralschäden in gesundem Gewebe verursacht
  • die Schwerkraft-Resonanz-Spektroskopie, die helfen kann, die grundlegende Struktur  der Schwerkraft zu entschlüsseln
  • neueste Erkenntnisse zur Funktionsweise der Frostschutzproteine in Fischen der Arktis.

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Doch das steht im Einzelnen auf einem anderen Blatt bzw. auf der Webseite des Instituts Laue-Langevin.

Kurt Weidemann ist gestorben

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Kurt Weidemann, einer der bekanntesten Grafikdesigner und Typografen unserer Zeit, ist gestern im Alter von 88 Jahren verstorben.

Bis heute zeigte Kurt Weidemann unter dem Titel „Wortlose Briefe“ seine Bildgrafiken in einer umfangreichen Werkschau in den Räumen von Sympra in der Stafflenbergstraße 32 in Stuttgart. Wir erlebten Kurt Weidemann bei der Vernissage und bei mehreren Veranstaltungen in unserem Hause und waren sehr beeindruckt von seiner Vitalität, seinem Schaffensdrang, seiner Genialität, seiner Erfahrung, seiner Menschlichkeit.

Wir trauern um eine große Persönlichkeit.

Sympra ist Partner bei Modellprojekt zur Mobilität im Tourismus

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Mit dem Elektroauto durch die Bergwelt des Südschwarzwalds oder mit dem Segway rund um die Schwarzwaldorte – die Schwarzwald Tourismus GmbH bietet im Pilotprojekt ZUMO (Zukunftsmobilität in der Ferienregion Schwarzwald) erstmals Pauschalpakete für einen CO2-neutralen Urlaub. Während des baden-württembergischen Automobilsommer 2011 will die Initiative Zukunftsmobilität zeigen, dass die Mobilität der Zukunft im Schwarzwald bereits in diesem Jahr erlebbar ist und sich dabei auch im Urlaub Umweltschutz und Mobilität miteinander vereinbaren lassen. Sympra ist Partner dieses Modellprojekts.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt ZUMO gehen in ein Forschungsprojekt ein, mit dem erarbeitet werden soll, wie der Tourismus in Baden-Württemberg auf den Klimawandel reagieren und mithilfe des Faktors Mobilität neue Zielgruppen erschließen kann. Die Initiative Zukunftsmobilität des Steinbeis-Beratungszentrums Innovation und Energie in Trossingen entwickelt nachhaltige Mobilitätskonzepte, wobei immer der tatsächliche Mobilitätsbedarf der jeweiligen Zielgruppen im Mittelpunkt steht. Mobilität wird dabei als gesellschaftliches Grundbedürfnis verstanden und konzeptionell in die jeweiligen Lebensbereiche und Branchen eingearbeitet. Dabei spielt Elektromobilität neben anderen Antriebskonzepten eine zentrale Rolle. Die Initiative konzentriert sich auf Projektentwicklung, Konzeption und Management der gesamten Mobilitätskette. Als Kooperationspartner gehören ihr – neben Sympra – die e-mobil BW Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg, der Verband für Energie- und Wasserwirtschaft e.V., das Innovations-Netzwerk Energie Baden-Württemberg, Cities for Mobility und die Energiedienst AG an.

Mit Ihren Projekten setzt die Initiative Zukunftsmobilität alternative Mobilitätskonzepte in die Praxis um und macht so Zukunftsmobilität erlebbar. „Wenn wir in einer Region die Infrastruktur für Elektromobilität oder eine andere alternative Mobilitätsinfrastruktur aufbauen, so ermöglichen wir nicht nur den Betrieb unserer Pilotprojekte, sondern schaffen einen zukunftsweisenden Standortfaktor. Dieser gibt für kommunale und öffentliche Verwaltungen, Unternehmen und die Menschen in der Region wichtige Impulse für das Umdenken in Sachen Mobilität und für Investitions- und Standortentscheidungen“, erklärt Christian Klaiber, Leiter des Steinbeis-Beratungszentrums Innovation und Energie und Gründer der Initiative Zukunftsmobilität.

