Beiträge zum Schlagwort ‘ Public Relations ’

Vom Geben und Nehmen – zwei Seiten einer Medaille?

63 neue Stellen im PR-Bereich, davon 59 “PR-Arbeiter” und 4 “PR-Führungskräfte” in dieser Woche. 19 neue Stellen für Journalisten, davon zwei mit Leitungsfunktion. Täglich beobachtet “newsroom” die Stellenmärkte der wichtigsten Tageszeitungen, Wochen-, Fachmedien und Online-Jobbörsen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Immer montags zeigt die Zusammenfassung für Abonnenten die wöchentliche Übersicht der Jobinserate, die für Journalisten (und PR-Leute) interessant sind, an. Seit längerer Zeit schon bietet sie das gleiche Bild: es werden doppelt bis dreimal so viele PR-Leute wie Journalisten gesucht. Nicht wirklich eine Neuigkeit für Kundige. Parallel haben viele Verlagshäuser, ob in der Tages- und Wirtschaftspresse oder in der Fachpresse, Redaktionen verkleinert oder geschlossen, zusammengeführt oder neudeutsch Journalistenpools gebildet.

Anders gesagt: auf immer weniger Redakteure kommen immer mehr PR-Mitarbeiter. Mit immer mehr E-Mails und längst auch über Social Media-Kanäle adressieren Pressestellen und Agenturen Redakteure (und immer wieder auch Blogger). Die Möglichkeiten zur Medienansprache haben sich vervielfältigt, was zu einer wahren Flut von echten oder vermeintlichen Neuigkeiten, Einladungen zu Veranstaltungen usw. führt. Auch das ist nichts wirklich Neues. Als PR-Mensch könnte ich diesen Trend ja eigentlich auch begrüßen, denn es gibt ganz offensichtlich viel zu tun und Stellen en masse für uns.

Doch Ungleichgewichte sind selten sinnvoll. “To much supply and no demand” wird man wie ein britischer Popmusiker in den Achtziger Jahren zwar nicht sagen können; die Nachfrage nach Informationen besteht zweifelsohne. Aber die qualifizierte Aufbereitung der Informationen, die Recherche braucht Zeit – und die haben Journalisten heutzutage immer seltener. Zu oft werden Meldungen ungefiltert übernommen, zu selten können Journalisten noch “raus” zu Pressekonferenzen – und oft genug müssen sie kurzfristig Termine absagen. Ein wenig ärgerlich wird es, wenn das sehr kurzfristig geschieht. So geschehen vor kurzem als ich extra einen Nachtzug nahm, um morgens um 10:00 Uhr zum Messeinterview da zu sein und der Journalist um ein Uhr in der Nacht absagte. Ich habe kurzfristige Absagen auch schon vor zehn Jahren erlebt. Doch die “Vorwarnzeit” wird  immer kürzer. Vielleicht sind die Gründe gar nicht jobbedingt.

Geben ist seliger als nehmen. PR-Leute überschlagen sich im Geben. Sie geben beispielsweise gezielt gut gemeinte Einladungen aus und freuen sich, wenn Journalisten diese annehmen. Sie freuen sich sogar, wenn diese die Einladung zwar nicht annehmen, aber schriftlich absagen. Ich weiß, “da kommt so viel rein tagtäglich; da kann ich doch nicht auf jede Einladung reagieren”, ist  eine typische Antwort. Klar. Aber ab und an wünscht man sich: mehr Verbindlichkeit, Verständnis und vielleicht sogar Mitdenken. Denn eine kurze Antwort erspart einem möglicherweise ein, gerade vor Messen häufig vorkommendes telefonisches Nachhaken. Was für beide Seiten praktisch ist. Die eine muss nicht nachtelefonieren und freut sich über eine Antwort, die andere kann ihrer Arbeit mit mehr Ruhe nachgehen.

Alle freuen sich – Oder auch geben und nehmen kann so einfach sein. Selbst bei einem so eklatanten Missverhältnis wie zwischen Journalisten und PR-Leuten …

 

Theorie vs. jahrelange Erfahrung

Muss man Grunig/Hunt kennen, um gute PR machen zu können? Ein interessante Frage, die gerade bei Sympra intern diskutiert wird. Die einen bezeichnen die beiden Kommunikationsforscher als „Godfathers of PR“, die andern geben kleinlaut zu, diese nicht einmal zu kennen. Klar ist auf beiden Seiten, dass Kommunikationsarbeit nur erfolgreich sein kann, wenn sie strategisch und zielgerichtet erfolgt. Einfach mal machen und gucken, was passiert, verschlingt unnötig Zeit und Geld. Sicherlich wiegen aber auch 20 Jahre praktischer Erfahrung locker so manches Gramm Theorie auf. Zum Glück sind wir in der bequemen Situation, dass sich bei uns sowohl das kommunikationswissenschaftliche Hintergrundwissen als auch die weitreichende PR-Praxis in der Agentur bestens ergänzen. Und es schadet nie, ab und an mal wieder über den eigenen Tellerrand zu blicken und zu prüfen, ob die tägliche Arbeit eigentlich noch mit dem erlernten übereinstimmt.

