15. Mai 1992. Ich bin 13 und auf dem Weg zur Schule. Das einzige elektronische Device, das ich bei mir trage, ist ein Sony-Walkman. Ja, so einer der mir die Levi’s Jeansjacke schön runterzieht, weil der ja auch noch ein integriertes Radio hat und gefühlte 10 kg wiegt. Haltungsschaden inbegriffen, doch nicht nur vom [...]
Checkliste für Messeutensilien

Beim Aussortieren des Messekoffers stieß ich auf eine Mappe, in der sich die beste Checkliste aller Zeiten befand.
Anlässlich des Firmenjubiläums wollen wir diese gerne teilen:

Die Liste hat schon lange ausgedient, Messestände bauen wir längst keine mehr selber. Wie es aber so ist, hat sie sich hartnäckig im Koffer gehalten. Meine Favoriten auf der Liste sind definitiv: Wecker, Leerkassette und Zündhölzer. Haben Sie auch Favoriten? Oder haben wir was vergessen, was Sie immer mit auf Messen genommen haben? Hier darf gerne kommentiert werden.
Ich in Springe und das Blut oder: Mögliche Folgen eines Putztraumas
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Einer unserer frühen Kunden war ein Anbieter von Lasersystemen für Zahnärzte. Er stellt diese Maschinen nicht selber her, sondern bezog sie von einem Lieferanten in Slowenien oder in der Slowakei – weiß ich nicht mehr genau – klebte sein Firmenlogo drauf und verscherbelte sie an innovative Dentisten der Republik. Davon gab’s Mitte der Neunziger Jahre offenbar noch nicht so sehr viele. Ein Blech mit einem Laserstrahl zu durchtrennen war nichts Besonderes; ein Lippenbändchen hingegen schon.
Da kam er folgerichtig zu Sympra, die wir uns schon seinerzeit das Erklären erklärungsbedürftiger Themen und deren Promotion in den Medien auf die Fahnen geschrieben hatten. Sein konkretes Ansinnen war das Erstellenlassen eines Beitrags über einen seiner Kunden, einen Zahnarzt im niedersächsischen Springe, der frühzeitig die Segnungen des Er:YAG/Nd:YAG-Laser zu schätzen (und zu monetarisieren) wusste. Anwenderreportagen waren früher sehr begehrter Input, den Agenturen an Fachredaktion liefern durften; heute ist dieses Format bei Redakteuren und Lesern nicht mehr ganz so beliebt.
Ich durfte mich dieses Kunden annehmen, wobei ich vorausschicken muss, dass mir medizinische Themen eher weniger liegen. Blut, subkutane Injektionen, Liveberichte aus dem OP sind nicht so meines und können tatsächlich schlimmstenfalls zu kurzen Unterbrechungen meiner Präsenz führen. Im Falle der Laserreportage sollte es ja aber um Technik gehen, um Physik, Mechanik und so – genau mein Thema!
Ich fahre also nach Hannover, von dort ins benachbarte Springe. In Marktplatznähe finde ich die Zahnarztpraxis, wo ich schon erwartet werde. Es ist Mittag und der sehr nette Dentist lädt mich gleich zum Mittagessen ein. Es gibt Grünkohl mit Pinkel. Gut genährt starten wir mit dem Briefing – und zwar in der Praxis: 20 Minuten erläutert mir der Herr Dr., warum er in die Lasertechnologie investiert hat, wie er damit bestehende und neue Patienten behandelt und sein Leistungsspektrum erweitert hat. Dann geht es ans Eingemachte: Er erklärt mir die Einsatzszenarien des Laserstrahls anhand von rund 200 Dias, die er von seinen Patienten während der Behandlung geschossen hat. Detailaufnahmen von entzündetem Weichgewebe (Gingiva). Detintubuli, die durch Schmelzabtrag aufgrund einen Putztraumas freigelegt wurden (jemand hatte sich täglich mehr als zehn Mal die Zähne geputzt und sich die Zahnoberfläche regelrecht weggebürstet.). Eitergefüllte Aphthen im hinteren Mundbereich, die in kleinen Stücken weggelasert wurden. Und Schlimmeres.