Seit Gründung von Sympra im Jahr 1992 ist Mobilität eines unserer Schwerpunktthemen. Das Modellprojekt ZUMO ist bei uns daher auch sofort auf Interesse gestoßen, und gern unterstützen wir es. Schon jetzt sind wir sehr gespannt, wie die Schwarzwaldurlauber das Angebot klimafreundlicher Mobilität annehmen.

Mehr Informationen zur Initiative Zukunftsmobilität und dem Projekt ZUMO unter www.zukunftsmobilitaet.de, zu den Urlaubsangeboten und unter www.zukunftsmobilitaet.info.

(Foto: © Erich Spiegelhalter/STG)

Weltmarktführer und ihre Geheimnisse

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Gestern Abend ging der 1. Kongress der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall zu Ende. Vom 24.bis 26. Januar 2011 drehte sich beim Gastgeber, der Bausparkasse Schwäbisch Hall, alles um Erfahrungsaustausch, Lernen von anderen und natürlich auch ein bisschen um die Selbstdarstellung. Tatsächlich war es für die rund 300 Teilnehmer faszinierend zu hören, mit welchen Methoden es mittelständischen Unternehmen gelingt, sich an der  Weltspitze zu etablieren und zu halten.

Wie so oft boten nicht nur die großen Namen und die Hauptreferate den größten Erkenntnisfortschritt. Besonders interessant, auch aus Kommunikationssicht, waren die Vorträge von Dr. Günter Blaschke, CEO der Rational AG in Landsberg, und von Christian Gansch, Dirigent, Produzent und Consultant. Gansch hat bereits zahlreiche international renommierte Orchester dirigiert – von den Münchner Philharmonikern über das Russian National Orchestra bis zum Royal Scottish National Orchester und vielen anderen. Nach knapp zwei Jahrzehnten in der Musikindustrie gibt er heute seine Erfahrungen als Referent und Kommunikationsberater weiter.

Das Unternehmen dirigieren
Christian Gansch machte den Zuhörern augenzwinkernd deutlich, welche Misstöne Unternehmen daran hindern, dauerhaft erfolgreich zu sein. Mit musikalischer Untermalung gab er Einblick in die Arbeit eines Dirigenten und das Zusammenwirken eines Orchesters. Der Dirigent sei keinesfalls derjenige, der alles bestimme und im Griff habe, erzählte Gansch, er koordiniere nur. Ein großes Orchester verfüge über 30 Führungskräfte und bestünde letztlich aus 140 Primadonnen, die doch gemeinsam so spielen müssten, dass es dem Zuhörer gefalle. Das Wichtigste sei, aufeinander zu hören und sich gegenseitig zu respektieren. Erst aus dem Wechselspiel der Kräfte, aus der Interaktion und der Vielfalt entstehe ein erstklassiges Spiel, das bei den Zuhörern Emotionen wecke. „Dieses Wechselspiel erreichen Sie nur mit intensiver Kommunikation. Bei manchen Proben wird mehr Zeit mit Reden und Diskutieren verbracht als mit Musizieren. Ganz klar, ein perfekter Informationsaustausch ist das Geheimnis erfolgreichen Teamworks.“

Und man möge nicht glauben, dass ein Orchester nicht innovativ sein müsse. „Der Interpretationsstil von Musik ändert sich alle paar Jahre. Täglich muss an Details des Spiels gefeilt werden“, so Gansch. „Dazu brauchen wir innere Prozesse, die uns dabei helfen, das Bewusstsein für Qualität, die Reibung und den Streit im Kommunikationsprozess sowie den Respekt vor den Zuhörern zu erhalten.“ Fehler gebe es immer wieder, aber der Anspruch müsse sein, sie zu bemerken und gemeinsam zu beheben, damit man höchste Qualität bieten könne. Bei der Zielsetzung, immer besser zu werden, gebe es ja keinen Unterschied zwischen Orchestern und Weltmarktführern: „In beiden Fällen ist Wahrnehmungskompetenz die wichtigste Führungseigenschaft.“

