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Social Media für ein Masterprogramm

Unser Kunde, die Steinbeis School of International Business and Entrepreneurship (SIBE), bietet bereits seit einigen Jahren berufsintegrierte Masterprogramme an. Bei dem steigenden Angebot an Studiengängen wird es zunehmend schwieriger, aus der Masse heraus zu stechen – dabei ist der Master of Arts in General Management etwas ganz Besonderes: Hinter diesem Studiengang verbirgt sich ein berufsintegrierter Studienmodus, gepaart mit dem SIBE-spezifischen Projekt-Kompetenz-Studium. Berufsintegriert bedeutet, dass die Seminare nicht nach Feierabend stattfinden, sondern ganztägig und ebenso als Arbeitstag anzusehen sind. Das Projekt bildet den Mittelpunkt des Studiums, denn es ist einerseits Gegenstand der Hausarbeiten und die konkrete Planung und Umsetzung nehmen andererseits einen festen Anteil des Arbeitsalltages in Anspruch. Dadurch ergibt sich die enge Verzahnung von Theorie und Praxis, die sich die SIBE zum Ziel gesetzt hat. Die dritte Komponente bilden die Kompetenzen, die während des Studiums durch Trainings und 360°-Feedback gezielt gefördert werden. Wie sich an dieser Stelle zeigt, lassen sich die Besonderheiten dieses Studiengangs nur schwer in wenigen Sätzen zusammenfassen. Aus diesem Grund wurde der Blog ins Leben gerufen.

SIBE-Blog in

Warum ein Blog?

Ein Blog kann durch eine lockere Sprache einen authentischen und offenen Einblick in das Studium ermöglichen, das von außen wie ein undurchdringlicher Dschungel erscheinen mag. So werden verschiedene Infos Stück für Stück in handlichen Portionen und unterhaltsam aufbereitet vermittelt und zugleich Raum für Geschichten aus dem Alltag, Kommentare und Rückmeldungen geschaffen. Außerdem kommen verschiedene Personen zu Wort und erwecken den Blog zum Leben.

Seit April gibt es im Blog nun Wissenswertes rund um den Studiengang, Geschichten aus dem Alltag von Studierenden und Gastbeiträge von Business Mentoren, Studierenden und Dozenten. Zusätzlich finden Interessenten nützliche Hinweise zum Studium selbst, den Inhalten und den Zulassungsvoraussetzungen. So zeigen der Studiengang und die Hochschule, wie ein Blog die bestehende Onlinekommunikation via Facebook, Twitter und Co. sinnvoll ergänzen kann und gehen mit gutem Beispiel voran.

 

Was machen wir sonst noch zusammen mit der SIBE?

Neben unserem PR-Support für den Studiengang Master of Arts arbeiten wir auch in anderen Bereichen mit der SIBE zusammen. So absolviere ich als Marketingassistentin das SIBE-Studium bei Sympra und kann aus erster Hand aus dem Studienalltag berichten. Dadurch ergibt sich ein sehr erfolgversprechendes Zusammenspiel: Die Erkenntnisse aus den Seminaren können direkt in meine Arbeit bei Sympra einfließen, während sich die Erfahrungen bei Sympra wiederum in meiner PR-Arbeit für den Studiengang niederschlagen. Außerdem ist Sympra die erste PR-Agentur, die als Kooperationsunternehmen an diesem Programm teilnimmt und erweitert so das Spektrum der kleinen und mittelständischen Unternehmen.

PR und Social Media: So setzen Sie Ihre Strategie um

Vorsicht, es folgt ein euphorisches Blogposting, das so gar nicht zum derzeitigen Tenor rund um ein ungewisses neues Jahr und die verblassende Freude über tolle Tools wie Twitter passt. Sympra hat ein neues Produkt am Start, und darüber freuen wir uns. Es heißt Social Media Newsroom – und es hat nichts mit Hype und einseitig auf Twitter & Co. ausgerichteter Kommunikation zu tun. Ganz im Gegenteil führt es endlich zusammen, was zusammengehört. Kommunikation 1.0 und Kommunikation 2.0.

Fest steht: Der große Hype um Twitter und Social Media ist vorbei. Marktschreierische Twitter-Gurus haben 2010 schwere Zeiten vor sich. Integrierte, strategisch fundierte Ansätze in der Unternehmenskommunikation werden wieder verstärkt Gehör finden. Die Stunde der Social-Media-Realisten ist gekommen. Warum voll auf Social Media setzen und Media Relations vernachlässigen? Warum dialogorientierte Öffentlichkeitsarbeit forcieren, aber nicht gleichzeitig klassische Medien sehr service- und qualitätsorientiert mit Material und Storys versorgen? Schlechte Zeiten für mit Scheuklappen agierende Experten.