Ich schaue mir die Dias an der Wand an, aber eigentlich eher daran vorbei. Schreibe nur noch stichwortartig mit. Es nimmt kein Ende. Ich spüre Grünkohl und Pinkel. Denke an die fünf Stunden Rückreise. Schwöre mir, in meinem Leben mich nie mehr auf einen Zahnarztstuhl zu setzen. Versuche, die Diaschau zu verkürzen, indem ich anmerke, ich hätte das Thema soweit durchdrungen. Der Termin scheint kein Ende zu nehmen …
Wochen später erscheint mein umfangreicher Fachartikel im „Dental Magazin“, wunderbar bebildert mit klinischen Fotos aus Springe. Kunde ist glücklich, der Laser-Zahnarzt ebenso. Und ich habe erstaunliches Wissen angeeignet, mit dem ich bei meiner Zahnärztin auftrumpfen konnte. Zudem dürfte ich bei Sympra der Einzige sein, der spontan weiß, wie man das Wort „Aphthe“ richtig schreibt.
Nachklapp: Es sollte mein einziger Beitrag bleiben, bei dem es um blutige Themen geht. Mit dem Wachstum von Sympra fanden sich in den Jahren danach immer wieder Kollegen, die sich gerne mit solchen und anderen Themen beschäftigen. Ich war und bin ihnen dankbar.
Foto: © watanyou intachai für iStockphoto.com
Sympra wird 20.
Sind 20 Jahre ein stattliches Alter? Im Vergleich zu den Jubiläen, die Automobilhersteller und -zulieferer jüngst feiern konnten, bestimmt nicht. Betrachtet man die vielen Veränderungen in der Public-Relations-Branche und die teilweise kurzen Lebenszyklen von Geschäftsmodellen, Kooperationen und Unternehmungen, sind wir schon ein bisschen stolz, dass wir auf zwei Jahrzehnte erfolgreichen Arbeitens zurückblicken dürfen.
Einiges hat sich getan seit 1992. Haben wir uns zu Beginn vor allem mit dem Erstellen von Beiträgen für die Fachpresse beschäftigt, stehen heute Public-Relations-Beratung, das Arbeiten mit Medien unterschiedlichster Art (print, online, TV …, 1.0., 2.0, 3D) und Corporate Publishing im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Unsere Reichweite haben wir – dank unserer Mitgliedschaft im internationalen Agenturverbund PRN – auf alle wesentlichen Märkte auf fünf Kontinenten erhöht. Wir sind inzwischen fast 20 Mitarbeiter.
Wir wollen unseren Geburtstag zum Anlass nehmen zurückzublicken. Und zwar auf die ausgefallenen Ereignisse der letzten zwei Dekaden, auf Skurriles, Unglaubliches, Amüsantes, was wir mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern – jeweils tatsächliche und potenzielle – erlebt haben. Einige Begebenheiten haben sich in unser Gedächtnis für alle Zeiten eingebrannt, manche Anekdoten erzählen wir regelmäßig im Kollegenkreis (die langjährigen Mitarbeiter können sie inzwischen auch auswendig …). Wenige waren symprakulturprägend.
In den kommenden Wochen und Monaten erzählen wir an dieser Stelle von diesen Ereignissen und Erfahrungen aus 20 Jahren Agenturalltag. Und wir versprechen: Alle Storys haben sich genau so zugetragen. Wir übertreiben nicht. Wir fügen keine Pointen hinzu. Es ist die ganze Wahrheit.
Stay tuned! Und schon jetzt viel Freude beim Lesen!
„Nicht mehr die Bravo ist es, die Jugendliche anspricht.“
16 interessierte Vertreter der Handwerkskammern Baden-Württemberg, ein Referent mit vielschichtiger Erfahrung in der Jugendkommunikation und eine inspirierende Location über den Dächern von Stuttgart – perfekte Voraussetzungen für einen fruchtbaren Workshop.