Ein Garten, in dem Innovationen gedeihen
Dr. Günter Blaschke, CEO der Rational AG, erläuterte den Kongressteilnehmern die Unternehmensstrategie am Beispiel des „Förster-Prinzips“. In bester Storytelling-Tradition machte er am Beispiel von Jäger, Förster und Rehen deutlich, wie man es schafft, sich bzw. sein Produkt so interessant zu machen, dass die Kunden sozusagen von einem Sog erfasst werden, der sie freiwillig zum Futtertrog – pardon: zum Kauf – treibt. „Wir konzentrieren uns nicht auf ein Produkt, sondern auf eine Aufgabe: warmes Essen außer Haus“, stelle Blaschke klar. „Und weil wir 200 Köche beschäftigen, wissen wir auch genau, was unsere Zielgruppe bewegt. Die wichtigste Frage für uns ist immer: Nützt das dem Kunden?“ Nur Innovationen schafften neue Weltmärkte, so der Unternehmenschef weiter. Deshalb sei die wichtigste Aufgabe, „Erfolgsfaktoren für Innovation“ zu schaffen, eine Umgebung, die Innovationen unterstützt.

Dafür hat Blaschke das ganze Unternehmen entsprechend umgekrempelt und führt es nach dem „Gärtner-Prinzip“. Sein Credo: „Sie können Radieschen nicht zum Wachsen zwingen. Sie können aber dafür sorgen, dass Ihre Radieschen schneller wachsen als die vom Mitbewerber.“ Statt Stellenbeschreibungen gebe es Aufgabenbeschreibungen, statt Abteilungen Prozessorganisation und keine Stäbe. Die Mitarbeiter sollten Unternehmer im Unternehmen sein. Dass das Konzept funktioniert, beweisen die hohe Mitarbeiterzufriedenheit, die Ertragsstärke des Unternehmens und nicht zuletzt der Börsenkurs. Blaschkes Zuhörer werden dieses Konzept wohl genau so wenig vergessen wie die Aufforderung „Denken Sie an die Rehe!“

Was macht die Führungsrolle aus?
In etwa zwei Dritteln aller Marktsegmente weltweit rangieren deutsche Unternehmen unter den Top 3-Anbietern. Der größte Anteil der Weltmarktführer ist in der Maschinenbauindustrie tätig. Von den 1.500 deutschen Unternehmen insgesamt, die zu den Weltmarktführern zählen, kommen über 1.350 aus dem gehobenen Mittelstand. Sie haben 30,6 Prozent Anteil am deutschen Gesamtexport. Kennzahlen, mit denen Prof. Dr. Bernd Venohr, Wissenschaftler und Strategieberater, zumindest teilweise das Geheimnis lüftete, wer denn nun und warum zu den Weltmarktführern zählt. „Merken Sie sich einfach die Zahl 70“, erläuterte Venohr eins seiner Charts, „mehr als 70 Prozent der Weltmarktführer sind in Familienbesitz, etwa 70 Prozent haben ihren Hauptsitz in ländlichen Regionen, und die Unternehmen sind durchschnittlich 70 Jahre alt.“ Die deutschen Weltmarktführer seien zumindest mittelfristig Gewinner der Globalisierung. Das liege auch daran, dass die überwiegend mittelständischen Unternehmen fünf Prozent vom Umsatz für Forschung und Entwicklung ausgeben – deutlich mehr als der Durchschnitt. „Es eint sie der Wille, Weltspitze zu bleiben!“.

Sympra unterstützt „Shoot against Poverty”

SAP1-300x300 in „Shoot against Poverty” ist der Titel eines Fotowettbewerbs, der im Rahmen der Europäischen Entwicklungstage 2010 in 27 Ländern ausgeschrieben ist. Gemeinsam mit den PRN-Partnern in Belgien und Frankreich unterstützt Sympra das Projekt. Junge Fotografen können ihre Werke zum Thema Armut bis zum 22. November 2010 unter www.shootagainstpoverty.eu einreichen. Die 20 besten Bilder werden im Rahmen einer Ausstellung in Brüssel zu sehen sein. Als erster Preis winkt eine Reise nach Burkina Faso, wo der Gewinner die Möglichkeit haben wird, Eindrücke eines Filmfestivals mit seiner Kamera festzuhalten. Ins Leben gerufen hat den Wettbewerb die Belgische Entwicklungszusammenarbeit (DGDC).