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PR und Social Media: So setzen Sie Ihre Strategie um

Vorsicht, es folgt ein euphorisches Blogposting, das so gar nicht zum derzeitigen Tenor rund um ein ungewisses neues Jahr und die verblassende Freude über tolle Tools wie Twitter passt. Sympra hat ein neues Produkt am Start, und darüber freuen wir uns. Es heißt Social Media Newsroom – und es hat nichts mit Hype und einseitig auf Twitter & Co. ausgerichteter Kommunikation zu tun. Ganz im Gegenteil führt es endlich zusammen, was zusammengehört. Kommunikation 1.0 und Kommunikation 2.0.

Fest steht: Der große Hype um Twitter und Social Media ist vorbei. Marktschreierische Twitter-Gurus haben 2010 schwere Zeiten vor sich. Integrierte, strategisch fundierte Ansätze in der Unternehmenskommunikation werden wieder verstärkt Gehör finden. Die Stunde der Social-Media-Realisten ist gekommen. Warum voll auf Social Media setzen und Media Relations vernachlässigen? Warum dialogorientierte Öffentlichkeitsarbeit forcieren, aber nicht gleichzeitig klassische Medien sehr service- und qualitätsorientiert mit Material und Storys versorgen? Schlechte Zeiten für mit Scheuklappen agierende Experten.

Ich finde: Dialoge sollten Sie nicht zwanghaft auf der trendigsten Plattform, sondern mit Ihren relevanten Medien und Multiplikatoren einfach dort führen, wo es diesen am liebsten ist. Und zusätzlich sollten Sie alle relevanten Informationen zu Ihrem Unternehmen, Ihrer Marke, an einem attraktiven, leicht zu durchschauenden Ort im Web bündeln. Je nach Ausrichtung nicht nur den old fashioned stuff wie Geschäftsberichte und Pressemitteilungen, sondern auch Social-Media-Inhalte, die Ihrer Marke ein Gesicht geben.

An sich Punkte, auf die man sich schnell einigen kann. Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung lag bisher oft ein weiter Weg. Wer sich mit einer Unternehmenswebsite mit veraltetem, schwierig bedienbarem Content-Management-System herumschlagen muss, die das Einstellen von Pressebildern zu einer monatlich Stunden fressenden Herausforderung macht, in die man aufgrund des Aufwands nicht einmal den Praktikanten einarbeiten möchte, der hat keine Zeit für die Kür der Online-Kommunikation. Wer von all den Social-Media-Tools rund um Twitter und Co. größten Respekt hat und damit – zumindest – zeitlich überfordert ist, ebenso.

Photocasef88kgnjh1 in Es ist immer seltener fehlendes Wollen, es ist oft ein Dilemma der fehlenden Werkzeuge. Weniger ein Problem der Beratung, zumindest zeigt das unser Agenturalltag. Workshops, Zieldefinitionen, dann in der Folge ein integriertes Kommunikationskonzept, das klassische Medienarbeit und, falls sinnvoll, aktuellste Online-PR-Instrumente gleichermaßen einbindet, sind nur die Basis. Sie schaffen zwar die Voraussetzung für erfolgreiche und rundum zeitgemäße Unternehmenskommunikation. Doch wenn anschließend im Unternehmen selbst wenig Zeit und keine effizienten Werkzeuge zur Verfügung stehen, die tagtäglich dabei helfen, den Kontakt zu Redaktionen und zu Bloggern, Twitter-Nutzern, Facebook-Fans und weiteren wichtigen Dialoggruppen gleichermaßen zu halten – Bingo. Dann klappt es nicht. Keine erfolgreiche Strategie ohne konsequente Umsetzung.

Wie wäre es, wenn ein guter Teil dieser Umsetzung völlig entspannt und effizient verliefe? Da kommt er ins Spiel, der Social Media Newsroom. Als Phantom geistert er bereits seit etwa zwei Jahren durch die PR-Landschaft. Ursprünglich aus den USA kommend, inzwischen auch hierzulande einige Male präsent. Was sich dahinter verbirgt ist eine Website oder ein Teil der vorhandenen Unternehmenswebsite, die oder der gleichermaßen die Aufgabe eines klassischen Pressebereiches mit Service für Redaktionen erfüllt und die Anforderungen von Multiplikatoren im Social Web befriedigt.

Toll am Social Media Newsroom: Er versorgt Journalisten und Blogger

Klassisch arbeitende Redakteure erhalten in dem neuartigen Newsroom – wenn das die Kommunikationsstrategie so vorsieht – weiterhin ihre Presseinformationen, Fotos und weitere Materialien zum Download. Doch das ist nicht das Besondere. Toll am Social Media Newsroom ist seine Multifunktionalität: Blogger und andere Meinungsmacher sollen ebenso wie Redaktionen alles finden, was sie für ihre Tätigkeit benötigen. Dies konsequent auf Basis von dialogfreundlicher Web-2.0-Technologie. Das ist nicht nur enorm suchmaschinenfreundlich, sondern notwendig, damit alles jederzeit ganz einfach weitergeleitet, empfohlen, geteilt, “geshared”, getwittert werden kann.

Ein guter Social Media Newsroom stellt zudem vollautomatisch zusammen, was Unternehmen oder dessen Vertreter an relevanten Social-Media-Aktivitäten entfalten. Neue Bilder, Videos, Blogbeiträge, Lesezeichen aus Social-Bookmarking-Diensten und Vieles mehr wird vollautomatisch aggregiert. Zudem kann die Unternehmenskommunikation jederzeit manuell Content hinzufügen – und zwar sehr viel einfacher als mit jedem Content-Management-System. Auch einfacher als mit Wordpress.