Und darum ging es genau: Pressesprecher und andere Kommunikationsverantwortliche der Handwerkskammern waren der Einladung vom Baden-Württembergischen Handwerkstag e.V. (BWHT) gefolgt und kamen einen Tag nach Stuttgart, um sich zum Thema Jugendansprache weiterzubilden. Unter dem Motto „Der professionelle Auftritt bei Jugendmessen“ hat Daniel Barkowski, seit 2008 Projektleiter der YOU, kurzweilig über die Trends und Erfolgsfaktoren im Umgang mit einer jugendlichen Zielgruppe berichtet. Die YOU ist Europas größte Jugendmesse und lockt jeden Sommer bis zu 150.000 Jugendliche auf das Messegelände Berlin. Aber wie macht man Jugendliche auf die Messe aufmerksam? Wie weckt man ihr Interesse? „Durch das Internet sind Jugendliche jetzt ihre eigenen Redakteure. Es ist längst nicht mehr die Bravo, die die Jugendlichen am besten erreicht“, erklärt Barkowski den Teilnehmern und macht deutlich, dass soziale Medien bei jungen Menschen mittlerweile eine größere Bedeutung haben als klassische Printmedien. Nahezu 100 Prozent der Mädchen und Jungen zwischen 15 und 17 Jahren nutzen das Internet und suchen sich dort aktiv alle Informationen, die sie benötigen. Und genau dort sollte man sie abholen. Die Präsenz auf verschiedenen Social-Media-Kanälen hält Barkowski für die Aktivierung von Jugendlichen sehr wichtig. Und das funktioniert nur mit zielgruppengerechtem Inhalt „Stellen Sie sich breiter auf“, rät Barkowski den Anwesenden und fügt hinzu: „Sie sollten sich nicht nur auf Ihre Nische konzentrieren.“ So kommt der Referent beispielsweise spontan auf die Idee, das Interesse der Jugendlichen mit einer Autogrammstunde vom VfB Stuttgart zu wecken. „Jugendliche sind heutzutage von vorne herein schon mehr gewillt, auf coole Events zu gehen. Denn damit haben Sie etwas, das sie auf Facebook posten können, um Eindruck zu machen“, fügt Barkowski hinzu. Und er überzeugte. Während anfangs einige Teilnehmer daran zweifelten, ob sich Barkowskis Erfahrungen aus Berlin so einfach auf Reutlingen, Karlsruhe und Co. übertragen lassen, setzte nach und nach immer mehr zustimmendes Nicken ein. Natürlich kann man die Maßnahmen der YOU nicht 1:1 übernehmen, aber man kann sich daran orientieren und sie auf die eigenen Ziele herunter brechen.
Der Workshop war der gelungene Abschluss einer Veranstaltungsreihe, die Sympra seit 2004 mit dem BWHT umgesetzt hat. In bis zu vier Veranstaltungen pro Jahr ging es stets darum, gemeinsam mit den Pressesprechern der Handwerksorganisationen darüber zu diskutieren, über welche Kanäle Jugendliche am besten angesprochen und fürs Handwerk begeistert werden können. Die Workshops waren Teil der Nachwuchskampagne www.handwerks-power.de des Baden-Württembergischen Handwerkstags und der acht Handwerkskammern des Landes, in der Anfangsphase unterstützt durch Mittel des Europäischen Sozialfonds.
Torjäger und Torhüter in der Kommunikation – Die Social Communication Scorecard
Wer sind die wichtigen Spieler beim Fußball? Der Stürmer, der die Tore schießt? Der Torwart, der die Tore verhindert? Oder vielleicht doch jemand ganz anderes?

Ähnliche Fragen stellen sich in Kommunikationsabteilungen von Unternehmen oder in Kommunikationsagenturen. Die Unternehmenskommunikation oder auch Agenturen fertigen ein Produkt an: Kommunikation. Und meistens wird die Qualität der Kommunikation nur am Ende festgestellt. Wie oft ist unsere Presseinformation abgedruckt worden? Wie viele Menschen haben das Event besucht? Oder: Welche Umsatzsteigerung haben wir durch unsere kommunikativen Anstrengungen erzielt? Was aber bislang nicht oder kaum untersucht war, ist der Weg hin zur Kommunikationsleistung. Wie sehen die Austauschbeziehungen innerhalb einer Abteilung oder eines Unternehmens aus? Findet genügend Austausch statt – oder gar zu viel? Wenn im Vorfeld – also bei der Entstehung der Kommunikationsleistung – Missstände nicht erkannt werden, kann auch das Endprodukt nicht optimal sein. Wie soll ein Entscheidungsträger optimal entscheiden, wenn er gar nicht alle relevanten Informationen erhält? Wie kann ein Unternehmen in einer Krise schnell reagieren, wenn die wichtigen Informationen über zu viele Stationen wandern müssen, um am richtigen Punkt anzukommen? Wer sind überhaupt die Menschen, die als Meinungsführer innerhalb der Abteilung fungieren? Sind das immer nur die Chefs? Wohl eher nicht. Die Frage lautet also: Wer sind die wichtigen Akteure in Kommunikationsabteilungen? Und was sind die Indikatoren dafür, dass man wichtig ist? Hierarchie?
Die Dissertation „Analyse und Bewertung von Kommunikationsleistungen – Die Social Communication Scorecard als Instrument zur Erfassung und Beurteilung interpersonaler Netzwerke in Kommunikationsabteilungen“ entwickelt daher einen Ansatz, mit dem die oben genannten Fragen beantwortet werden können. Dazu werden folgende Aspekte bearbeitet:
- Was muss (Unternehmens-) Kommunikation überhaupt leisten? Was sind Aufgaben und Ziele?
