Beiträge zum Schlagwort ‘ Sympra ’

Heute vor 20 Jahren…

…ging ich noch in den Kindergarten und beschäftigte mich mit Spielen, Toben und Basteln. Am liebsten spielte ich mit dem Playmobil-Bauernhof, denn der hatte alles was das Herz begehrt, sogar ein Storchennest auf dem Dach! Atemberaubend waren auch meine Gemälde und andere Werke aus Papier, Holz und anderen Materialien, über die sich meine Mutter immer sehr freute. Und wenn doch alles etwas zu anstrengend wurde, gab es ja noch die Kuschelecke mit unzähligen Kuscheltieren. Dort konnte man sich jederzeit verstecken und hatte erst einmal seine Ruhe.

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Das Highlight meines Tages war jedoch, wenn das Telefon klingelte. Denn als eine der ältesten der Maus-Gruppe – ich war schon fünf – durfte ich ans Telefon gehen. Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, wie ich fand. Jedes Klingeln war wie eine Wundertüte, denn man wusste nie wer dran sein würde. Spannung pur!
Heute weiß man das meist schon vorher, denn die Nummer oder der Name wird angezeigt. Von dem damaligen Nervenkitzel ist nicht mehr viel übrig geblieben.
Eine wesentlich größere Herausforderung war es, jemanden anzurufen. Beim Wählen war höchste Konzentration gefragt. Denn erstens konnte man nicht nachprüfen, ob die Nummer richtig gewählt wurde und zweitens musste man, sofern der Fehler bemerkt wurde, nochmal komplett von vorne anfangen. Löschen Fehlanzeige.
Aus heutiger Sicht undenkbar. Allein der Zeitaufwand, eine 10-stellige Nummer auf einer Drehscheibe zu wählen wäre aus ökonomischer Sicht nicht vertretbar. Außerdem wählt man kaum noch eine Nummer selbst, denn dafür gibt es das Telefonbuch, Kurzwahltasten oder andere Tools.
So hat das Telefonieren für mich über die Jahre schon etwas von seinem Charme und seiner Faszination verloren. Es ist nichts Besonderes mehr, sondern fester Bestandteil meines Alltags und an vielen Stellen bereits ersetzt durch WhatsApp, Facebook, SMS und Co. Es kommt immer seltener vor, dass ich mit Freunden einen „Telefontermin“ vereinbare. Stattdessen chattet man via WhatsApp oder hinterlässt ein „Na, wie geht´s?“ auf der Facebook-Chronik.
Dennoch nutze ich das Telefon bis heute gern. Ein persönliches Gespräch ist schneller und einfacher als so mancher Schriftverkehr und vermeidet Missverständnisse. Und dank meines Smartphones kann ich all diese Vorteile und noch Vieles mehr nutzen wo immer ich bin.
In diesem Sinne: Es lebe das Telefon 2.0!

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Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Heute vor 20 Jahren…Design à gogo…Bücher und Jubiläen

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Der mobile Boden: Entwurf zum Boden der Zukunft vom Team der Universität der Künste (UdK) Berlin

Vor rund 20 Jahren tauchte ich ein in die Welt der Corporate Cultures, Corporate Identities und Corporate Designs. Die Plattform: Knoll und ERCO, äußerst designbewusste Hersteller von Büromöbelsystemen und Bauhausmöbeln sowie von Leuchten und Lichtsystemen für die Architekturbeleuchtung. Hier verdiente ich mir nach dem Studienabschluss meine ersten Sporen in Sachen Marketing und Kommunikation. Innenarchitektur, Architektur und Gestaltung standen bei beiden Unternehmen tagtäglich im Mittelpunkt des Geschehens. Es war eine neue, bunte Unternehmenswelt, die sich mir da auftat, viel tiefgründiger, als es auf den ersten Blick vermuten ließ.

Inhalte für die Tiefgründigkeit des Themas CI lieferte vor allem die Person des Gestalters Otl Aicher, charismatischer Chefberater bei ERCO in allen Fragen der Visuellen Kommunikation. Er hatte 1953 zusammen mit seiner Frau Inge Aicher-Scholl und dem Schweizer Max Bill die Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG) gegründet. 1972 entwickelte er als Gestaltungsbeauftragter der Olympischen Spiele von München unter anderem ein bis heute weit verbreitetes System von Wegweiser-Piktogrammen. Aicher erarbeitete das Erscheinungsbild namhafter Firmen wie Lufthansa, ZDF, Braun, FSB, Bulthaup Küchen und eben auch ERCO.