Warum sich Social Media Newsrooms 2010 durchsetzen werden

Den Erfolg einiger ganz gelungener Beispiele nicht in Abrede stellend möchte ich dennoch behaupten: Bis zum heutigen Donnerstag, 14. Januar 2010, hat sich der Social Media Newsroom noch nicht so richtig durchgesetzt. Das hat nicht nur gute Gründe. Es wird sich im Laufe des Jahres 2010 auch ändern. Einige Indizien dafür:

• Unternehmen können den Social Media Newsroom von Sympra ohne Entwicklungsaufwand und ohne EDV-Projekt in ihre bestehende Website integrieren lassen. Konzeption und Umsetzung verlaufen schmerzfrei: Wir machen das in Kooperation mit unserem Technikpartner myON-ID.
• Der Newsroom läuft auf externen Servern und ist von der Unternehmensinfrastruktur unabhängig. Sicherheit und technische Weiterentwicklung belasten weder die PR- noch die IT-Abteilung.
• Handgebastelte Lösungen auf Basis von Blog-Software wie Wordpress führen zu Kompromissen beim Funktionsumfang und im schlimmsten Fall auch bei der Sicherheit. Ganz zu schweigen vom oft wenig überzeugenden Design. Probleme, die beim Sympra Social Media Newsroom komplett entfallen. Sieht gut aus, tut gut und geht nicht daneben.
• Inhalte können vollautomatisch per RSS von Diensten wie Flickr, Youtube, Blogs oder anderen Quellen aus direkt und in Echtzeit in den Social Media Newsroom importiert werden.
• Aktuelle Web-Technologie (Ajax) vereinfacht die Bedienung erheblich; selbst die Einbindung weiterer Web-2.0-Dienste in den Newsroom im laufenden Betrieb ist ohne Einschalten von Programmieren möglich.

Klingt alles ziemlich toll und überzeugt? Kein Wunder. Wir freuen uns, mit unserem eigenen Newsroom heute offiziell online gegangen zu sein. Und brennen darauf, Ihnen die Funktionalität persönlich zu demonstrieren und zu besprechen, ob ein Social Media Newsroom auf Basis modernster Web-2.0-Technologie für Ihre integrierte Kommunikation nicht auch eine feine Sache wäre.

http://newsroom.sympra.de

Ein Monat voller Social-Media-Events mit Sympra

Twitter in der Unternehmenskommunikation, Social-Media-Strategien, Web 2.0 und Wandel in der Medienbranche – Themen, die uns bei Sympra in den vergangenen Monaten immer intensiver beschäftigt haben und die immer stärker Einzug in Beratungsalltag und Tagesgeschäft halten. Im zurückliegenden Monat durften wir uns über mehrere sehr spannende Veranstaltungen zu dem Thema unter Sympra-Beteiligung freuen:

  • Social Media – Zukunft der Kommunikation oder Spielzeug für Web-Geeks?
    Die Wahrheit über Twitter, Blogs und soziale Netzwerke

    Das Besondere an diesem Event: Es handelte sich um eine Veranstaltung der Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. (GPRA) in Zusammenarbeit mit den Agenturen komm.passion, talkabout communications, wbpr und Sympra. Vier befreundete (na gut: sicher zudem im Wettbewerb befindliche…) Agenturen innerhalb der GPRA hatten gemeinsam (!) unter GPRA-Dach ein spannendes Event auf die Beine gestellt, zu dem mehr als 100 Entscheider aus Unternehmen, Medienbranche und Institutionen gekommen waren – allesamt geladene Gäste – eine Top-Besucherqualität. Meines Erachtens ein tolles Beispiel für unternehmensübergreifende Zusammenarbeit, die ohne Twitter nicht zustande gekommen wäre, denn nur aufgrund von Social Media und Social Networking sind wir Agenturen täglich so intensiv im Austausch und entwickeln solche Ideen.
  • Twitter in der Unternehmenskommunikation
    Das Event bei der MFG Baden-Württemberg (Innovationsagentur des Landes für IT und Medien) war überaus gut besucht, Sympra hat moderiert. Ein spannend besetztes Podium unter anderem mit Uwe Knaus von Daimler (@uknaus) diskutierte das Thema aus meiner Sicht wohltuend praxisnah und aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Da kam der hemdsärmlige, aber erfolgreiche Einstieg der Sparkasse Pforzheim ebenso zur Sprache wie der Umgang mit Twitter bei einem Großkonzern wie Daimler. Rechtliche Aspekte von Twitter am Arbeitsplatz wurden ebenso diskutiert wie Kommunikationsstrategisches, begonnen bei der Notwendigkeit, vor dem Loslegen eine Social-Media-Strategie zu entwickeln, bis hin zu technischen Aspekten rund um Twitter-Keywords- und -Tools. Eine tolle Veranstaltung mit tollen Gesprächen während des offiziellen Teils und im Anschluss.
  • Ganztägiger Kundenworkshop mit einer kompletten Marketingabteilung
    Mit Marketing- und Werbeleuten aus völlig unterschiedlichen Altersgruppen und mit ganz unterschiedlicher Affinität zum Social Web konnte ich in der zweiten Oktoberhälfte bei einem ganztägigen Workshop rund um Social Media und Social Networking diskutieren. Von ganz persönlichen Fragen wie “Wer muss sich wie weit ins Web 2.0 hervorwagen, wenn wir erfolgreich sein wollen?” bis hin zur Definition unternehmensweit relevanter  Strategieentscheidungen sind wir dabei gekommen. Besonders erfreulich finde ich, dass mit dem Workshop nicht die Diskussion zu Ende war – sie wurde beim Kunden intern fortgesetzt, und ich bin sehr gespannt auf das, was daraus wird. Ich hoffe natürlich, dass wir als Agentur dann auch weiter dabei sein dürfen.
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Seminarpausen gab es auch! Zum Twittern natürlich.

