Beiträge zum Schlagwort ‘ Social Media Guidelines ’

Mitarbeiterengagement auf öffentlichen Plattformen (2)

In meiner vierteiligen Serie berichte ich, wie man Mitarbeiter zum Posten und Twittern im Sinne der Unternehmensziele anregen kann. Meine Empfehlungen gründen auf den Ergebnissen der empirischen Studie meiner Bachelorarbeit, die ich in Zusammenarbeit mit Sympra erstellt habe.

Social-Media-Guidelines: Der erhobene Zeigefinger ist kontraproduktiv

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„Sie sollen nicht…“, „bitte vermeiden Sie…“, „…derartige Äußerungen sind verboten“. Diese und ähnliche Formulierungen – so zeigt die empirische Untersuchung meiner Bachelorarbeit – sind in Social-Media-Guidelines von Unternehmen eher kontraproduktiv. Vorausgesetzt, sie wollen erreichen, dass sich die eigenen Mitarbeiter als Multiplikatoren und Markenbotschafter für das Unternehmen stark machen. In Zusammenarbeit mit der Sympra GmbH (GPRA) habe ich untersucht, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter dazu motivieren, sich privat – d.h. aus Eigeninitiative heraus – an den öffentlichen Social-Media-Auftritten des Arbeitgebers zu beteiligen. Mit Guidelines kann theoretisch alles – von der Nutzungszeit bis hin zu den erlaubten Inhalten – reglementiert werden. Das Thema Social-Media-Guidelines kann dabei grundsätzlich aus zwei Perspektiven gesehen werden: Zum einen geben strikte, restriktive Guidelines einen klaren Rahmen vor und reduzieren daher Unsicherheiten jeglicher Art. Zum andern könne lockere Guidelines als vorteilhaft gesehen werden, da sie ebenfalls die Angst vor möglichen Fehlern mindern. Die Ergebnisse der Untersuchung weißen jedoch in eine klare Richtung:

1. Lockere Guidelines werden bevorzugt – sie motivieren

Die Ergebnisse zeigen, dass strenge, verklausulierte Guidelines  eher eine abschreckende Wirkung auf die Mitarbeiter haben. Die Befragten (Kommunikationsexperten von Unternehmen unterschiedlicher Branchen) sprechen sich einstimmig für die Vorteile lockerer Formulierung aus: Wird signalisiert, dass das Thema Social Media unkompliziert gehandhabt wird, dann ist die Hemmschwelle zur aktiven Teilnahme wesentlich geringer.

2. Social Media während der Arbeitszeit verbieten: unrealistisch

Neben der Tatsache, dass in Zeiten des mobile device ein Social-Media-Verbot praktisch gar nicht umsetzbar wäre, wird es von allen befragten Kommunikationsexperten als kontraproduktiv bezeichnet. Wer das Ziel anstrebt, dass sich möglichst viele Mitarbeiter aktiv am unternehmenseigenen Social-Media-Auftritt beteiligen sollen, der darf keinesfalls zu strengen Regelungen während der Arbeitszeit greifen. Auch in diesem Zusammenhang wird also eine offene Haltung bevorzugt. Es gilt das Motto: Social Media ist erlaubt, sofern die tägliche Arbeit an erster Stelle steht.

3. Freie Regelungen sind keine Gefahr

Der mit lockeren Guidelines verbundene Kontrollverlust bleibt nach Einschätzung der Experten aus: Keines der befragten Unternehmensvertreter sieht die Gefahr, dass Mitarbeiter bei fehlenden Detailregelungen über die Stränge schlagen. Vielmehr gilt: Die positive Wirkung liberaler Guidelines übertrifft die möglichen negativen Ausrutscher bei Weitem.

Um Mitarbeiter zu motivieren, sich privat und öffentlich einzubringen, eignen sich daher eher offene Formulierungen wie:  „Wir freuen uns über jede Teilnahme…“, „lassen Sie uns zusammen unser Unternehmen im Web 2.0 platzieren“, „wirken Sie aktiv mit aber vergessen Sie dabei nicht, dass Ihre Kommentare auf das Unternehmen zurückfallen können.“

(Der 3. Teil beschreibt, wie die interne Kommunikation aussehen muss, damit sich die Mitarbeiter angesprochen fühlen und aktiv die unternehmerischen Social-Media-Ziele unterstützen.)