CI, CD und Co. – Wie das in der Praxis aussah

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„Licht statt Leuchten“ im ERCO Hochregallager

Am ersten Tag im Technischen Zentrum der ERCO Lichtfabrik (eine Leuchtenfabrik war es vor der Umsetzung der Unternehmens-philosophie „Licht statt Leuchten“ gewesen) wurden mir drei dicke schwarze Wälzer in die Hand gedrückt, mit dem Hinweis „hier die CI-Richtlinien des Unternehmens“. Nach etlichen Tagen des Studiums hatte ich nur annähernd herausgefunden, worum es dabei eigentlich ging. In der Umsetzung und im täglichen Arbeitsleben bedeutete dies unter anderem: Die prägenden Farben meiner Umgebung waren die Firmenfarben Schwarz und Weiß (Der Verlauf des Lichts), dazu Schattierungen in Grau-Tönen und Metall. Nicht abgestimmte, bunte Schreibtisch-Accessoires oder gar Pflanzen waren im neuen Firmengebäude unerwünscht. Auch die Kugelschreiberminen hatten ausschließlich schwarz zu sein, niemals etwa ein profanes Blau. Farben überhaupt nur, wenn nötig, beispielsweise Gelb für den Blumenschmuck  bei Veranstaltungen (im Erscheinungsbild festgelegt) oder in der Kleidung der Mitarbeiter (frei wählbar). Strenge Richtlinien, die die unglaubliche Konsequenz des Gestalters Otl Aicher widerspiegelten und immer einen Sinn ergaben. Der Hintergrund dafür, dass beispielsweise die Farbe des Blumenschmucks im Erscheinungsbild festgelegt ist, ist lichttechnischer Natur. Gelb reflektiert hervorragend und erzeugt – punktförmig mit Niedervoltstrahlern beleuchtet – eine helle und sonnige Atmosphäre auf den Tischen.

Projekte, Bücher und Jubiläen – damals wie heute

Ende der 1980er Jahre machte Otl Aicher sich erneut ans Gestalten und entwickelte eine neue Schriftfamilie, die Rotis. Selbstverständlich wurden alle Druckerzeugnisse bei ERCO fortan in Rotis gesetzt, so auch die beiden Bücher „ERCO Lichtfabrik“ und „Was heißt da schon Provinz“, die zum 50-jährigen Jubiläum der Firma entstanden. Im Team diskutierten wir die Beiträge von Design- und Architekturgrößen wie Sir Norman Foster, Roy Fleetwood oder Mario Bellini sowie Aichers typografische Lehrmeinungen rund um Layout-Raster, Flattersatz, serifenlose Schriften und radikale Kleinschreibung. Je nach Inhalten und Autor wurde dies in den Büchern umgesetzt, mit zeitloser Gültigkeit. – Denn Aichers Credo lautete: „der kult der normalität ist noch immer das spannendste, was an kreativen ereignissen vor sich gehen kann. die größte geburtstagstorte oder das höchste hochhaus kann jeder machen. der beste koch verrät mir, wie man eine forelle im schlichten wasser zu kochen hat. der beste architekt sieht es ebenfalls nicht als unter seiner würde an, mit wasser zu kochen, ja gerade mit wasser zu kochen. wasser kommt wieder zu ehren, ja es wird rar.“

20-Jahre-Sympra 110217 Rz Regular-e1342435394295 in Und heute, gut 20 Jahre später bei Sympra, betrachte ich wieder zwei Bücher, die anlässlich eines Projekts und Firmenjubiläums entstanden sind. Im „Buch der Herkunft“ und im „Buch der Zukunft“ geht es dieses Mal um das Thema Boden – Geschichten zur Herkunft des Bodens und Zukunftsszenarien zum Boden von morgen. Herausgegeben im Rahmen des Projekts „Die Zukunft unter uns“ anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Uzin Utz AG aus Ulm. Unterschiedliche Ideen und Herangehensweisen, aber der Beweis, dass gute Gestaltung immer ihre Gültigkeit behält.