Drei Highlights aus einem sehr, sehr interessanten Social-Media-Herbst bei Sympra, und es geht gerade so weiter! Wir freuen uns.

@jodeleit

Links:

Social Media – Zukunft der Kommunikation oder Spielzeug für Web-Geeks?

Die Wahrheit über Twitter, Blogs und soziale Netzwerke
Veranstaltungsinfo, Aufzeichnung und Folien
Interview Monty Metzger mit mir am Rande der Veranstaltung

Twitter in der Unternehmenskommunikation
Veranstaltungsinfo
Audio-Aufzeichnung
Folien

Wochenende – und Ende der Publikationshoheit

Photocase-Marc-Walter-Zutritt-verboten-300x199 in Gleich mehrfach hat sich in der zu Ende gehenden Woche wieder gezeigt, wie schnell sich die Spielregeln in der Online-Kommunikation ändern. Wenn Sie, lieber Leser, nicht ganz tief in der Web-2.0-Materie stecken, so werden Ihnen die Indizien für besagte Dynamik, die ich gleich aufzähle, eher exotisch, technikverliebt, vielleicht sogar nicht wirklich relevant vorkommen:

• Twitter-Listen: Das ganz große Thema im Social Web war in der zurückliegenden Woche die breite Einführung frei zusammenstellbarer Listen von Nutzern bei Twitter. Twitterer können andere Teilnehmer auf diese Weise kategorisieren. Andere Menschen haben so die Chance, sich rascher einen Überblick zu verschaffen, wer die tonangebenden Nutzer zu speziellen Themengebieten sind. Neben der Zahl der Follower gelten Twitter-Listen bereits heute als wichtiger neuer Maßstab zur Bewertung der Reputation und Reichweite eines Twitter-Accounts. Sie werden prominent im Twitter-Profil dargestellt – natürlich wieder primär quantitativ, wie wir es von Twitter kennen. In welchen Listen er auftaucht, kann der Inhaber eines Accounts nur begrenzt beeinflussen – Crowdsourcing findet statt, plötzlich werden Sie als Twitterer von der Netzgemeinde bewertet und in Schubladen gesteckt. Wohl dem, der eine gute Reputation aufgebaut hat. Schade für die, die es in keine Listen schaffen – oder in negativ behaftete.

• Google Sidewiki für alle Browser: Google Sidwewiki bietet Internetnutzern die Möglichkeit, beliebige Internetseiten oder bestimmte Passagen auf diesen Internetseiten zu kommentieren oder zu ergänzen. War bisher nach dem Start im September ein spezielles Plugin zur Nutzung erforderlich, so können jetzt Nutzer aller Browser mit einem simplen Bookmarklet auf Sidewiki zugreifen. Welche Inhalte in Google Sidewiki prominenter und welche weiter unten in der Ergebnisliste dargestellt werden – Google berechnet es in altbewährter Manier anhand eigener Algorithmen. Die Reputation des Absenders eines Kommentars spielt eine wichtigere Rolle als die Aktualität. Einmal veröffentlichte Sidewiki-Einträge zu Webseiten als Betroffener entfernt zu kriegen – möglich, wenn Sie Google von der Unredlichkeit des Kommentars überzeugen. Mit anderen Worten: schier unmöglich. Und nicht unproblematisch.

• Google Social Search: Im Betatest hat Google jetzt auch eine Funktion, die dem Recherchierenden in den Ergebnissen explizit Content anzeigt, den Personen aus seinem eigenen sozialen Umfeld veröffentlicht haben. Dabei bedient sich Google der in Zukunft immer wichtiger werdenden Google Profiles sowie der sozialen Netze bei Twitter und Friendfeed, die zu diesem Zweck ausgewertet werden.

• Die immer rascher voranschreitende Ausbreitung mobiler Tagging-Anwendungen: Verspielte Applikationen wie Gowalla oder Foursquare sind im Moment der neueste Hit der Digitalen Bohème. Das Ganze funktioniert so: Wer mit seinem Android-Handy, iPhone oder anderem schicken Smartphone an einem für ihn relevanten Ort ankommt, der hat – gehört er zu eben jener Digitalen Bohème – nicht besseres zu tun, als dort einen „Spot“ zu begründen und den Ort spielerisch zu „taggen“, also mit Kommentaren oder anderen digitalen Spuren zu versehen.

All diese Themen mögen auf weniger technikaffine Zeitgenossen ein wenig freaky, oder nerdig, wie man heute sagt,  wirken. All diese Themen stehen aus meiner Sicht jedoch gemeinsam für einen ungemein rapiden Wandel: Wir haben nicht mehr die Publikationshoheit, was unsere Marke betrifft. Ob Unternehmen oder Privatperson. Ob Internetseite oder realer Ort da draußen. Alles kann von jedem getaggt, mit Kommentaren versehen in einen anderen als den vom Eigentümer geplanten Kontext gebracht werden.

Die Spielregeln bestimmen dabei Startups in Silicon Valley. Oder ausgewachsene Startups wie Google. Kontrollverlust pur. Wer nur reagiert, kommt zu spät. Einzig sinnvolles Vorgehen: Rechtzeitig eine Strategie entwickeln, die alle neuen, dezentralen, nicht beherrschbaren Kommunikationswege mit einbezieht und auf den langfristigen Aufbau positiver digitaler Reputation setzt.

Wenn Sie jetzt immer noch keine Angst haben und ein wenig spielen möchten: Das Video unten erklärt Google Sidewiki; und hier können Sie das entsprechende Bookmarklet für Ihren Browser ganz einfach installieren. Wie wäre es, wenn Sie gleich hier auf dieser Seite einen Sidewiki-Eintrag hinerließen? Ich würde mich freuen. Aber Achtung: Ihre Experimente wirken sich unmittelbar auf die eigene Reputation aus – wie unter anderem belegt, dass Google automatisch einen neuen Sidewiki-Eintrag in meinem persönlichen Google-Profil angelegt hat, nachdem ich meinen ersten Sidewiki-Kommentar gepostet hatte. Beeindruckend.

