Beiträge zum Schlagwort ‘ Online-PR ’

Wochenende – und Ende der Publikationshoheit

Photocase-Marc-Walter-Zutritt-verboten-300x199 in Gleich mehrfach hat sich in der zu Ende gehenden Woche wieder gezeigt, wie schnell sich die Spielregeln in der Online-Kommunikation ändern. Wenn Sie, lieber Leser, nicht ganz tief in der Web-2.0-Materie stecken, so werden Ihnen die Indizien für besagte Dynamik, die ich gleich aufzähle, eher exotisch, technikverliebt, vielleicht sogar nicht wirklich relevant vorkommen:

• Twitter-Listen: Das ganz große Thema im Social Web war in der zurückliegenden Woche die breite Einführung frei zusammenstellbarer Listen von Nutzern bei Twitter. Twitterer können andere Teilnehmer auf diese Weise kategorisieren. Andere Menschen haben so die Chance, sich rascher einen Überblick zu verschaffen, wer die tonangebenden Nutzer zu speziellen Themengebieten sind. Neben der Zahl der Follower gelten Twitter-Listen bereits heute als wichtiger neuer Maßstab zur Bewertung der Reputation und Reichweite eines Twitter-Accounts. Sie werden prominent im Twitter-Profil dargestellt – natürlich wieder primär quantitativ, wie wir es von Twitter kennen. In welchen Listen er auftaucht, kann der Inhaber eines Accounts nur begrenzt beeinflussen – Crowdsourcing findet statt, plötzlich werden Sie als Twitterer von der Netzgemeinde bewertet und in Schubladen gesteckt. Wohl dem, der eine gute Reputation aufgebaut hat. Schade für die, die es in keine Listen schaffen – oder in negativ behaftete.

• Google Sidewiki für alle Browser: Google Sidwewiki bietet Internetnutzern die Möglichkeit, beliebige Internetseiten oder bestimmte Passagen auf diesen Internetseiten zu kommentieren oder zu ergänzen. War bisher nach dem Start im September ein spezielles Plugin zur Nutzung erforderlich, so können jetzt Nutzer aller Browser mit einem simplen Bookmarklet auf Sidewiki zugreifen. Welche Inhalte in Google Sidewiki prominenter und welche weiter unten in der Ergebnisliste dargestellt werden – Google berechnet es in altbewährter Manier anhand eigener Algorithmen. Die Reputation des Absenders eines Kommentars spielt eine wichtigere Rolle als die Aktualität. Einmal veröffentlichte Sidewiki-Einträge zu Webseiten als Betroffener entfernt zu kriegen – möglich, wenn Sie Google von der Unredlichkeit des Kommentars überzeugen. Mit anderen Worten: schier unmöglich. Und nicht unproblematisch.

• Google Social Search: Im Betatest hat Google jetzt auch eine Funktion, die dem Recherchierenden in den Ergebnissen explizit Content anzeigt, den Personen aus seinem eigenen sozialen Umfeld veröffentlicht haben. Dabei bedient sich Google der in Zukunft immer wichtiger werdenden Google Profiles sowie der sozialen Netze bei Twitter und Friendfeed, die zu diesem Zweck ausgewertet werden.

• Die immer rascher voranschreitende Ausbreitung mobiler Tagging-Anwendungen: Verspielte Applikationen wie Gowalla oder Foursquare sind im Moment der neueste Hit der Digitalen Bohème. Das Ganze funktioniert so: Wer mit seinem Android-Handy, iPhone oder anderem schicken Smartphone an einem für ihn relevanten Ort ankommt, der hat – gehört er zu eben jener Digitalen Bohème – nicht besseres zu tun, als dort einen „Spot“ zu begründen und den Ort spielerisch zu „taggen“, also mit Kommentaren oder anderen digitalen Spuren zu versehen.

All diese Themen mögen auf weniger technikaffine Zeitgenossen ein wenig freaky, oder nerdig, wie man heute sagt,  wirken. All diese Themen stehen aus meiner Sicht jedoch gemeinsam für einen ungemein rapiden Wandel: Wir haben nicht mehr die Publikationshoheit, was unsere Marke betrifft. Ob Unternehmen oder Privatperson. Ob Internetseite oder realer Ort da draußen. Alles kann von jedem getaggt, mit Kommentaren versehen in einen anderen als den vom Eigentümer geplanten Kontext gebracht werden.