Ich finde: Dialoge sollten Sie nicht zwanghaft auf der trendigsten Plattform, sondern mit Ihren relevanten Medien und Multiplikatoren einfach dort führen, wo es diesen am liebsten ist. Und zusätzlich sollten Sie alle relevanten Informationen zu Ihrem Unternehmen, Ihrer Marke, an einem attraktiven, leicht zu durchschauenden Ort im Web bündeln. Je nach Ausrichtung nicht nur den old fashioned stuff wie Geschäftsberichte und Pressemitteilungen, sondern auch Social-Media-Inhalte, die Ihrer Marke ein Gesicht geben.

An sich Punkte, auf die man sich schnell einigen kann. Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung lag bisher oft ein weiter Weg. Wer sich mit einer Unternehmenswebsite mit veraltetem, schwierig bedienbarem Content-Management-System herumschlagen muss, die das Einstellen von Pressebildern zu einer monatlich Stunden fressenden Herausforderung macht, in die man aufgrund des Aufwands nicht einmal den Praktikanten einarbeiten möchte, der hat keine Zeit für die Kür der Online-Kommunikation. Wer von all den Social-Media-Tools rund um Twitter und Co. größten Respekt hat und damit – zumindest – zeitlich überfordert ist, ebenso.

Es ist immer seltener fehlendes Wollen, es ist oft ein Dilemma der fehlenden Werkzeuge. Weniger ein Problem der Beratung, zumindest zeigt das unser Agenturalltag. Workshops, Zieldefinitionen, dann in der Folge ein integriertes Kommunikationskonzept, das klassische Medienarbeit und, falls sinnvoll, aktuellste Online-PR-Instrumente gleichermaßen einbindet, sind nur die Basis. Sie schaffen zwar die Voraussetzung für erfolgreiche und rundum zeitgemäße Unternehmenskommunikation. Doch wenn anschließend im Unternehmen selbst wenig Zeit und keine effizienten Werkzeuge zur Verfügung stehen, die tagtäglich dabei helfen, den Kontakt zu Redaktionen und zu Bloggern, Twitter-Nutzern, Facebook-Fans und weiteren wichtigen Dialoggruppen gleichermaßen zu halten – Bingo. Dann klappt es nicht. Keine erfolgreiche Strategie ohne konsequente Umsetzung.

Wie wäre es, wenn ein guter Teil dieser Umsetzung völlig entspannt und effizient verliefe? Da kommt er ins Spiel, der Social Media Newsroom. Als Phantom geistert er bereits seit etwa zwei Jahren durch die PR-Landschaft. Ursprünglich aus den USA kommend, inzwischen auch hierzulande einige Male präsent. Was sich dahinter verbirgt ist eine Website oder ein Teil der vorhandenen Unternehmenswebsite, die oder der gleichermaßen die Aufgabe eines klassischen Pressebereiches mit Service für Redaktionen erfüllt und die Anforderungen von Multiplikatoren im Social Web befriedigt.

Toll am Social Media Newsroom: Er versorgt Journalisten und Blogger

Klassisch arbeitende Redakteure erhalten in dem neuartigen Newsroom – wenn das die Kommunikationsstrategie so vorsieht – weiterhin ihre Presseinformationen, Fotos und weitere Materialien zum Download. Doch das ist nicht das Besondere. Toll am Social Media Newsroom ist seine Multifunktionalität: Blogger und andere Meinungsmacher sollen ebenso wie Redaktionen alles finden, was sie für ihre Tätigkeit benötigen. Dies konsequent auf Basis von dialogfreundlicher Web-2.0-Technologie. Das ist nicht nur enorm suchmaschinenfreundlich, sondern notwendig, damit alles jederzeit ganz einfach weitergeleitet, empfohlen, geteilt, “geshared”, getwittert werden kann.

Ein guter Social Media Newsroom stellt zudem vollautomatisch zusammen, was Unternehmen oder dessen Vertreter an relevanten Social-Media-Aktivitäten entfalten. Neue Bilder, Videos, Blogbeiträge, Lesezeichen aus Social-Bookmarking-Diensten und Vieles mehr wird vollautomatisch aggregiert. Zudem kann die Unternehmenskommunikation jederzeit manuell Content hinzufügen – und zwar sehr viel einfacher als mit jedem Content-Management-System. Auch einfacher als mit WordPress.

