Im neuen Roman von Frank Schätzing Limit jagt eine der Hauptpersonen Cyberkriminelle in China. Beim Lesen des Romans, der immerhin im Jahr 2025 spielt, habe ich mich gefragt, warum der Autor sich nicht neue Arten von Cyberattacken ausgedacht hat, so sehr ähneln seine Fiktionen aktuellen Analysen – und Geschehnissen. China und die USA spielen dabei [...]
Gute Social Media Guidelines sollten…
Richtlinien für den richtigen Umgang der Mitarbeiter mit Xing, Facebook und Twitter sind derzeit ein häufiges Thema im Gespräch mit Kunden. Vor wenigen Tagen haben mein Kollege Martin Kurth und ich gemeinsam einen halben Tag mit einem Kunden über die Frage diskutiert, warum solche Social-Media-Richtlinien, ich bevorzuge in diesem Fall die gefälliger klingendere englische Variante Social Media Guidelines, für Unternehmen wichtig sind und wie sie aussehen könnten.
Herausgekommen sind dabei auch einige nicht kundenspezifische, ganz allgemeine Erkenntnisse, die ich zur Diskussion stellen möchte. Zuallererst die Überzeugung, dass Social Media Guidelines auf keinen Fall ein strategisches Vakuum begünstigen dürfen. Sie sind Leitplanken für die Onlinekommunikation durch Mitarbeiter, sie ersetzen aber nicht kreative Ideen und eine stimmige Kommunikationsstrategie. Meines Erachtens lauert hier eine Falle: Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen dürfen nicht dem Irrglauben erliegen, dass es mit Social Media Guidelines getan sei. Die Richtlinien sind lediglich die Basis, der Nährboden, auf dem kreative Konzepte erarbeitet werden können.
Je intensiver ich mich mit dem Thema Social Media Guidelines beschäftige und mit Kunden darüber spreche, desto mehr kristallisieren sich einige Anforderungen an solche Richtlinien heraus, die auf jeden Fall erfüllt sein sollten, damit die Regeln ihrem Zweck auch wirklich dienen können.
Es handelt sich dabei um folgende Punkte:
Social Media Guidelines gelten für alle Mitarbeiter. Vom Pförtner bis zum Geschäftsführer. Sie lassen sich konkret im Alltag umsetzen und gelten innerhalb und, was Unternehmensbelange betrifft, durchaus auch außerhalb der Arbeitszeit. Sie warnen Mitarbeiter vor Gefahren, die sich aus unvorsichtiger Kommunikation über Unternehmensthemen im Social Web ergeben können und warnen vor den möglichen Folgen. Insofern ist erste Aufgabe von Social Media Guidelines das Verhindern von Fehlern.
Social Media Guidelines schaffen Sicherheit. Ist die Nutzung von Twitter, Facebook, Xing und ähnlichen Plattformen während der Arbeitszeit erlaubt oder nicht? Die Publikation welcher Informationen ist tabu? Was muss ein nicht in der Öffentlichkeitsarbeit tätiger Mitarbeiter beachten, wenn in Blogs oder auf Twitter über sein Unternehmen und dessen Produkte diskutiert wird? Darf er sich an der Diskussion beteiligen und wie? Unter welchen Voraussetzungen darf ein Mitarbeiter einen Account oder eine Gruppe zu einer Marke oder einem Thema des Unternehmens eröffnen? Welche Verantwortlichkeiten gelten?
Social Media Guidelines motivieren. Scharf motivierte Richtlinien mit Formulierungen wie “nur autorisierte Pressesprecher des Unternehmens dürfen sich äußern” oder “Anfragen sind an die Unternehmenskommunikation weiterzuleiten” sind nicht zielführend. Wie positiv formulierte Social Media Guidelines aussehen können, zeigen unter anderem Unternehmen wie SAP oder Kodak.
Social Media Guidelines sind informativ und hilfreich. Richtlinien zur Social-Media-Nutzung sollten leicht verständlich auch den weniger internetaffinen Mitarbeitern verdeutlichen, dass eine unbedachte Bemerkung im Web sehr viel leichter weite Kreise zieht als im Offline-Leben. Sie müssen weniger Vorschriften- als Ratgebercharakter haben und für den Leser einen konkreten Nutzen entfalten. Kodak macht es vor und bettet die Richtlinien gleich in ein informatives Booklet ein. Ein schönes Beispiel für interne Kommunikation. Wichtig ist aus meiner Sicht auch, dass Mitarbeiter in den Guidelines Kontaktdaten einer Person oder eines Teams vorfinden, das auch für kleinere Rückfragen zur Interpretation der Richtlinien erreichbar ist.
Mich interessieren Ihre Ideen und Erfahrungen: Gibt es in Ihrem Unternehmen (bald) Social Media Guidelines? Welche Anforderungen sollten solche Regelwerke noch erfüllen? Ich freue mich auf Input in den Kommentaren.
Zwei Beispiele:
- Die Guidelines von SAP:
Litigation-PR: Das Recht (zu) kommunizieren
Erst neulich war ich wieder in unserem Büro in Brüssel und führte Gespräche mit Vertretern internationaler Anwaltskanzleien und EU-Offiziellen. Im Zuge dieser Gespräche erfuhr ich, dass fast alle internationalen Anwaltskanzleien professionelle Kommunikationsagenturen einsetzen, um ihre Fälle zu kommunizieren. Nicht, dass mich diese Tatsache alleine überrrascht hätte, sondern es war vielmehr die Regelmäßigkeit und Selbstverständlichkeit mit der dies inzwischen geschieht.