- Gibt es Ansätze und Methoden, die das Potenzial haben, die Black Box „Kommunikationsabteilung” zu öffnen und den Entstehungsprozess von Kommunikationsleistungen sicht- und messbar zu machen?
- Wenn nicht: Wie kann man eine Abteilung oder ein ganzes Unternehmen beschreiben? Und welche Messmethoden gibt es für die interpersonalen Beziehungen in solchen Gebilden?
Da es für die Messung von interpersonaler Kommunikation bislang kaum Ideen gab, entwickelt die Arbeit einen neuen Ansatz („Social Communication Scorecard”), der es zum einen ermöglicht, interpersonale Kommunikationsbeziehungen sichtbar zu machen. Dazu beschreibt die Arbeit die Unternehmenskommunikation als ein Netzwerk aus einzelnen Akteuren. Für die Analyse wird daher die soziale Netzwerkanalyse als Instrument herangezogen. Dadurch ermöglicht die „Social Communication Scorecard” die Bewertung der Beschaffenheit des betrachteten Objekts! Sie liefert Indikatoren für die Definition von „Wichtigkeit” einzelner Personen und gleichzeitig auch Messgrößen zur Bestimmung dieser Ausprägungen.
Wer ist also nun der wichtigste Spieler beim Fußball? Die Antwort ist ein klares „Es kommt drauf an!” Diese Antwort gilt auch für Kommunikation. Natürlich ist derjenige wichtig, der Kommunikationsbeziehungen zu externen Stakeholdern unterhält (Boundary Spanner). Mindestens genauso wichtig ist aber auch derjenige, der intern den Informationsfluss am Laufen hält (Bridge) oder aber auch derjenige, der andere vom Informationsfluss abschneiden kann (Gatekeeper). Und ebenfalls wichtig ist die Information, ob es isolierte Personen im Unternehmen gibt – grundsätzlich oder aber auch bei bestimmten Themen! Erst wenn man weiß, wer auf den oben beschrieben Positionen sitzt, kann man anfangen darüber nachzudenken, ob das auch die passende Person ist. Ist ein Boundary Spanner beispielsweise fachlich überhaupt in der Lage, sich mit Journalisten auseinanderzusetzen? Ist es ratsam, dass manche Positionen vom Informationsfluss abgeschnitten sein können, wenn nur eine Person (Gatekeeper) ausfällt, z. B. krankheitsbedingt.
Die Identifikation und Beurteilung des Netzwerks Unternehmenskommunikation mit der „Social Communication Scorecard“ eröffnet damit eine neue Dimension der Evaluation von Kommunikation, indem der Entstehungsprozess der kommunikativen Leistung beleuchtet wird. Darüber hinaus lässt sich das Instrument auch als Planungstool einsetzen, dass wichtige (Kommunikations-)Positionen bereits in der Strategiephase auf dem Radar hat.
La presse française à la recherche d’un nouveau modèle économique
L’année 2011 se termine amèrement pour les titres de la presse française. Le quotidien national historique France-Soir, né à la Libération sous l’impulsion de deux résistants et placé sous la houlette de Pierre Lazareff, vient de mourir après une lente agonie. Le coup de grâce a été porté par l’actuel propriétaire du journal, Alexandre Pougatchev, homme d’affaire milliardaire franco-russe qui fêtera bientôt ses 27 ans. Le dernier numéro papier de France-Soir est paru il y a quelques jours, laissant place à une unique version numérique et perdant au passage 89 emplois.
Le quotidien économique La Tribune se trouve également dans une fâcheuse posture. Placé en procédure de sauvegarde depuis janvier pour geler sa dette qui s’élève à 11 millions, le deuxième quotidien économique français est depuis plusieurs semaines à la recherche de repreneurs ou d’investisseurs potentiels. Son concurrent Les Echos, qui appartient à Bernard Arnault, propriétaire du Groupe de luxe LVMH, a lui-même perdu 5 millions d’euros en 2010 et s’apprête à subir un plan d’économies drastique.
La situation n’est guère plus envieuse au sein du quotidien L’Humanité, qui a perdu 2 millions d’euros en 2010 ou même au Parisien-Aujourd’hui en France, premier quotidien français d’information générale, qui cherche actuellement à réduire ses effectifs.