Freue mich auf Ihre Kommentare – wo auch immer Icon Smile in

@jodeleit

7. Oktober, 18.20 Uhr: Web-TV live – Die Wahrheit über Twitter, Blogs und soziale Netzwerke

Social Media – Zukunft der Kommunikation
oder Spielzeug für Web-Geeks?
Die Wahrheit über Twitter,
Blogs und soziale Netzwerke

Zap in

Zaplive-Kanal zum Event

Die Veranstaltung unter diesem Motto, die Sympra morgen zusammen mit der Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. (GPRA) und drei befreundeten Agenturen in München durchführt, ist seit Tagen restlos ausgebucht. Es besteht aber die Möglichkeit, den Abend live im Internet zu verfolgen und sich via Twitter mit dem Hashtag #gpracsm an der Diskussion zu beteiligen. Am Veranstaltungsort wird eine Twitterwall installiert sein, die Ihre Beiträge für Publikum und Vortragende sichtbar macht. Ab 18.20 Uhr werden die Vorträge und die Diskussion auf der WebTV-Plattform Zaplive übertragen. Die Veranstaltung  können Sie aber auch über den hier in diesem Beitrag eingebundenen Player verfolgen!

Mehr zur Veranstaltung bei der Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. (GPRA).

Wir freuen uns, wenn Sie mit dabei sind!

Die Sympra-Präsentationsfolien (Vortrag nach Plan gegen 19.30 Uhr) sind ab sofort hier sowie bei Sympra einsehbar.

Eine kleine Twitter-Success-Story

Alle reden von Twitter, viele nutzen es, manche wissen nicht warum. Dass dieser Kanal bzw. diese Plattform manchmal das Leben erleichtern kann, durfte ich vorgestern Nacht erleben.

Da organisieren wir also zusammen mit drei anderen GPRA-Agenturen eine interessante Veranstaltung zum Thema Social Media in München. Sympra hat dabei den Part “Konzept und Text Programmflyer” übernommen. Text ist geschrieben, Layout grob gescribbelt, zwei Bildvorschläge mitgeliefert. Der Grafiker entscheidet sich für das Bild einer Twitterwall auf dem Cover, ich verlautbare in die Runde, dass ich kurzfristig die Nutzungsrechte für das Bild einhole. (An dieser Stelle muss angeführt werden, dass das Bild von meinem Kollegen auf Flickr gefunden wurde, Kollege ist im Urlaub.) Ich glaube, ein mindestens so gutes Twitterwall-Foto ließe sich bestimmt schneller in einer Bilderdatenbank finden, ich bezahle ein paar Dollar und wir haben die Bildrechte – ganz unkompliziert. Erstaunlich: Ich durchforste rund ein Dutzend (!) professionelle Bilddatenbanken und finde wenige Fotos zum Stichwort “Twitter”, nicht ein einziges zu “Twitterwall”. Ich suche mithilfe von Google und werde ebenfalls kaum fündig: nur wenige Bilder, die meisten sind zu unscharf, es sind zu viele Menschen darauf oder es gibt andere Gründe, das Motiv nicht zu nehmen. Viel Auswahl habe ich nach der Google-Suche nicht; immerhin ein Bild – nämlich genau das, was mein Kollege favorisierte – taucht immer wieder auf.

2966680974 9a501f6a3e in Es ist die Riesen-Twitterwall, die unlängst bei einem Barcamp aufgestellt wurde. Im Web finde ich die Bildquelle, ein Blog. Auf dem Blog ist an keiner Stelle ein Impressum oder sonst ein Hinweis, wie man den Autoren und Fotografen kontaktieren könnte.

Ich öffne Tweetdeck und ganz zufällig entdecke ich in der Spalte, in der ich Tweets zum Stichwort “Sympra” anzeigen lasse, den Tweet eines Herrn, der sich, etwas kryptisch, freut, dass wir sein Bild im Sympra-Blog verwendet haben. Ich habe den Fotografen gefunden! Sofort folge ich ihm, er mir aber nicht und daher kann ich ihm keine Direct Message (DM) schicken. Ich gehe in die Öffentlichkeit und twittere um 21.12 Uhr: “@((Twittername)) Ich hätte mal eine eilige Frage wg. Barcamp-Foto. Bitte mal DM zwecks Kontaktaufnahme. Dankeschön!” und hoffe, dass jemand, der Barcamps besucht, um diese Zeit noch online ist. Glück gehabt: Nur drei Minuten später erreicht mich der Tweet “Hallo auch. Worum geht es denn bei dem Barcamp Foto?”.  Ich schicke zwei DM mit meinem Anliegen, er antwortet per Reply @veit64, wir kommunizieren parallel per Mail, wir klären die Lizenzbedingungen, verhandeln ein – sehr faires – Honorar, er mailt mir um 23.31 Uhr das Bild in bester Druckqualität. Der Grafiker kann am nächsten Morgen mit der Reinzeichnung beginnen.

Die Lehren daraus?
a) Twitter ist auch ein Klasse-Tool zum Recherchieren. Ein bisschen Glück gehört dazu.
b) Twitter enables E-Commerce – wenigstens für den Fotografen der Twitterwall.
c) Bei nächster Gelegenheit lasse ich eine Twitterwall professionell fotografieren und biete das Foto mehreren Bilddatenbanken zum Verkauf an! Oder gleich auf eBay!