P.S.: Otl Aicher gilt als einer der Wegbereiter des Corporate Design, 2012 wäre er 90 Jahre alt geworden. Das HfG-Archiv Ulm feiert diesen Anlass mit der Ausstellung „Otl Aicher – Die Regenbogenspiele. Das visuelle Erscheinungsbild der XX. Olympischen Spiele, München 1972“.

Bilder: Uzin Utz AG und ERCO GmbH

Heute vor 20 Jahren…

…stand ich grübelnd, tagträumend an den Altglascontainern der Stuttgarter Doggenburg und versuchte, mit den Fingern an der Litfaßsäule die oberste Schicht der aktuellen Marlboro-Werbung abzuknibbeln. Ich war 12 und hatte in 5 Minuten Unterrichtsbeginn.

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Natürlich setzte ich meinen Gang zur nahegelegenen Schule weiter fort, aber richtig Lust hatte ich, wie die meisten in meinem Alter, wenig darauf. Es gab ja so viele andere wichtige Dinge zu tun. Zum Beispiel zur damals noch bestehenden DEA Tankstelle zu laufen und für 20 Pfennig ein leckeres in Plastik eingeschweißtes Wassereis in den Sorten Cola, Erdbeere oder Zitrone zu kaufen. Sehr begehrt, besonders bei den Mitschülern, waren die einzelnen, rosa farbigen und zu Beginn ziemlich harten Kaugummis. Die hatten nämlich tolle Tattoos in der Verpackung, einfach Papier ablecken und auf die noch freien Stellen am Arm drücken, 10 Sekunden warten und fertig. Herrlich!

Getauscht wurde während der Schule generell sehr viel. Von Matchbox-Autos über Quartettkarten bis hin zum Gängigsten, den Süßigkeiten. Begehrt waren z.B. die roten Kirschen, weniger die immer am Gaumen klebenden Schlümpfe und der Trumpf, mit dem man alles bekam, waren die gezuckerten Gummischlangen. Das war das ganz kleine Einmaleins der Beziehungspflege, einfach aber effizient und überlebenswichtig in der täglichen Schulhof-Kommunikation.

Das beliebteste Medium der Kommunikation waren jedoch die selbstgeschriebenen oder gemalten Zettelchen. Sie waren allgegenwärtig. Unsere SMS- oder WhatsApp-Nachrichten gingen noch von Hand in Zettelform von Tisch zu Tisch. „Pinterest“ war der eigene Schreibtisch (2.0), ein spitzer Gegenstand zum Kratzen und ein Filzer zum Ausfüllen. „Getwittert“ und „geliked“ wurde mit dem Edding auf der Toilettentüre (2.0). Es wurde weniger „gestupst“ sondern eher geschuckt, meine Freunde kannte ich noch alle beim Namen und Freundschaftsanfragen liefen via Austausch von Süßigkeiten. „Crowdfunding“ oder Schwarmfinanzierung hatten wir damals schon vor dem nahegelegenen Tante-Emma-Laden täglich praktiziert und meine erste „Cloud“ war eine alte Zigarrenschachtel, gefüllt mit den wichtigsten Fotos, Zeichnungen und Nachrichten.

Mein Reich erstreckte sich damals vom Bismarckturm über den Kräherwald bis zum Botnanger Sattel und von der Zeppelinstraße bis zum MTV-Sportverein. Alles meins. Erobert auf meinem schwarzen BMX mit gelben Kunststoff-Felgen. Ich kannte jedes Eck, jede Einfahrt, jedes Haus, jede Straße. „Google Street View“ anno 1992. Natürlich immer mit der aktuellen App.

Bild: Martina Valerius  / pixelio.de

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Heute vor 20 Jahren: Die sympraxis und das „Bankgeheimnis“

Sympraxis-1992-e1346140437655 in Vor genau zwanzig Jahren, an ebenfalls schönen, warmen August-Tagen, haben wir die erste Ausgabe unseres Newsletters „sympraxis“ produziert. Das Unternehmen war gegründet, die Kundenprojekte machten ein kleines bisschen Sommerpause, da wollten wir uns mit „etwas Gedrucktem“ bei Freunden, Kunden und Geschäftspartnern melden. Mehr