Anwälte und Kommunikation waren ja lange Zeit so gegensätzlich wie Plus und Minus, Feuer und Wasser oder Amy Winehouse und die Betty-Ford-Klinik. Es schien einfach nicht zusammengehen zu wollen. Doch offenbar tut sich etwas auf dem Gebiet der Juristerei. Die Anwälte scheinen das Kommunizieren jenseits von Gerichtssälen und Schriftsätzen gelernt zu haben. Vorbei die Zeiten, in denen der Advokat Reporterfragen mit einem unwirschen „Kein Kommentar“ abbügelten. Sie interessieren sich nun für Medienarbeit, lassen sich in Sachen Public Relations schulen, besuchen Seminare zur Öffentlichkeitsarbeit– und kaufen erfreulicherweise meine Bücher.
Die Ziele der Advokaten liegen auf der Hand:
- Die Anwälte wollen auf diese Weise bekannter werden (und mehr Mandanten bekommen)
- Sie wollen die Perspektive ihres Mandanten kommunizieren, um damit Einfluss auf die Rechtsfindung, wenn nicht sogar auf die Rechtssprechung zu nehmen. Mehr
PR und Social Media: So setzen Sie Ihre Strategie um
Vorsicht, es folgt ein euphorisches Blogposting, das so gar nicht zum derzeitigen Tenor rund um ein ungewisses neues Jahr und die verblassende Freude über tolle Tools wie Twitter passt. Sympra hat ein neues Produkt am Start, und darüber freuen wir uns. Es heißt Social Media Newsroom – und es hat nichts mit Hype und einseitig auf Twitter & Co. ausgerichteter Kommunikation zu tun. Ganz im Gegenteil führt es endlich zusammen, was zusammengehört. Kommunikation 1.0 und Kommunikation 2.0.
Fest steht: Der große Hype um Twitter und Social Media ist vorbei. Marktschreierische Twitter-Gurus haben 2010 schwere Zeiten vor sich. Integrierte, strategisch fundierte Ansätze in der Unternehmenskommunikation werden wieder verstärkt Gehör finden. Die Stunde der Social-Media-Realisten ist gekommen. Warum voll auf Social Media setzen und Media Relations vernachlässigen? Warum dialogorientierte Öffentlichkeitsarbeit forcieren, aber nicht gleichzeitig klassische Medien sehr service- und qualitätsorientiert mit Material und Storys versorgen? Schlechte Zeiten für mit Scheuklappen agierende Experten.
Ich finde: Dialoge sollten Sie nicht zwanghaft auf der trendigsten Plattform, sondern mit Ihren relevanten Medien und Multiplikatoren einfach dort führen, wo es diesen am liebsten ist. Und zusätzlich sollten Sie alle relevanten Informationen zu Ihrem Unternehmen, Ihrer Marke, an einem attraktiven, leicht zu durchschauenden Ort im Web bündeln. Je nach Ausrichtung nicht nur den old fashioned stuff wie Geschäftsberichte und Pressemitteilungen, sondern auch Social-Media-Inhalte, die Ihrer Marke ein Gesicht geben.
An sich Punkte, auf die man sich schnell einigen kann. Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung lag bisher oft ein weiter Weg. Wer sich mit einer Unternehmenswebsite mit veraltetem, schwierig bedienbarem Content-Management-System herumschlagen muss, die das Einstellen von Pressebildern zu einer monatlich Stunden fressenden Herausforderung macht, in die man aufgrund des Aufwands nicht einmal den Praktikanten einarbeiten möchte, der hat keine Zeit für die Kür der Online-Kommunikation. Wer von all den Social-Media-Tools rund um Twitter und Co. größten Respekt hat und damit – zumindest – zeitlich überfordert ist, ebenso.
Es ist immer seltener fehlendes Wollen, es ist oft ein Dilemma der fehlenden Werkzeuge. Weniger ein Problem der Beratung, zumindest zeigt das unser Agenturalltag. Workshops, Zieldefinitionen, dann in der Folge ein integriertes Kommunikationskonzept, das klassische Medienarbeit und, falls sinnvoll, aktuellste Online-PR-Instrumente gleichermaßen einbindet, sind nur die Basis. Sie schaffen zwar die Voraussetzung für erfolgreiche und rundum zeitgemäße Unternehmenskommunikation. Doch wenn anschließend im Unternehmen selbst wenig Zeit und keine effizienten Werkzeuge zur Verfügung stehen, die tagtäglich dabei helfen, den Kontakt zu Redaktionen und zu Bloggern, Twitter-Nutzern, Facebook-Fans und weiteren wichtigen Dialoggruppen gleichermaßen zu halten – Bingo. Dann klappt es nicht. Keine erfolgreiche Strategie ohne konsequente Umsetzung.
Wie wäre es, wenn ein guter Teil dieser Umsetzung völlig entspannt und effizient verliefe? Da kommt er ins Spiel, der Social Media Newsroom. Als Phantom geistert er bereits seit etwa zwei Jahren durch die PR-Landschaft. Ursprünglich aus den USA kommend, inzwischen auch hierzulande einige Male präsent. Was sich dahinter verbirgt ist eine Website oder ein Teil der vorhandenen Unternehmenswebsite, die oder der gleichermaßen die Aufgabe eines klassischen Pressebereiches mit Service für Redaktionen erfüllt und die Anforderungen von Multiplikatoren im Social Web befriedigt.