Kein Event ohne Web-2.0-Strategie

Eine Pressekonferenz war eine Pressekonferenz, ein Kongress ein Kongress. Bisher war das ein klarer Fall. Es galt das gesprochene Wort. Nach Ende der Veranstaltung kam dann die Presse zum Zug und informierte zum Schluss den Leser, Hörer, Zuschauer, der dafür dankbar war und – ganz selten – vielleicht einen Leserbrief schrieb oder das Thema am Stammtisch weiter diskutierte.

Doch die Regeln ändern sich: Web 2.0 hält zunehmend auch in der bisher am wenigsten vom Internet beeinflussten Disziplin der Öffentlichkeitsarbeit ein, der Veranstaltung vor Ort, dem klassischen Event. Immer häufiger wird über Veranstaltungen live im Internet berichtet – nicht unbedingt vom Veranstalter, sondern von Besuchern des Events.

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Twitter Wall beim Barcamp Berlin 2008 (Foto: Blogging Dagger / Flickr)

In der Regel ist Twitter das Medium der Wahl. Man einigt sich auf ein Schlagwort (in der Fachsprache: Hashtag), das die einzelnen Twitter-Textchen eindeutig der Veranstaltung zuordenbar macht, und los geht’s. Vorträge der Referenten werden ebenso kommentiert wie ihre Körpersprache oder vermeintliche Kompetenz – die Grenzen zwischen echter inhaltlicher Bereicherung und zusätzlicher Reichweite auf der einen, Peinlichkeit oder Ehrverletzung auf der anderen Seite sind fließend. Zu fließend.

Dennoch: Veranstalter von Pressekonferenzen, Kongressen, Preisverleihungen und anderen Events sind gut beraten, sich auf diese Entwicklung einzustellen. Noch ist der Trend nicht überall angekommen. Je nach Publikum und Zielgruppe bleibt die Mehrheit öffentlicher Veranstaltungen heute noch von Twitter-Reportern und Kommentaren aus dem anonymen Off unberührt. Doch das wird sich ändern – junge Zielgruppen wachsen nach und werden Schritt für Schritt beginnen, heute noch Web-2.0-freie Events ebenfalls live zu kommentieren. Darauf sollten wir als Public-Relations-Verantwortliche gefasst sein.

Event-Manager und Unternehmenssprecher sollten das Social Web daher von vornherein in ihre Kommunikationsstrategie rund um Veranstaltungen integrieren. Wie das geschieht muss in jedem Einzelfall entschieden werden: Wie kritisch ist das Thema, welche Kommunikationsgewohnheiten haben die Zielgruppen, könnten sich Wettbewerber oder andere Interessengruppen in die Kommunikation rund um das Event einklinken? Wenn das alles geklärt ist, geht es um die konkreten Instrumente. Sogenannte Twitter Walls können ein Ansatz sein, der die eventbegleitende Kommunikation kanalisiert. Dabei handelt es sich um große Displays (Monitore, Beamerlösungen), die das Feedback zur Veranstaltung direkt vor Ort allen Besuchern zu Gesicht bringen. Analog funktionieren Feedback-Kanäle bei Videoübertragungen via Web, hier können Veranstalter den Zuschauern erlauben, neben dem Videofenster zu kommentieren und zu diskutieren.

Was auf diesen Twitter Walls erscheint, das kann, sollte aber nicht zensiert werden. So ist prinzipiell nicht vermeidbar, dass unsachliche, reputationsschädigende und die Interessen des Veranstalters schädigende Bemerkungen plötzlich für alle Gäste sichtbar eingeblendet werden.

Verständlich, dass Kommunikationsverantwortliche Angst vor dem damit einhergehenden Kontrollverlust haben. Doch den Kontrollverlust bringt nicht die Twitter Wall. Ihn bringen die offenen Kommunikationsstrukturen des Web 2.0. Durch die Installation einer Twitter Wall schafft der Veranstalter keine Feedback-Möglichkeit, die es nicht sowieso schon gibt – auch ohne Twitter Wall werden sich die Besucher von Events künftig live vom Handy oder Notebook aus über die Veranstaltung austauschen, mit dem Unterschied, dass es die nicht mobil via Internet Vernetzten unter den Besuchern erst hinterher erfahren.

Digitale Rückkanäle bei Veranstaltungen signalisieren Offenheit und Souveränität

Offenheit signalisiert Souveränität. Veranstalter zeigen durch die Einbindung digitaler Rückkanäle wie Twitter Walls oder Kommentarfenstern bei Webcasts, dass sie das Feedback ihrer Zielgruppen auf dem kommunikativen Radar haben. Sie signalisieren damit Dialogorientierung und Wachsamkeit, ebenso die Zuversicht, dass sie einer öffentlichen Diskussion über ihre Themen gewachsen sind. Wären sie das nicht – wozu das Event?

Natürlich ist es ärgerlich, wenn unqualifizierte oder bösartige Kommentare eine Veranstaltung negativ beeinflussen, vor allem, wenn sie anonym geäußert werden, was einen Zug von Feigheit hat. Twitter Walls haben hier eine nicht zu unterschätzende Schwäche: Werden automatisch alle Tweets mit einem bestimmten Stichwort (Hashtag) während der Veranstaltung im Saal eingeblendet, so kann das Event aus der Anonymität heraus digital sabotiert werden.

Zensur ist keine Lösung

Ganz schön cool, wenn man als Veranstalter so selbstbewusst ist, mit dieser Gefahr zu leben. Doch die Mehrheit der Unternehmen und Institutionen wollen dieses Risiko auch in Zukunft nicht eingehen. Eine Moderation der Kommentare – wie diese in Blogs üblich ist – hat jedoch immer einen schalen Beigeschmack, sie ist sicherlich nicht die beste Lösung. Veranstalter, die sich dafür entscheiden, stehen vor technischen und ethischen Problemen, müssen die Kriterien für eine Filterung klar offenlegen, am besten auf strafrechtlich Relevantes begrenzen, und während des Events zusätzliches Personal für die Kommentarmoderation in Echtzeit bereithalten. Zudem wirkt sich die Moderation natürlich nur auf die Twitter Wall beim Event aus – im Internet steht die Schmähkritik trotzdem, und eine Filterung vor Ort gießt weiter Öl ins Feuer. So viele Nachteile, dass man den Live-Feedbackkanal vielleicht lieber gleich ganz weglässt. Wer will schon mit Zensur in Verbindung gebracht werden!

