Archiv für die Kateogorie ‘ Web 2.0 ’

Social Media Newsrooms: Wer braucht eine neue Wunderwaffe?

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Wunderwaffen haben ja etwas Wunderliches. Bewundert man sie wegen wunderbarer Wirkung, oder wundert man sich, weil das Wunder ausbleibt? Nein, ich ging heute Morgen nicht mit diesen fast philosophisch anmutenden Fragen im Kopf zum Social Media Workshop in der stylischen O2-Lounge in München. Obwohl es um eine neue Wunderwaffe ging: den Social Media Newsroom. In großer Zahl trafen sich Münchner Social-Media-Menschen und lauschten den Ausführungen der Referenten von iCrossing – bevor sie miteinander diskutierten.

Coca Cola eröffnete seinen Social Media Newsroom letzte Woche, gut orchestriert über zahlreiche Tweets, Volvic hat mit „Wasserbotschafter August 2008 einen der ersten Social Media Newsrooms überhaupt geschaffen, iCrossing präsentierte seinen heute – und Sympra hat natürlich auch einen. Die Referenten nannten ihn den Pressebereich 2.0, der Presseseiten, Blog und alle Social-Media-Dienste, in denen der Newsroom-Betreiber aktiv ist, zusammenbringt. Und sie halten ihn tatsächlich für eine Wundergerät, wenn denn vorher eine Kommunikationsstrategie definiert wurde.

Der Social Media Newsroom ist eine zeitgemäße Antwort auf die veränderten Kommunikationsbedürfnisse. Gut aufgesetzt, bietet er für jeden, der mit der externen Kommunikation eines Unternehmens in Kontakt treten, schnell die gewünschten Informationen. Mit der Integration von Social-Media-Diensten und Tools wie Blogs, Facebook, Twitter, Flickr & Co. sollte er selbstverständlich auch Kommentare ermöglichen. Nur so gibt er den Dialoggedanken von Web 2.0 wieder.

Jeder Social Media Newsroom ist aber nur dann richtig gut, wenn vorab eine intensive Diskussion über Ziele und verfügbare Ressourcen, intern und extern, stattgefunden hat und wenn die Umsetzung entsprechend der definierten Ziele erfolgt. Das klingt banal, ist es aber nicht. Die Referenten wiesen so zum Beispiel auf die Coca-Cola-Seite hin, die zwar im Grunde gut gemacht sei, aber mit den zahlreichen Links zu unterschiedlichen Gruppen in sozialen Netzen verwirre. Es fehlt die auf einen Blick verständliche Erklärung, wem welche Gruppe nützt.

Das rege Interesse an der Veranstaltung und die nachfolgende Diskussion haben gezeigt, dass der Social Media Newsroom als zeitgemäßes Tool für die Kommunikation vermehrt angenommen wird. Sympra zeigt mit seinem eigenen Social Media Newsroom zudem, dass der sich gut in den vorhandenen Webauftritt integrieren lässt.

Den Social Media Newsroom braucht prinzipiell jede Organisation, die etwas zu sagen hat und mit ihren Kunden, Interessenten, Patienten, Lesern über Social-Media-Dienste in Kontakt treten will – und kann. Aktuell beobachtet Sympra eine wachsende Nachfrage nach Beratung und praktischer Einführung aus unterschiedlichen Branchen und Organisationen. Der Bedarf wächst also. Die passenden Tools sind vorhanden. Wer jetzt einsteigt, macht sicherlich den richtigen Schritt.

Zum Sympra-Newsroom: http://newsroom.sympra.de

Gute Social Media Guidelines sollten…

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Nicht jede Regel ist sinnvoll (Bildquelle: photocase.de, designer111)

Richtlinien für den richtigen Umgang der Mitarbeiter mit Xing, Facebook und Twitter sind derzeit ein häufiges Thema im Gespräch mit Kunden. Vor wenigen Tagen haben mein Kollege Martin Kurth und ich gemeinsam einen halben Tag  mit einem Kunden über die Frage diskutiert, warum solche Social-Media-Richtlinien, ich bevorzuge in diesem Fall die gefälliger klingendere englische Variante Social Media Guidelines, für Unternehmen wichtig sind und wie sie aussehen könnten.

Herausgekommen sind dabei auch einige nicht kundenspezifische, ganz allgemeine Erkenntnisse, die ich zur Diskussion stellen möchte. Zuallererst die Überzeugung, dass Social Media Guidelines auf keinen Fall ein strategisches Vakuum begünstigen dürfen. Sie sind Leitplanken für die Onlinekommunikation durch Mitarbeiter, sie ersetzen aber nicht kreative Ideen und eine stimmige Kommunikationsstrategie. Meines Erachtens lauert hier eine Falle: Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen dürfen nicht dem Irrglauben erliegen, dass es mit Social Media Guidelines getan sei. Die Richtlinien sind lediglich die Basis, der Nährboden, auf dem kreative Konzepte erarbeitet werden können.