Toll am Social Media Newsroom: Er versorgt Journalisten und Blogger
Klassisch arbeitende Redakteure erhalten in dem neuartigen Newsroom – wenn das die Kommunikationsstrategie so vorsieht – weiterhin ihre Presseinformationen, Fotos und weitere Materialien zum Download. Doch das ist nicht das Besondere. Toll am Social Media Newsroom ist seine Multifunktionalität: Blogger und andere Meinungsmacher sollen ebenso wie Redaktionen alles finden, was sie für ihre Tätigkeit benötigen. Dies konsequent auf Basis von dialogfreundlicher Web-2.0-Technologie. Das ist nicht nur enorm suchmaschinenfreundlich, sondern notwendig, damit alles jederzeit ganz einfach weitergeleitet, empfohlen, geteilt, “geshared”, getwittert werden kann.
Ein guter Social Media Newsroom stellt zudem vollautomatisch zusammen, was Unternehmen oder dessen Vertreter an relevanten Social-Media-Aktivitäten entfalten. Neue Bilder, Videos, Blogbeiträge, Lesezeichen aus Social-Bookmarking-Diensten und Vieles mehr wird vollautomatisch aggregiert. Zudem kann die Unternehmenskommunikation jederzeit manuell Content hinzufügen – und zwar sehr viel einfacher als mit jedem Content-Management-System. Auch einfacher als mit Wordpress.
Warum sich Social Media Newsrooms 2010 durchsetzen werden
Den Erfolg einiger ganz gelungener Beispiele nicht in Abrede stellend möchte ich dennoch behaupten: Bis zum heutigen Donnerstag, 14. Januar 2010, hat sich der Social Media Newsroom noch nicht so richtig durchgesetzt. Das hat nicht nur gute Gründe. Es wird sich im Laufe des Jahres 2010 auch ändern. Einige Indizien dafür:
• Unternehmen können den Social Media Newsroom von Sympra ohne Entwicklungsaufwand und ohne EDV-Projekt in ihre bestehende Website integrieren lassen. Konzeption und Umsetzung verlaufen schmerzfrei: Wir machen das in Kooperation mit unserem Technikpartner myON-ID.
• Der Newsroom läuft auf externen Servern und ist von der Unternehmensinfrastruktur unabhängig. Sicherheit und technische Weiterentwicklung belasten weder die PR- noch die IT-Abteilung.
• Handgebastelte Lösungen auf Basis von Blog-Software wie Wordpress führen zu Kompromissen beim Funktionsumfang und im schlimmsten Fall auch bei der Sicherheit. Ganz zu schweigen vom oft wenig überzeugenden Design. Probleme, die beim Sympra Social Media Newsroom komplett entfallen. Sieht gut aus, tut gut und geht nicht daneben.
• Inhalte können vollautomatisch per RSS von Diensten wie Flickr, Youtube, Blogs oder anderen Quellen aus direkt und in Echtzeit in den Social Media Newsroom importiert werden.
• Aktuelle Web-Technologie (Ajax) vereinfacht die Bedienung erheblich; selbst die Einbindung weiterer Web-2.0-Dienste in den Newsroom im laufenden Betrieb ist ohne Einschalten von Programmieren möglich.
Klingt alles ziemlich toll und überzeugt? Kein Wunder. Wir freuen uns, mit unserem eigenen Newsroom heute offiziell online gegangen zu sein. Und brennen darauf, Ihnen die Funktionalität persönlich zu demonstrieren und zu besprechen, ob ein Social Media Newsroom auf Basis modernster Web-2.0-Technologie für Ihre integrierte Kommunikation nicht auch eine feine Sache wäre.
Holzauge sei wachsam: IT-Sicherheitstrends für 2010
Der Citibank werden durch Hackerangriff angeblich mehrere zehn Millionen Dollar gestohlen, Aufständische im Irak hacken US-Beobachtungsdrohnen, Trend Micro prognostiziert Angriffe auf Cloud-Computing-Dienste und Sicherheitssoftware-Hersteller Symantec erwartet wegen Breitbandausbau zur Fußball-WM verstärkte Cyberattacken in Südafrika. Jüngst bekannt gewordene Vorfälle gehen in dieselbe Richtung wie Trendvorhersagen führender IT-Sicherheitsunternehmen für das Jahr 2010. Je vernetzter die Welt, desto gefährdeter und gefährlicher ihre Infrastruktur.
Dass soziale Netzwerke wie Facebook, die VZ-Familie oder Twitter ein beliebtes Ziel von Hackern sind, ist eigentlich schon ein alter Hut. Anbieter von IT-Sicherheitssoftware haben dies schon für dieses Jahr vorausgesagt und sehen darin auch einen der Trends für 2010. Dass sie besonders beim Shooting-Star Twitter leichtes Spiel haben, zeigte nicht zuletzt die erfolgreiche Attacke der Iranian Cyber Army. Am 18. Dezember 2009 hatten die offenbar regimetreuen Hacker die Homepage des Mikroblogging-Dienstes gekapert und für eineinhalb Stunden auf deren Seite umgeleitet. Twitter dürfte im kommenden Jahr eines der beliebtesten und verwundbarsten Ziele für Hackerattacken sein, nicht zuletzt da die Kontakte und die in Nachrichten enthaltenen Links hoch vertrauenswürdig sind. (Dem zum Opfer gefallen ist übrigens auch der Autor dieses Beitrags, als er eine direkte Nachricht von einem Kontakt erhielt und den Link anklickte).
Vorauszusagen, was konkret die gefährlichsten Cyberattacken sein und welche Ziele sich Cyberkriminelle tatsächlich auswählen werden, hat natürlich einen Touch von Kaffeesatzlesen. Aber dennoch lassen sich Trends fortschreiben und Schlüsse aus neuesten Entwicklungen der Schadsoftware-Technologie ziehen.