Die Spielregeln bestimmen dabei Startups in Silicon Valley. Oder ausgewachsene Startups wie Google. Kontrollverlust pur. Wer nur reagiert, kommt zu spät. Einzig sinnvolles Vorgehen: Rechtzeitig eine Strategie entwickeln, die alle neuen, dezentralen, nicht beherrschbaren Kommunikationswege mit einbezieht und auf den langfristigen Aufbau positiver digitaler Reputation setzt.

Wenn Sie jetzt immer noch keine Angst haben und ein wenig spielen möchten: Das Video unten erklärt Google Sidewiki; und hier können Sie das entsprechende Bookmarklet für Ihren Browser ganz einfach installieren. Wie wäre es, wenn Sie gleich hier auf dieser Seite einen Sidewiki-Eintrag hinerließen? Ich würde mich freuen. Aber Achtung: Ihre Experimente wirken sich unmittelbar auf die eigene Reputation aus – wie unter anderem belegt, dass Google automatisch einen neuen Sidewiki-Eintrag in meinem persönlichen Google-Profil angelegt hat, nachdem ich meinen ersten Sidewiki-Kommentar gepostet hatte. Beeindruckend.

Freue mich auf Ihre Kommentare – wo auch immer Icon Smile in

@jodeleit

Bild: Marc Walter / Photocase

Erfolgreiche Online-PR dank Video

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Bewegte Bilder bewegen oft mehr als statische. Deshalb gibt es schon seit vielen Jahren in den meisten Unternehmen für Besucher keine Diaschau mehr zu sehen, sondern einen „Imagefilm“. Auch Online-Medien arbeiten heute kaum noch ohne Videos. Ob „Spiegel“, „Bild“ oder „Die Welt“ – der Einsatz von Internet-Videos wird für Journalisten, aber auch für PR-Verantwortliche ein immer wichtigerer Trend. Denn gerade junge Zielgruppen nutzen kaum noch klassische Medien. Die Informationsbeschaffung erfolgt mehr und mehr über Online-Portale, Social Networks, Internetmedien und eben Videos. Mittlerweile stehen mehr als drei Milliarden Filme im Internet bereit, knapp 30 Millionen Online-Zuschauer gibt es weltweit, die Hälfte davon sieht sich Videos auf YouTube, Myvideo und Google an. Zwischen Dezember 2007 und Dezember 2008 hat die Zahl der Nutzer Studien zufolge um 10 Prozent zugenommen – Tendenz steigend.

Dass der Einsatz von Online-Videos in Redaktionen und PR-Agenturen immer beliebter wird, hat unterschiedliche Gründe: Zum einen bieten Filme im Internet nicht nur eine große Reichweite, sondern sind auch einfach zu bedienen und kostengünstig zu verbreiten. Hinzu kommt, dass mit bewegten Bildern Inhalte in einer emotionalen Art und Weise transportiert werden können, wie sie ein Text kaum erreichen kann. Auch komplexe Themen lassen sich mit Videos einfacher und verständlicher vermitteln. Klar ist also: Internet-Videos und bewegte Bilder sind ein Trend, dem sich PR- und Marketing-Experten stellen müssen und den sie lernen müssen zu nutzen.

PR hat Nachholbedarf

Die PR-Branche hat im Vergleich zum Journalismus in diesem Bereich noch starken Nachholbedarf. Eine Studie der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit der dpa-Tochter news aktuell mit 2.400 Teilnehmern zeigt, dass sich viele PR-Verantwortliche bisher kaum mit Video-Content im Internet beschäftigt haben. Im Gegensatz dazu geben 60 Prozent der befragten Journalisten an, dass ihre Redaktion bereits Bewegtbilder im Internetauftritt anbietet. Bei den Pressestellen und PR-Agenturen arbeiten bislang nur 40 Prozent der Befragten mit Video-Content. Jede siebte PR-Abteilung oder Agentur plant aber entsprechende Aktivitäten für die Zukunft.