Bild: Alashi / iStockphoto

Mitarbeiterengagement auf öffentlichen Plattformen (1)

In meiner vierteiligen Serie berichte ich, wie man Mitarbeiter zum Posten und Twittern im Sinne der Unternehmensziele anregen kann. Meine Empfehlungen gründen auf den Ergebnissen der empirischen Studie meiner Bachelorarbeit, die ich in Zusammenarbeit mit Sympra erstellt habe.

Der Inhalt macht‘s: Mitarbeiter durch „ihre“ Themen für Social Media begeistern

Social-Media-300x168 in Unzählige Posts in Blogs und sozialen Netzwerken – aber: kaum Reaktionen der eigenen Mitarbeiter? Und das, obwohl ein einziger Klick schon große Wirkung haben kann. Gerade beim Thema virale Effekte ist jeder User – also auch der einzelne Mitarbeiter – ein wichtiger Multiplikator. Auch im Rahmen des Employer Branding ist ein aktives Social-Media-Engagement der eigenen Mitarbeiter von Vorteil. Es gibt wohl kaum eine authentischere Unternehmenswerbung als einen zufriedenen Mitarbeiter, der sich auch privat – d. h. außerhalb seiner beruflichen Aufgabe – in Social Media für das Unternehmen engagiert. Die Frage ist: Wie kann der „Idealzustand“ erreicht werden, dass die eigenen Mitarbeiter den öffentlichen Social-Media-Auftritt ihres Arbeitgebers auch nach Feierabend mit Interesse verfolgen und unterstützen? Welche Strategien hierfür in der Unternehmenspraxis angewandt werden, habe ich im Rahmen meiner Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit der Sympra GmbH (GPRA) untersucht.

Empirisches Ergebnis: Interesse wecken durch spezielle Inhalte

Eines der Ergebnisse ist, dass Unternehmen darauf setzten, in Social Media ganz gezielt Themen zu platzieren, die speziell die eigenen Mitarbeiter interessieren. Es werden also nicht nur Inhalte bereitgestellt, die nach außen wirkungsvoll sind, sondern durchaus auch bewusst Aspekte aus dem Unternehmensalltag aufgegriffen. Ein Blick in verschiedene Abteilungen, besondere Aktivitäten eines Kollegen oder auch der persönliche Bericht (evtl. mit Feedbackfunktion) einer Führungspersönlichkeit – all das sind Maßnahmen, die Unternehmen anwenden, um neben den externen Zielgruppen auch die eigenen Mitarbeiter  anzusprechen. Auf den Plattformen, auf denen Mitarbeiter verstärkt anzutreffen sind, können dann durchaus Inhalte gepostet werden, die auch für Mitarbeiter spannend sind.

„Unser Kollege xy aus unserer Forschungsabteilung hat bei einem Future-Wettbewerb den 1. Platz belegt“

„Ein Blick hinter die Kulissen – was passiert täglich in unserer Produktion?“

„Firmengründer xy spricht über seine prägendsten Erlebnisse im Betrieb.“

Vor allem die Einbindung von Führungskräften ist eine interessante und beliebte Möglichkeit, die eigenen Mitarbeiter auf die Social-Media-Plattform des Unternehmens zu locken.

(Im 2. Teil geht es darum, wie Social Media Guidelines verfasst sein müssen, damit sie das Mitarbeiterengagement fördern.)

Bild: Sodafish bvba / iStockphoto

Forschungsprojekt: Lernen im virtuellen Raum

Virtuelle Welten als Plattformen für die Weiterbildung – zu diesem Thema hat die Hochschule Heilbronn ein Forschungsprojekt initiiert. Ziel ist es, den praktischen Nutzen von virtuellen Welten im betrieblichen Umfeld und bei Weiterbildungen zu erkunden.