Breitband bereitet Weg für Internetkriminalität
Eine der plakativsten Prognosen stellte Symantec auf: Demnach ebnet die Kombination aus Fußballweltmeisterschaft in Südafrika und hohen Breitbandkapazitäten den Weg für einen dramatischen Anstieg an Online-Kriminalität. Der Anbieter habe eine neue Dimension an schädlichen Aktivitäten im Internet in Ländern ausgemacht, die schnelleren, günstigeren und leicht verfügbaren Breitbandzugang eingeführt haben. 2009 erhöhten Südafrika und einige ostafrikanische Länder, aber auch Tunesien dank neuer Unterseekabel die Internetkapazität erheblich. Ein Blick auf das Internet-Barometer bestätigt dies. Das Online-Tool des Internet-Providers Interoute zeigt Herkunfts- und Zielland von Online-Attacken an: Südafrika und Tunesien sind demnach heute schon die Länder in Afrika mit den meisten Attacken. Am 29.12.2009 waren es beispielsweise 5.515 in Südafrika und 3.893 in Tunesien.
Cloud-Computing-Dienste als neue Spielwiese für Sicherheitsanbieter?
Trend Micro sieht, dass Cloud Computing und Virtualisierung Unternehmen erhebliche Kosten einspart. Gleichzeitig aber befürchtet der Anbieter von Sicherheitssoftware, dass Unternehmensserver aus der traditionellen Umgebung herausgenommen und dadurch angreifbarer würden. Trend Micro geht davon aus, dass Cyberkriminelle dabei entweder die Anbindung zur Cloud anvisieren oder aber das Cloud-Datenzentrum selbst. Damit redet Trend Micro den Ängsten vieler Mittelständler das Wort, die sich aus Angst vor Datenverlust nicht auf Cloud Computing einlassen wollen. Sicherlich wird Virtualisierung und Cloud Computing auch in 2010 eines der Top-Themen der IT-Branche sein – und mit der Zahl der Installationen nehmen auch die möglichen Angriffsziele zu. Wie gefährdet Cloud-Computing-Dienste tatsächlich sind, hängt aber immer vom einzelnen Cloud-Anbieter und dessen Infrastruktur ab. Klassische Telekommunikationsnetzbetreiber sind sicherlich im Vorteil, weil deren Infrastruktur „schon immer“ sehr leistungsfähig und ausfallsicher sein muss. Ob Cloud-Computing-Dienste tatsächlich gefährdet sein werden, wird sich erst im Lauf des Jahres herausstellen.
Ein neuer und ein fast schon alter Bekannter
Last but not least finden sich in den einschlägigen Sicherheitsvorhersagen zwei alte Bekannte, teilweise im neuen Gewand. Microsoft ist mit seinem Betriebssystem immer für eine Warnung gut. Das mit großem Erfolg gelaunchte Windows 7 sei in der Standardkonfiguration weniger sicher als Vista, und Microsoft habe bereits die ersten Sicherheitspatches für das neue Betriebssystem veröffentlicht. Angreifer würden nach Schwachpunkten suchen und fündig werden. Diese apodiktisch anmutende Aussage ist sicherlich berechtigt und dennoch verliert Microsoft als Ziel möglicherweise tendenziell an Attraktivität. Soziale Netzwerke gewinnen weiter an Beliebtheit und bieten Cyberkriminellen eine Fülle von personenbezogenen Informationen. Die Tendenz, die eigene Privatsphäre nicht wirklich zu schützen, kommt diesen sehr entgegen. Auch wenn die Betreiber sozialer Netze sicherlich bestrebt sein werden, ihre Sicherheitseinstellungen zu verbessern, wird es letztlich an jedem einzelnen Nutzer liegen, wie leicht er es den Cyber-Angreifern macht.
Holzauge sei wachsam
Dass für jeden viel auf dem Spiel steht, beschreibt ein Zeit-Autor in einem Artikel zum Datenschutz: „Was verraten soziale Netzwerke? Alles“. IT-Sicherheit und Schutz der Privatsphäre, ob für Unternehmen oder Einzelpersonen hängen eng zusammen. Der letzte Satz seines Artikels soll auch diesen Beitrag beenden: „Der Satz, den Programmierer Krebs in seinem Blog geschrieben hat, sollte daher eigentlich als ständige Erinnerung auf all diesen Netzwerken prangen: “Remember… The technology that gives You the power to organize, also gives Them the power to watch.”
Kultur: Die Seele des Geschäfts
Lässt sich mit Kultur Geld verdienen? Diese Frage ist sicherlich für viele Städte von Bedeutung. Lange Zeit wurde Kultur jedoch als einer der typischen „weichen“ Standortfaktoren gehandelt, als „nice to have“ und willkommene Ergänzung zu den „harten“ Standortfaktoren wie etwa „Infrastruktur“ oder „Arbeitskräftepotenzial“. Nicht mehr und nicht weniger. Kultur war etwas, mit dem sich manch prosperierende Metropole gerne noch zusätzlich schmückte. Doch diese Einschätzung hat sich spätestens seit den 1990er Jahren deutlich gewandelt: Längst ist die zentrale Bedeutung von Kultur ins Bewusstsein vieler Städte gerückt, längst werben viele Städte und Regionen gerade mit Kultur für ihre besonderen Standortqualitäten. Aus dem weichen Standortfaktor wurde vielerorts ein harter Wirtschaftsfaktor. In der Partnerschaft aus Kultur und Wirtschaft wurden die Rollen neu verteilt.