L’avenir appartient-il au numérique, versions Web, tablettes et autres smartphones ? C’est plus que probable. Reste à trouver l’alchimie gagnante respectant qualité de l’information et équilibre budgétaire.
8 Fragen zum Jahresende
Warum beginnen manche Unternehmen Mitte Dezember, eine Public-Relations-Agentur fürs Folgejahr zu suchen?- Wer benutzt eigentlich noch diese großen A0-Jahresplaner, die man ab November in den Fachzeitschriften findet – im Schnitt 1 Planer pro Ausgabe. (Ich habe inzwischen gut drei Dutzend davon gesammelt).
- Was bringt eine Weihnachtskarte ohne Absender, auf der ich die Unterschrift partout nicht entziffern kann?
- Warum geben sich so viele Unternehmen und Organisationen so wenig Mühe mit ihren Weihnachtskarten? Ich meine: Ein gemailter Zweizeiler mit Bild von einem Christbaum oder einem Gletscher im Anhang verteilt a) an einen anonymen Verteiler (“Sehr geehrte Damen und Herren …”) oder b) an einen ca. 150 Mailadressen umfassenden Verteiler (aus Transparenzgründen alle Adressen ins An:-Feld kopiert) ist wirklich nicht das Gelbe vom Ei.
- Was sollen eigentlich die Statusmeldungen auf XING “Ich wünsche meinen Geschäftspartnern ein erfolgreiches neues Jahr” oder auf Facebook “Nur noch fünf Tage bis Weihnachten und ich wünsche ein frohes Fest”?
- Wie viel Prozent der weltweiten Bandbreite gehen in den Tagen vor Weihnachten wohl drauf, damit minutenlange YouTube-Videos und soundunterlegte PPS-Dateien Freunde rund um die Welt erfreuen? Wie viele Gbit/s davon braucht die Übertragung der Fotos von Kindern in Engelskostümen mit 300 dpi im Format 21 x 29 cm?
- Wie viele Stunden Arbeitszeit werden in einer Volkswirtschaft für das Kreieren und Versenden eigener digitaler Weihnachtskarten (z. B. Nikolausmütze auf das Portraitbild der Website gebastelt) investiert?
- Warum gehen die letzten handgeschriebenen Weihnachtskarten am 23. aus dem Haus, wenn doch die meisten Empfänger bereits ab 20. nicht mehr arbeiten? Und vor dem 9. Januar auch nicht wieder mit der Arbeit beginnen?
Zukunft, Wirtschaftskommunikation, DPRG Symposium am Mittwoch, den 7. Dezember 2011 in Stuttgart
„Zwischen Macht und Ohnmacht – Neue Perspektiven für die Wirtschaftskommunikation“
Diesen Titel trug ein Symposium, das die DPRG-Landesgruppe Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim (Prof. Dr. Dr. Claudia Mast) mit Unterstützung der IHK Region Stuttgart am 7. Dezember in Stuttgart veranstaltet hat. Ausgangsthema waren die messbaren Veränderungen der Rahmenbedingungen rund um die Wirtschaftskommunikation. Denn eine breitere Ansprache des Publikums, Elemente des Magazinjournalismus und gesellschaftliche Bezüge lösen zunehmend enge Nutzwertkonzepte ab und ergänzen die einseitige Ausrichtung an Fachthemen. Dies belegen Ergebnisse aktueller Journalisten- und Bevölkerungsumfragen in Verbindung mit einer Inhaltsanalyse der Unternehmensberichterstattung, die von der Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit der ING-DiBa AG durchgeführt wurden. Hinzu kommt, dass Internet und Social Media auch für die Wirtschaftskommunikation Veränderungen mit sich bringen: Neue Angebote entstehen, Nutzungsmuster verändern sich.
Was bedeuten die sich verändernden Rahmenbedingungen für die Medienarbeit? Wie muss Unternehmenskommunikation Themen auswählen, aufbereiten und vermitteln? Wie kann sie Strategien der Publikumsansprache und neue Techniken zur Vermittlung von Wirtschaftsthemen nutzen, um Journalisten, aber auch andere Zielgruppen zu erreichen? Wie kann die Kommunikation den Erwartungen der Bevölkerung entsprechen? Diesen und anderen Fragen gingen namhafte Referenten aus Wirtschaft und Kommunikation nach.
Über Wirtschaft berichten: Unternehmensberichterstattung im Umbruch?