Das größte Potenzial für Bewegtbild sehen PR-Fachkräfte bei der Unternehmenskommunikation mit eigenen Medien und in der Pressearbeit: Fast alle Studienteilnehmer finden, dass sich Online-Videos für Corporate Publishing – also zum Beispiel für Imagefilme von Unternehmen – effektiv einsetzen lassen, drei Viertel sehen die größten Chancen für Bewegtbild in der Presse- und Medienarbeit. Auch Web-2.0-Kommunikation, Interne Kommunikation und Investor Relations werden als mögliche Einsatzfelder genannt.

Im Gegensatz zu Pressestellen und PR-Agenturen produzieren Journalisten ihren Video-Content vorwiegend selbst, während die Mehrzahl der Befragten aus der PR externe Dienstleister beauftragt. Grund dafür ist häufig ein Mangel an Know-how, was die Erstellung von Internet-Videos angeht. So berichtet die Mehrheit aller Befragten, keine oder wenig Erfahrung in der Konzeption, Produktion, Nachbearbeitung, Distribution und Evaluation von Bewegtbildern zu haben.

Qualität ist das oberste Gebot

Ist kein ausreichendes technisches Wissen vorhanden, sollten Unternehmen und PR-Verantwortliche auf selbst produzierte Videos verzichten. Besser ist es, einen professionellen Dienstleister mit der Erstellung eines Online-Videos zu beauftragen, denn heute ist ein Kurzfilm oder Imagetrailer preiswerter denn je produzierbar und kann in vielen kostenlosen Video-Portalen unentgeltlich bereitgestellt werden. So lässt sich beispielsweise eine Pressemitteilung oder ein Online-Fachartikel durch ein aussagekräftiges oder erklärendes Video ergänzen. Ein gut gemachter Film erspart lange Erklärungstexte, unterhält und ist kurzweilig. Dennoch versteht der Zuschauer, worum es geht und erfährt, was das Neue an einem Produkt ist oder welchen Vorteil eine bestimmte Dienstleistung bietet.

Eine weitere Möglichkeit im Rahmen von Online-Videos ergibt sich auch für den Business-to-Business-Bereich – ob es um geschäftliche Produkte, Dienstleistungen bei Case Studies oder um Anwenderberichte geht. So lassen sich zum Beispiel Kunden-Statements mit Empfehlungen wesentlich glaubhafter in Form einer Video-Einspielung darstellen. Und wer die Chance nutzt, den Einsatz seiner B2B-Produkte bei Geschäftskunden als Film zu dokumentieren, hat sowohl an Glaubwürdigkeit als auch an vertrieblicher Wirksamkeit seines Anwenderberichts gewonnen. Generell bieten sich zudem Interviews oder Statements unabhängiger Experten als zusätzliche Möglichkeit an, glaubwürdig per Video zu kommunizieren.

Doch egal, welche Inhalte vermittelt werden – grundsätzlich gilt: PR-Videos im Internet dürfen keinen werblichen Charakter haben, sondern müssen das Informationsinteresse der Zuschauer befriedigen. Dabei ist Qualität die oberste Prämisse. Das technische und journalistische Handwerkszeug müssen stimmen und auch der Inhalt muss den jeweiligen Märkten und Nutzern angepasst sein. Nur so kann Video-PR ihre Ziele und Zielgruppen erreichen und als wirksames Instrument des viralen Marketings eingesetzt werden.

Bewegtbildkommunikation als Instrument in wirtschaftlich schwierigen Zeiten?

Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise will der Einsatz der richtigen Kommunikationsinstrumente gut überlegt sein. Wie erreicht man am besten welche Zielgruppe? Was bringt welches Instrument? Steht der Nutzen im Verhältnis zum personellen und finanziellen Aufwand? Und wie können neue Instrumente in die bestehende Kommunikation integriert und optimal eingesetzt werden?

Antworten auf diese und andere Fragen bietet die Veranstaltung „Unternehmenskommunikation mit begrenztem Etat – was tun in der Krise? Warum es sich lohnt, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten über den Einsatz der richtigen Instrumente nachzudenken.“, organisiert von Sympra in Zusammenarbeit mit AV Medien. Der Event findet am 26. Juni 2009 von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr in den Räumlichkeiten der Fernsehproduktion „moving pictures“, Kornbergstraße 36 in Stuttgart statt. Weitere Informationen sowie Video-Statements der Referenten finden Sie unter: http://www.avmedien.com/avbusinesspictures/veranstaltung/info.php

Bild: iStockphoto

Who sets the agenda?