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Ich gebe es zu – ich musste auch erst noch mal kurz googeln, was es noch mal war, das Grunig und Hunt formulierten. Auch wenn ich zu der Generation von Studenten gehöre, die von den beiden Kommunikationswissenschaftlern geprägt wurde und sie immer und immer wieder in Seminararbeiten zitierte. Für alle, die sich auch nicht mehr ganz sicher sind: Mit ihren vier Modellen zeigten Grunig und Hunt 1984 die Weiterentwicklung der PR in der historischen Abfolge auf. Das vierte Modell ist am zutreffendsten mit dem Stichwort „Dialog“ umschrieben und damit aktueller denn je. Die besten Ergebnisse werden außerdem laut Grunig und Hunt in einer Win-Win-Situation erzielt, also wenn beide Seiten, Sender und Empfänger, einen Nutzen davon haben. Eine schöne Erfahrung, die Praktiker und Theoretiker gewiss vereint.

Ein Plädoyer für “Public Relations” – oder: Warum Sympra nicht eine PR-Agentur ist

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1. Auf die Frage: „Was machst Du so?“ hatte ich früher meist geantwortet: „Ich habe eine PR-Agentur.“ Darunter konnten sich die meisten zwar nichts Konkretes vorstellen, aber so in etwa wussten sie dann doch Bescheid: Das ist so etwas wie eine Werbeagentur, weniger mit Anzeigen und Plakate, mehr mit Zeitungsartikeln und so. In vielen Fällen genügte es mir, dass man mich beruflich somit einigermaßen einordnen konnte.

2. Moritz Hunzinger ist ein PR-Berater. Dieter Thomas Heck wollte seine Gattin erwürgen – war aber wohl nur ein PR-Gag für die Vermarktung seiner Memoiren. Beim PR-Bild-Award gibt’s auch mal ein schönes Portraitbild vom Regierungssprecher und ein Foto von einem Balkon an der Chinesischen Mauer. “Liszt war ein geniales PR-Genie” (Pianistin Hélène Grimaud zum 200. Geburtstag von Franz Liszt).

3. Ein Anruf erreicht mich im Büro: „Guten Tag! (…) Ich bringe ein neues Produkt auf den Markt und komme zu Ihnen, weil ich PR dafür brauche.“ Im Klartext bedeutet diese Anfrage: Ich brauche Unterstützung bei der Pressearbeit. Genau genommen bei der Produktpressearbeit. Aufgabe der PR ist hier Verkaufsförderung, soll die Werbung ergänzen (oder gar ersetzen), fast ausschließlich marktorientiert. Legitim.

4. Im Strategieworkshop unseres Agenturverbands GPRA e. V. machen wir uns Gedanken, ob die GPRA umfirmieren soll. Die beiden mittleren Buchstaben im Akronym stehen für „Public Relations“ und einige Agenturkollegen fühlen sich damit nicht mehr so richtig wohl. Ihr Tätigkeitsspektrum sei viel umfassender geworden, sie böten umfassende Kommunikation, Events, Public Affairs und das sei doch weit mehr als Pressearbeit. Wir diskutieren über die Vertrauenskrise in der Öffentlichkeit, die durch großes Misstrauen gegenüber politischen Autoritäten, staatlichen Organisationen und Unternehmen gekennzeichnet ist. Eine große Rolle spielt der Wandel des Mediensystems, vor allem die Krise der klassischen Medien und der Bedeutungsgewinn von Social Media. In dieser Situation wollen wir unsere Kernkompetenzen stärker nutzen: Wir sind doch die Experten für den Aufbau und Erhalt von Vertrauen sowie für Meinungsbildung und Dialog mit Stakeholdern – Public Relations pur! Es bleibt bei „GPRA“.

5. „Public Relations [sind] das bewusste und legitime Bemühen um Verständnis sowie um Aufbau und Pflege von Vertrauen in der Öffentlichkeit auf der Grundlage systematischer Erforschung“ definiert die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG).