Heute vor 20 Jahren … im Land der hilfreichen Franzosen

20-Jahre-Sympra 110217 Rz Regular-e1342435394295 in Es war eine elendig lange Fahrt. Unerwartet elendig lang. Ich hatte von München kommend noch in Freiburg einen Zwischenstopp eingelegt und bin dann am frühen Abend weitergefahren. Nach Südwestfrankreich. In Richtung der Stadt, wo ich ein Jahr lang leben sollte, um zu studieren und zu unterrichten. Toulouse, la ville rose. Die Entfernung hatte ich unterschätzt, so dass ich meinen Golf II mitten in der Nacht, müde und nicht mehr wirklich fahrtüchtig abstellte. Mitten im Massive Centrale, in der Nähe von Le Puy-en-Velay. Mitsamt meinem ganzen Hausstand, inklusive meiner “IT-Infrastruktur”. Anno 1992. Gar nicht so lange her, eigentlich. Und dennoch kommt es mir vor wie in einer Welt vor unserer Zeit.

In dem Kofferraum hatte ich meinen ersten Rechner und meinen ersten Drucker:

Ein Atari 1040 STE und ein NEC-Nadeldrucker P6, ein wahres Ungetüm, robust in der Verarbeitung und schwer. Am nächsten Tag erreichte ich gegen Mittag den Ort, wo ich südfranzösische Gastfreundschaft gleich zu Anfang erleben durfte. Die jungen Bewohner des Hauses, in dem ich das folgende Jahr leben sollte, halfen mir beim Ausräumen meines Autos, speziell des Kofferraumes, denn vollbepackte Autos mit deutschem Kennzeichen sollte man da besser nicht stehen lassen. Anschließend gab es einen Apéro. Alles erschien wie ein perfekter Anfang. Doch leider hatte ich nur den Kofferraum leer geräumt. Was vorne drinnen war, wie ein Füller, Adressbuch und Autoradio räumten dann eher “eigennützig hilfsbereite” Franzosen in der folgenden Nacht aus. Das war ärgerlich. Doch mein modernes Arbeitsgerät hatte ich ja noch. Und so nutzte ich den Atari mit seiner sehr angenehmen Textverarbeitung (und dreifachem Zwischenspeicher für mehrere Textelemente beispielsweise) und den Nadeldrucker die ganze Zeit über in Frankreich.

Apple 20-Jahre Lax Klein1 in Wieder zurück in München sollte mich diese meine erste IT-Infrastruktur noch ein paar Monate begleiten. Als mein erster Rechner langsam ans Ende seines Produktlebenszyklus und die Firma Atari immer mehr in Richtung Bedeutungslosigkeit kam, war es Zeit zum Wechsel. Ich stieg auf eine andere Computerfirma um, deren Name mit einem “A”  beginnt und die ebenfalls ein damals sehr fortschrittliches Betriebssystem mit Maussteuerung und graphischer Benutzeroberfläche anbot: Mein erster Mac war ein Performa 475, der wegen seiner Form auch gerne Pizzaschachtel genannt wurde. Dieser anderen Marke mit dem “A” am Namensanfang bin ich seitdem treu geblieben, beende den mit der Bluetooth-Tastatur von Belkin verfassten Blogbeitrag an meinem iPad …

… und verrate noch eine kleine Ungenauigkeit, die der geneigte Leser verzeihen möge: Meine Zeit in Frankreich begann 1991 und endete im Herbst 1992 …

Praktikant Tim

20-Jahre-Sympra 110217 Rz Regular-e1342435394295 in Wir haben eigentlich immer eine Praktikantin oder einen Praktikanten im Team. Manchmal auch zwei. Selten drei. Sie sind hier, um zu lernen, um Einblicke in den Agenturalltag zu bekommen und in Projekten mitzuarbeiten, was für den Auszubildenden und die Agentur immer das Beste ist. Wir nehmen Praktika ernst und haben uns vor einigen Jahren als „Fair Company“ registriert (die Anforderungen an ein „faires Unternehmen“ erfüllen wir bereits seit 1992).

Dutzende von Praktis haben wir ausgebildet, manche sind geblieben und haben Karriere bei Sympra gemacht, zu sehr vielen haben wir auch nach Jahren noch engen Kontakt, mit einigen arbeiten wir zusammen, ein paar sind verschollen. So auch Tim (Name geändert). Sein Praktikum war kurz, ging aber in die Sympra-Annalen ein.