Kommsthiernichtrein Schiffner Photocase6be867kp1 in Why should journalism be any different from the way television programmes are aired nowadays? With Twitter and other social media channels people have not only found their voice, they have also learnt how to form an opinion and then put it out there onto the airwaves. This is true of television and now this is increasingly true of print journalism. With the rise of the global economic downturn, the world of journalism and the public sphere is being liberated. If a newspaper cannot afford to be printed, then it is forced to move online, if the medium shifts from print to electronic then social media comes to the fore with blogs and twitter possibilities for readers – the public will answer back and they will answer back loudly, clearly and with an eloquence that is unprecedented – it seems that this shift will enable us to move out of the time capsule where the public agenda was set by journalists and editors. Of course, once these people are online, they can find out hordes of information. Links onto other sites will guide them quickly and efficiently and with practice many will train themselves to discern the “truth” without the engaging smile of a politician trying to convince them of the opposite.

And if the agenda is actually set by the public what are the consequences of this? Will the ramifications on the way politics is practiced also change immensely? Will politicians actually hear what people have to say (because they are saying it again and again) and be forced to act upon the issues raised by the masses? Can they act on our concerns? Do they know how? It seems that this two way communication possibility in journalism is bringing us to the brink of an agenda-setting revolution. By accident, people may actually have the voice that has been denied over the centuries. A coincidence of timelines: an economic downturn forcing some newspapers to be present online only and the rise of social media enabling opinions to be put out there may just be the start of a new type of enfranchising democracy.

But we obviously have to ask ourselves: Is this what we really want? To be taken out of our comfort zone of non-information where the blankets are woolly and where we don’t have a bad conscience about not acting because, well, no one listens anyway? The point is – if we have a voice, then do we not have to make a decision about whether to use it? And if we don’t use it, can we still live with ourselves? Is it not simply easier for us to just read our newspaper and watch the national news every day and have our agenda set for us? Have it filtered for us by journalists? If it isn’t set for us how will we possibly ever have an overview of the agenda…there are so many hundreds of issues, in our fast-paced world where we have to look out for Number One, will we not confuse and trip ourselves up whilst trying to empower ourselves?

And how about those that are disempowered by this digital divide? My father-in-law, who is 86, has asked me several times where the “play” button is on the computer? The internet is a Pandora’s Box for him…something he never ever wants to open as it reminds him of where he is not: In a world that is fast, furious and without any kind of boundaries. If you snooze you lose and if you can’t use the internet, well then can you make an informed decision at all? I suppose that would be a job for unemployed journalists, they could always turn into professional bloggers and, in essence, do the same job as before!

Bild: Schiffner / photocase

DemokratieZweiNull: Eine Chronologie

Sympra goes Social Media: DemokratieZweiNull, ein integriertes Projekt mit Event und begleitender Online-PR, ist ein schönes Beispiel dafür, was sich mit Social Media und einem spannenden Thema innerhalb kürzester Zeit auf die Beine stellen lässt. Innerhalb von 14 Tagen konnte Sympra in diesem Fall eine Community rund um das Thema Social Media, Public Relations und Wahlkampf im Web aufbauen, die zum einen die geplante Veranstaltung vorbereitet und Networking im Vorfeld ermöglicht, zum andern aber auch über den Event-Termin hinaus bestehen bleibt.

Eine kleine Chronologie:

12. Februar 2009: Das Kernteam (Dusan Minic von anspruch, Veit Mathauer und Bernhard Jodeleit von Sympra) trifft sich am Vormittag bei Sympra zum Brainstorming und spricht über potenzielle Locations sowie das Motto für die Veranstaltung. WahlkampfZweiNull ist im Gespräch, doch DemokratieZweiNull setzt sich durch. Der Begriff kann auch über das Superwahljahr 2009 hinaus mit Leben erfüllt werden. Nachmittags ist die Domain demokratiezweinull.de registriert und aktiviert, ebenso der Twitter-Account “demokratie20″. Die technische Umsetzung beginnt am frühen Abend.

13. Februar, halb zehn am Morgen: “Der Rohbau für unsere Seite steht”, heißt es in einer E-Mail.

D20home1 in 16. Februar: http://demokratiezweinull.de erhält sein endgültiges Design. Letzte Blog-Funktionen werden implementiert, dazu gehörigen einige Plugins, der Spamfilter Akismet. Die Aufgaben der Autoren sowie der Moderatoren für die Kommentarfunktion werden verteilt. Die Aktions-E-Mail demokratiezweinull (at) sympra.de wird eingerichtet. Um 16.54 Uhr erscheint der erste Artikel auf der Website: “Ein Blog zum Event.”