Auch wenn “PR” nur die Abkürzung für “Public Relations” ist: Ich fühle im allgemeinen Sprachgebrauch einen großen Unterschied zwischen den beiden Begriffen. „PR“ reduziert unsere Disziplin nur zu oft auf Pressearbeit und Event, gern laut und am besten kurzfristig wirksam. „Public Relations” steht für mehr: für Aufklärung, für langfristig angelegtes Informieren und Aufbauen von Vertrauen, für Interessensausgleich, vor allem für Dialog. Pressearbeit gehört dazu, Kommunikation über soziale Medien, aber auch Hintergrundgespräche, runde Tische und Diskussionen mit Befürwortern und Gegner. Public Relations sind nach meinem Empfinden leiser als PR, brauchen mehr Zeit und wirken nachhaltiger. Sympra ist ganz klar eine Public-Relations-Agentur.

Empfinde nur ich diesen semantischen Unterschied? Ihre/Euere Meinung würde mich interessieren.

Von Lagerfeuern und Lotsen

PR-REPORT-Konferenz zu neuen Kanälen, neuen Regeln, neuen Strategien am 5. Mai 2011 in Berlin

Hatten wir nicht alle gehofft, dass diese Diskussion schon seit Jahren beendet sei? Ein Relikt aus der grauen Urzeit der Public Relations? Und plötzlich begegnet sie uns auf einem Kongress mit dem zukunftsweisenden Titel „PR nach der Ära der klassischen Medien“: „PR und Journalismus haben nichts miteinander zu tun!“ postulierte Kuno Haberbusch, beim NDR zuständig für investigative politische Dokumentationen und Reportagen und 2001 Mitgründer des Vereins Netzwerk Recherche. „PR-Leute wissen zwar ganz genau, wie Journalismus funktioniert, aber sie sind deshalb noch lang keine Journalisten und sollten sich auch nicht so nennen!“

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Natürlich gaben diese Thesen ausreichend Stoff für den gewünschten Streit, denn sein Diskussionspartner war Frank Behrendt, Vorstand der PR-Agentur fischerAppelt und studierter Journalist. Und er hielt sich wacker: „Die Journalisten wären ohne uns PR-Leute ganz schön aufgeschmissen, denn wo kämen denn sonst die Informationen her? Glücklicherweise ist die PR erwachsen und professionell geworden. Und sie ist ein offensichtlich attraktives Berufsfeld, denn die Journalisten kommen ja zu uns, weil die Verlage ihre Stellen einsparen oder sie kein Geld mehr verdienen.“

Ein launiges Intermezzo bei einer auch sonst gelungenen Premiere. Das Branchenmagazin PR REPORT und unser Verband, die GPRA, hatten gemeinsam zu diesem Kongress eingeladen und etwa 100 Teilnehmer waren dieser Einladung gefolgt. Sie hörten eine recht umfassende Bestandsaufnahme gleich im Eröffnungsvortrag. Dieter Schweer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI, zeichnete ein düsteres Bild der deutschen Befindlichkeit: „Das Vertrauen der Bürger in Staat und Unternehmen bröckelt. Das Gefühl der Ohnmacht, die Angst vor dem Ungewissen führt zur Tendenz der individuellen Informationsbeschaffung und -bewertung.“ Für ihn ist dies auch ganz klar ein Grund für die Krise der klassischen Medien: „Die Bürger vertrauen nur sich selbst.“

Die Informationsfülle im Internet führe aber gleichzeitig zu einer Komplexität, die möglicherweise das Individuum überfordere. „Nein“, sagt Kay Oberbeck, Direktor Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Google, „das ‚Mehr an Information’ ist gut, weil Freiheit und Auswahl von Information dem Einzelnen mehr Macht gibt“ – zumindest theoretisch, wenn nämlich alle den gleichen Informationsstand besäßen. „Ein Teil unserer politischen Bewegung“, davon ist er überzeugt, „ist der Entwicklung der Kommunikationstechnik geschuldet.“

„Wohl wahr“, sagt Dr. Alexander Güttler, Präsident der GPRA, „die Emanzipation der Bürgergesellschaft wäre ohne den technologischen Wandel kaum denkbar.“ Meinungsbildung fände an vielen Orten und auf viel mehr Plattformen statt als früher. „Und für uns PR-Leute bedeutet das, dass wir uns auch an diesen ganz verschiedenen ‚Lagerfeuern’ einfinden müssen, wo die Leute zusammensitzen und diskutieren.“ Folglich ist Public Relations, darin waren sich alle Referenten einig, nicht mehr Verlautbarung, sondern vor allem Zuhören und Dialog. Güttler geht noch einen Schritt weiter. Die PR-Profession sei ideal dafür geeignet, hier auch eine Lotsenfunktion zu übernehmen. „Wer wenn nicht wir kann den Unternehmen und Institutionen sagen, wo es mit der Kommunikation künftig langgeht.“

Konsequenterweise hat die GPRA in ihrer Mitgliederversammlung, die am Folgetag ebenfalls in Berlin stattfand, genau diese Lotsenfunktion an der Seite des Kunden in der Neufassung der Grundsätze für die Mitgliedsagenturen festgeschrieben.