Je intensiver ich mich mit dem Thema Social Media Guidelines beschäftige und mit Kunden darüber spreche, desto mehr kristallisieren sich einige Anforderungen an solche Richtlinien heraus, die auf jeden Fall erfüllt sein sollten, damit die Regeln ihrem Zweck auch wirklich dienen können.

Es handelt sich dabei um folgende Punkte:

Social Media Guidelines gelten für alle Mitarbeiter. Vom Pförtner bis zum Geschäftsführer. Sie lassen sich konkret im Alltag umsetzen und gelten innerhalb und, was Unternehmensbelange betrifft, durchaus auch außerhalb der Arbeitszeit. Sie warnen Mitarbeiter vor Gefahren, die sich aus unvorsichtiger Kommunikation über Unternehmensthemen im Social Web ergeben können und warnen vor den möglichen Folgen. Insofern ist erste Aufgabe von Social Media Guidelines das Verhindern von Fehlern.

Social Media Guidelines schaffen Sicherheit. Ist die Nutzung von Twitter, Facebook, Xing und ähnlichen Plattformen während der Arbeitszeit erlaubt oder nicht? Die Publikation welcher Informationen ist tabu? Was muss ein nicht in der Öffentlichkeitsarbeit tätiger Mitarbeiter beachten, wenn in Blogs oder auf Twitter über sein Unternehmen und dessen Produkte diskutiert wird? Darf er sich an der Diskussion beteiligen und wie? Unter welchen Voraussetzungen darf ein Mitarbeiter einen Account oder eine Gruppe zu einer Marke oder einem Thema des Unternehmens eröffnen? Welche Verantwortlichkeiten gelten?

Social Media Guidelines motivieren. Scharf motivierte Richtlinien mit Formulierungen wie “nur autorisierte Pressesprecher des Unternehmens dürfen sich äußern” oder “Anfragen sind an die Unternehmenskommunikation weiterzuleiten” sind nicht zielführend. Wie positiv formulierte Social Media Guidelines aussehen können, zeigen unter anderem Unternehmen wie SAP oder Kodak.

Social Media Guidelines sind informativ und hilfreich. Richtlinien zur Social-Media-Nutzung sollten leicht verständlich auch den weniger internetaffinen Mitarbeitern verdeutlichen, dass eine unbedachte Bemerkung im Web sehr viel leichter weite Kreise zieht als im Offline-Leben. Sie müssen weniger Vorschriften- als Ratgebercharakter haben und für den Leser einen konkreten Nutzen entfalten. Kodak macht es vor und bettet die Richtlinien gleich in ein informatives Booklet ein. Ein schönes Beispiel für interne Kommunikation. Wichtig ist aus meiner Sicht auch, dass Mitarbeiter in den Guidelines Kontaktdaten einer Person oder eines Teams vorfinden, das auch für kleinere Rückfragen zur Interpretation der Richtlinien erreichbar ist.

Mich interessieren Ihre Ideen und Erfahrungen: Gibt es in Ihrem Unternehmen (bald) Social Media Guidelines? Welche Anforderungen sollten solche Regelwerke noch erfüllen? Ich freue mich auf Input in den Kommentaren.

Zwei Beispiele:

  • Die Guidelines von SAP:

SAP Social Media Participation Guidelines 2009

PR und Social Media: So setzen Sie Ihre Strategie um

Vorsicht, es folgt ein euphorisches Blogposting, das so gar nicht zum derzeitigen Tenor rund um ein ungewisses neues Jahr und die verblassende Freude über tolle Tools wie Twitter passt. Sympra hat ein neues Produkt am Start, und darüber freuen wir uns. Es heißt Social Media Newsroom – und es hat nichts mit Hype und einseitig auf Twitter & Co. ausgerichteter Kommunikation zu tun. Ganz im Gegenteil führt es endlich zusammen, was zusammengehört. Kommunikation 1.0 und Kommunikation 2.0.

Fest steht: Der große Hype um Twitter und Social Media ist vorbei. Marktschreierische Twitter-Gurus haben 2010 schwere Zeiten vor sich. Integrierte, strategisch fundierte Ansätze in der Unternehmenskommunikation werden wieder verstärkt Gehör finden. Die Stunde der Social-Media-Realisten ist gekommen. Warum voll auf Social Media setzen und Media Relations vernachlässigen? Warum dialogorientierte Öffentlichkeitsarbeit forcieren, aber nicht gleichzeitig klassische Medien sehr service- und qualitätsorientiert mit Material und Storys versorgen? Schlechte Zeiten für mit Scheuklappen agierende Experten.