In einer Keynote zu Entwicklungen im Wirtschaftsjournalismus und ihrer Bedeutung für die PR stellte Prof. Dr. Dr. Claudia Mast von der Universität Hohenheim zunächst einige empirische Ergebnisse aus aktuellen Forschungsprogrammen vor. Unter anderem waren repräsentative Leitfadengespräche mit Journalisten und Entscheidern der Wirtschaft, Inhaltsanalysen und Bevölkerungsumfragen durchgeführt worden. Im Fokus der Untersuchungen stand dabei die Perspektive derer, an die sich die Kommunikation in erster Linie richtet. Laut Umfrage interessiert sich der Großteil der Bevölkerung, nämlich 86 Prozent, für Wirtschaftsthemen. Daraus resultieren entsprechend hohe Erwartungen an den Journalismus. Vermehrt sind qualifizierte Erklärungen und Hintergründe bei Wirtschaftsthemen gefragt, die helfen, Nachrichten selber einzuordnen. Gesellschaftliche und politische Aspekte sollen in der Berichterstattung ebenfalls berücksichtigt werden. Laut Claudia Mast herrscht zudem Misstrauen gegenüber der Medienberichterstattung, die Bürger fühlen ihre Interessen nicht genug vertreten. Ihr Fazit: Betriebswirtschaftliche Perspektiven verlieren an Akzeptanz, zumindest aus Publikumssicht. Gewünscht ist eine gesellschaftsorientierte Medienberichterstattung, auf die auch die Unternehmenskommunikation Antworten finden muss, beispielsweise mit einem breiteren Angebot an Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft. Mast: „Publikums- und Breitenmedien werden wichtiger, hier wird die Schlacht um Reputation entschieden“.
Podiumsdiskussion: Wirtschaft erklären: Neuorientierung der Medienarbeit?
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ie anschließende Podiumsdiskussion, moderiert vom Fachjournalisten Peter Welchering, beleuchtete die Frage nach der Neuorientierung von Unternehmensberichterstattung und Medienarbeit. Es diskutierten Richard Gaul, Vorsitzender des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR), Prof. Dr. Dr. Claudia Mast, Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer IHK Region Stuttgart, Matthias Röder, Leiter dpa Landesbüro Stuttgart, sowie Dr. Frank-B. Werner, Chefredakteur €uro und €uro am Sonntag und Geschäftsführer des Finanzen Verlags. Richard Gaul vom DRPR kritisierte an der Wirtschaftsberichterstattung, dass sie zu stark börsenorientiert sei, „der Mittelstand kommt praktisch gar nicht vor“, so Gaul. Außerdem habe der sogenannte „Rudeljournalismus“, der sich in der Hauptstadt breit gemacht habe, zu Verdichtung und Oberflächlichkeit geführt. Er forderte „Inhalte liefern statt Zahlen“ und Andreas Richter von der IHK Stuttgart plädierte für mehr Berichterstattung über die Realität der Unternehmen. €uro-Chefredakteur Dr. Frank-B. Werner gab zu Bedenken, dass Interviews häufig nach dem Gegenlesen komplett geändert würden. Einig waren sich die Podiumsvertreter schließlich in ihrer Sicht der zukünftigen Unternehmensberichterstattung: Nachrichten ja, aber nicht nur Zahlen und Fakten, sondern Hintergrundinformationen, auch über die Branche, angereichert mit volkswirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen. Das Ganze zum Beispiel in Textblöcken aufbereitet, Kommentar und Korrespondentenbericht inklusive. Auch auf Regionalität solle mehr Wert gelegt werden, kommentierte IHK-Geschäftsführer Richter, denn „das Produkt muss dem Kunden gefallen und seiner Lebenswirklichkeit entsprechen“.