17. Februar: Morgens um halb zehn twittert @demokratie20 zum ersten Mal. Inzwischen hat das Kernteam bereits etliche mögliche Locations besichtigt und angefragt. Es wird eng. Heute geht eine Anfrage an PricewaterhouseCoopers in Stuttgart auf den Weg – und diese Location in der Friedrichstraße 14 wird es dann auch.

18. Februar: PricewaterhouseCoopers sagt zu, die Location wird nach Besichtigung gebucht. Der Twitter-Account hat innerhalb von zwei Tagen 44 Follower gewonnen.

19. Februar: Zweiter Artikel im Blog ist online. Das Anmeldeformular zur Veranstaltung wird eingebaut.

21. Februar: Xing hat rechtzeitig zum Wochenende die beantragte Gruppe “DemokratieZweiNull – Wahlkampf im Web” eingerichtet.

23. Februar: Die Xing-Gruppe hat bereits 70 Mitglieder.

24. Februar: 100 Mitglieder bei Xing.

25. Februar: Das Blog DemokratieZweiNull wird erstmals als Quelle bei Rivva gelistet.

27. Februar: 174 Mitglieder in der Xing-Gruppe, bereits mehr als 40 Anmeldungen zum Event, insgesamt knapp 600 Unique Visits auf dem Blog DemokratieZweiNull und 202 Follower für den Twitter-Account @demokratie20. Das alles innerhalb von zehn Tagen. Drei Institutionen haben bereits angefragt, ob wir mit ihnen ein ähnliches Vortragsevent veranstalten möchten.

Resümee aus unserer Sicht ist: Mit dem richtigen Thema zum richtigen Zeitpunkt lassen sich Blogs und Social Networks ganz hervorragend nutzen, um eine interessierte Zielgruppe zusammenzuführen und für eine Sache zu begeistern. Wir freuen uns über den Erfolg von DemokratieZweiNull und auf eine spannende Veranstaltung am 25. März in Stuttgart.

Zur Projektwebsite: http://demokratiezweinull.de
Zum Twitter-Account: http://twitter.com/demokratie20
Zur Xing-Gruppe: https://www.xing.com/net/demokratiezweinull

Facebook wird erwachsen

Fblatest in Einiges Echo hat die inzwischen bereits wieder dementierte Ankündigung gefunden, dass Facebook künftig persönliche Daten registrierter Mitglieder zu Marktforschungszwecken nutzt. Trotz Dementi – natürlich wird das Unternehmen das tun. Natürlich muss die Plattform endlich Erlösquellen erschließen, die ihren virtuellen Unternehmenswert auch rechtfertigen. Dennoch: Die Nutzer sind empört, die Blogosphäre rotiert. Auf der einen Seite ist der Aufschrei verständlich. Wer das derzeit erfolgreichste und weltgrößte Social Network intensiv nutzt und dort jede Menge privater Informationen bis hin zu Beziehungsstatus, politischer Überzeugung und noch privaterer Vorlieben hinterlegt hat, der mag überrascht und empört sein. Schienen die Daten doch bisher vertraulich, kontrollierbar, nur einem erlesenen Kreis persönlicher Kontakte zugänglich.

Auf der anderen Seite erstaunlich, dass Facebook-User sich auf der Plattform gerne komplett von ihrer intimsten Seite zeigen und a) die notwendigen Einstellungen zur Privatsphäre nicht beachten oder beherrschen sowie b) komplett ignorieren, dass sie sich bei Facebook nicht im heimischen Wohnzimmer, sondern im Internet bewegen.

Entsprechend empört reagieren diese Menschen, wenn sie in dieser – scheinbaren – Privatsphäre bei Facebook plötzlich gestört werden – sei es durch einen Geschäftskontakt, der sie auf der Plattform kontaktiert, sei es durch die jetzt durchgesickerten und eiligst dementierten Monetarisierungspläne.