Vertrauensnetze punkten – wie wäre es mit einer Xing Wall statt einer Twitter Wall?

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Bissige Kommentare während der Vodafone-Pressekonferenz am 8. Juli 2008 (Screenshot: macomber.posterous.com)

Besser als eine Filterung oder Moderation von Kommentaren ist es, auf Vertrauensnetze zu setzen. Twitter selbst bietet dazu die Mechanismen von Folgen und Zurückfolgen – es ist denkbar, auf der Twitterwall nur Tweets aus dem eigenen Twitter-Netzwerk des Veranstalters während des Events zuzulassen. Neue Chancen gibt es auch für die etablierten Social Networks: Bei Facebook, LinkedIn, Xing existieren halbwegs verlässliche Personenprofile und Vertrauensverhältnisse, die sich in soziale Netzwerkstrukturen abbilden. Denkbar, künftig keine Twitterwall anzubieten, sondern einen (Live-!) Feedback-Kanal via Facebook, Xing etc. Bei einer Online-Pressekonferenz von Vodafone gestern am 8. Juli hat das mit Facebook Connect leider nicht so recht funktioniert, im Gegenteil – da auch anonyme Kommentare in dem Facebook-Fenster erlaubt waren heizte sich die Stimmung stark auf, es ließen sich Personen dazu verführen, unter ihrem Echtnamen äußerst polemische Kommentare zu hinterlassen, die für den Moment betrachtet vielleicht “saßen”, langfristig dokumentiert aber vielleicht nicht so vorteilhaft sind – auch für den Urheber.

Meine Idee ist, dass hier die Business-Netzwerke bald ihre Stunde als Feedback-Kanal zu Business-Events erleben: Die Vorstellung eines Live-Feedbackkanals nicht via Twitter oder Facebook, sondern auf Basis von Xing-Mitgliederprofilen, halte ich für recht attraktiv. Gerade weil auf Xing andere Regeln gelten als auf Facebook oder gar Twitter. Eine Funktionalität, die es erlauben würde, bei Veranstaltungen live auf eine Xing Wall statt Twitter Wall zu schreiben, könnte vielen Veranstaltern entgegenkommen. Ich bin gespannt, ob Xing an einem solche Feature arbeitet und es künftig in Kombination mit den Xing-Gruppen oder -Events anbietet.

Live-Feedback via Monitor oder Leinwand bei Pressekonferenzen und Kongressen – weiterhin ein Randphänomen oder bald Mainstream? Gefahr und unnötig oder eine Bereicherung? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare unter diesem Posting.

Links:
Besucher-Feedback bei DemokratieZweiNull vor allem zur Twitterwall: Video auf Youtube
Dokumentation des Nutzer-Feedbacks zur Vodafone-Pressekonferenz am 8. Juli 2009

Wenn Sie die Diskussion mit mir via Twitter fortsetzen möchten: @jodeleit

Twitter probt den Ernstfall am Stuttgarter Flughafen

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Dicke Rauchwolke über dem Flughafen Stuttgart. Was ist denn da los?” Mit dieser über den Microblogging-Dienst Twitter veröffentlichten Meldung sorgte ha75 am frühen Montagnachmittag  für einige Aufregung und Besorgnis.

Innerhalb weniger Minuten hatten andere Twitter-Nutzer das Ereignis aufgegriffen und somit an über 3.000 Follower verbreitet.  Für die (Gott sei Dank!) schnelle Entwarnung sorgte Twitter-Nutzer orngnrvrhng nur sechs Minuten nach der ersten Meldung zum Thema:  “Brandübung: http://www.flughafen-stuttgart.de/sys/index.php?section_id=8&id=1&news_id=652″

Er hatte sich als Erstes die Mühe gemacht und auf der Website des Flughafens recherchiert – und damit die imaginären Flammen im Keim erstickt. Doch nicht alle haben diese Brandübung bestanden: Einige der nachfolgenden Tweets wurden ohne die einfache Gegenrecherche auf der Website des Flughafens abgesetzt. Und fast schon enttäuscht, dass da nicht mehr passiert war, klang einer der Tweets in der Folge:  “Ach nur ne Übung, manchmal macht man sich einfach zuviel Sorgen.”

Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Twitter gilt die Devise: Wenn bei Twitter “Breaking News” auftauchen – erst recherchieren, dann weiterverbreiten!

Volles Haus bei DemokratieZweiNull

Zum Glück hatten wir zwei weitere Stuhlreihen einbauen lassen: So konnten wir mehr als 120 Gästen einen Sitzplatz bieten, um die Vorträge bei DemokratieZweiNull zu verfolgen. Parallel übertrugen wir die Veranstaltung als Audiostream ins Web, sodass wir weitere 260 Personen am Event teilhaben lassen konnten. Das Publikum im Saal: gemischt – Vertreter von Parteien, der öffentlichen Verwaltung, Marketingfachleute aus Unternehmen, Journalisten, Mitglieder der Web-2.0-Community, Leute aus der Kommunikationsbranche; Gäste aus der Region und von weit weg; solche, die mit Blogs, Twitter & Co. bislang noch wenig zu tun haben, einige, die schon (recht viel) Erfahrung gesammelt haben, wenige Geeks.