Er hatte sich Ende der Neunziger bei uns beworben, seine Unterlagen waren gut und wir haben ihn zum Kennenlerngespräch eingeladen. Ein sympathischer netter Student mit Vordiplom, proper gekleidet mit Krawatte, eloquent, interessiert, hatte sich gut auf den Termin vorbereitet. Unsere teils schwierig zu bearbeitenden Themen haben ihn nicht abgeschreckt. Sein Wunschzeitraum für ein dreimonatiges Praktikum passte exakt zu unseren Vorstellungen. Ja, und dann haben wir etwas gemacht, was wir davor noch nie gemacht haben – und später nie mehr: Wir haben ihm im Vorstellungsgespräch eine Zusage erteilt.

Vorher-Nachher Klein in Das war im April und im Juli hatte Tim seinen ersten Arbeitstag. Er kam in T-Shirt und ziemlich abgerissenen Jeans. Ok. Er hatte seine dunkles Haar in den vergangenen Monaten wachsen lassen und sonnengelb färben lassen. Gewöhnungsbedürftig. Er stellte sich seinen Kollegen vor mit „Ich bin der Tim und wer bist Du?“. Hat nicht allen gefallen. Das Schlimmste aber: Er hat gemuffelt. Streng gemuffelt.

Ich mach’s kurz: Tim war der einzige Praktikant in all den Jahren, dessen Praktikum wir abbrechen mussten. Sein Verhalten war einfach nicht okay, die Ergebnisse seiner Arbeit mittelmäßig, sein olfaktorisches Problem hat er auch nach einem vertraulichen Gespräch nicht in den Griff bekommen. Aufgrund seines Erscheinungsbildes konnten wir ihn in nur zu wenigen Außenterminen mitnehmen.

Lessons learnt:

1. Nie mehr während eines Bewerbungsgesprächs eine Zu- oder Absage erteilen.
2. Rechtzeitig die Reißleine ziehen, wenn’s halt partout nicht passt.

Nun, es war tatsächlich der einzige Ausfall mit einem Praktikanten. Im Fall von Tim haben wir drei Theorien, wie es dazu kam: Er hat sich im Bewerbungsgespräch verstellt (dann: Respekt!), oder er hat in den drei Monaten eine Persönlichkeitsveränderung durchgemacht, oder – und das halten wir nach wie vor für die realistischste Version: Der Tim im Bewerbungsgespräch war nicht der Tim, der bei uns praktiziert hat. Ein Indiz für die dritte Variante ist auch, dass Tim nicht mehr auffindbar ist; nicht auf XING, nicht auf LinkedIn, nicht sonst wo. Ob wir also nur Opfer eines Lausbubenstreichs geworden sind? Wir werden es nie erfahren.

PS. Interessant zu wissen wäre, ob diese Geschichte womöglich schon einmal erzählt wurde, aus anderer Perspektive, nämlich aus der von Tim und seinem Bruder oder Freund …

Bild: Andrey Matyuk / iStockphoto

Heute vor 20 Jahren…

…wollte ich dann doch mal wissen, wie Kommunikation eigentlich auf Englisch geht!

Sympra wird dieses Jahr 20, ich 30. Gleich zwei gute Gründe zum Feiern. Und ein toller Anlass, mich zurück zu besinnen, was ich eigentlich vor 20 Jahren gemacht habe – 1992, als unsere GFs sich entschieden haben, Sympra zu gründen und ich noch blutjung war:

Englisch W 246 Rterbuch in Die Rechnung ist einfach, ich war (knapp) 10. Für mich nicht so sehr, aber für meine Eltern, stellte sich die Frage, wie es mit mir nach der Grundschule weitergehen soll. Denn: Auch wenn der Lehrer durchaus davon überzeugt war, dass ich auf dem Gymnasium bestehen kann, hielten meine Eltern meine mathematischen Kenntnisse damals für … sagen wir … grenzwertig. Und sie hatten nicht ganz Unrecht. Um also zumindest schon einmal einen kleinen Wissensvorsprung in anderen Fächern zu erlangen, entschied ich mich dazu, mich frühzeitig auf die weiterführende Schule vorzubereiten. Dazu habe ich mir Gedanken gemacht, wie das mit der englischen Sprache eigentlich genau funktioniert. Aus MTV kannte ich schon einige englische Worte und deren Übersetzung. Nun war nur die Frage, wie geht das denn genau, dass man aus Deutsch Englisch macht. Und nach kurzem Nachdenken lag es auf der Hand: Das ist ganz einfach, die haben ein eigenes Alphabet! Alles was bei uns beispielsweise ein A ist, ist bei denen da in England ein E, ein H ist bei denen auch ein H… Hatte ich aus den Worten „Hallo“ und „Hello“ ruckzuck abgeleitet. L bleibt L, O bleibt O. „Ist das easy“, dachte ich mir und schrieb mir genau auf, welchen Buchstaben ich wie übersetzen muss. Beim Wort Fußball stellte sich dann heraus, dass ein U durch ein doppeltes O ins Englische übersetzt wird. Ist doch klar! Aber … Moment … was ist da los? „Fußball“ – „Football“, das A in „ball“ bleibt ein A, obwohl es doch ein E sein müsste? Ah, es muss auf Englisch „Footbell“ heißen. Mensch, dass ich das nicht schon vorher wusste?! Weiter geht’s! Tür und Door, aha, ok, Ü ist also auch OO, alles klar. Und so stellte ich meine Liste fertig, alles was nicht passte, habe ich in meinem kleinen Kopf einfach passend gemacht. Abschließend habe ich die Liste zur Verifizierung meinem Bruder gezeigt. Schließlich lernte der ja schon eine Weile Englisch und konnte beurteilen, ob das so stimmt. Leider hat er aber keinen Ton verstanden, von all dem, was ich ihm da erzählt habe und einfach zustimmend genickt. Und einige Zeit später, in der ersten Englisch-Stunde kam das böse Erwachen. So einfach ist das doch nicht mit der Kommunikation (vor allem, wenn sie international sein soll).

Bei Sympra durfte ich v20-Jahre-Sympra 110217 Rz Regular-e1342435394295 in on Anfang an auch Kunden von internationalen Partneragenturen aus dem Public Relations Network (PRN) mitbetreuen. Diese Projekte erinnern mich immer wieder an mein kleines Englisch-Deutsch-Wörterbuch: Jedes Land hat sein eigenes „PR-Alphabet“, das sich auch nicht so einfach 1:1 übersetzen lässt. Genau deshalb hat Sympra im Jahr 2005 PRN gegründet. 20 Agenturen aus allen Teilen der Erde unterstützen Unternehmen gemeinsam bei europa- oder weltweiten Projekten. So kann jedes Mitglied bei internationalen Projekten auf regionale Spezialisten zurückgreifen, die genau wissen, wie PR im eigenen Land funktioniert. Genau 20 Jahre nach meinen ersten Überlegungen zum Thema internationale Kommunikation, öffnet sich für mich damit ein neues spannendes Kapitel. So klappt das also mit der Kommunikation über Grenzen hinweg.

Heute vor 20 Jahren… Fußball-EM in Schweden

Reputation Building für Regionen durch Sport

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Hach, endlich rollt er wieder, der EM-Ball. Und mit ihm eine Welle der Völkerverständigung, die uns die Öffentlich-Rechtlichen handwarm ins Wohnzimmer spülen. Wie wir diese Zeit genießen, in der wir sehen, dass Dänen, Holländer und Portugiesen auch Menschen sind wie wir. Menschen, die ihre Landesfarben im Gesicht tragen und 90 Minuten lang singen, tanzen und schreien.

Große Sportereignisse wie diese sind ein wunderbares Lehrstück für wirksames Reputation Building. In nur wenigen Tagen machen sich Millionen von Zuschauern ihr eigenes, ganz dezidiertes Bild von einzelnen Sportlern, ganzen Städten oder Nationen und ihren Fans. Die Intensität und Nachhaltigkeit des Reputation Building durch Sportveranstaltungen hängt dabei ganz entscheidend davon ab, inwiefern es einem Sportler oder einer Mannschaft gelingt, Außergewöhnliches zu leisten – im Positiven oder Negativen – und sich so einen Differentiator gegenüber dem Wettbewerb zu verschaffen. Ein Beispiel: Frank Rijkaard bei der Weltmeisterschaft 1990. (Ich bin sicher zu wissen, welche Assoziation sie gerade im Kopf haben.)