Die aktuelle Diskussion um Facebook habe ich zum Anlass genommen, einmal etwas ausführlicher über dieses Spannungsfeld nachzudenken. Denn ich begrüße, dass Facebook sinnvolle und langfristige Business Cases anstrebt. Dennoch empfinde ich die Attitüde des Unternehmens von Mr. Zuckerberg, was den Datenschutz betrifft, als diskussionswürdig. Herauskommen wird bei dieser aktuell laufenden Abwägung ein (fast schon fertiges) etwas ausführlicheres Posting, in dem ich auf nur einige der zahlreichen Sicherheits- und Privatsphäreaspekte eingehe, die ich bei Facebook kritisch betrachte. Mehr dazu noch im Laufe des heutigen Tages in meinem persönlichen Blog – Link folgt an dieser Stelle, sobald der Beitrag dort online ist.

Update: Ausführliches Posting zur Datensicherheit bei Facebook ist jetzt online.

(Foto: kallejp/photocase.com)

A media perspective from the U.S.

Print, the Phone Call and Pressing the Flesh – They Aren’t Dead Yet.

The Blogosphere has fallen too much in love with itself, and that’s a problem. Overhyped and over-promoted on blogrolls and among bloggers, Weblogs can’t live up to their reputation. Everyone has a blog these days, or so it seems, and keeping track of what is relevant and worth reading is hard work. Feeds help, but not by much.

Granted, print media is having a tough time these days. The New York Times has begun selling ad space on its hallowed front page — a practice of other newspapers but not, until now, of the paper of record.

But print is not dead.

Neither is the telephone. For all the ease of communication that e-mail brings, nothing makes a connection with a journalist quite like a phone call.

Neither is pressing the flesh. One of the largest conventions held in the United States just ended. The Consumer Electronics Show drew 110,000 attendees to Las Vegas this year. According to an article in PC World, attendance was down 22% from last year. Still, over 100,000 people went to conduct business face to face.

PR and publicity thrive on the personal connection. Our profession thrives on news and points of view and providing journalists and producers with story ideas. This is an oversimplified analysis of our jobs, but you already know that.

The general wisdom says that as print pulls back, printing fewer pages per issue, there will be more competition for print space. But from what I’m seeing, companies are also trimming their PR budgets.

My theory is that we will see a resurgence of print. Less space means more competition for it, which means that what does end up in print becomes even more valuable.

Weblogs offer little to no actual newsgathering capacity. Blogs compile information and news from elsewhere, from real news organizations.

As Steven Waldman wrote in “Why the Huffington Post Can’t Replace the New York Times”, “The idea that the Huffington Post, or the explosion of interesting internet news or blogging sites, can replace journalistic institutions like the New York Times or other newspapers or dinosaurs of the mainstream media truly misunderstands the web, newspapers, journalism and the serious threat posed to democracy if the news gathering institutions fail.”

What wins out in these perilous economic times are old-fashioned PR strategies. The phone calls and face-to-face meetings to pitch stories to journalists and editors.

The companies that maintain and even increase their PR budgets have an edge in this competitive atmosphere. They have a much better chance of claiming a piece of that valuable print real estate.

While we don’t control the media, a successful pitch results in a newspaper or magazine article. And when clients have something to hold in their hands, to cut out and frame, then we realize all the more the value of a print story.

Vortrag zu Social Media PR

 

Morgen, am 14. Januar, darf ich als Gastreferent Studenten im Bereich Unternehmenskommunikation über meine Erfahrungen im Bereich PR und Social Media berichten. Die Präsentation ist recht umfangreich geworden und steht nach der Veranstaltung (Update: ab sofort!) auch an dieser Stelle zur Verfügung. Vorab möchte ich ganz kurz einige Kernaussagen zusammenfassen:

  • Anhand aktueller Umfragewerte lässt sich belegen, dass Redaktionen überwiegend nicht aktiv im Web 2.0 recherchieren, auf der anderen Seite aber PR-Entscheider im In- und Ausland dem Thema Social Media Relations erhebliche Bedeutung in diesem und im nächsten Jahr beimessen. 
  • Klassische Medienarbeit verliert nicht etwa rapide an Bedeutung, dazu ist sie einfach zu effizient. Aber: Wer wirklich alle relevanten Multiplikatoren erreichen möchte, der muss sich auch auf die neuen Instrumente einstellen. Es ist angesagt, Social Media und Social Networking als zusätzliche Tore in die Öffentlichkeit zu betrachten.
  • Ich werde im Rahmen des Vortrags nochmals anhand einiger Beispiele darauf eingehen, dass Location Based Voting, mobile soziale Netzwerke wie heute schon aka-aki und brightkite und morgen sicherlich auch Facebook, Xing und andere dafür sorgen werden, dass Öffentlichkeitsarbeit künftig auch geobasiert denken muss – weil es eine digitale Reputation bestimmter Orte gibt und weil die bisher nur “im Internet” gelebten Social Networks via Smartphone plötzlich auch ins reale Leben Eingang finden.
  • Mit Hilfe offener und vor allem dialogorientierter, auf Standards basierender Lösungen (Blogs, Microblogging, Sharing, Tagging, RSS) kann PR ohne großen Investitionsbedarf auf den Trend zu Social Media reagieren. Medienarbeit der nächsten Generation mit einem zeitgemäßen Pressebereich auf einer Unternehmenswebsite geht schon heute auf die Bedürfnisse der Redaktionen ebenso ein wie auf die Blogosphäre und das Social Web.

Social Web Breakfast: Twitter zum Frühstück

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Suche auf der Twitter-Seite nach Socialbreakfast

Wohl kaum ein anderer Dienst beschäftigt die PR-Welt im Moment derart wie das Micro-Blogging-Tool Twitter. Zumindest konnte man an diesem Dezember-Morgen in Frankfurt diesen Eindruck gewinnen: Die Initiative Social Web World hatte zu einem Social Web Breakfast eingeladen. Und über 30 Interessierte sind gekommen. Die meisten davon PR-Leute, darunter viele passionierte Twitterer, passive (?!) Twitterer und ganz Mutige, die in der Runde erzählen, sie hätten noch nie getwittert.

Thema der Veranstaltung: Twitter & Co. im Einsatz der Unternehmenskommunikation – extern wie intern. Für das Impulsreferat sorgte Carmen Hillebrand. Schnell entwickelte sich eine rege Diskussion, in der bald klar wurde, dass alle ein bisschen (und manche mehr) wissen, aber keiner Antworten auf alle Fragen zu Twitter hat.

Intern macht vor allem der schnelle Wissensaustausch Sinn. Ganz wichtig ist es aber, vorher zu definieren über welche Themen getwittert werden soll. Gegebenfalls müssen Gruppen definiert werden. Ein wildes Drauflos-Zwitschern bringt nichts. Das bestätigen zwei Mitarbeiter der Daimler AG, wo Yammer, eine Lösung für firmeninternes Micro-Blogging im Einsatz ist. Das Projekt drohe einzuschlafen. Schuld daran sind nicht zuletzt Sicherheitsbedenken; denn schließlich läuft die Yammer-Kommunikation über einen externen Server in den USA. Nicht auszudenken, wenn diese Server gehackt werden. Inzwischen gibt es aber bereits Open-Source-Alternativen wie Identi.ca die auf eigenen Servern betreiben werden können.

Viel schillernder erscheint der Einsatz von Twitter für die externe Kommunikation. Twitter kann Sinn machen, um mit Redaktionen und Multiplikatoren in Kontakt zu treten. Dabei gelten die gleichen Spielregeln wie in Weblogs: Garantien und Kontrolle gibt’s keine. Man kann Kritik am Unternehmen oder Produkt nicht verbieten. Vielmehr müssen sich twitternde Unternehmen im Vorfeld überlegen, wie sie mit Gegenwind umgehen: Die Segel streichen und oder Fahrt aufnehmen und die direkte Ansprache suchen. Im Falle des Pharmaherstellers Johnson & Johnson wäre vermutlich der Dialog der bessere Weg gewesen. Denn erst der Rückzieher machte die Geschichte um eine missglückte Werbekampagne richtig publik.

Tenor der anwesenden Twitterer: Unternehmen sollten Micro-Blogging weniger als zusätzliches Medium sehen, um Informationen zu verbreiten, sondern vielmehr, um in Dialog mit Kunden und Öffentlichkeit zu treten. Da das spontan erfolgen muss, bleibt keine Zeit für Freigabeschleifen wie in der klassischen PR. Welcher Mitarbeiter (oder welche Agentur) den Twitter-Account betreut, muss daher wohlüberlegt sein.