Wahlkampf und Web 2.0

Nach kurzer Begrüßung durch Rüdiger Dresel, Partner vom Hausherrn PricewaterhouseCoopers, machte Prof. Dr. Frank Brettschneider den Anfang mit seinem Referat: „Von Obama lernen heißt siegen lernen?“ Als ein profilierter Kenner des vergangenen US-Wahlkampfs berichtete er über die langfristig angelegten Social-Media-Aktivitäten von Barack Obama, über deren Zusammenspiel mit den klassischen Massenmedien, und ging insbesondere auch auf die Macht der Bilder ein. Jeder kennt die emotionalen Bilder aus dem Wahlkampf, auf denen Obama vor einer Menge von Menschen steht, die ihm Plakate mit „Change!“ entgegenhalten. (Im Detail gehe ich gar nicht auf die Vorträge ein; sie stehen als Video und Audio auf DemokratieZweiNull.de bereit).

Nächster Referent war mein Kollege Bernhard Jodeleit, der einen Überblick über aktuelle Plattformen, Informations- und Kommunikationskanäle gab und deren Einsatzmöglichkeiten für die Politik (aber auch für Unternehmen und Institutionen) beschrieb. Sein Credo: Social Media Relations müssen Teil der Gesamt-Kommunikationsstrategie sein, sie müssen systematisch, ernsthaft und engagiert genutzt werden – und ihr Einsatz kostet Zeit oder Geld oder beides.

Podcasting war Thema von Dusan Minic. Er hat aufgezeigt, welche Rolle Video und Audio im Kommunikations-Mix spielen, und wies darauf hin, dass ein Video- oder Audioclip nicht nur auf der eigenen Website stattfinden muss, sondern auch auf YouTube oder iTunes gestellt werden sollte, um gesehen oder gehört zu werden. Die Veranstaltung und diese Website selbst sind ein gute Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten von Audio und Video.

Unsere Veranstaltung hieß DemokratieZweiNull, und ein sehr schönes Beispiel dafür, wie das Internet Bürger dabei unterstützen kann, politische Entscheidungen zu beeinflussen, stellte zum Schluss Johanna Schepers von der MFG Baden-Württemberg vor. Sie ist hier Projektleiterin e-Participation Plattform und ist für das Projekt VoicE verantwortlich, bei dem sich z. B. Bürger aus Baden-Württemberg und Valencia/Spanien über Verbraucherschutzthemen und die entsprechende Gesetzgebung in Brüssel informieren können.

Social Media live!

Oliver Gassner von carpe.com, einer der aktivsten Blogger, Twitterer, Kommentatoren und Social-Networker der Region, bloggte und twitterte live und informierte die Web-Community darüber, was gerade referiert wurde. Seinen Namen kennen viele, ihn als Person nur wenige. Mir ging es übrigens bei einigen anderen Gästen gleich: Die kannte ich von ihren Tweets, von ihren Blogkommentaren, manche sogar via Mail – und sah sie an diesem Abend zum ersten Mal live.

Wir hatten eine Twitterwall aufgebaut, und während die Referenten sprachen, erschienen dort die Tweets von Personen, die die Veranstaltung entweder am PC oder im Saal verfolgten. Sie gaben Inhalte der Vorträge wieder, kommentierten diese, fragten an, ob es noch Platz für sie gäbe und ob sie noch kommen dürften, stellten Fragen für die Diskussionsrunde. Ich habe zum ersten Mal live die Twitterbegleitung eines laufenden Events miterlebt und hatte anfangs Bedenken, dass diese „Parallelplattform“ von den Vorträgen ablenken könnte. Im Gegenteil – es war eine tolle Ergänzung und ein superschneller Feedbackkanal.

Überwiegend positive Reaktionen

Der Abend endete mit einem Get-Together im Foyer von PwC. Das Team von Prof. Dr. Brettschneider hatte einen Eye-Tracker aufgebaut, mit dessen Hilfe man z. B. den Blickverlauf über Parteienwebsites verfolgen konnte. Sehr aufschlussreich!

In den Gesprächen mit den Gästen bekamen wir fast ausschließlich positives Feedback. Klar, dass man es bei einem so heterogenen Publikum nicht allen Recht machen kann. Einige aus der Web-2.0-Community fühlten sich unterfordert („ist alles ziemlich einsnullig hier“), manche Aussagen der Referenten waren aus ihrer Sicht diskussionswürdig („Finde ja auch, dass gelackte Agenturvideos niemanden interessieren. Es geht um Authenzität – auch technisch.“). Eine ganze Reihe von Menschen scheinen wir aber auch wachgerüttelt zu haben und bekamen Kommentare zu hören wie: „Die Themen packen und lassen nicht ruhen: Werde umgehend anregen, diese auch in unserem Unternehmen eingehender zu vertiefen.“ Manche tauchten wohl zum ersten Mal in die Welt von Social Media ein und hatten zum ersten Mal Kontakt mit dem sagenumwobenen Twitter oder dem Phänomen Facebook („Ob ich auch twittern sollte?“, „Bislang kannte ich ja nur xing.de“).

Gesprächsstoff gab’s jedenfalls reichlich. Geplant war das Get-Together bis ca. 20.00 Uhr, um 21.30 Uhr war’s noch recht voll, die Letzten gingen kurz vor halb elf.

Für uns war das Event ein vorläufiger Höhepunkt von DemokratieZweiNull. Auch wir haben in der Vorbereitung viele Erfahrungen sammeln können, die wir in Folgeprojekten berücksichtigen werden. Eine davon: Mit Social Media und Online-PR lässt sich ein Event hervorragend promoten, die Reichweite ist gigantisch – aber es kostet auch viel Mühe, Zeit und Freizeit. Und: Man kommt in Kontakt mit vielen Menschen, die man bisher nicht gekannt hat.