Ich finde: Dialoge sollten Sie nicht zwanghaft auf der trendigsten Plattform, sondern mit Ihren relevanten Medien und Multiplikatoren einfach dort führen, wo es diesen am liebsten ist. Und zusätzlich sollten Sie alle relevanten Informationen zu Ihrem Unternehmen, Ihrer Marke, an einem attraktiven, leicht zu durchschauenden Ort im Web bündeln. Je nach Ausrichtung nicht nur den old fashioned stuff wie Geschäftsberichte und Pressemitteilungen, sondern auch Social-Media-Inhalte, die Ihrer Marke ein Gesicht geben.

An sich Punkte, auf die man sich schnell einigen kann. Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung lag bisher oft ein weiter Weg. Wer sich mit einer Unternehmenswebsite mit veraltetem, schwierig bedienbarem Content-Management-System herumschlagen muss, die das Einstellen von Pressebildern zu einer monatlich Stunden fressenden Herausforderung macht, in die man aufgrund des Aufwands nicht einmal den Praktikanten einarbeiten möchte, der hat keine Zeit für die Kür der Online-Kommunikation. Wer von all den Social-Media-Tools rund um Twitter und Co. größten Respekt hat und damit – zumindest – zeitlich überfordert ist, ebenso.

Photocasef88kgnjh1 in Es ist immer seltener fehlendes Wollen, es ist oft ein Dilemma der fehlenden Werkzeuge. Weniger ein Problem der Beratung, zumindest zeigt das unser Agenturalltag. Workshops, Zieldefinitionen, dann in der Folge ein integriertes Kommunikationskonzept, das klassische Medienarbeit und, falls sinnvoll, aktuellste Online-PR-Instrumente gleichermaßen einbindet, sind nur die Basis. Sie schaffen zwar die Voraussetzung für erfolgreiche und rundum zeitgemäße Unternehmenskommunikation. Doch wenn anschließend im Unternehmen selbst wenig Zeit und keine effizienten Werkzeuge zur Verfügung stehen, die tagtäglich dabei helfen, den Kontakt zu Redaktionen und zu Bloggern, Twitter-Nutzern, Facebook-Fans und weiteren wichtigen Dialoggruppen gleichermaßen zu halten – Bingo. Dann klappt es nicht. Keine erfolgreiche Strategie ohne konsequente Umsetzung.

Wie wäre es, wenn ein guter Teil dieser Umsetzung völlig entspannt und effizient verliefe? Da kommt er ins Spiel, der Social Media Newsroom. Als Phantom geistert er bereits seit etwa zwei Jahren durch die PR-Landschaft. Ursprünglich aus den USA kommend, inzwischen auch hierzulande einige Male präsent. Was sich dahinter verbirgt ist eine Website oder ein Teil der vorhandenen Unternehmenswebsite, die oder der gleichermaßen die Aufgabe eines klassischen Pressebereiches mit Service für Redaktionen erfüllt und die Anforderungen von Multiplikatoren im Social Web befriedigt.

Toll am Social Media Newsroom: Er versorgt Journalisten und Blogger

Klassisch arbeitende Redakteure erhalten in dem neuartigen Newsroom – wenn das die Kommunikationsstrategie so vorsieht – weiterhin ihre Presseinformationen, Fotos und weitere Materialien zum Download. Doch das ist nicht das Besondere. Toll am Social Media Newsroom ist seine Multifunktionalität: Blogger und andere Meinungsmacher sollen ebenso wie Redaktionen alles finden, was sie für ihre Tätigkeit benötigen. Dies konsequent auf Basis von dialogfreundlicher Web-2.0-Technologie. Das ist nicht nur enorm suchmaschinenfreundlich, sondern notwendig, damit alles jederzeit ganz einfach weitergeleitet, empfohlen, geteilt, “geshared”, getwittert werden kann.

Ein guter Social Media Newsroom stellt zudem vollautomatisch zusammen, was Unternehmen oder dessen Vertreter an relevanten Social-Media-Aktivitäten entfalten. Neue Bilder, Videos, Blogbeiträge, Lesezeichen aus Social-Bookmarking-Diensten und Vieles mehr wird vollautomatisch aggregiert. Zudem kann die Unternehmenskommunikation jederzeit manuell Content hinzufügen – und zwar sehr viel einfacher als mit jedem Content-Management-System. Auch einfacher als mit Wordpress.