Warum sich Social Media Newsrooms 2010 durchsetzen werden

Den Erfolg einiger ganz gelungener Beispiele nicht in Abrede stellend möchte ich dennoch behaupten: Bis zum heutigen Donnerstag, 14. Januar 2010, hat sich der Social Media Newsroom noch nicht so richtig durchgesetzt. Das hat nicht nur gute Gründe. Es wird sich im Laufe des Jahres 2010 auch ändern. Einige Indizien dafür:

• Unternehmen können den Social Media Newsroom von Sympra ohne Entwicklungsaufwand und ohne EDV-Projekt in ihre bestehende Website integrieren lassen. Konzeption und Umsetzung verlaufen schmerzfrei: Wir machen das in Kooperation mit unserem Technikpartner myON-ID.
• Der Newsroom läuft auf externen Servern und ist von der Unternehmensinfrastruktur unabhängig. Sicherheit und technische Weiterentwicklung belasten weder die PR- noch die IT-Abteilung.
• Handgebastelte Lösungen auf Basis von Blog-Software wie WordPress führen zu Kompromissen beim Funktionsumfang und im schlimmsten Fall auch bei der Sicherheit. Ganz zu schweigen vom oft wenig überzeugenden Design. Probleme, die beim Sympra Social Media Newsroom komplett entfallen. Sieht gut aus, tut gut und geht nicht daneben.
• Inhalte können vollautomatisch per RSS von Diensten wie Flickr, Youtube, Blogs oder anderen Quellen aus direkt und in Echtzeit in den Social Media Newsroom importiert werden.
• Aktuelle Web-Technologie (Ajax) vereinfacht die Bedienung erheblich; selbst die Einbindung weiterer Web-2.0-Dienste in den Newsroom im laufenden Betrieb ist ohne Einschalten von Programmieren möglich.

Klingt alles ziemlich toll und überzeugt? Kein Wunder. Wir freuen uns, mit unserem eigenen Newsroom heute offiziell online gegangen zu sein. Und brennen darauf, Ihnen die Funktionalität persönlich zu demonstrieren und zu besprechen, ob ein Social Media Newsroom auf Basis modernster Web-2.0-Technologie für Ihre integrierte Kommunikation nicht auch eine feine Sache wäre.

http://newsroom.sympra.de

PR: Physical vs. Virtual

Sprachrohr Kallejipp in






Blog postings. E-mail newsletters. Text messages. Notices from social networks (“Janie Smith wrote on your wall”). Electronic press kits. The virtual is everywhere.

But things you can actually hold in your hand — a press clipping, a press kit, a creative promo item — become more important these days in PR because, let’s face it, the virtual is here one minute, gone and forgotten the next.

PR is all too often perceived as an ethereal business, and because the virtual is so fleeting, the chances of having our PR efforts viewed as momentary manipulation rather than strategic positioning are greatly increased. For PR to live only in the virtual world seems much too risky, and, in this way, I worry that PR could become an “at-risk” industry. After all, in the virtual world, worlds collide as blogger after blogger becomes both publicist and reporter. Church and state meld into one. I contend that unless there’s something physical and sustainable about PR, it simply perpetuates the “it’s only smoke and mirrors” syndrome we’ve endeavored to counteract for years.

And while at the moment we’re fascinated with all things virtual—YouTube postings, tweets, tags, BlogTalkRadio and more—and with virtual being touted as “the future is now,” I say, “Just say no.”

Virtual is more than a fad, for sure. It’s never going to go away. But it will be “weighted” differently. And going forward, I predict it will be “back to the future” with old-school PR trappings being viewed once more as the glue, as the basis of substance.

The mix of real and virtual is actually moving PR (and the rest of the world) forward, to be sure. In our industry, the blog posting by a respected writer, for instance, adds readership and reinforces the print magazine review, which in turn sparks a discussion in an online forum, which piques the interest of a television producer. More likely though, at least for now, it works in reverse. A newspaper article prompts a television segment and both get repurposed as virtual content, in the land where content is king.

But the virtual on its own is a mere puff of smoke.

To me, with the proliferation of all these blogs and with so many people blogging, blog translates as blahhhhhhhhhhhhhh.