(Foto: © Jens Jeske / www.jens-jeske.de)

PR und Social Media: So setzen Sie Ihre Strategie um

Vorsicht, es folgt ein euphorisches Blogposting, das so gar nicht zum derzeitigen Tenor rund um ein ungewisses neues Jahr und die verblassende Freude über tolle Tools wie Twitter passt. Sympra hat ein neues Produkt am Start, und darüber freuen wir uns. Es heißt Social Media Newsroom – und es hat nichts mit Hype und einseitig auf Twitter & Co. ausgerichteter Kommunikation zu tun. Ganz im Gegenteil führt es endlich zusammen, was zusammengehört. Kommunikation 1.0 und Kommunikation 2.0.

Fest steht: Der große Hype um Twitter und Social Media ist vorbei. Marktschreierische Twitter-Gurus haben 2010 schwere Zeiten vor sich. Integrierte, strategisch fundierte Ansätze in der Unternehmenskommunikation werden wieder verstärkt Gehör finden. Die Stunde der Social-Media-Realisten ist gekommen. Warum voll auf Social Media setzen und Media Relations vernachlässigen? Warum dialogorientierte Öffentlichkeitsarbeit forcieren, aber nicht gleichzeitig klassische Medien sehr service- und qualitätsorientiert mit Material und Storys versorgen? Schlechte Zeiten für mit Scheuklappen agierende Experten.

Ich finde: Dialoge sollten Sie nicht zwanghaft auf der trendigsten Plattform, sondern mit Ihren relevanten Medien und Multiplikatoren einfach dort führen, wo es diesen am liebsten ist. Und zusätzlich sollten Sie alle relevanten Informationen zu Ihrem Unternehmen, Ihrer Marke, an einem attraktiven, leicht zu durchschauenden Ort im Web bündeln. Je nach Ausrichtung nicht nur den old fashioned stuff wie Geschäftsberichte und Pressemitteilungen, sondern auch Social-Media-Inhalte, die Ihrer Marke ein Gesicht geben.

An sich Punkte, auf die man sich schnell einigen kann. Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung lag bisher oft ein weiter Weg. Wer sich mit einer Unternehmenswebsite mit veraltetem, schwierig bedienbarem Content-Management-System herumschlagen muss, die das Einstellen von Pressebildern zu einer monatlich Stunden fressenden Herausforderung macht, in die man aufgrund des Aufwands nicht einmal den Praktikanten einarbeiten möchte, der hat keine Zeit für die Kür der Online-Kommunikation. Wer von all den Social-Media-Tools rund um Twitter und Co. größten Respekt hat und damit – zumindest – zeitlich überfordert ist, ebenso.

Es ist immer seltener fehlendes Wollen, es ist oft ein Dilemma der fehlenden Werkzeuge. Weniger ein Problem der Beratung, zumindest zeigt das unser Agenturalltag. Workshops, Zieldefinitionen, dann in der Folge ein integriertes Kommunikationskonzept, das klassische Medienarbeit und, falls sinnvoll, aktuellste Online-PR-Instrumente gleichermaßen einbindet, sind nur die Basis. Sie schaffen zwar die Voraussetzung für erfolgreiche und rundum zeitgemäße Unternehmenskommunikation. Doch wenn anschließend im Unternehmen selbst wenig Zeit und keine effizienten Werkzeuge zur Verfügung stehen, die tagtäglich dabei helfen, den Kontakt zu Redaktionen und zu Bloggern, Twitter-Nutzern, Facebook-Fans und weiteren wichtigen Dialoggruppen gleichermaßen zu halten – Bingo. Dann klappt es nicht. Keine erfolgreiche Strategie ohne konsequente Umsetzung.

Wie wäre es, wenn ein guter Teil dieser Umsetzung völlig entspannt und effizient verliefe? Da kommt er ins Spiel, der Social Media Newsroom. Als Phantom geistert er bereits seit etwa zwei Jahren durch die PR-Landschaft. Ursprünglich aus den USA kommend, inzwischen auch hierzulande einige Male präsent. Was sich dahinter verbirgt ist eine Website oder ein Teil der vorhandenen Unternehmenswebsite, die oder der gleichermaßen die Aufgabe eines klassischen Pressebereiches mit Service für Redaktionen erfüllt und die Anforderungen von Multiplikatoren im Social Web befriedigt.