Warum sich Social Media Newsrooms 2010 durchsetzen werden

Den Erfolg einiger ganz gelungener Beispiele nicht in Abrede stellend möchte ich dennoch behaupten: Bis zum heutigen Donnerstag, 14. Januar 2010, hat sich der Social Media Newsroom noch nicht so richtig durchgesetzt. Das hat nicht nur gute Gründe. Es wird sich im Laufe des Jahres 2010 auch ändern. Einige Indizien dafür:

• Unternehmen können den Social Media Newsroom von Sympra ohne Entwicklungsaufwand und ohne EDV-Projekt in ihre bestehende Website integrieren lassen. Konzeption und Umsetzung verlaufen schmerzfrei: Wir machen das in Kooperation mit unserem Technikpartner myON-ID.
• Der Newsroom läuft auf externen Servern und ist von der Unternehmensinfrastruktur unabhängig. Sicherheit und technische Weiterentwicklung belasten weder die PR- noch die IT-Abteilung.
• Handgebastelte Lösungen auf Basis von Blog-Software wie Wordpress führen zu Kompromissen beim Funktionsumfang und im schlimmsten Fall auch bei der Sicherheit. Ganz zu schweigen vom oft wenig überzeugenden Design. Probleme, die beim Sympra Social Media Newsroom komplett entfallen. Sieht gut aus, tut gut und geht nicht daneben.
• Inhalte können vollautomatisch per RSS von Diensten wie Flickr, Youtube, Blogs oder anderen Quellen aus direkt und in Echtzeit in den Social Media Newsroom importiert werden.
• Aktuelle Web-Technologie (Ajax) vereinfacht die Bedienung erheblich; selbst die Einbindung weiterer Web-2.0-Dienste in den Newsroom im laufenden Betrieb ist ohne Einschalten von Programmieren möglich.

Klingt alles ziemlich toll und überzeugt? Kein Wunder. Wir freuen uns, mit unserem eigenen Newsroom heute offiziell online gegangen zu sein. Und brennen darauf, Ihnen die Funktionalität persönlich zu demonstrieren und zu besprechen, ob ein Social Media Newsroom auf Basis modernster Web-2.0-Technologie für Ihre integrierte Kommunikation nicht auch eine feine Sache wäre.

http://newsroom.sympra.de

iPhone-Apps: Marketing aus dem Baukasten?

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Seit Anfang November 2009 arbeite ich bei Sympra an meiner Diplomarbeit „Unternehmenskommunikation auf mobilen Endgeräten (im speziellen iPhone) im Zeitalter des Web 2.0“. Dabei möchte ich unter Anderem herausfinden, unter welchen Umständen iPhone-Apps Unternehmen tatsächlich Vorteile im Bereich Marketing und PR verschaffen können.

Was sind überhaupt diese „Apps“? Kleine Applikationen, Programme, die entweder kostenlos oder gegen eine Gebühr auf dem Gerät installiert werden und dem Nutzer dann Zusatzfunktionen bieten.

Ein neuer Vertriebsweg für Software entsteht, und die Dynamik ist wirklich beeindruckend, wie einige Zahlen belegen: Mehr als zwei Milliarden Mal haben Nutzer bereits Applikationen für das iPhone aus dem App Store von Apple heruntergeladen. Mittlerweile existieren dort mehr als 100.000 Apps. Täglich werden rund 6,6 Millionen Apps heruntergeladen.

Diese Zahlen versprechen ein enormes Potenzial. Dennoch nutzen die wenigsten Unternehmen bislang Apps als neuen Kommunikationskanal. Zu teuer die Entwicklung, zu groß die Herausforderungen beim Bekanntmachen der App, zu groß das insgesamt einzukalkulierende Risiko.

Eine Lösung für kleine Unternehmen könnten Baukastensysteme sein. Bei meiner Recherche bin ich auf ein solches gestoßen: http://swebapps.com ist eine Online-Plattform zur Entwicklung eigener Apps mit wenigen Klicks. Kostengünstig kann ein Unternehmen seine eigene Anwendung  innerhalb weniger Minuten erstellen. Wie das geht, zeigt das Video:

SwebApps 2.0 from Magaly Chocano on Vimeo.

Auf der Plattform sind zahlreiche Funktionen abrufbar. Interaktiver Rückkanal, Einbindung von Twitter – alles kein Problem. Doch was das Baukastensystem nicht liefert, ist die passende Strategie.