Much of this blahhhhhhhhh bloggggggggggging comes from people who have no existing platform, reputation or relevance. All they have is an opinion (and we know about opinions being like a certain part of our anatomy…everyone’s got one). But that doesn’t mean we really want to know everyone’s opinion, because opinions mean nothing, basically, unless they’re coming from someone we already respect. It’s all too much in real time all the time. In the virtual world people spill their guts, most of which aren’t relevant, interesting, compelling or newsworthy. The old-school PR talent of positioning something so it “becomes” newsworthy is ignored, discarded, deemed unnecessary. Oh, Lord, I crave an editorial hand in the matter, a gatekeeper. I haven’t the time or the inclination to sort through so much self-indulgent crap.  Who does?

To be fair, I do not count blogs powered by traditional news media, which lend the voices credibility. And there are some online-only news and magazine-style sites that are credible — Salon, Slate and the Huffington Post, to name a few. We’ve come to respect and enjoy them because they were purposeful in how they built their reputations — a result, by the way, of traditional PR. They are also professionally edited. They’re the exception, however, swimming in the sea of blah bloggers.

So while some bloggers might actually build their reputation from blogging — and I do believe that’s true, that some people we’ve never heard of before will elevate their positions by blogging and develop a following — the majority of bloggers, blogs and blog content is indiscriminate chatter — hot air that simply leaves me cold.

I see one of our primary functions as PR professionals as crafting timely stories that have real-world news value. That might be an entertainment piece that inspires fans to look at an idol in a new way; it might be a feature story that hits a nerve among a particular readership; it might be a profile of an industry leader who has something to say to a wide audience.

Regardless, to make a strong impact, the results have to be tangible in some way. Give me a newspaper or magazine clipping, a video clip, a permalink to a radio show. And if a blogger wants to post about what he read, place a link to the story from the blog, all well and good! We’ll keep him on the publicity list. But chances are good the blogger won’t be the primary media target for quite some time to come, if at all. The mix of physical and virtual is fine, but I’ll take the physical first and foremost for optimal media exposure. And so will our clients.

Volles Haus bei DemokratieZweiNull

Zum Glück hatten wir zwei weitere Stuhlreihen einbauen lassen: So konnten wir mehr als 120 Gästen einen Sitzplatz bieten, um die Vorträge bei DemokratieZweiNull zu verfolgen. Parallel übertrugen wir die Veranstaltung als Audiostream ins Web, sodass wir weitere 260 Personen am Event teilhaben lassen konnten. Das Publikum im Saal: gemischt – Vertreter von Parteien, der öffentlichen Verwaltung, Marketingfachleute aus Unternehmen, Journalisten, Mitglieder der Web-2.0-Community, Leute aus der Kommunikationsbranche; Gäste aus der Region und von weit weg; solche, die mit Blogs, Twitter & Co. bislang noch wenig zu tun haben, einige, die schon (recht viel) Erfahrung gesammelt haben, wenige Geeks.

Wahlkampf und Web 2.0

Nach kurzer Begrüßung durch Rüdiger Dresel, Partner vom Hausherrn PricewaterhouseCoopers, machte Prof. Dr. Frank Brettschneider den Anfang mit seinem Referat: „Von Obama lernen heißt siegen lernen?“ Als ein profilierter Kenner des vergangenen US-Wahlkampfs berichtete er über die langfristig angelegten Social-Media-Aktivitäten von Barack Obama, über deren Zusammenspiel mit den klassischen Massenmedien, und ging insbesondere auch auf die Macht der Bilder ein. Jeder kennt die emotionalen Bilder aus dem Wahlkampf, auf denen Obama vor einer Menge von Menschen steht, die ihm Plakate mit „Change!“ entgegenhalten. (Im Detail gehe ich gar nicht auf die Vorträge ein; sie stehen als Video und Audio auf DemokratieZweiNull.de bereit).

Nächster Referent war mein Kollege Bernhard Jodeleit, der einen Überblick über aktuelle Plattformen, Informations- und Kommunikationskanäle gab und deren Einsatzmöglichkeiten für die Politik (aber auch für Unternehmen und Institutionen) beschrieb. Sein Credo: Social Media Relations müssen Teil der Gesamt-Kommunikationsstrategie sein, sie müssen systematisch, ernsthaft und engagiert genutzt werden – und ihr Einsatz kostet Zeit oder Geld oder beides.

Podcasting war Thema von Dusan Minic. Er hat aufgezeigt, welche Rolle Video und Audio im Kommunikations-Mix spielen, und wies darauf hin, dass ein Video- oder Audioclip nicht nur auf der eigenen Website stattfinden muss, sondern auch auf YouTube oder iTunes gestellt werden sollte, um gesehen oder gehört zu werden. Die Veranstaltung und diese Website selbst sind ein gute Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten von Audio und Video.