Was wir bisher an Rückmeldungen – persönlich, via Mail, via Twitter – erhalten haben, bestätigt uns, dass wir einen interessanten Abend gestaltet haben. Heute Vormittag erreichte mich der Anruf eines Politikberaters aus Hessen, der mit uns ein ähnliches Event organisieren möchte. Und am 5. Mai 2009 geht’s ja schon konkret weiter mit „DIE BLAUE STUNDE ZUR DEMOKRATIE 2.0 – Bürgerkommunikation im Web“, einer Veranstaltung von Sympra und der MFG Baden-Württemberg im Rahmen von Kreativraum.

Mit Microtargeting und Social Networking zum Super-Wahlkampf?

Gls Feat in Zum Erfolgsgeheimnis von Barack Obama zählt, dass er den Bürgern auf innovative Weise ganz persönlich nahe zu sein scheint. Dafür sorgte die persönliche Ansprache der Wähler, abgestimmt auf deren Interessen. Im Hintergrund arbeitete daran ein Expertenteam, das die unterschiedlichen Social Networks und Social Media Services bespielte. „Aus Zielgruppen sind in US-amerikanischen Wahlkämpfen längst Zielpersonen geworden“, erläutert Prof. Dr. Frank Brettschneider, Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Unser heute erschienener Gastbeitrag “Mit Microtargeting und Social Networking zum Super-Wahlkampf?” bei doit-online.de fasst zusammen.

DemokratieZweiNull – Wahlkampf im Web ist für Sympra im Moment ein zentrales Thema im Rahmen des Events mit Online-Plattform DemokratieZweiNull.

DemokratieZweiNull: Eine Chronologie

Sympra goes Social Media: DemokratieZweiNull, ein integriertes Projekt mit Event und begleitender Online-PR, ist ein schönes Beispiel dafür, was sich mit Social Media und einem spannenden Thema innerhalb kürzester Zeit auf die Beine stellen lässt. Innerhalb von 14 Tagen konnte Sympra in diesem Fall eine Community rund um das Thema Social Media, Public Relations und Wahlkampf im Web aufbauen, die zum einen die geplante Veranstaltung vorbereitet und Networking im Vorfeld ermöglicht, zum andern aber auch über den Event-Termin hinaus bestehen bleibt.

Eine kleine Chronologie:

12. Februar 2009: Das Kernteam (Dusan Minic von anspruch, Veit Mathauer und Bernhard Jodeleit von Sympra) trifft sich am Vormittag bei Sympra zum Brainstorming und spricht über potenzielle Locations sowie das Motto für die Veranstaltung. WahlkampfZweiNull ist im Gespräch, doch DemokratieZweiNull setzt sich durch. Der Begriff kann auch über das Superwahljahr 2009 hinaus mit Leben erfüllt werden. Nachmittags ist die Domain demokratiezweinull.de registriert und aktiviert, ebenso der Twitter-Account “demokratie20″. Die technische Umsetzung beginnt am frühen Abend.

13. Februar, halb zehn am Morgen: “Der Rohbau für unsere Seite steht”, heißt es in einer E-Mail.

D20home1 in 16. Februar: http://demokratiezweinull.de erhält sein endgültiges Design. Letzte Blog-Funktionen werden implementiert, dazu gehörigen einige Plugins, der Spamfilter Akismet. Die Aufgaben der Autoren sowie der Moderatoren für die Kommentarfunktion werden verteilt. Die Aktions-E-Mail demokratiezweinull (at) sympra.de wird eingerichtet. Um 16.54 Uhr erscheint der erste Artikel auf der Website: “Ein Blog zum Event.”

17. Februar: Morgens um halb zehn twittert @demokratie20 zum ersten Mal. Inzwischen hat das Kernteam bereits etliche mögliche Locations besichtigt und angefragt. Es wird eng. Heute geht eine Anfrage an PricewaterhouseCoopers in Stuttgart auf den Weg – und diese Location in der Friedrichstraße 14 wird es dann auch.

18. Februar: PricewaterhouseCoopers sagt zu, die Location wird nach Besichtigung gebucht. Der Twitter-Account hat innerhalb von zwei Tagen 44 Follower gewonnen.

19. Februar: Zweiter Artikel im Blog ist online. Das Anmeldeformular zur Veranstaltung wird eingebaut.

21. Februar: Xing hat rechtzeitig zum Wochenende die beantragte Gruppe “DemokratieZweiNull – Wahlkampf im Web” eingerichtet.

23. Februar: Die Xing-Gruppe hat bereits 70 Mitglieder.

24. Februar: 100 Mitglieder bei Xing.

25. Februar: Das Blog DemokratieZweiNull wird erstmals als Quelle bei Rivva gelistet.

27. Februar: 174 Mitglieder in der Xing-Gruppe, bereits mehr als 40 Anmeldungen zum Event, insgesamt knapp 600 Unique Visits auf dem Blog DemokratieZweiNull und 202 Follower für den Twitter-Account @demokratie20. Das alles innerhalb von zehn Tagen. Drei Institutionen haben bereits angefragt, ob wir mit ihnen ein ähnliches Vortragsevent veranstalten möchten.

Resümee aus unserer Sicht ist: Mit dem richtigen Thema zum richtigen Zeitpunkt lassen sich Blogs und Social Networks ganz hervorragend nutzen, um eine interessierte Zielgruppe zusammenzuführen und für eine Sache zu begeistern. Wir freuen uns über den Erfolg von DemokratieZweiNull und auf eine spannende Veranstaltung am 25. März in Stuttgart.

Zur Projektwebsite: http://demokratiezweinull.de
Zum Twitter-Account: http://twitter.com/demokratie20
Zur Xing-Gruppe: https://www.xing.com/net/demokratiezweinull