D 228 Nemark1992 Peter Klein in Ein weiteres Beispiel ist für mich persönlich Dänemark bei der Europameisterschaft 1992. Sie erinnern sich? Die Dänen schlagen Deutschland völlig überraschend im Finale und holen den Titel. Nach wie vor bestimmt dieses Ereignis mein ganz persönliches Bild von Dänemark und seinen Bewohnern. So verrückt es klingt: Noch heute bin ich kurz überrascht, wenn ein Däne nicht aussieht wie Brian Laudrup oder wenigstens Peter Schmeichel. Noch heute verbinde ich mit Dänemark die Attribute Überraschung, Frische und Lässigkeit. Und noch heute spüre ich ein Gefühl der Gefahr, wenn unsere Nationalmannschaft mal wieder gegen Danish Dynamite ran muss. Und einen leisen Schmerz, der fast nur noch vom Gedanken an die DFB-Pokalfinal-Niederlage 1992 von Borussia Mönchengladbach gegen Hannover 96 übertroffen wird … Ein sicheres Indiz dafür, wie langfristig Reputation Building wirken kann.

Ich bin jetzt schon gespannt, welcher Mann- und Fanschaft es gelingt, aus der laufenden EM für sich und ihr Land den größten Reputationsgewinn zu ziehen. Ich hätte da so einen Wunsch… Und nein, es ist nicht Dänemark.

P.S.: Uns fehlen noch die Ferrero-Sammelbildchen von Tim Wiese und Jerome Boateng. Im Sinne unseres Insulinspiegels freuen wir uns über Zusendungen. Im Tausch können wir anbieten: Sami Kedhira (in Aktion) und Lu-Lu-Lu-Lukas-Podolski (als Porträt). Weitere Motive auf Anfrage.

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Bild: Adam Kazmierski / iStockphoto

Heute vor 20 Jahren…

Die wilden 20er… Kommunikation mit anderen Mitteln

Livery-Stable-Blues-300x297 in Musik ist ein ganz wunderbares, mitunter sogar wunderliches Kommunikationsmittel. Egal woher die Menschen stammen – Musik kann alle mit einem Schlag vereinen. Das Gegenteil ist natürlich auch möglich.

Soviel gleich vorweg: Meine wilden 20er sind mit der Überschrift nicht gemeint. 1992 war ich erst 17 Jahre alt. Aber am 24. Mai vor 20 Jahren war ich als Pianist einer New Orleans Jazzband zumindest stilistisch in den 20er Jahren unterwegs. Im Radio lief „Rhythm Is a Dancer“ von SNAP! und von Salt’N’Pepa: „Let’s Talk About Sex” und wir spielten Hits, die unser Durchschnittsalter um ein Vielfaches übertrafen und trotzdem das Publikum immer noch begeisterten. Der Livery Stable Blues zum Beispiel war 1917 das erste Jazz-Stück, das auf Schallplatte gebannt und damit in kürzester Zeit zu einem Millionenhit wurde. Aus heutiger Sicht wirkt das irgendwie komisch. Schallplatten gibt es fast nicht mehr und MP3s haben CDs längst abgelöst, aber die Musik der 20er wird immer noch gehört.

Musik überschreitet alle Grenzen. Sie überwindet Sprachbarrieren, Länder und Ozeane. Sie ist ein Kommunikationsmittel, das einzigartig in seiner Wirkung sein kann. Wer erinnert sich nicht sofort an Werbesongs wie „Always Coca Cola“ oder den Bacardy-Song und „Like ice in the sunshine“. Aber auch bei gesellschaftlichen Themen kann Musik als Vehikel unterstützen, beispielsweise beim legendären Live Aid Konzert.

Eine interessante Variante finde ich aktuell Personal Radio-Streams, also kleine Web-Radio-Sender, die es jedem Internetnutzer und Unternehmen ermöglichen, ein eigenes Musik- oder Informationsprogramm für ganz spezielle Zielgruppen zusammenzustellen. Selbstverständlich ist das längst auch auf Smartphones usw. mobil abrufbar. Eine gute Möglichkeit, eine heterogene Zielgruppe, die sich in Alter, Nationalität usw. deutlich unterscheidet, zu vereinen und für sich zu gewinnen. Das alles kann Musik.