Dabei ist gerade die besonders wichtig. Während Baukasten-Apps für Großunternehmen uninteressant sind, fehlt bei den in Frage kommenden kleinen und mittleren Firmen häufig das Know-how in Sachen Mobile Marketing. Beratungsbedarf gibt es insbesondere in Sachen

  • Nutzer-Demografie und Affinität der Zielgruppen:
    Besteht eine gewisse Deckungsgleichheit zwischen den typischen iPhone-Nutzern und den anzusprechenden potenziellen Kunden?
  • emotionale Strahlkraft der Marke oder Einzigartigkeit/Nutzerwert der App:
    Eine iPhone-Applikation, die lediglich die im Web verfügbaren Informationen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung wiederkäut dürfte nicht attraktiv genug sein, um auch nur den Hauch einer Chance im Dschungel der Vielfalt haben, die in Apples App-Store herrscht
  • Einbindung in einen PR-/Marketing-Mix:
    Eine App allein wird nicht viel bewegen, wenn sie nicht von begleitenden Maßnahmen gestützt wird. Social Media Relations und Aktivitäten in Social Networks sind beispielsweise dazu geeignet, iPhone-Apps erfolgreich zu machen.



Nicht unwahrscheinlich, dass das Angebot an vorgefertigten Modulen für Apps künftig weiter wächst. Ich sehe hier einen ähnlichen Markt wie für Content-Management-Systeme wie Joomla. Auch sie ermöglichen ein komfortables Veröffentlichen von Inhalten – befreien den Websitebetreiber allerdings genauso wenig von der Notwendigkeit, Strategie und Konzept zu erstellen.

(Foto: mindonfire | flickr, Lizenz)

Social Media: Startschuss für den Dialog

Seit dem GPRA dialoq zu Social Media in München sind einige Tage vergangen, die neuen Kontakte pflegen wir über Xing, Twitter und natürlich auch persönlich, und auch das Debriefng mit allen Beteiligten haben wir absolviert. Zeit für eine kurze Nachbetrachtung, aber auch Gelegenheit für einen Ausblick.

Beeindruckend war sicher das überwältigende positive Feedback zur Veranstaltung (”Selten habe ich eine nützlichere und bessere Überziehung der vorgesehenen Veranstaltungszeit erlebt”, “kurzweiliger und hochinteressanter Abend“, “Klasse Diskussion!“). Interessant auch, wie sehr die Veranstaltung auch Tage später noch die Branche bewegt. Das ist Beleg, dass das Thema einen Nerv getroffen hat. Marketing-Verantwortliche und Pressesprecher begreifen zusehends, dass sich die Unternehmenskommunikation und damit ihre Rolle verändert. Vom alleinigen Sprachrohr und Hüter der Unternehmensbotschaften, zum Berater in allen Fragen der Unternehmensdarstellung und Dirigenten des Mitarbeiter-Chors , der künftig einen großen Teil des Images und Auftritts des Unternehmens prägt.

Die Veranstaltung ist für Sympra daher erst der Auftakt: Wir werden das Thema Social hier in unserem Blog, im Web, in Social Media Coachings und auf Veranstaltungen und Diskussionsrunden weiter vertiefen. Besonders freuen wir uns über den persönlichen Dialog und den Austausch mit anderen PR- und Medien-Schaffenden in Unternehmen, Verbänden und Redaktion.

Sie können  eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung verfolgen und die Sympra-Präsentationsfolien abrufen:

View more presentations from sympra.

7. Oktober, 18.20 Uhr: Web-TV live – Die Wahrheit über Twitter, Blogs und soziale Netzwerke

Social Media – Zukunft der Kommunikation
oder Spielzeug für Web-Geeks?
Die Wahrheit über Twitter,
Blogs und soziale Netzwerke

Zap in

Zaplive-Kanal zum Event

Die Veranstaltung unter diesem Motto, die Sympra morgen zusammen mit der Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. (GPRA) und drei befreundeten Agenturen in München durchführt, ist seit Tagen restlos ausgebucht. Es besteht aber die Möglichkeit, den Abend live im Internet zu verfolgen und sich via Twitter mit dem Hashtag #gpracsm an der Diskussion zu beteiligen. Am Veranstaltungsort wird eine Twitterwall installiert sein, die Ihre Beiträge für Publikum und Vortragende sichtbar macht. Ab 18.20 Uhr werden die Vorträge und die Diskussion auf der WebTV-Plattform Zaplive übertragen. Die Veranstaltung  können Sie aber auch über den hier in diesem Beitrag eingebundenen Player verfolgen!

Mehr zur Veranstaltung bei der Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. (GPRA).

Wir freuen uns, wenn Sie mit dabei sind!

Die Sympra-Präsentationsfolien (Vortrag nach Plan gegen 19.30 Uhr) sind ab sofort hier sowie bei Sympra einsehbar.

Distributed Conversations – ist Ihr Unternehmen reif dafür?