Unsere Veranstaltung hieß DemokratieZweiNull, und ein sehr schönes Beispiel dafür, wie das Internet Bürger dabei unterstützen kann, politische Entscheidungen zu beeinflussen, stellte zum Schluss Johanna Schepers von der MFG Baden-Württemberg vor. Sie ist hier Projektleiterin e-Participation Plattform und ist für das Projekt VoicE verantwortlich, bei dem sich z. B. Bürger aus Baden-Württemberg und Valencia/Spanien über Verbraucherschutzthemen und die entsprechende Gesetzgebung in Brüssel informieren können.

Social Media live!

Oliver Gassner von carpe.com, einer der aktivsten Blogger, Twitterer, Kommentatoren und Social-Networker der Region, bloggte und twitterte live und informierte die Web-Community darüber, was gerade referiert wurde. Seinen Namen kennen viele, ihn als Person nur wenige. Mir ging es übrigens bei einigen anderen Gästen gleich: Die kannte ich von ihren Tweets, von ihren Blogkommentaren, manche sogar via Mail – und sah sie an diesem Abend zum ersten Mal live.

Wir hatten eine Twitterwall aufgebaut, und während die Referenten sprachen, erschienen dort die Tweets von Personen, die die Veranstaltung entweder am PC oder im Saal verfolgten. Sie gaben Inhalte der Vorträge wieder, kommentierten diese, fragten an, ob es noch Platz für sie gäbe und ob sie noch kommen dürften, stellten Fragen für die Diskussionsrunde. Ich habe zum ersten Mal live die Twitterbegleitung eines laufenden Events miterlebt und hatte anfangs Bedenken, dass diese „Parallelplattform“ von den Vorträgen ablenken könnte. Im Gegenteil – es war eine tolle Ergänzung und ein superschneller Feedbackkanal.

Überwiegend positive Reaktionen

Der Abend endete mit einem Get-Together im Foyer von PwC. Das Team von Prof. Dr. Brettschneider hatte einen Eye-Tracker aufgebaut, mit dessen Hilfe man z. B. den Blickverlauf über Parteienwebsites verfolgen konnte. Sehr aufschlussreich!

In den Gesprächen mit den Gästen bekamen wir fast ausschließlich positives Feedback. Klar, dass man es bei einem so heterogenen Publikum nicht allen Recht machen kann. Einige aus der Web-2.0-Community fühlten sich unterfordert („ist alles ziemlich einsnullig hier“), manche Aussagen der Referenten waren aus ihrer Sicht diskussionswürdig („Finde ja auch, dass gelackte Agenturvideos niemanden interessieren. Es geht um Authenzität – auch technisch.“). Eine ganze Reihe von Menschen scheinen wir aber auch wachgerüttelt zu haben und bekamen Kommentare zu hören wie: „Die Themen packen und lassen nicht ruhen: Werde umgehend anregen, diese auch in unserem Unternehmen eingehender zu vertiefen.“ Manche tauchten wohl zum ersten Mal in die Welt von Social Media ein und hatten zum ersten Mal Kontakt mit dem sagenumwobenen Twitter oder dem Phänomen Facebook („Ob ich auch twittern sollte?“, „Bislang kannte ich ja nur xing.de“).

Gesprächsstoff gab’s jedenfalls reichlich. Geplant war das Get-Together bis ca. 20.00 Uhr, um 21.30 Uhr war’s noch recht voll, die Letzten gingen kurz vor halb elf.

Für uns war das Event ein vorläufiger Höhepunkt von DemokratieZweiNull. Auch wir haben in der Vorbereitung viele Erfahrungen sammeln können, die wir in Folgeprojekten berücksichtigen werden. Eine davon: Mit Social Media und Online-PR lässt sich ein Event hervorragend promoten, die Reichweite ist gigantisch – aber es kostet auch viel Mühe, Zeit und Freizeit. Und: Man kommt in Kontakt mit vielen Menschen, die man bisher nicht gekannt hat.

Was wir bisher an Rückmeldungen – persönlich, via Mail, via Twitter – erhalten haben, bestätigt uns, dass wir einen interessanten Abend gestaltet haben. Heute Vormittag erreichte mich der Anruf eines Politikberaters aus Hessen, der mit uns ein ähnliches Event organisieren möchte. Und am 5. Mai 2009 geht’s ja schon konkret weiter mit „DIE BLAUE STUNDE ZUR DEMOKRATIE 2.0 – Bürgerkommunikation im Web“, einer Veranstaltung von Sympra und der MFG Baden-Württemberg im Rahmen von Kreativraum.