Toll am Social Media Newsroom: Er versorgt Journalisten und Blogger

Klassisch arbeitende Redakteure erhalten in dem neuartigen Newsroom – wenn das die Kommunikationsstrategie so vorsieht – weiterhin ihre Presseinformationen, Fotos und weitere Materialien zum Download. Doch das ist nicht das Besondere. Toll am Social Media Newsroom ist seine Multifunktionalität: Blogger und andere Meinungsmacher sollen ebenso wie Redaktionen alles finden, was sie für ihre Tätigkeit benötigen. Dies konsequent auf Basis von dialogfreundlicher Web-2.0-Technologie. Das ist nicht nur enorm suchmaschinenfreundlich, sondern notwendig, damit alles jederzeit ganz einfach weitergeleitet, empfohlen, geteilt, “geshared”, getwittert werden kann.

Ein guter Social Media Newsroom stellt zudem vollautomatisch zusammen, was Unternehmen oder dessen Vertreter an relevanten Social-Media-Aktivitäten entfalten. Neue Bilder, Videos, Blogbeiträge, Lesezeichen aus Social-Bookmarking-Diensten und Vieles mehr wird vollautomatisch aggregiert. Zudem kann die Unternehmenskommunikation jederzeit manuell Content hinzufügen – und zwar sehr viel einfacher als mit jedem Content-Management-System. Auch einfacher als mit WordPress.

Warum sich Social Media Newsrooms 2010 durchsetzen werden

Den Erfolg einiger ganz gelungener Beispiele nicht in Abrede stellend möchte ich dennoch behaupten: Bis zum heutigen Donnerstag, 14. Januar 2010, hat sich der Social Media Newsroom noch nicht so richtig durchgesetzt. Das hat nicht nur gute Gründe. Es wird sich im Laufe des Jahres 2010 auch ändern. Einige Indizien dafür:

• Unternehmen können den Social Media Newsroom von Sympra ohne Entwicklungsaufwand und ohne EDV-Projekt in ihre bestehende Website integrieren lassen. Konzeption und Umsetzung verlaufen schmerzfrei: Wir machen das in Kooperation mit unserem Technikpartner myON-ID.
• Der Newsroom läuft auf externen Servern und ist von der Unternehmensinfrastruktur unabhängig. Sicherheit und technische Weiterentwicklung belasten weder die PR- noch die IT-Abteilung.
• Handgebastelte Lösungen auf Basis von Blog-Software wie WordPress führen zu Kompromissen beim Funktionsumfang und im schlimmsten Fall auch bei der Sicherheit. Ganz zu schweigen vom oft wenig überzeugenden Design. Probleme, die beim Sympra Social Media Newsroom komplett entfallen. Sieht gut aus, tut gut und geht nicht daneben.
• Inhalte können vollautomatisch per RSS von Diensten wie Flickr, Youtube, Blogs oder anderen Quellen aus direkt und in Echtzeit in den Social Media Newsroom importiert werden.
• Aktuelle Web-Technologie (Ajax) vereinfacht die Bedienung erheblich; selbst die Einbindung weiterer Web-2.0-Dienste in den Newsroom im laufenden Betrieb ist ohne Einschalten von Programmieren möglich.

Klingt alles ziemlich toll und überzeugt? Kein Wunder. Wir freuen uns, mit unserem eigenen Newsroom heute offiziell online gegangen zu sein. Und brennen darauf, Ihnen die Funktionalität persönlich zu demonstrieren und zu besprechen, ob ein Social Media Newsroom auf Basis modernster Web-2.0-Technologie für Ihre integrierte Kommunikation nicht auch eine feine Sache wäre.

http://newsroom.sympra.de

Wochenende – und Ende der Publikationshoheit

Photocase-Marc-Walter-Zutritt-verboten-300x199 in Gleich mehrfach hat sich in der zu Ende gehenden Woche wieder gezeigt, wie schnell sich die Spielregeln in der Online-Kommunikation ändern. Wenn Sie, lieber Leser, nicht ganz tief in der Web-2.0-Materie stecken, so werden Ihnen die Indizien für besagte Dynamik, die ich gleich aufzähle, eher exotisch, technikverliebt, vielleicht sogar nicht wirklich relevant vorkommen:

• Twitter-Listen: Das ganz große Thema im Social Web war in der zurückliegenden Woche die breite Einführung frei zusammenstellbarer Listen von Nutzern bei Twitter. Twitterer können andere Teilnehmer auf diese Weise kategorisieren. Andere Menschen haben so die Chance, sich rascher einen Überblick zu verschaffen, wer die tonangebenden Nutzer zu speziellen Themengebieten sind. Neben der Zahl der Follower gelten Twitter-Listen bereits heute als wichtiger neuer Maßstab zur Bewertung der Reputation und Reichweite eines Twitter-Accounts. Sie werden prominent im Twitter-Profil dargestellt – natürlich wieder primär quantitativ, wie wir es von Twitter kennen. In welchen Listen er auftaucht, kann der Inhaber eines Accounts nur begrenzt beeinflussen – Crowdsourcing findet statt, plötzlich werden Sie als Twitterer von der Netzgemeinde bewertet und in Schubladen gesteckt. Wohl dem, der eine gute Reputation aufgebaut hat. Schade für die, die es in keine Listen schaffen – oder in negativ behaftete.