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Konversation findet heute überall statt. (Foto: zettberlin | photocase)

Sebastian Küpers berichtet in einem sehr interessanten Posting über “Distributed Conversations”. Distributed – was? Hinter dem schicken Terminus verbirgt sich nichts anderes als die Tatsache, dass Web-Nutzer auf unterschiedlichsten Plattformen über Themen, Marken, Personen schreiben können. Jemand schreibt etwas auf Twitter, ich sehe und beantworte es auf Facebook. Die Antwort auf eine Aussage oder einen  Beitrag muss nicht auf der ursprünglichen Plattform stattfinden – dieses Blogposting ist das beste Beispiel dafür. Im Ansatz entstand es als Kommentar unter Sebastians Posting, letztlich beschloss ich dann, es zu einem eigenen Posting zu machen. Dennoch ist der Bezug via Trackback und Verlinkung noch klar dokumentiert.

Sebastian Küpers greift das Phänomen der Distributed Conversations am Beispiel von Google Sidewiki auf, einem Dienst, der es erlaubt, über eine beliebige Website zu diskutieren und diese zu kommentieren, ohne dass es die Website selbst unterstützt. Kommentare können mit diesem, aber auch mit anderen Tools, auch zu Websites abgegeben werden, die selbst keine Kommentarfunktion bieten.

Für Unternehmen, die im Web dialogorientiert präsent sein möchten, sind diese beschriebenen “Distributed Conversations” eine Herausforderung und im ersten Schritt Kontrollverlust pur. Aber auch eine ganz neue Chance.

Wenn ich als PR-Mensch Kommunikationskonzepte schreibe und Kunden berate, beziehe ich diese neue Realität grundsätzlich mit ein. Mithilfe von Social Media Newsrooms auf Basis von Blogsoftware und den von Sebastian Küpers beschriebenen Aggregationstools wie Disqus, das wir auch hier im Sympra-Blog verwenden, lässt sich eine Unternehmenspräsenz im Web aufbauen, die voll auf Distributed Conversations eingestellt ist – technisch betrachtet. Kommen dann noch Verständnis, Wachsamkeit und Dialogbereitschaft beim Unternehmen hinzu, ist das die Basis für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit im Social Web.

Was passiert, wenn man die technischen Feedbackkanäle lediglich als Vehikel nutzt, aber keine unternehmensweite Dialogbereitschaft vorhanden ist, haben Fälle in der jüngeren Vergangenheit gezeigt. Ein großer Telekommunikationsanbieter etwa hatte eine werbelastige  Pressekonferenz ins Web gestreamt und unter großem Trommeln das Feedback via Facebook auf der zugehörigen Microsite eingebunden. Zu groß der Spannungsbogen zwischen den frontalen Werbeaussagen und der angestrebten Dialogorientierung – es knallte, das öffentliche Urteil war vernichtend.

Nicht erst seit diesem Vorfall ist klar: Distributed Conversations lassen sich nicht allein mit Technik beeinflussen, es müssen vor allem Kommunikationsstrategie, Zuständigkeiten und ein gemeinsames Werteverständnis im Unternehmen gewährleistet sein. PR-Verantwortliche sind hier aus meiner Sicht die zentrale Schaltstelle. Sie sind es, die Social Media Guidelines für das gesamte Unternehmen erarbeiten müssen. Und damit dafür sorgen, dass Distributed Conversations für die von ihnen vertretene Marke primär Chancen bringen – nicht böse Überraschungen.

dmexco 2009: Die Online-Branche wird (er)wachsen

Der Wechsel von OMD zu dmexco bedeutet nicht nur einen Umzug der wichtigsten deutschen Messe für digitales Marketing von Düsseldorf nach Köln. Von einer Messe der Start-ups, Vordenker, Geeks und Evangelists ist sie zu einer Fachmesse für Werbetreibende gereift. Die interessieren weniger die unbegrenzten Möglichkeiten des digitalen Marketings, sondern der konkrete wirtschaftliche Nutzen einzelner Instrumente.

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Der scheint groß zu sein. Das sorgt dafür, dass gerade in Zeiten der Krise das Online-Marketing einen großen Zuspruch erfährt. Die Messe war logischerweise ausgebucht und die Stände, Vorträge und die Außenanlagen mehr als gut besucht. Zu den Top-Themen der Messe gehörten die eher unspektaktulären Themen Vermarktung von Online-Werbeplätzen, Suchmaschinen-Marketing, E-Mail-Marketing. Zu den wenigen neuen Themen auf der Messe gehörte Social Media: Wie kann ich Twitter, Facebook und Co. für mein Marketing einsetzen? Und ganz wichtig: Wie kann ich monitoren, was da passiert?