Ein zweiter Blick in die Beziehung zwischen Kultur und Wirtschaft verrät jedoch schnell, dass diese neue Liaison recht kompliziert ist. Kunst, Musik und geistiges Leben wirken indirekter aber auch umfassender als angenommen. Und nicht jede Stadt braucht einen bahnbrechenden „Bilbao-Effekt“, wie ihn 1997 das neu erbaute Guggenheim-Museum in Spaniens Norden ausgelöst hat. Es geht durchaus auch etwas kleiner: Wichtig ist vielmehr ein individuell abgestimmtes Ineinandergreifen von Kultur und Wirtschaft, ein kreatives Miteinander, dessen Rahmenbedingungen geklärt sein wollen. Denn eines ist klar: Nur wenn beide Partner ihre neuen Rollen gut besetzen, können beide voneinander profitieren.
In finanziell schwierigen Zeiten ist dies bestimmt keine leichte Aufgabe. Sponsoren suchen heute noch gezielter und mitunter vorsichtiger nach neuen Partnern unter den Kulturschaffenden. Und wenn es um die öffentliche Kulturförderung geht, sind es vor allem kleine Einrichtungen, die durch das Raster fallen. Dabei könnten viele dieser Kultureinrichtungen Unterstützung dringend gebrauchen. Wer zu wenig oder gar keine öffentliche Förderung erhält, dem bleibt nur das offensive Werben um Privatsponsoren. Diese Art von Partnersuche gehört für den Großteil des Kultursektors zum Tagesgeschäft.
Trotz dieser mitunter sehr schwierigen finanziellen Ausgangsbedingungen für die Kulturschaffenden steckt in dem erhöhten Bewusstsein der Städte um die Bedeutung von Kultur auch eine große Chance. Und diese sollte aus meiner Sicht auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten nicht unterschätzt werden. Besonders hier gilt es, langfristig zu planen. Eine gute Partnerschaft aus Kultur und Wirtschaft muss nachhaltig und dauerhaft sein – ein schnelles „Strohfeuer“ ist sicher nicht gefragt. Deshalb wäre eine vorschnelle radikale Kürzung der Kulturetats, die viele Partnerschaften beenden würde, für jede Stadt ein denkbar schlechtes Signal. Diese Art von Kurzsichtigkeit könnte das Image einer Stadt ernsthaft beschädigen und schließlich auch dazu führen, dass qualifizierte Fachkräfte ausbleiben. Denn Kultur hat nicht zuletzt auch etwas mit der Lebensqualität einer Stadt zu tun.
Einen Königsweg für das Thema Kultursponsoring gibt es sicher nicht, doch gerade große Kulturinstitutionen wie auch die Staatsoper in Stuttgart schätzen die Mischung aus öffentlichen und privaten Fördermitteln. Und hier ist viel Engagement gefordert, um am Ende genügend Mittel zur Verfügung zu haben. Diese “aktive” Partnersuche lässt sich durchaus verallgemeinern: Ob öffentlich oder privat, beim Sponsoring besteht akuter Handlungsbedarf – das spüren alle, die im Kultursektor arbeiten.
Soziale Netze werden mobil – Marketing und PR auch
Noch nie waren die Konvergenztrends in der Kreativwirtschaft so stark wie heute. Diese Erkenntnis prägt nicht nur unsere Öffentlichkeitsarbeit zum Creativity World Forum, das am 1. und 2. Dezember in Ludwigsburg stattfindet und von Sympra in den vergangenen Monaten sehr erfolgreich begleitet wurde, sondern vor allem auch unsere tägliche Arbeit. Marketing und Public Relations entwickeln aufgrund von Social Media und Social Networking Überschneidungen, die es in diesem Maße bisher nicht gab. Auch Community Management und PR sind sich näher denn je. Eine weitere Branche, die aus unserer Perspektive immer häufiger erkennt, dass die Zusammenarbeit mit einer internetaffinen PR-Agentur neue Marktpotenziale erschließen kann, ist die SEO. Die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit: Wir PR-Verantwortlichen wissen, dass ohne Linkbuilding und suchmaschinengerechte Websites die Kommunikationsarbeit viel schwieriger ist, vor allem, weil es heute immer mehr um Pull statt Push geht. Die SEO dagegen sieht immer häufiger, dass erfolgreiche Präsenz im Web sich heutzutage nicht mehr mit rein technischen Mitteln erreichen lässt. Dazu gehören Networking, gute Inhalte, Glaubwürdigkeit, Transparenz und strategische Planung und Folgenabschätzung.
Eine interessante Chance, die sich aus der der immer stärker werdenden branchenübergreifenden Zusammenarbeit für mich ergab, war die Einladung zur Search Engine Strategies (SES) in Berlin, wo ich gestern zum Thema “Web meets Location – Mobile Social Media Relations” referieren durfte. Zielgruppe: SEO-Experten, eventuell auch einige wenige Kunden von SEOlern (Experten schienen klar in der Überzahl gewesen zu sein).
Da die Slideshare-Folien zum Thema bereits innerhalb der ersten 24 Stunden mehr als 800-mal abgerufen wurden, möchte ich sie auch hier im Blog zur Verfügung und zur Diskussion stellen.
Eine kurze Zusammenfassung der Inhalte:
Location Based Services haben den Hype hinter sich
Location Based Services, Location Aware Applications sind im Moment stark im Gespräch, die Web-2.0-Szene testet sie intensiv. Doch der erste Hype zum Thema LBS liegt schon Jahre zurück: Um die Jahrtausendwende hatte die Mobilfunkbranche im Rahmen der Einführung von UMTS versucht, Location Based Services auf den Markt zu bringen. Sie scheiterte kläglich, da die Endgeräte mangels Displaygüte und Prozessorleistung nicht für den mobilen Informationsabruf geeignet und auch die Tarife prohibitiv waren. Das Ganze war einfach ein Frühstart. Der mediale Hype sorgte dafür, dass das Thema bis auf Weiteres verheizt war.