• Google Sidewiki für alle Browser: Google Sidwewiki bietet Internetnutzern die Möglichkeit, beliebige Internetseiten oder bestimmte Passagen auf diesen Internetseiten zu kommentieren oder zu ergänzen. War bisher nach dem Start im September ein spezielles Plugin zur Nutzung erforderlich, so können jetzt Nutzer aller Browser mit einem simplen Bookmarklet auf Sidewiki zugreifen. Welche Inhalte in Google Sidewiki prominenter und welche weiter unten in der Ergebnisliste dargestellt werden – Google berechnet es in altbewährter Manier anhand eigener Algorithmen. Die Reputation des Absenders eines Kommentars spielt eine wichtigere Rolle als die Aktualität. Einmal veröffentlichte Sidewiki-Einträge zu Webseiten als Betroffener entfernt zu kriegen – möglich, wenn Sie Google von der Unredlichkeit des Kommentars überzeugen. Mit anderen Worten: schier unmöglich. Und nicht unproblematisch.

• Google Social Search: Im Betatest hat Google jetzt auch eine Funktion, die dem Recherchierenden in den Ergebnissen explizit Content anzeigt, den Personen aus seinem eigenen sozialen Umfeld veröffentlicht haben. Dabei bedient sich Google der in Zukunft immer wichtiger werdenden Google Profiles sowie der sozialen Netze bei Twitter und Friendfeed, die zu diesem Zweck ausgewertet werden.

• Die immer rascher voranschreitende Ausbreitung mobiler Tagging-Anwendungen: Verspielte Applikationen wie Gowalla oder Foursquare sind im Moment der neueste Hit der Digitalen Bohème. Das Ganze funktioniert so: Wer mit seinem Android-Handy, iPhone oder anderem schicken Smartphone an einem für ihn relevanten Ort ankommt, der hat – gehört er zu eben jener Digitalen Bohème – nicht besseres zu tun, als dort einen „Spot“ zu begründen und den Ort spielerisch zu „taggen“, also mit Kommentaren oder anderen digitalen Spuren zu versehen.

All diese Themen mögen auf weniger technikaffine Zeitgenossen ein wenig freaky, oder nerdig, wie man heute sagt,  wirken. All diese Themen stehen aus meiner Sicht jedoch gemeinsam für einen ungemein rapiden Wandel: Wir haben nicht mehr die Publikationshoheit, was unsere Marke betrifft. Ob Unternehmen oder Privatperson. Ob Internetseite oder realer Ort da draußen. Alles kann von jedem getaggt, mit Kommentaren versehen in einen anderen als den vom Eigentümer geplanten Kontext gebracht werden.

Die Spielregeln bestimmen dabei Startups in Silicon Valley. Oder ausgewachsene Startups wie Google. Kontrollverlust pur. Wer nur reagiert, kommt zu spät. Einzig sinnvolles Vorgehen: Rechtzeitig eine Strategie entwickeln, die alle neuen, dezentralen, nicht beherrschbaren Kommunikationswege mit einbezieht und auf den langfristigen Aufbau positiver digitaler Reputation setzt.

Wenn Sie jetzt immer noch keine Angst haben und ein wenig spielen möchten: Das Video unten erklärt Google Sidewiki; und hier können Sie das entsprechende Bookmarklet für Ihren Browser ganz einfach installieren. Wie wäre es, wenn Sie gleich hier auf dieser Seite einen Sidewiki-Eintrag hinerließen? Ich würde mich freuen. Aber Achtung: Ihre Experimente wirken sich unmittelbar auf die eigene Reputation aus – wie unter anderem belegt, dass Google automatisch einen neuen Sidewiki-Eintrag in meinem persönlichen Google-Profil angelegt hat, nachdem ich meinen ersten Sidewiki-Kommentar gepostet hatte. Beeindruckend.