Wirtschaft kommunizieren: PR für Wirtschaftsthemen – Fallbeispiele
Den dritten Teil des Symposiums bildeten Fallbeispiele aus Unternehmen, die in Impulsvorträgen vorgestellt wurden. Frank Schabel, Leiter Marketing/Corporate Communications bei der Hays AG, erläuterte das Thema „Wirtschaftsthemen besetzen: Medienarbeit strategisch oder flankierend?“ Wie kann Pressearbeit wirkungsvoll in das Marketing eingebunden werden? Was ist der interessante Content nach Zielgruppen? Edith Meissner, Manager Executive and R&D Communications, bei der Daimler AG sprach über „Wirtschaftsthemen erklären: Innovation als Thema für die Medien“. Sie stellte einen Auszug aus dem gesamten Repertoire der Kommunikation bei Daimler vor. Hier finden sowohl klassische Formate wie Broschüren, Magazine, Presseinformationen und Pressekonferenzen Gehör, als auch spezielle Veranstaltungen wie „TechDays“ und „TechTalks“, Hintergrundgespräche zu einem speziellen Technologiethema, die dann in der Werkstatt oder im Labor stattfinden. Dazu gibt es Social-Media-Aktivitäten aller Art, Web-Bühnen, Technologie-Blogs und Online Newsletter. Meissners Fazit: Innovationskommunikation ist wie das Konzert eines Symphonieorchesters. Will sagen: Mit der gesamten Klaviatur des Medienmix erreicht man erst die volle Klang- und Raumwirkung. Ein weiteres Thema erklärte der Head of Media Relations bei der SAP AG, Christoph Liedtke: „Wirtschaftsthemen individualisieren: Media Relations 2.0 – neue Wege, alte Zielgruppen?“ Er gab Einblicke in die Zusammenarbeit mit Bloggern, die SAP als wichtige Zielgruppe in die PR einbindet. Weltweit arbeiten 45 Personen im Bereich Media Relations, ein Team aus fünf Personen betreut je 200 autonome Blogger. Teilweise werden auch Blogs zugekauft (Beispiel Forbes), in denen sich dann verschiedene Fachleute äußern. Außerdem seien Videokanäle auf dem Vormarsch, und damit die Notwendigkeit, Inhalte noch komprimierter zu kommunizieren. Twitter sieht Liedtke als wichtigsten Kanal zur Multiplikation und um Trends früh zu erkennen. Seiner Ansicht nach wird es generell immer wichtiger werden, die Kompetenz zu entwickeln, eine Meinung zu äußern und zu vermitteln.
Wirtschaft leben: Der Vorstandsvorsitzende der Uzin Utz AG im Interview zum Thema Wirtschaft, Medien und Kommunikation
Dass der Kommunikationswandel auch vor dem Mittelstand nicht Halt macht, verdeutlichte die Abschlussdiskussion mit Dr. H. Werner Utz, Vorstandsvorsitzender der Uzin Utz AG aus Ulm. Mit ihm betrachtete Peter Welchering das Verhältnis von Wirtschaft, Kommunikation und Medien aus der Sicht eines erfolgreichen Familienunternehmens. Die Wirtschaftsberichterstattung sei als börsennotiertes Unternehmen selbstverständlicher Teil der Unternehmenskommunikation, so Utz. Im Jubiläumsjahr 2011 hätten zum 100-jährigen Bestehen des Unternehmens jedoch zahlreiche zusätzliche Presse- und Marketingaktivitäten stattgefunden. Ein Projekt mit Ausstellung zur Zukunft des Bodens ist dabei genauso wichtig wie die ständige und umfassende Ansprache der Hauptzielgruppe Handwerker. Hier setzt das Unternehmen sowohl auf Weiterbildungsangebote in Bezug auf Produkte, Technik und Marketing, als auch auf spezielle Events an Orten mit Praxisbezug. Inhaltlich besetzt der Produzent von bauchemischen Produktsystemen und Maschinen für die Bodenbearbeitung Themen wie umweltfreundliche Technologien, Nachhaltigkeit und wohngesunde Produkte sowie Zukunftstrends.
Hintergrundinformationen zum Vortrag von Prof. Dr. Dr. Claudia Mast auf dem DPRG Symposium am 7. Dezember in Stuttgart gibt es hier.
Theorie vs. jahrelange Erfahrung
Muss man Grunig/Hunt kennen, um gute PR machen zu können? Ein interessante Frage, die gerade bei Sympra intern diskutiert wird. Die einen bezeichnen die beiden Kommunikationsforscher als „Godfathers of PR“, die andern geben kleinlaut zu, diese nicht einmal zu kennen. Klar ist auf beiden Seiten, dass Kommunikationsarbeit nur erfolgreich sein kann, wenn sie strategisch und zielgerichtet erfolgt. Einfach mal machen und gucken, was passiert, verschlingt unnötig Zeit und Geld. Sicherlich wiegen aber auch 20 Jahre praktischer Erfahrung locker so manches Gramm Theorie auf. Zum Glück sind wir in der bequemen Situation, dass sich bei uns sowohl das kommunikationswissenschaftliche Hintergrundwissen als auch die weitreichende PR-Praxis in der Agentur bestens ergänzen. Und es schadet nie, ab und an mal wieder über den eigenen Tellerrand zu blicken und zu prüfen, ob die tägliche Arbeit eigentlich noch mit dem erlernten übereinstimmt.