Mobile Social Networks und Games: Der Stand der Dinge
Hier habe ich im Vortrag einige aktuelle Location Based Services und Location Based Games vorgestellt. Brightkite nannte ich als frühes Beispiel, das in jüngster Zeit leider jegliche Dynamik vermissen lässt. aka-aki habe ich als Studenten-Startup aus Berlin vorgestellt, das bereits erfolgreich internationalisiert, neues Kapital eingesammelt hat und angekündigt hat, sein Location Based Mobile Network und Mobile Gaming zu erweitern. Foursquare erwähnte ich als aktuell unglaublich populären Dienst, der auf marketingtechnisch interessante Verschmelzungseffekte von virtueller und realer Welt setzt: Wer an einem bestimmten Ort am häufigsten eincheckt, ist dort der “Mayor”, erhält in manchen US-Cafés eine kostenlose Kaffee-Flatrate. Gowalla spielt stark mit dem Jäger- und Sammler-Instinkt, man kann bei diesem Location Based Game unterwegs Gegenstände finden, ablegen, eintauschen. Gemeinsam haben all diese Location Based Social Networks und Games, dass sie zugleich Clients für Twitter und Facebook sind. (Warum schreibe ich eigentlich nicht gleich auf Englisch?)
Die Rolle von Google und Facebook bei Mobile Social Networking
Ein zentraler Punkt im Vortrag waren die mobilen Angebote von Facebook und Google, da ich davon ausgehe, dass diese beiden Internetmarken nicht nur die Entwicklung maßgeblich voran- und die Mobilfunker vor sich hertreiben werden. Ich denke auch, dass die große Schlacht um die Vorherrschaft bei Location Based Marketing sich zwischen Google und Facebook abspielen wird, viele kleinere Anbieter dagegen wieder vom Markt verschwinden werden. In meinem Vortrag habe ich im Wesentlichen erklärt, dass Facebook Aufholbedarf hat, da das Social Network im Moment noch keine eingebaute Geo-Funktionalität hat, noch nicht “location aware” ist. Anzunehmen, dass Facebook demnächst eine Überraschung aus dem Hut zaubert oder beispielsweise eines der aktuell so erfolgreichen Startups im Segment Location Based Networking kauft.
Kein wirklich schlafender Riese, auch wenn es auf den ersten Blick so wirkt, ist aus meiner Sicht Google mit seinem Location Based Social Network “Latitude”. Ganz leise werden immer neue Funktionen integriert, und auch wenn der Dienst im Moment überhaupt nicht populär ist – unter anderem, weil Apple Google beim Thema iPhone-Client ausgebremst hat und sicherlich auch wegen der Datenschutzbedenken mancher potenzieller Nutzer – hat er meines Erachtens noch eine große Zukunft vor sich. Das gilt vor allem, wenn Google die unterschiedlichen Bausteine seines Social Networks zusammenfügt, als da unter anderem wären: Google Profiles, Google Friend Connect, Latitude, Reader und andere mehr.
Ausblick und Chancen
Eins ist für mich sicher: Der Markt für Location Based Social Networking wird innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre zu einem Massenmarkt werden – und darin stecken sehr große Chancen fürs Marketing, aber auch für Public Relations. Orte können von Nutzern mobil verschlagwortet oder mit Anmerkungen angereichert werden. Das können Fotos, Videos sein, Notizen oder Bewertungen. Unternehmen und Organisationen müssen sich frühzeitig darauf einstellen, die geobasierten Social Networks und deren Bedeutung zu beobachten – und zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Instrumenten auf den Zug aufspringen.
Es gilt das Gleiche wie immer: Das Ganze muss im Auge behalten und zu gegebenem Zeitpunkt sorgsam in die Kommunikationsstrategie eingebunden werden. Mobile Social Media werden die Trends verstärken, die wir im Moment bereits bei Social Media sehen. Mehr Dialog, weniger Privatsphäre, mehr User Generated Content – das Social Web wird sich durch die Mobilisierung noch schneller drehen. Und unser Job hier bei Sympra wird noch spannender.
Wie wird Mobile Social Media und Networking unsere Kommunikation beeinflussen?
Welche Chancen und Risiken ergeben sich für Unternehmen, für Marketing und PR?
Über Anmerkungen und Anregungen würde ich mich freuen!
Sind wir reif?

Eine junge Zeitung, die ihre Konkurrenz nicht länger in anderen Tageszeitungen sieht, sondern in den immer erfolgreicheren Online-Angeboten. Eine kritische Zielgruppe, die mehr Zeit im Netz verbringt, als in jedem anderen Medium. Eine authentische Kampagne, die ein großes Kulturphänomen aufgreift: unser alltägliches Verhalten im Umgang mit einem Medium, ohne das wir alle nicht mehr leben können. Es geht um die WELT KOMPAKT. Die Sympra-Partneragentur DORTEN hat hierfür eine sehr bemerkenswerte Strategie und Kampagne entwickelt. Dazu ein kurzes Interview mit DORTEN-Geschäftsführer Christian Schwarm.
Christian, bislang fiel DORTEN gerade nicht mit klassischen Werbekampagnen auf. Wie passt das zu Eurer Positionierung?