Das interessante daran ist, je bekannter ein Stück ist und je öfter die Menschen es gehört haben, umso mehr verbindet es sie. Ein deutlicher Unterschied zu unseren sonstigen Kommunikationsmaßnahmen, bei denen immer wiederkehrende Geschichten doch eher Langeweile hervorrufen. Im Jazz werden dagegen seit 100 Jahren immer und immer wieder die gleichen Songs gespielt und nie wird es langweilig zuzuhören. Übrigens auch nicht, sie zu spielen. Die Jazzband von 1992 gibt es heute noch, und wir feiern ebenso wie Sympra 20-jähriges Jubiläum. Wer den Livery Stable Blues in einer Version von 1999 hören möchte, kann das hier tun.

Bild: http://www.loc.gov/jukebox/recordings/detail/id/4668/

Heute vor 20 Jahren… Die Kommunikation

Mut 20 Jahre Blog in

 

15. Mai 1992.

Ich bin 13 und auf dem Weg zur Schule. Das einzige elektronische Device, das ich bei mir trage, ist ein Sony-Walkman. Ja, so einer der mir die Levi’s Jeansjacke schön runterzieht, weil der ja auch noch ein integriertes Radio hat und gefühlte 10 kg wiegt. Haltungsschaden inbegriffen, doch nicht nur vom Walkman, sondern auch von meiner Schultasche. Unglaublich, wie viele Bücher, Hefte und Stifte ich mit mir rumschleppen muss. Unterwegs hole ich meine Freundin Tanja ab, denn wir laufen immer gemeinsam zur Schule. Sie gibt mir ein kleines Heftchen (getarnt als Hausaufgabenheft) zurück, in das wir uns immer gegenseitig reinschreiben, was wir so den vergangenen Nachmittag über gemacht und gedacht haben. Eine Art Tagebuch also, voller Teenagersorgen und -nöte. Ich hatte es ihr gestern gegeben, sie hat es gelesen und mir jetzt zurückgegeben. Ich bin schon gespannt, was sie reingeschrieben hat. Aber wir haben ein Ritual daraus gemacht, dass wir es erst nach der Schule daheim lesen, also muss ich wohl abwarten.

Die einzige Möglichkeit, den Schultag zu überstehen, ist sich gegenseitig Zettelchen zu schreiben und auf zu passen, dass es die Lehrer nicht merken. Zum Glück ist heute Freitag und das Wochenende in Sicht. Nach der Schule bringen Tanja und ich etwa eine halbe Stunde damit zu, unser nächstes Telefonat zu besprechen, bevor wir uns verabschieden. Kurz vor drei geh ich dann zur Telefonzelle, zücke meine Telefonkarte und rufe Tanja an. Die Telefonkarte muss ich nutzen, weil meine Eltern fast einen Herzinfarkt bekommen haben, als sie die letzte Telefonrechnung gesehen haben. Und außerdem ist dann ja immer die Telefonleitung belegt, wenn wir stundenlang telefonieren. Kurz drauf klingle ich bei Tanja an der Tür. Wir treffen uns lieber bei ihr, denn sie kann 1. ihr Zimmer abschließen (wichtig, wenn man jüngere Geschwister hat!) und 2. hat sie nen Fernseher drin (wichtig, weil dann kann man MTV kucken!) stehen.

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15.05.2012.

Der Sony-Walkman funktioniert immer noch und liegt in irgendeiner Kiste. Mit meinen Eltern hatte ich den Deal, dass ich erst dann einen Diskman kriege, wenn der Walkman kaputt ist. Tja, blöd gelaufen: Den Diskman habe ich mir dann selbst gekauft.
Bevor ich heute das Haus verlasse, schau ich erst mal auf meinem Smartphone, was es so Neues bei Facebook gibt. Tanja hat ein Bild gepostet, das muss ich gleich mal liken. Ich schicke ihr noch schnell eine WhatsApp-Nachricht und frage nach, wie das Wochenende war. Die Kommunikation ist zwar nicht mehr so rege wie früher, aber trotzdem sind wir beide gegenseitig gut informiert, was die andere so tut. Wir kommentieren das jetzt zwar nicht mehr in einer Extra-Spalte in dem Heftchen, sondern tun das mehr oder weniger öffentlich auf Facebook.

Für einige Kunden betreue ich das Twitter-Konto mit und stelle fest: Eigentlich ähnelt das ja ganz schön unserem Zettelchen-Schreiben in der Schule. Da wussten wir auch nicht, wer das jetzt beim Durchreichen noch liest. Die Zeichen waren auch recht begrenzt, nur weiterführende Links konnten wir nicht setzen. Icon Smile in