Die dazugehörige virtuelle Seminarreihe findet im MFG Innovation Park der virtuellen Welt Second Life statt.  Ab Dienstag , den 11. Mai, referieren unter anderem Veit Mathauer und Martin Kurth von Sympra zu ausgewählten Marketing-Themen. Die Seminare stellen eine gute Chance dar, erste Erfahrungen mit Second Life zu machen.

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Ergänzt wird die Seminarreihe durch eine virtuelle 3D-Betreuung in Form eines Tutors, Mitschnitte der Fachvorträge für individuelle Vertiefungsmöglichkeiten sowie ein virtuelles Get-together nach jeder Veranstaltung, bei dem die teilnehmenden Fach- und Führungskräfte miteinander ins Gespräch kommen und Kontakte knüpfen können.

Das von Prof. Dr. Sonja Salmen von der Hochschule Heilbronn sowie der Medienpädagogin Katja Bett entwickelte didaktisch-methodische Konzept zur 3D-Seminarreihe beruht auf zwei Säulen. Zum einen vermitteln anerkannte Fachexperten in 3D-Impulsvorträgen aktuelles Theorie- und Praxiswissen zu Marketingthemen. Bei diesen Vorträgen können Referenten und Teilnehmende live miteinander interagieren. Zum anderen bekommen die Teilnehmenden nach den Vorträgen die Möglichkeit die vermittelten Inhalte eigenständig oder in kooperativen Arbeitsgruppen anzuwenden. Dieses sogenannte situierte Lernen ermöglicht eine Wissensvertiefung, -anwendung und ein Praxistransfer. Dabei wird zwischen Formen des selbstgesteuerten Lernens (Selfdirected Learning), des gemeinschaftlichen Lernens in Arbeitsgruppen (Collaborative Learning) und des Plenums (Learning Community), in dem sich die Teilnehmenden untereinander vernetzen und so interessensspezifisch ins Gespräch kommen können, unterschieden

Konkret bedeutet das situierte Lernen für die Teilnehmenden Aufgabenstellungen zu bearbeiten, die an das neu erworbene Wissen anknüpfen. So wird auch in der 3D Welt ein möglichst hoher Realitätsbezug erreicht. Ebenso erleichtert die Einbindung verschiedener Perspektiven das Gelernte auf andere Anwendungskontexte zu übertragen. Die Kommunikation mit den anderen Teilnehmenden, bzw. deren Avataren, ermöglicht zudem eine vertiefte Auseinandersetzung mit Inhalten und vermittelt gleichzeitig ein Gefühl der sozialen Eingebundenheit. Lernen findet somit im sozialen Austausch statt.

„Die 3D-Welt erlaubt eine neue Art der ‚Versinnlichung’ des virtuellen Lebens. Als Avatar kann man sich im virtuellen Raum bewegen und sich interaktiv mit den anderen Avataren austauschen, diskutieren und zusammen arbeiten. Gerade durch dieses direkte Miterleben bietet die virtuelle Welt erfahrungsnahe und anschauliche Lernsituationen“, erklärt Prof. Dr. Sonja Salmen, Professorin im Studiengang Electronic Business an der Hochschule Heilbronn.

Für die 3D-Seminare gibt es noch freie Restplätze.

Die Termine:

•    11.05.2010 Thema: Social Web Applikation, Veit Mathauer
•    18.05.2010 Thema: Juristische Aspekte des Social Web mit Fallstudie zu Social Media Guidelines, Martin Kurth
•    01.06.2010 Thema: Innovationsfindungsprozess unter Einbindung Sozialer Medien
•    08.06.2010 Thema: Marketingpotenziale des 3-D Internet

Beginn ist jeweils um 18 Uhr; Ende gegen 21 Uhr.

Informationen über die Vortragsreihe und das Projekt gibt es auf  http://forschungsprojekt2010.hs-heilbronn.de/vortragsreihe.

Das Projektteam der Hochschule Heilbronn gibt bei Fragen gerne Auskunft und begleitet Interessenten auf dem Weg in die 3D-Welten. Informationen und Anmeldemöglichkeiten unter http://forschungsprojekt2010.hs-heilbronn.de/event/register.