“Die Branche hat einen erstaunlichen Wandel vollzogen und wird erwachsen”, beobachtet Christian Mauer, Geschäftsführer der auf Suchmaschinenoptimierung spezialisierten SUMO.  Der Sympra-Kunde gehört zu den Pionieren der Branche und stellt seit 2004 auf der OMD und nun auf der dmexco aus. Auch die Online-Kaufberatung dooyoo gehört inzwischen zum festen Ausstellerstamm. In diesem Jahr stellten die Berliner gemeinsam mit ihrer französischen Mutter LeGuide.com aus. Deren CEO, Dr. Corinne Lejbowicz, ist mit dem Verlauf der Messe zwar sehr zufrieden (”Die Messe ist wirklich sehr gut besucht.”), sieht aber die dmexco vom Status einer internationale Leitmesse noch weit entfernt: “Betrachtet man Aussteller und Besucher, ist das eine deutsche Messe.”

Mit der dmexco hat sich das digitale Marketing als Instrument im Kommunikationsmix der Untermehmen endgültig etabliert.

Links:

http://www.dmexco.de

http://www.sumo.de

http://www.dooyoo.de

http://www.leguide.com

Qype: Ansporn oder Bestrafung?

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Seit Dezember 2007 qype ich. Qype ist ein Bewertungsportal für öffentliche Plätze auf der ganzen Welt. Begeistert davon, dass viele Läden und Plätze in meinem Stadtteil noch nicht bewertet und beschrieben wurden, verfasste ich neue Beiträge, habe mir Listen mit meinen Lieblingsplätzen angelegt, mich mit anderen Usern ausgetauscht, kommentiert und Komplimente vergeben. Ich habe mich über das Insider-Paket mit grünem T-Shirt gefreut, das man erhält, wenn man 250 Qype-Punkte und 15 Bewertungen geschrieben hat, habe fleißig weiter bewertet und bin schließlich mit 1.000 Punkten Qype-Experte geworden.

Immer wieder kamen neue Funktionen hinzu, die auch die eigene Startseite beinträchtigten, was vielen Mitgliedern nicht gefiel. Sie kehrten der Community den Rücken. „Hm“, hab ich gedacht, „is’ ja noch nicht so schlimm, wenn sich mal was ändert. Schließlich leben Communities ja auch davon, dass den Usern immer wieder neuer Funktionen geboten werden.“

Als dann jedoch das Logo von Qype und viele Funktionen der Seite geändert wurden, war ich zugegebenermaßen schockiert. Da fühlt man sich ein Jahr lang (viele ja noch länger) wohl auf seiner grünen Seite und plötzlich findet man sich nicht mehr zurecht und muss sich an das neue, rot-blaue Layout gewöhnen. Diesmal ging ein regelrechter Aufschrei durch die Qype-Community. Das Community-Management lenkte ein und ließ den Usern die Wahl, welches Layout ihnen besser gefällt. Seither kann sich jeder Qyper seine Seite selbst einstellen – in Qype Classic und Qype New. Trotzdem ist es nicht so wie vorher. Das alte Logo hatte sich in den Köpfen eingebrannt, wir hatten Aufkleber und T-Shirts mit dem Logo bekommen und jetzt ist alles anders?

Das war der Zeitpunkt als ich selbst nicht mehr aktiv auf Qype war und es “nur noch” als praktisches Bookmarking Tool und als Suchmaschine genutzt habe. Die “Strafe” folgte vor zwei Tagen, als ich eine Mail mit dem Betreff “system_1000_points_downgrade subject” erhielt. Inhalt: Da ich seit mindestens zwei Monaten keinen Beitrag mehr verfasst habe, wird mir jetzt der Status als “Experte” entzogen. Das fand ich schon frech, da ich dies von anderen Communities nicht so kenne. Meistens bekommt man doch eine Mail, nach dem Motto, die Community hat 200 neue Mitglieder und man soll doch mal wieder reinschauen. Aber einfach so degradiert zu werden? Obwohl man zig neue Beiträge verfasst hat und neuen Content lieferte? Viele haben sich daraufhin lautstark beschwert und gestern erhielt ich über Qype die Nachricht mit dem Betreff “Ihr seid es uns wert”. Auch dieses Mal war der Unmut der Qype-Nutzer über dieses Vorgehen gehört worden und das System werde eingestellt. Es wird jetzt nach einem anderen Weg gesucht, wie man aktive und inaktive Experten auf Qype unterscheiden kann. Was wohl als Ansporn für uns “Nichtaktive” gedacht war, wieder mal einen Beitrag zu schreiben, um somit seinen Expertenstatus wieder zu bekommen, hatte für viele einen sehr negativen Beigeschmack.

Natürlich spielt die Anerkennung in einer Community eine große Rolle und ich kann auch verstehen, dass Experten die noch aktiv sind eigentlich eine höhere Anerkennung verdienen als die, die inaktiv sind. Genau deswegen wurde diese Aktion von Qype auch gestartet. Aber dies durch eine solche Mail den inaktiven Usern mitzuteilen, hat mit Anerkennung nichts zu tun. Aber Qype findet sicher noch eine Lösung damit umzugehen. Vorschläge bietet die Community selbst genügend.