3, 2, 1, …

… nicht mehr seins: Der Verkauf von Basic Thinking geht in den Endspurt, und Robert Basic hat auch schon ein lakonisch mit “Dat war’s” betiteltes Abschiedsposting verfasst. In knapp vier Stunden, am 15. Januar um 19:50 Uhr, endet die Auktion auf ebay. Da soll noch jemand sagen, Blogs seien out: Es ist beispiellos, welches Medieninteresse Deutschlands spektakulärster Blogverkauf ausgelöst hat. Spiegel Online, BILD, FAZ, Frankfurter Rundschau, Handelsblatt, Süddeutsche und taz haben unter anderem berichtet. Und in der Blogosphäre wird über Sinn und Unsinn des Verkaufs und den Wert des Blogs für den Käufer kontrovers diskutiert. Peter Hogenkamp von Blogwerk wundert sich über das mediale Interesse und nimmt die “zwei Millionen” für bare Münze, die Basic in einem Zeit-Interview sicherlich nicht ohne Selbstironie genannt hat.

Wer gewinnt die Auktion? Die Gerüchteküche brodelt, und das Ganze ist so spannend, dass das ZDF darüber berichten wird und Basic jetzt schon ankündigt, heute Abend vor Kamera und Mikrofon “tapfer” zu sein. Nostalgie kommt auf. Indessen steht mit Basic selbst der größte Gewinner des Hype bereits fest: Deutschlands Vorzeigeblogger darf sich nicht nur über noch mehr persönliche Bekanntheit und mediale Präsenz freuen. Er verkauft etwas, was für ihn durchaus verzichtbar ist – ein Blog, das inhaltlich Bauchladen und keinesfalls reines “IT-Blog” ist. Selbst bloggt er dann weiter – dem aktuellen Trend folgend themenfokussierter als bisher (Zitat aus dem Zeit-Interview):

Auf robert-basic.de werde ich das Ganze private Zeug schreiben, das die Fachleser nicht interessiert. Dann gibt es noch buzzriders.com, da will ich mich mit Internettrends beschäftigen, mit Mobilität und Technologie, bis hin zu Biochips oder Nanokleidung.

Basic ist also der große Gewinner bei der ganzen Sache. Den Kopf zerbrechen sich viele Blogger bereits vor dem Auktionsende für den künftigen Eigentümer von Basic Thinking: Lässt sich das Blog, das Basics Angaben nach im vergangenen Jahr 37.000 Euro Werbeeinnahmen verzeichnet hat, tatsächlich verkaufen wie ein Medienunternehmen? Oder brechen Glaubwürdigkeit und Reichweite nach dem Verkauf wie ein Kartenhaus in sich zusammen? Ist Deutschlands populärstes IT- und Gemischtwarenblog zu stark an die Person Rober Basic gekoppelt? Basic selbst meint im Auktionstext: “Leser lesen Inhalte, die wenigsten lesen mich.” Sollte das stimmen, so dürften sich die Gedanken, die Oliver Gassner formuliert hat, sich für den künftigen stolzen Besitzer als nützlich erweisen. Gassner empfiehlt, die Site als inhaltlich ähnlich breit aufgestelltes Multi-Autoren-Blog weiterzubetreiben und ein Team aus Bloggern aus der zweiten Reihe der deutschen Blogosphäre, die ein gewisses Renommee vorweisen können, zu rekrutieren. Dieses Team soll dann das Projekt mit einer ausreichenden Frequenz an Beiträgen am Laufen halten. Ein guter Plan und eine meines Erachtens vielversprechende Variante. Fest steht, dass der neue Eigentümer von Basic Thinking heute, wenn die Auktion um 19.50 Uhr abläuft (wobei sie es in die Tagesschau wohl nicht schaffen dürfte), mit großem Medieninteresse und vor allem vielen Fragen und noch mehr Thesen und Spekulationen aus der Blogosphäre bedacht werden wird.

Ich bin gespannt, wie hoch der Preis schnellen wird. Während dieses Posting verfasst wurde erhöhte er sich von 30.000 Euro – dem von Basic festgelegten Mindestkaufpreis, unter dem das Geschäft nicht zustandekommt – auf 33.000 Euro. Mein Tipp: Die 50.000 werden locker geknackt.

Update (21.15 Uhr): Der Verkaufspreis beträgt 46.902 Euro, und den Zuschlag hat Serverloft erhalten.