Ich gebe es zu – ich musste auch erst noch mal kurz googeln, was es noch mal war, das Grunig und Hunt formulierten. Auch wenn ich zu der Generation von Studenten gehöre, die von den beiden Kommunikationswissenschaftlern geprägt wurde und sie immer und immer wieder in Seminararbeiten zitierte. Für alle, die sich auch nicht mehr ganz sicher sind: Mit ihren vier Modellen zeigten Grunig und Hunt 1984 die Weiterentwicklung der PR in der historischen Abfolge auf. Das vierte Modell ist am zutreffendsten mit dem Stichwort „Dialog“ umschrieben und damit aktueller denn je. Die besten Ergebnisse werden außerdem laut Grunig und Hunt in einer Win-Win-Situation erzielt, also wenn beide Seiten, Sender und Empfänger, einen Nutzen davon haben. Eine schöne Erfahrung, die Praktiker und Theoretiker gewiss vereint.
Mit Wiki und Blog: Sympra ist seit 2007 Enterprise 2.0!
Vor ein paar Tagen rief mich der Redakteur Oliver Hein-Behrens an, der für den PRREPORT einen Beitrag über Social Media im Unternehmen, und da insbesondere auch in Public-Relations-Agenturen, recherchierte. Von Prof. Dr. Thomas Pleil von der Hochschule Darmstadt wusste er, dass wir bei Sympra seit einiger Zeit 2.0-Plattformen für die interne Kommunikation im Einsatz haben.
Als ich die Informationen für seine Recherche zusammensuchte, war ich an ein paar Stellen selbst überrascht. Zum Beispiel darüber, dass wir bereits seit mehr als vier Jahren einen Wiki als Wissensdatenbank nutzen. Im „symWIKI“ haben wir alle Informationen archiviert, die die Kollegen für ihre tägliche Arbeit benötigen: von den Unternehmensleitlinien, über Workflows, Adressen von Lieferanten und Partnern (inkl. Bewertungen), Eventlocations, Anleitungen für Serienbriefe, aber auch Best Practises, Ideen, Konzepte, Checklisten … – aktuell sind dies rund 500 Artikel. Die Artikel werden – tatsächlich! – von allen Mitarbeitern erstellt, gepflegt und aktualisiert. Da wir konkurrierende Informationsmedien (Ordner, Dokumente irgendwo auf dem Server, Zettelkästen etc.) abgeschafft haben, stehen alle relevanten Information im Wiki. Zudem hatten unsere Assistentinnen die Anweisung bei Fragen – sie erhielten von ihren Kollegen täglich viele Fragen! – mit dem Hinweis „Schau in den Wiki“ zu beantworten. Das war am Anfang lästig, heute beginnt die Recherche in der Regel im Wiki.
Unser interner Blog dient als Schwarzes Brett und informiert über Aktuelles aus dem Agenturgeschehen, von Kunden und Lieferanten und Wissenswertes aus der Branche, über Veranstaltungen etc. Auch auf neue, wichtige Artikel im Wiki wird im Blog hingewiesen. Alle Mitarbeiter dürfen bzw. sollen bloggen bzw. kommentieren. Wer eine Veranstaltung besucht hat, muss darüber zum Wissenstransfer ein Posting verfassen. Da nicht immer alle Mitarbeiter im Büro sind, dient der Blog als Informationsplattform, aber auch als Wissensdatenbank.
Für die – eher informelle – Kommunikation zwischen den Sympra-Kollegen nutzen wir zwei „geheime“ Facebook-Gruppen. Eine weitere Facebook-Gruppe setzen wir für die Kommunikation mit unseren internationalen Partneragenturen ein. Google+ haben wir als Plattform für das Management eines Kundenprojekts getestet, haben dann aber auf Google-Docs umgeschwenkt; Google+ war schlichtweg nicht die Plattform, die bei allen Projektbeteiligten stets im Blickfeld war.
Wiki und Blog sind längst selbstverständliche Werkzeuge für Wissensmanagement und interne Information. Die Zeiten, in denen wir wichtige Daten irgendwo in einem Pfad auf dem Server abgelegt haben und alles Mögliche per Mail „an alle“ geschickt haben, sind schon ewig her. Da hat es mich dann doch verwundert, dass Oliver Hein-Behrens am Ende schreibt: „Noch sind Agenturen wie Sympra … beim Thema Social Intranet Ausnahmen in der deutschen PR-Landschaft.“
Der Beitrag „Konversation ohne Vorzimmer“ von Oliver Hein-Behrens ist in der Dezember-Ausgabe des PRREPORT erschienen.