Freue mich auf Ihre Kommentare – wo auch immer Icon Smile in

@jodeleit

Bild: Marc Walter / Photocase

Vom Arbeiten in einem internationalen Agenturnetzwerk

International PR Sympra in Die Welt ist ein Dorf geworden. Nicht nur große Konzerne müssen sich darauf einstellen: Auch viele kleine und mittlere Unternehmen stehen früher oder später vor der Herausforderung, ihre Produkte und Dienstleistungen auch im Ausland anzubieten. Damit einher geht unmittelbar der Bedarf an internationaler Kommunikation. Global abgestimmt und doch an nationale und regionale Gegebenheiten angepasst, so sollte sich ein zeitgemäßes Unternehmen heute präsentieren.

Sympra kommt dem steigenden Bedarf an grenzüberschreitenden Public-Relations-Aktivitäten seit einigen Jahren verstärkt entgegen: Statt sich einem etablierten Agenturnetzwerk anzuschließen, hat die Stuttgarter PR-Agentur mit Büros in Berlin und München mit den Anstoß zur Gründung eines eigenen Netzwerks inhabergeführter PR-Agenturen mit hohem Qualitätsanspruch gegeben. Über die Erfahrungen im und mit dem Public Relations Network (PRN) berichtete Sympra-Geschäftsführer Veit Mathauer am Abend des 15. Juni 2008 bei einer Veranstaltung der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG), die bei Sympra in Stuttgart stattfand. Titel der Abendveranstaltung: “Hitting the Headlines – vom Arbeiten in internationalen Agenturnetzwerken”.

Netzwerk bietet Zugriff auf PR-Agenturen in 21 Ländern

Ausschlaggebend für den Aufbau des internationalen Netzwerks von PR-Agenturen war laut Veit Mathauer der Wunsch vieler Kunden, im Bedarfsfall rasch international Public Relations aufbauen und nutzen zu können. Für Sympra sei PRN eine wichtige Infrastruktur, auf deren Basis die Agentur auf Anfragen reagieren könne. Nach einem Testbetrieb 2005 und der Gründung mit neun Mitgliedern im Jahr 2006 ist das Netzwerk bis Juni 2009 auf 21 Mitglieder in unterschiedlichen Ländern angewachsen, Tendenz rasch steigend. Ein dreiköpfiges Board unter anderem mit Sympra-Beteiligung, zwei Mitgliederversammlungen jährlich, verschiedene interne Kommunikationstools wie ein Newsletter sowie ein teilweise durch Umlagen finanziertes Sekretariat, das von Deutschland und Italien gemeinsam gemanagt wird, sorgen für den operativen Zusammenhalt. Ein “Bill of Rights” definiert die Regeln im Miteinander und sorgt dafür, dass der Umgang zwischen den Partneragenturen fair bleibt.

Input und Output stehen bei der internationalen Zusammenarbeit in direktem Verhältnis, so Mathauer. Mitgliedsagenturen, die sich eher passiv verhielten, seien mitunter vom Ergebnis des internationalen Networking enttäuscht. Aktivere Netzwerkmitglieder würden daher stärker profitieren und PRN in höherem Maße als Katalysator fürs Neugeschäft betrachten. Ein Geben und Nehmen, das ganz nebenbei jede Menge organisatorische und kulturelle Hürden meistern muss. Anhand einiger unterhaltsamer Beispiele skizzierte Mathauer die durchaus unterschiedliche Herangehensweise von PR-Agenturen in aller Welt an ein und dieselbe Aufgabe. Wenn Italiener mit Indern, Franzosen und Deutschen an einem Projekt arbeiten, dann kann man sich vorstellen, dass kulturelle Unterschiede auftreten können – umso wichtiger, dass enge persönliche Beziehungen als Grundlage den Projekterfolg dennoch sichern. Vineeta Manglani, die bei Sympra als Native Speaker für internationale Aktivitäten zuständig ist, betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig es sei, dass die internationalen Partner “like-minded” sind, also gleichgesinnt, handverlesen. Dass PRN-Mitglieder sich bei den Mitgliederversammlungen des Agenturnetzwerks persönlich kennenlernten, sei von unschätzbarem Wert und helfe bei der Auswahl der richtigen Partner. “It’s people Business”, hatte auch Veit Mathauer in seinen Präsentationsfolien formuliert.

Wie unkompliziert und schlank innerhalb des Agenturnetzwerks kommuniziert wird, demonstrierte eine Videokonferenz: Während der Abendveranstaltung wurde Gaye Carleton von der US-Partneragentur Mantra zugeschaltet und berichtete live darüber, die sie das Unternehmen Kärcher aus Winnenden mit dessen Reinigungsaktion für die “Space Needle” in Seattle in die Medien gebracht hatte – New York Times inklusive. Dabei sei es von großem Wert gewesen, mit Sympra einen Ansprechpartner vor Ort in Deutschland zu haben.