Wer wirklich frei und medienunabhängig denkt, darf die klassischen Kanäle natürlich nicht ausschließen. Unsere Kunden schätzen uns gerade dafür, dass wir das Marketing-Spielfeld maximieren und in den meisten Fällen ungewöhnliche Wege mit ihnen gehen. Aber selbst diese sind ja kein Selbstzweck. Es ist unser wichtigster Anspruch, dass wir zunächst immer die richtige Strategie und die beste Idee entwickeln und erst dann nach den angemessenen Kanälen und Medien schauen. Genau so sind wir auch in diesem Fall vorgegangen: Wir halten es für die richtige Strategie, diese Zeitung Menschen nahezubringen, die vielleicht gar keine Tageszeitung mehr lesen. Und wir glauben fest daran, dass wir in dieser Kampagne ein interessantes Kulturphänomen bespielen oder sogar “besprechen”, welches noch nicht ausreichend beachtet wird. Dieses Phänomen – nämlich unser sich andauernd veränderndes, manchmal sogar unbewusstes Verhalten im Umgang mit dem Internet – ist in diesem Fall das Kommunikationsformat, nicht die daraus resultierenden Anzeigen, Plakate oder TV-Spots. Unser (übrigens sehr ehrgeiziges) Ziel ist es, mit dieser Kampagne eine hoffentlich kontroverse Diskussion über unsere Medienmarotten und über unsere Medienkompetenz auszulösen: Wir alle lieben das Internet, aber sind wir ihm wirklich schon gewachsen? Beherrschen wir noch das Medium oder das Medium längst uns? Um aber in unserer Gesellschaft einen solchen Dialog anzustoßen, braucht es sicher eine treffsichere Flanke. Und die kommt in diesem Fall auch über ganz klassische Kanäle.
Was unterscheidet diese Kampagne Eurer Ansicht nach von herkömmlicher Werbung?
Am Ende hoffentlich die Wirkung … schließlich geht es unterm Strich darum, Menschen für dieses neue Zeitungskonzept zu begeistern und als Leser zu gewinnen. In der Machart sind wir uns treu geblieben und konnten zum Beispiel den jungen Künstler und Fotografen Sascha Weidner für eine Zusammenarbeit gewinnen. Die meisten Motive stammen aus seinem umfangreichen Bilderfundus. Sascha fotografiert seit Jahren sein Umfeld, seine ungestellte Realität. Genau das hat uns an seinen Fotos gereizt. Den größten Teil des Grundlagenmaterials für die Kino- und TV-Spots haben wir bei Youtube gefunden und dann den entsprechenden Macher kontaktiert. Unsere Sprecherin ist selbst Teil unserer Zielgruppe und steht hinter dem, was sie da erzählt. Und sogar die Musik für die Radiospots stammt von zwei jungen ausländischen Künstlern und eben nicht von irgendwelchen Reklamekomponisten. Darüber hinaus ist es ganz und gar nicht selbstverständlich, dass ein Kunde den Mut hat, in einer Kampagne nicht von sich selbst oder seinem Produkt zu sprechen, sondern stattdessen gesellschaftliche Verhaltensänderungen beschreibt. Diese fast schon journalistische Vogelperspektive macht die Kampagne für uns zu etwas Besonderem. Übrigens trägt die Redaktion der WELT KOMPAKT das einhundertprozentig mit. Es werden viele Artikel in der Zeitung erscheinen, die unser aller Internet-Verhalten zum Inhalt haben werden und dieses – wie auch die Kampagne – liebevoll, mit großem Augenzwinkern aber eben nicht unkritisch begleiten.
Von Dorten stammt auch der neue Kampagnen-Claim der WELT KOMPAKT: “Kurz. Anders. Gedruckt.” Ist es überhaupt sinnvoll, einer internet-orientierten Zielgruppe noch bedrucktes Papier verkaufen zu wollen?
Ich glaube definitiv nicht daran, dass das Internet alle Tageszeitungen verdrängen oder gar überflüssig machen wird. Allerdings: unser Medienkonsum verändert sich mit einem unglaublichen Tempo und jede Tageszeitung sollte sich heute ein paar ganz grundsätzliche Fragen stellen, zum Beispiel, ob sie noch in das Leben ihrer Wunschleser passt – inhaltlich wie funktionell. Die WELT KOMPAKT hat sich in den letzten Jahren antizyklisch, also gegen den schwierigen Tageszeitungsmarkt toll entwickelt und scheint daher vieles richtig zu machen. Unser Kampagnenclaim soll genau das transportieren: Diese Zeitung informiert ihre Leser schnell und übersichtlich, sie präsentiert andere, viel jüngere Inhalte, aber sie ist und bleibt nach wie vor eine Zeitung und steht selbstbewusst zu sich selbst. Eben kurz, anders, gedruckt.
Vielen Dank!
Nachklapp am Freitag, 27.11.2009, 11.10: Einen interessanten Beitrag zur Kampagne bringt heute der PR REPORT: http://prreport.de/aktuell/aktuell/news-public/article/955-welt-kompakt-noch-lange-nicht-reif/


Welcher Branche vertrauen die Deutschen?
„Vertrauen ist zur wichtigen Währung im Urteil von Personen und Institutionen geworden. Zum einen weil unsere Gesellschaft so komplex geworden ist, dass sie niemand mehr versteht und zum anderen weil durch das Internet sämtliche Prozesse und Verhaltensweisen transparent sind“, erläutert Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer von TNS Emnid. Da das Schaffen von Vertrauen eine zentrale Aufgabe der PR ist, betrachtet unser Branchenverband, die GPRA, zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Emnid ab sofort viermal jährlich die Vertrauenswerte von Unternehmen und Institutionen. Dabei beleuchtet der Index acht verschiedene Branchen:
- Gesundheitsbranche
- Automobilbranche
- Energie- und Wasser¬versorger
- Informationstechnologie
- Finanzbranche
- Lebensmittelindustrie
- Chemische Industrie
- Verkehrs- und Transportunternehmen
Die Ergebnisse der ersten Erhebung zeigen, dass die Deutschen der Lebensmittelbranche das meiste Vertrauen schenken. Grund zum Jubeln gibt es jedoch bei einem Indexwert von 42,1 von 100 möglichen Punkten keinen. Klare Verlierer des GPRA-Vertrauensindex sind die krisengeschüttelte Finanzbranche und die Energieindustrie. Bei der Betrachtung der Einzelergebnisse wird deutlich, dass beide unter einem massiven Glaubwürdigkeitsproblem leiden: Nur rund 20 % Prozent der deutschen Bevölkerung vertrauen den Aussagen dieser Branchen
Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer computergestützten persönlichen Befragung (CAPI) erhoben. Dabei wurden vier verschiedene Bereiche von Vertrauen überprüft.