Wieder mal ein Beispiel dafür, dass eine Community ernst genommen werden möchte und auch ernst genommen werden muss. Denn ohne zufriedene Community im Rücken ist eine Plattform wie Qype zum Scheitern verurteilt.

DMMK 2009: Relevanz als Schlüssel

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DMMK 2009 (Foto: flickr - _kcu)

Wandel in der Medienlandschaft – Thema Nr. 1 beim Deutschen Multimedia Kongress DMMK in Berlin. Das von der MFG Baden-Württemberg (einem Sympra-Kunden) veranstaltete Event war außerordentlich gut besucht und begleitet von spannenden Diskussionen sowohl vorort im Berliner e-Werk als auch bei Twitter.

Zu den Highlights zählten die beiden Keynotes am Vormittag des 9. Juni: Internet-Vordenker Clay Shirky und Amir Kassaei, CCO der DDB GroupGermany, beleuchteten den aktuellen, durch dialogorientierte Internet-Anwendungen ausgelösten und durch die Wirtschaftskrise beschleunigten Medienwandel. Relevanz der Botschaften für die jeweiligen Zielgruppen und eine so flexibel wie nie arbeitende Orchestration der unterschiedlichen Kanäle. Dabei sei es wichtig, den Konsumenten Orientierung zu bieten, so Kassaei, der den Marketingverantwortlichen attestierte, diesbezüglich Feuer mit Benzin zu löschen. Er spitzte seine Kritik auf die Aussage zu, Awareness sei tot, die Marketingblase werde platzen. Relevanz dagegen sei der Schlüssel zum Erfolg.

Einige sehr interessante Aussagen von Clay Shirky möchte ich kurz streifen:

  • Erst wenn die Technik langweilt, entfalten Anwendungen ihre soziale Relevanz.

    Hier hat Shirky absolut recht, die Beispiele liegen auf der Hand. Ein Blick auf das Beispiel Mobiltelefone zeigt eindrucksvoll, wie eine Technologie unseren Alltag verändern kann, wenn sie erst einmal mit ausreichend hoher Zuverlässigkeit und Nutzungsdichte im Markt ist. Wer nutzte SMS, als SMS noch exotisch und kaum bekannt war? Hype-Themen wie Social Media stehen da noch ganz am Anfang.

  • Die Zeiten des rundfunkartigen Aussendens von Botschaften sind vorbei.

    Zielgruppen unterhalten sich untereinander. Und Targeting hin oder her: Was relevant und interessant zu sein hat, das kann ein Werber, Journalist oder Marketingmensch in Zukunft vielleicht nicht mehr ganz so einfach wie zu den besten Zeiten von TV nach Gutdünken und dicken Etats festlegen. Gewisse Tendenzen zur Übertreibung waren hier aus meiner Sicht jedoch nicht vom Tisch zu wischen – dem Geiste nach, der auf dem DMMK wehte, sind Massenmedien eigentlich schon tot.

  • Die Kanäle rücken in den Hintergrund und werden immer flexibler.

    An praktischen Beispielen aus der Blogosphäre machte Clay Shirky deutlich, was er unter “Accidental Media” versteht – aus einem Blog mit rein privatem Content kann über Nacht die wichtigste Plattform für den Austausch über einen Staatsstreich werden. Schon Tage später kann dem entsprechenden Blogger das Thema auf die Nerven gehen, er hat es nicht nötig, Zielgruppen zu bedienen, und schickt sie weg („Hey, das ist mein privates Blog – wenn’s Euch nicht passt, bleibt eben weg.“)  Fazit: Die Kommunikationskanäle und die genutzten Medien ändern sich heute so schnell wie ehemals die Themen. Wie erreiche ich also meine Zielgruppen? Shirky rief zu Experimentierfreude auf. Gefragt seien nicht nur die großen, revolutionären Ideen. Es komme darauf an, viele kleine Ideen auszuprobieren.

Alles in allem war der DMMK eine schöne Gelegenheit, kommunikative Trends im Web und in den Medien im Krisenjahr 2009 einmal mehr konstruktiv zu reflektieren und beruhigt festzustellen: Wer auf die derzeitigen Umbrüche mit mehr Kreativität in Werbung, Marketing und PR reagiert, der hat gute Chancen, aus der Krise gestärkt hervorzugehen.

Deutscher Multimedia-Kongress DMMK
Mehr zu Amir Kassaeis Thesen bei onetoone.de
MFG Baden-Württemberg