Demnächst Public Relations auch in Dubai, Osteuropa, Südostasien und Kanada

Die nächsten Highlights für PRN stehen bereits fest: Neben der Ende Juni 2009 anstehenden Mitgliederversammlung in New York soll es sich dabei um die Aufnahme von Neumitgliedern in Dubai, Osteuropa, Südostasien und Kanada handeln.

Vortragsfolien von Veit Mathauer zum DPRG-Event

Links:

Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG): www.dprg.de
Kärcher reinigt die Space Needle: www.karcher.de/de/Sponsoring/Kultur-Sponsoring/Space_Needle.htm
Public Relations Network (PRN): www.pr-network.biz

Bild: iStockphoto

PR: Physical vs. Virtual

Sprachrohr Kallejipp in






Blog postings. E-mail newsletters. Text messages. Notices from social networks (“Janie Smith wrote on your wall”). Electronic press kits. The virtual is everywhere.

But things you can actually hold in your hand — a press clipping, a press kit, a creative promo item — become more important these days in PR because, let’s face it, the virtual is here one minute, gone and forgotten the next.

PR is all too often perceived as an ethereal business, and because the virtual is so fleeting, the chances of having our PR efforts viewed as momentary manipulation rather than strategic positioning are greatly increased. For PR to live only in the virtual world seems much too risky, and, in this way, I worry that PR could become an “at-risk” industry. After all, in the virtual world, worlds collide as blogger after blogger becomes both publicist and reporter. Church and state meld into one. I contend that unless there’s something physical and sustainable about PR, it simply perpetuates the “it’s only smoke and mirrors” syndrome we’ve endeavored to counteract for years.

And while at the moment we’re fascinated with all things virtual—YouTube postings, tweets, tags, BlogTalkRadio and more—and with virtual being touted as “the future is now,” I say, “Just say no.”

Virtual is more than a fad, for sure. It’s never going to go away. But it will be “weighted” differently. And going forward, I predict it will be “back to the future” with old-school PR trappings being viewed once more as the glue, as the basis of substance.

The mix of real and virtual is actually moving PR (and the rest of the world) forward, to be sure. In our industry, the blog posting by a respected writer, for instance, adds readership and reinforces the print magazine review, which in turn sparks a discussion in an online forum, which piques the interest of a television producer. More likely though, at least for now, it works in reverse. A newspaper article prompts a television segment and both get repurposed as virtual content, in the land where content is king.

But the virtual on its own is a mere puff of smoke.

To me, with the proliferation of all these blogs and with so many people blogging, blog translates as blahhhhhhhhhhhhhh.

Much of this blahhhhhhhhh bloggggggggggging comes from people who have no existing platform, reputation or relevance. All they have is an opinion (and we know about opinions being like a certain part of our anatomy…everyone’s got one). But that doesn’t mean we really want to know everyone’s opinion, because opinions mean nothing, basically, unless they’re coming from someone we already respect. It’s all too much in real time all the time. In the virtual world people spill their guts, most of which aren’t relevant, interesting, compelling or newsworthy. The old-school PR talent of positioning something so it “becomes” newsworthy is ignored, discarded, deemed unnecessary. Oh, Lord, I crave an editorial hand in the matter, a gatekeeper. I haven’t the time or the inclination to sort through so much self-indulgent crap.  Who does?

To be fair, I do not count blogs powered by traditional news media, which lend the voices credibility. And there are some online-only news and magazine-style sites that are credible — Salon, Slate and the Huffington Post, to name a few. We’ve come to respect and enjoy them because they were purposeful in how they built their reputations — a result, by the way, of traditional PR. They are also professionally edited. They’re the exception, however, swimming in the sea of blah bloggers.

So while some bloggers might actually build their reputation from blogging — and I do believe that’s true, that some people we’ve never heard of before will elevate their positions by blogging and develop a following — the majority of bloggers, blogs and blog content is indiscriminate chatter — hot air that simply leaves me cold.

I see one of our primary functions as PR professionals as crafting timely stories that have real-world news value. That might be an entertainment piece that inspires fans to look at an idol in a new way; it might be a feature story that hits a nerve among a particular readership; it might be a profile of an industry leader who has something to say to a wide audience.

Regardless, to make a strong impact, the results have to be tangible in some way. Give me a newspaper or magazine clipping, a video clip, a permalink to a radio show. And if a blogger wants to post about what he read, place a link to the story from the blog, all well and good! We’ll keep him on the publicity list. But chances are good the blogger won’t be the primary media target for quite some time to come, if at all. The mix of physical and virtual is fine, but I’ll take the physical first and foremost for optimal media exposure. And so will our clients.