Vertrauensindex Teilbereich Ehrlichkeit

Vertrauensindex Teilbereich Gesellschaftliche Verantwortung

Vertrauensindex Teilbereich Umgang mit Mitarbeitern

Vertrauensindex Teilbereich Umgang mit Kunden
Der Indexwert gewichtet die vier Dimensionen und stellt so das Vertrauensniveau der deutschen Bevölkerung dar.

Aus dieser Studie kann man aus der Sicht der PR nun zweierlei Schlüsse ziehen.
- Leistungen und Verhalten der einzelnen Branchen sind nicht zufriedenstellend
- Leistungen und Verhalten der Branchen sind zwar zufriedenstellend, werden allerdings nicht oder schlecht nach außen transportiert.
Im ersten Fall können auch PR und Werbung nicht viel ausrichten. Ein mündiger Bürger wird sich kein X für ein U vormachen lassen und Vertrauen nur dann aussprechen, wenn er es auch für berechtigt hält. Die PR-Branche kann nur hoffen, dass es sich um den zweiten Fall handelt. Dann bedarf es allerdings neben einer Verbesserung der Qualität weiterer missionarischer Anstrengungen gegenüber den Kunden, um ihnen die Leistungen professioneller PR-Arbeit klar zu machen.
Mehr dazu: http://www.pr-guide.de/index.php?id=384
iPhone-Apps: Marketing aus dem Baukasten?
Seit Anfang November 2009 arbeite ich bei Sympra an meiner Diplomarbeit „Unternehmenskommunikation auf mobilen Endgeräten (im speziellen iPhone) im Zeitalter des Web 2.0“. Dabei möchte ich unter Anderem herausfinden, unter welchen Umständen iPhone-Apps Unternehmen tatsächlich Vorteile im Bereich Marketing und PR verschaffen können.
Was sind überhaupt diese „Apps“? Kleine Applikationen, Programme, die entweder kostenlos oder gegen eine Gebühr auf dem Gerät installiert werden und dem Nutzer dann Zusatzfunktionen bieten.
Ein neuer Vertriebsweg für Software entsteht, und die Dynamik ist wirklich beeindruckend, wie einige Zahlen belegen: Mehr als zwei Milliarden Mal haben Nutzer bereits Applikationen für das iPhone aus dem App Store von Apple heruntergeladen. Mittlerweile existieren dort mehr als 100.000 Apps. Täglich werden rund 6,6 Millionen Apps heruntergeladen.
Diese Zahlen versprechen ein enormes Potenzial. Dennoch nutzen die wenigsten Unternehmen bislang Apps als neuen Kommunikationskanal. Zu teuer die Entwicklung, zu groß die Herausforderungen beim Bekanntmachen der App, zu groß das insgesamt einzukalkulierende Risiko.
Eine Lösung für kleine Unternehmen könnten Baukastensysteme sein. Bei meiner Recherche bin ich auf ein solches gestoßen: http://swebapps.com ist eine Online-Plattform zur Entwicklung eigener Apps mit wenigen Klicks. Kostengünstig kann ein Unternehmen seine eigene Anwendung innerhalb weniger Minuten erstellen. Wie das geht, zeigt das Video:
SwebApps 2.0 from Magaly Chocano on Vimeo.
Auf der Plattform sind zahlreiche Funktionen abrufbar. Interaktiver Rückkanal, Einbindung von Twitter – alles kein Problem. Doch was das Baukastensystem nicht liefert, ist die passende Strategie.
Dabei ist gerade die besonders wichtig. Während Baukasten-Apps für Großunternehmen uninteressant sind, fehlt bei den in Frage kommenden kleinen und mittleren Firmen häufig das Know-how in Sachen Mobile Marketing. Beratungsbedarf gibt es insbesondere in Sachen
- Nutzer-Demografie und Affinität der Zielgruppen:
Besteht eine gewisse Deckungsgleichheit zwischen den typischen iPhone-Nutzern und den anzusprechenden potenziellen Kunden? - emotionale Strahlkraft der Marke oder Einzigartigkeit/Nutzerwert der App:
Eine iPhone-Applikation, die lediglich die im Web verfügbaren Informationen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung wiederkäut dürfte nicht attraktiv genug sein, um auch nur den Hauch einer Chance im Dschungel der Vielfalt haben, die in Apples App-Store herrscht - Einbindung in einen PR-/Marketing-Mix:
Eine App allein wird nicht viel bewegen, wenn sie nicht von begleitenden Maßnahmen gestützt wird. Social Media Relations und Aktivitäten in Social Networks sind beispielsweise dazu geeignet, iPhone-Apps erfolgreich zu machen.
Nicht unwahrscheinlich, dass das Angebot an vorgefertigten Modulen für Apps künftig weiter wächst. Ich sehe hier einen ähnlichen Markt wie für Content-Management-Systeme wie Joomla. Auch sie ermöglichen ein komfortables Veröffentlichen von Inhalten – befreien den Websitebetreiber allerdings genauso wenig von der Notwendigkeit, Strategie und Konzept zu erstellen.
(Foto: mindonfire | flickr, Lizenz)












